Old Master Paintings – Part 2
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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE
CATALOGUE III
OLD MASTER PAINTINGS PART 2
Auctions: Thursday, 26 March 2026
Exhibition: Saturday, 21 March – Tuesday, 24 March 2026
OLD MASTER
PAINTINGS
PART II
213
RODRIGO DE OSONA,
TÄTIG 1440 – 1518, KREIS DES
GEBURT CHRISTI MIT DER ANBETUNG DER HIRTEN
Öl auf Holz. Verso teils verstärkt.
Ca. 86 x 55 cm.
In Rahmen mit rötlichem Samtbezug.
Unter einer steinernen Loggia mit Rundbögen die
kniende Maria in edlem rotem Gewand mit langem,
Gold besticktem Mantel und sorgsam zusammengelegten
zarten Händen. Sie hat ein feines Gesicht und
blickt nach unten auf das am Boden auf einem weißen
Tuch liegende nackte Jesuskind, von dem aus goldene
Strahlen (das göttliche Licht) ausgehen. Rechts neben
ihr Josef, in seiner rechten Hand eine brennende Kerze
haltend. Hinter Maria Ochs und Esel an einem Futtertrog,
während in der Mitte des Hintergrundes zwei
Schafhirten zu sehen sind, von denen einer auf das
göttliche Kind weist. Qualitätsvolle feine Darstellung.
(1471207) (3) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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214
SPANISCHER MALER UM 1520
GROSSE ALTARTAFEL MIT KREUZUNGSSZENE
Öl auf Holz.
118 x 126 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Die Golgathaszene mit den drei Kreuzen ist in eine
weite, leicht hügelige Landschaft gesetzt. Links im
Hintergrund erhebt sich eine Burganlage mit kantigen
Wehrtürmen, die hier als Darstellung der Stadt Jerusalem
zu verstehen ist. Am Horizont Baumgruppen, dazwischen
ein weiteres kleineres Gebäude. Dem Thema
entsprechend dominiert das Kreuz Christi, flankiert
von den Baumkreuzen der beiden Schächer, die in verkrampften
Körperhaltungen wiedergegeben sind. Am
Fuß des Kreuzes Christi kauert Maria Magdalena, die
den Kreuzstamm umfasst. Die Mutter Maria und die
engeren Vertrauten des Gekreuzigten sind links gruppiert
dargestellt. Maria, im Schmerz niedergesunken,
wird von Johannes gestützt; seitlich stehen die weiteren
Frauengestalten, welche zusammen die „Drei Marien“
bilden. Die rechte Figurengruppe ist ausschließlich
männlichen Figuren vorbehalten, wie dies auch in
der traditionellen Sitzordnung des Kirchenraums zum
Ausdruck kommt. Hier tritt neben derb-realistischen
Figuren besonders eine jugendliche, betont anmutige
Gestalt hervor: der römische Soldat Longinus. Er ist im
Harnisch mit der Lanze der Seitenwunde dargestellt.
Auffällig ist, dass die Lanzenspitze der sogenannten
„Heiligen Lanze“ ähnelt, die über Jahrhunderte hinweg
als Heiltumsreliquie verehrt wurde. Die elegante
Haltung und die jugendliche Erscheinung des Longius
stechen hervor und es lässt sich annehmen, dass das
Werk eines bedeutenderen Meisters hier als Vorbild
gedient hat. Bei der rot gekleideten Figur am rechten
Bildrand dürfte es sich um Josef von Arimathia handeln;
die Verwendung der Rotfarbe ehrt ihn als den
Gönner, der das Grab Christi bereitgestellt hat.
Der vergoldete Rahmen zeigt seitlich schlanke Lisenen
mit spitzbogigem Schnitzwerk. Die obere durchgehende
Architravleiste ist mit Dreipassdekor im Rapport
versehen. Die oberen Ecken der aus vier Teilen bestehenden
Tafel sind abgeschrägt.
A.R. (1460081) (11)
SPANISH PAINTER, CA. 1520
LARGE ALTARPIECE WITH CRUCIFIXION SCENE
Oil on panel.
118 x 126 cm.
€ 20.000 – € 30.000
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15
215
ÖSTERREICHISCHER MALER
DES 15. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
HEILIGER HIERONYMUS UND HEILIGER ROCHUS
Öl auf Holz.
Jeweils: 45,5 x 21 cm.
Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur
des in Kardinalsgewandung gekleideten Heiligen Hieronymus,
einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund
der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt
wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit
Inschrift. In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen
Füßen die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm
attributiv zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor
einem architektonischen Gefüge – nämlich einem
Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem
Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich
gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen
und wurden vom gleichen Maler, vielleicht im
Zuge eines Altargefüges, geschaffen.
(1450352) (1) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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216
TOSKANISCHE SCHULE DES 15. JAHRHUNDERTS
MADONNA MIT DEM KIND UND
JOHANNES DEM TÄUFER
Öl auf Holz. Parkettiert.
59x 48,5 cm.
In Landschaft mit zwei stehenden Zypressen im Licht
der langsam untergehenden Sonne Maria in dunkelrotem
Gewand mit Umhang, in ihren Armen den nackten
Jesusknaben haltend, der seine rechte Hand zum Segensgestus
erhoben hat. Beide jeweils mit ähnlichem
traurig nachdenklichem Blick. Links neben beiden stehend
der junge Johannes der Täufer mit Fellumhang,
einem seiner Attribute, mit vor der Brust gefalteten
Händen und den Blick auf die beiden nach oben gerichtet.
Die Köpfe der drei sind jeweils mit einem kreisrunden
goldenen Nimbus versehen. Das Hauptmotiv
wird im Himmel von zwei roten Cherubim flankiert.
Am unteren Bildrand befindet sich der lateinische
Schriftzug „AVE MARIA GRATIA PLENA DO“ (Gegrüßet
seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr (ist mit
dir)). Ähnliche Kompositionen der Maria mit Kind lassen
sich in der Malerei dieser Zeit häufiger finden. Vereinzelt
rest., alte Anobienspuren.
(14700312)
SCHOOL OF TUSCANY, 15TH CENTURY
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH THE INFANT
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on panel. Parquetted.
59 x 48.5 cm.
€ 15.000 – € 20.000
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217
DEUTSCHER MEISTER DER SPÄTGOTIK
CHRISTUS AM KREUZ MIT HEILIGEN
UND STIFTERFIGUREN
Öl auf Holz.
72 x 54 cm.
Mittelrheinland, Köln, um 1470.
Das Tafelbild wurde wohl für einen Seitenaltar geschaffen,
im Auftrag der Stifter, die sich am Unterrand verewigen
ließen: Ein Kleriker im Chormantel, zwei Mönche
und eine Nonne. Die für Kreuzdarstellungen
üblichen Assistenzfiguren Maria und Johannes in die
linke Bildseite gesetzt, symbolisch „zur Rechten“ des
Gekreuzigten. Dagegen dürften die beiden Heiligen
rechts im Bild, Johannes Baptist und Andreas, die Namenspatrone
der Stifter sein. Die blühenden Veilchen
unten mittig und weitere Blüten und Blätter sind von
symbolischer Bedeutung. Die vergoldeten Nimbenscheiben
leicht im Profil erhöht.
Literatur:
Vgl. Robert Suckale und Matthias Weniger,
Malerei der Gotik, Köln 1999.
Vgl. Lottlisa Behling, Die Pflanze in der mittelalterlichen
Tafelmalerei, Köln 1967.
A.R. (1471985) (11)
GERMAN SCHOOL, LATE GOTHIC
CHRIST ON THE CROSS WITH SAINTS
AND DONOR FIGURES
Oil on panel.
72 x 54 cm.
Middle-Rhineland, Cologne, ca.1470.
The panel painting was probably created for a side altar,
commissioned by the donors, who had themselves
immortalized at the lower edge: a cleric in a cope, two
monks and a nun.
Literature:
cf. Robert Suckale and Matthias Weniger, Malerei der
Gotik, Cologne 1999.
cf. Lottlisa Behling, Die Pflanze in der mittelalterlichen
Tafelmalerei, Weimar 1957; reprint (declared as 2nd
edition) Böhlau, Cologne/Graz 1967.
€ 10.000 – € 12.000
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17
218
SANDRO BOTTICELLI,
1445 FLORENZ – 1510 EBENDA, NACHFOLGE DES
MADONNA DEL MAGNIFICAT
Öl auf Holz. Teilparkettiert.
Durchmesser: 90 cm.
In aufwändig gestaltetem, plastisch vegetabil verziertem
und bronziertem Tondo-Rahmen.
Das vorliegende Gemälde, welches wir mit dem gleichen
Titel versehen haben, wie dasjenige in den Uffizien
in Florenz, da auch hier die Buchseite mit dem
durch eine polychrom gestaltete Majuskel „M“ dekorierten
Magnificat beginnt. Es stimmt in weiten Teilen
mit dem etwas größeren Florentiner Vorbild überein,
zeigt sich jedoch in einer weicher verstandenen, weniger
der zeichnerischen, kontrastreichen unterlaufenen
Auffassung der Malerei. Wir kennen die Umstände
unter denen die Original Tafel in Auftrag gegeben
wurde nicht, aber die kreisförmige Form des Gemäldes
lässt uns an eine Arbeit denken, die für die private
Andacht gefertigt wurde. Die im Tondo dargestellte
Szene zeigt Maria gekrönt von zwei Engeln, während
sie damit beschäftigt ist, ein Buch über eine Passage
aus dem Lukasevangelium zu schreiben „Magnificat
anima mea Dominum“. Das Jesuskind sitzt auf ihrem
Schoß und führt ihre schreibende Hand. Andere Engel
halten das Buch und das Tintenfass und eine andere
geflügelte Figur befindet sich hinter den beiden. Die
Komposition passt sich perfekt der Form des Bildes
an, indem sie die Augen des Betrachters auf das Buch
und auf die Hände von Maria und Jesus zusammenführt.
Im Hintergrund ein sich in den hügeligen Grund
windender Wasserlauf und Architekturstaffage. Rest.
Anmerkung:
Die Komposition ist eine Wiederholung des Gemäldes
in den Uffizien von ca. 1481–1485, das mit einem
ähnlich, schön gestalteten Rahmen aufwartet.
Literatur:
Vgl. Susan Schibanoff, Botticelli’s „Madonna del
Magnificat“ – Constructing the Woman Writer in
Early Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the
Modern Language Association of America, März
1994, S. 190–206. (1471881) (13)
SANDRO BOTTICELLI,
1445 FLORENCE – 1510 IBID., FOLLOWER OF
MADONNA DEL MAGNIFICAT
Oil on panel. Partially parquetted.
Diameter: 90 cm.
The present painting has been assigned the same title
as the corresponding example in the Uffizi Gallery, as
the manuscript page likewise opens with the Magnificat,
introduced by a polychrome majuscule “M.” While
it closely follows the somewhat larger Florentine model
in composition, it adopts a softer and less graphic
handling, with less contrasts.
Notes:
The composition is a repetition of the painting in the
Uffizi Gallery from ca. 1481 – 1485, which features a
similarly beautifully designed frame.
Literature:
cf. Susan Schibanoff, Botticelli’s “Madonna del
Magnificat” – Constructing the Woman Writer in Early
Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the Modern
Language Association of America, March 1994, pp.
190–206.
€ 30.000 – € 50.000
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19
219
MALER DES FRÜHEN 16. JAHRHUNDERTS
PORTRAIT DES LOUIS TRISTAN L’HERMITE
Öl auf Holz.
23,5 x 18 cm.
Am oberen Bildrand bezeichnet „TRISTAN LHERMITE“.
In plastisch reliefiertem Rahmen.
Vor hellblauem Fond das leicht nach rechts gewandte
Bruststück des flämischen Politikers Louis Tristan
L’Hermite (gest. 1478) unter dem Bezug als historischer
Rückgriff. L’Hermite wurde 1451 von Johann von
Orléans für seine bewiesene Tapferkeit während der
Belagerung von Fronsac zum Ritter geschlagen. Um
1453 wurde er Berater von König Karl VII und lernte
auch den Dauphin Ludwig kennen, der ihn zum Propst
des königlichen Palastes ernannte. Um 1478 starb
L’Hermite und wurde in der Kapelle der Kordeliers in
Châtellerault beigesetzt.
(1470035) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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220
LUCAS CRANACH D. Ä.,
1472 KRONACH – 1553 WEIMAR,
WERKSTATT DES
BILDNIS MARTIN LUTHER
Öl auf Holz. Parkettiert.
20,4 x 14,5 cm.
Die Darstellung im kleinen Format geht auf das von
Lucas Cranach d. Ä. um 1532 geschaffene Bildnis zurück,
das am oberen Bildrand eine lateinische Aufschrift
zeigt, auf die hier verzichtet wurde.
(1470111) (11)
LUCAS CRANACH THE ELDER,
1472 KRONACH – 1553 WEIMAR, WORKSHOP OF
PORTRAIT OF MARTIN LUTHER
Oil on panel. Parquetted.
20.4 x 14.5 cm.
The small-format depiction is based on the portrait created
by Lucas Cranach the Elder in ca. 1532, showing
a Latin inscription at the top, omitted in the present
work.
€ 10.000 – € 15.000
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21
221
GIAMPIETRINO,
EIGENTLICH „GIOVANNI PIETRO RIZZOLI“,
TÄTIG UM 1495 – 1540, NACH
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
51 x 39 cm.
In plastisch verziertem und vergoldetem Rahmen.
Vor einem repoussoirhaft in den Raum gleitenden Vorhang
sitzt Maria in verdrehter Haltung, den Betrachter
über ihre linke Schulter anblickend, während sie das
Jesuskind hält, in dessen Hand eine Birne liegt. Links
ein Ausblick in ein hügeliges Tal in Luftperspektive mit
einem schlanken jungen Baum. Bei dem hier angebotenen
Gemälde handelt es sich um eine von mehreren
Repliken nach dem Original von Giampietrino in der
Pinacoteca di Brera (49 x 27,8 cm).
Literatur:
Vgl. Andrea de Marchi, Giampietrino,
Hrsg. M. Boskovits, Florenz 1992, S. 78 – 80.
Vgl. Pietro C. Marani, Giampietrino, in: Federico Zeri
und Carlo Pirovano (Hrsg.), Pinacoteca di Brera,
Mailand 1996, S. 112 – 114.
Vgl. Pietro C. Marani, Giovan Pietro Rizzoli detto il
Giampietrino, in: Musei e Gallerie di Milano. Museo
d’arte antica del Castello Sforzesco, Bd. I, Mailand
1997, Nr. 207, S. 306. (1320011) (13)
€ 7.500 – € 9.500
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223
MEISTER MIT DEM PAPAGEI, ZUG.
Südniederländischer Maler, tätig wohl in Antwerpen
zwischen 1520 – 1540. Der Name bezieht sich auf den
Papagei, der in seinen Marienbildern stets auftritt. Seine
Werke sind bekannt für die Darstellung der Maria in
„damenhafter Schönheit“.
MARIA LACTANS
Öl auf Eichenholz.
20 x 28 cm.
Das kleine Tafelbild zeigt jene Feinmalerei, die Merkmal
für eine Gruppe von Malern des 16. Jahrhunderts
geworden ist, die eine gemeinsame Werkstatt betrieben,
deren Namen jedoch unbekannt geblieben sind.
Ähnliche Darstellungen finden sich in mehreren bekannten
Museen und Privatsammlungen weltweit. In
vorliegendem Bild reicht Maria dem Kind die Brust,
während das Knäblein dem Betrachter entgegenblickt.
Typisch für die Malweise der Künstlergruppe ist die
porzellanartige Farbigkeit des Inkarnats, vor allem aber
der kompositionelle figürliche Aufbau. Die Verwandtschaft
der Malergruppe mit dem Meister der weiblichen
Halbfiguren wurde ebenfalls bereits gesehen. Am
Saum des roten Mantels rechts die Majuskelaufschrift
„AVE REGINA COELI – MATER.(DEI)“. Enge Verwandtschaft
mit dem Bild ist ein Beispiel im Prado-Museum
in Madrid.
(1471452) (11)
€ 8.000 – € 10.000
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222
DEUTSCHE SCHULE DES 16. JAHRHUNDERTS
(ABB. LINKS)
DER APOSTEL JOHANNES
Öl auf Holz, verso verstärkt.
58 x 35 cm.
Verso rotes Wachssiegel.
Vor dunklem Hintergrund, unter einem Rundbogen mit
goldfarbenen Ornamenten, der auf einem Boden mit
Steinen und Gräsern stehende Evangelist Johannes,
der Lieblingsjünger Jesu. Er trägt ein langes rotes
Gewand, darüber einen grün-weißen Umhang. In seiner
linken Hand hält er einen goldenen Kelch mit einer
kleinen Schlange, einem seiner Attribute. Er trägt zu
den Schultern herabfallendes, lockiges Haar und über
seinem Haupt einen goldenen scheibenförmigen
Nimbus. Er hat ein feines jugendliches Gesicht und
blickt nachdenklich mit seinen blauen Augen seitlich
nach unten. Qualitätvolle würdevolle Darstellung des
Heiligen.
(1471204) (3) (18)
€ 3.000 – € 5.000
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23
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224
ANTONIO CARRACCI,
UM 1583 VENEDIG – 1618 ROM
(ABB. LINKS)
Der Maler sollte Quellen gemäß der Sohn des Agostino
Carracci sein und ein Neffe des Annibale Carracci, mit
dem er an Dekorationsarbeiten in der Galleria Farnese
beteiligt war.
DER SCHUTZENGEL RAFFAEL
Öl auf Leinwand.
152 x 110 cm.
Beigegeben ein Gutachten von Dr. D. Stephen Pepper,
Leesburg, in Kopie.
Imposante Darstellung, nahezu in symbolistischer Auffassung.
Das Bild zeigt einen nach rechts schreitenden
Engel, der sich mit dem Oberkörper einem Knaben zugewandt
hat, den er mit seiner linken Hand behutsam
führt und der seinerseits dem Licht entgegen blickt.
Der linke Fuß des Engels tritt auf den Nacken einer
Teufelsgestalt, die als Männerakt am Boden liegt,
wobei aus dem schwarzen Haar ein Teufelshorn hervorragt.
Die Beleuchtung von rechts oben wirft ein
theatralisches Schlaglicht auf die Figurengruppe,
während die hell beleuchteten Flügel vor der dunklen
oberen Ecke aufleuchten. Die theologische Bedeutung
des Schutzengels wurde besonders im 17. Jahrhundert
erneut in den Bildwerken kirchlicher Ausstattungen
aufgegriffen und findet hier in dem vorliegenden Bild
ausdrucksstarke Auffassung.
(1111336) (11)
ANTONIO CARRACCI,
1583 VENICE – 1618 ROME
(ILL. ON THE LEFT)
ARCHANGEL RAPHAEL
Oil on canvas.
152 x 110 cm.
Accompanied by expert’s report by Dr D. Stephen
Pepper, Leesburg, in copy.
€ 20.000 – € 40.000
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225
LORENZO SABATINI,
UM 1530 – 1576 ROM, ZUG.
DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN
Öl auf Pappelholz.
Verso eingelassen zwei Festigungsstreben.
65,5 x 54,5 cm
In vergoldetem Prunkrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. H. Zimmermann,
Tutzing, 10. Juni 1969, in Kopie.
Der Künstler ließ sich bei dem vorliegenden Gemälde
von dem Meisterwerk von Andrea del Sarto
(1486 – 1530/31) anregen: Die Darstellung wiederholt
die „Sacra Famiglia Borgherini“, um 1528, Öl auf Holz,
135 x 100 cm, die sich in New York im Metropolitan
Museum of Art befindet, mit Abweichungen unter anderem
hinsichtlich des Hintergrundes, der Farbigkeit
und der Gesichtsausdrücke. In einem Innenraum, vor
einem faltenreich hängenden hellen Vorhang, links der
stehende Johannesknabe, der die Weltkugel hält, nach
der der Jesusknabe greift. Nach Interpretationen dieses
großen und häufig kopierten Werkes symbolisiert es
die Übergabe der Treue von Florenz an Jesus über Johannes
den Täufer, den Stadtpatron und Schutzheiligen
von Florenz. Voller Anmut hält Maria den stehenden
Jesusknaben, während im Hintergrund Josef auf Johannes
blickt. Das Gemälde wurde von Giovanni Borgherini,
einem bedeutenden Förderer der kurzlebigen
Florentiner Republik (1527 – 1531), in Auftrag gegeben.
Provenienz:
Jahrzehntelanger deutscher Privatbesitz.
(1460971) (18)
LORENZO SABATINI,
CA. 1530 – 1576 ROME, ATTRIBUTED
THE HOLY FAMILY WITH INFANT
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on poplar, with two parquetting
slats on the reverse.
65.5 x 54.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Dr
H. Zimmermann, Tutzing, dated 10 July 1969, in copy.
The composition is inspired by Andrea del Sarto’s masterpiece.
It repeats and corresponds to the Sacra Famiglia
Borgherini (ca. 1528, oil on panel, 135 x 100 cm,
Metropolitan Museum of Art, New York) with variations
in background, colouring, and facial expressions.
Provenance:
Previously held for decades in a private collection,
Germany.
€ 11.000 – € 20.000
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25
226
SCIPIONE PULZONE,
AUCH GENANNT „IL GAETANO“,
1554 GAETA – 1598 ROM, ZUG.
Neben den sakralen Werken und Altargemälden, wie
etwa der „Himmelfahrt Mariens“ in der Kirche San Silvestro
al Quirinale in Rom oder einer Kreuzigungsdarstellung
in der Santa Maria in Vallicella, trat der Maler
hauptsächlich als Portraitist hervor. Bekannt wurde dabei
sein Selbstportrait um 1574, vor allem aber auch
das Portrait der Maria de Medici oder das Bildnis von
Papst Julius III. Sein malerisches Werk wurde maßgeblich
von Jacopino del Conte (1510 – 1598) beeinflusst.
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
120 x 86 cm.
In breitem marmoriertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Claudio Clerici,
Bellagio, 5. Januar 1971, in Kopie.
In einem angedeuteten Innenraum, der durch Bücher
und andere, sich nur wenig vom dunklen Hintergrund
abhebende Gegenstände spezifiziert wird, zeigt sich
die sitzende Mutter Gottes, in der ihr zukommenden
Farbtrias gekleidet, auf ihrem Schoß das Christuskind
haltend.
(1462291) (13)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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227
ITALIENISCHER MANIERIST
DES 16. JAHRHUNDERTS
NOLI ME TANGERE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90 x 73 cm.
Ungerahmt.
Die Darstellung geht zurück auf ein biblisches Zitat aus
dem Johannesevangelium (Joh 20,14 – 18). Das Gemälde
zeigt den auferstandenen großen schmalen Jesus,
als Gärtner mit einer geschulterten Hacke nach
rechts schreitend, vor einem umzäunten, fein angelegten
Garten mit kleinen Blumen. Links hinter ihm die
kniende Maria Magdalena mit abgestelltem Salbgefäß,
die ihn erkennt und die er bittet, ihn nicht anzurühren.
Qualitätsvolle erzählerische Darstellung eines in der
Malerei beliebten Motivs, das unter anderem auch bei
Antonio Allegri Correggio (um 1489 – 1534), Hans Holbein
d. J. (1497– 1543) und Rembrandt van Rijn
(1606– 1669) zu finden ist.
(1471121) (18)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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228
PIETER COECKE VAN AELST D. Ä.,
1502/07 AALST – 1550 BRÜSSEL, WERKSTATT DES
DIE HEILIGE FAMILIE AUF DER FLUCHT
NACH ÄGYPTEN
Öl auf Holz, nach oben abgerundet.
89 x 57 cm.
Das vorliegende Werk scheint der Mittelteil eines
Triptychons zu sein, worauf auch die seitlichen Befestigungen
am Rahmen hindeuten. Im Zentrum die
sitzende Maria in blau-rotem Gewand, mit ihrer linken
Hand behutsam den nackten Jesusknaben, dessen
Schambereich mit einem dünnen Tuch bedeckt ist, an
ihrem Schoß haltend. In ihrer rechten ausgestreckten
Hand hält sie einen Apfel. Rechts neben ihr sitzend
Josef in braunem Gewand, seine kräftige Hand die
rechte Schulter Mariens umfassend und auf den Jesusknaben
niederblickend. Maria hat ein feines zartes
Gesicht und blickt ebenfalls liebevoll auf das Kind
herab. Im Hintergrund bergige Landschaft mit zahlreichen
Häusern einer Stadt und diversen Figuren, darunter
auf einem Weg ein Hirte mit seinen Tieren. Der
Apfel in Mariens Hand wohl auf die verbotenen Früchte
des Paradieses hinweisend.
Anmerkung:
Ein vergleichbares, Pieter Coecke van Aelst d. Ä. zugeschriebenes
Werk ist im RKD verzeichnet. Laut RKD
existieren zu diesem Werk noch vier weitere Versionen.
Besonders auffallend ist, dass das Haupt Mariens
mit einem drapierten Turban bedeckt ist und dass der
Heilige Josef an bestimmte bärtige Figuren des Jan
Swart van Groningen (um 1500-um 1560) erinnert.
(1471242) (18)
€ 6.000 – € 8.000
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229
ORAZIO SAMACCHINI,
1532 BOLOGNA – 1577 EBENDA, NACHFOLGE DES
DIE HEILIGE FAMILIE MIT JOHANNES DEM TÄUFER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
116 x 102 cm.
In Prunkrahmen.
Vor Landschaftshintergrund die sitzende Maria in faltenreichem
Gewand, in ihrem Schoß den langestreckt
sitzenden Jesusknaben haltend, der den rechts stehenden
Johannes den Täufer innig umarmt. Dieser
trägt ein Fellgewand und hat neben sich einen Kreuzesstab,
beides Attribute des Heiligen. Maria blickt auf
Josef, hinter dem das Gesicht von Anna, der Mutter
Mariens erkennbar ist. Rechtsseitig geht der Blick in
eine weite Landschaft mit zwei Bergen, auf deren
Höhe Bauten zu erkennen sind. Das Motiv wurde
mehrmals grafisch reproduziert, erstmals um 1650,
und verbreitete sich in ganz Europa. Ein vergleichbares
Gemälde, jedoch mit abweichendem Hintergrund, befindet
sich im Museum Simeonstift in Trier.
(1470524) (18)
€ 5.000 – € 8.000
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27
230
DOMENICO PUGLIANI,
1589 VAGLIA, FLORENZ – 1658 FLORENZ
MARIA MIT DEM CHRISTUSKIND
UND DREI HEILIGEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
97 x 76 cm.
In kontrastreich gefasstem Profilrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Sandro Bellesi, Sesto
Fiorentino, in Kopie.
Inmitten einer sanft hügeligen Landschaft, auf einer
Wolke sitzend, Maria als Himmelskönigin, auf ihrem
Schoß das Christuskind balancierend. Im Himmel wird
ihr Lichtnimbus flankiert von Engeln und Cherubim,
auf der Erde sind ihr drei Heilige beigesellt: San Simone
Stock (1165–1265) mit San Alberto da Trapani (um
1240–1307) und Angelo di Licata (um 1185–1225). Alle
drei Heiligen sind eng mit dem Karmeliterorden verbunden
und stehen für ein Leben in Gebet, Buße und
Hingabe an Maria. Ihre Verehrung ist besonders in Italien
und im Karmeliterorden verbreitet. Sie erinnern die
Gläubigen an die Bedeutung der Kontemplation und
der Treue zu Gott inmitten des Alltags.
Literatur:
Sandro Bellesi, Pittura e scultura a Firenze (secoli
XVI-XIX). Studi e documenti, Florenz 2017, Abb. 7.
(1471182) (13)
DOMENICO PUGLIANI,
1589 VAGLIA, FLORENCE – 1658 FLORENCE
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD AND THREE SAINTS
Oil on canvas. Relined.
97 x 76 cm.
Accompanied by an expert’s report by Sandro Bellesi,
Sesto Fiorentino, in copy.
Literature:
Sandro Bellesi, Pittura e scultura a Firenze (secoli
XVI – XIX). Studi e documenti, Florence 2017, ill. 7.
€ 16.000 – € 20.000
Sistrix
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231
HANS HOLTZMAYR,
1565 MÜNCHEN – 1625 EBENDA, ZUG.
DIE ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE
Öl auf Holztafel.
38 x 26,5 cm.
In teilvergoldetem Rahmen.
Die Komposition des vorliegenden Gemäldes basiert
eng auf einem gestochenen Modell von Raphael Sadeler
d. Ä. (1560/61–1628/32), nach einem Gemälde von
Jacopo da Ponte Bassano (1510/15–1592). Das Gemälde
zeigt im Vordergrund die sitzende Maria in rot-blauem
Gewand, in ihrem Schoß den Jesusknaben haltend,
dessen Haupt von einem goldenen Strahlenkranz
umgeben ist. Er wendet sich mit erhobenen Händen
einem der vor ihm befindlichen Heiligen drei Könige
zu, der ihm ein Geschenk überreichen möchte. Ein
weiterer König kniet vor ihm in leuchtend gold-gelbem
Gewand mit pelzbesetztem Kragen, der seine goldene
Krone am Boden abgelegt hat. Ein dritter stehender
König mit hoher Krone, Goldketten und rotem, samtig
glänzendem Mantelüberwurf blickt aufmerksam auf
Maria und den Jesusknaben. Rechtsseitig mit leuchtend
rotem Mantel und auf einem langen Stab gestützt
der stehende Josef, rechts hinter ihm ein weiterer Hirte
sowie im Hintergrund rechts der als Architekturruine
wiedergegebene Stall mit Ochs und Esel. Linksseitig
dieser abendlichen Wiedergabe ein auf einem
Schimmel sitzender Herold, vor grau-grüner Berglandschaft
und einem leuchtenden Stern im Himmel, der
den nahenden Hirten den Weg weist. Malerische Darstellung
mit meist besonders herausgearbeiteten feinen,
teils faltenreichen Kleidungsstücken in der Manier
des Künstlers.
Anmerkung:
Der Künstler ist einer der wenigen heute namentlich
bekannten Schüler bzw. Mitarbeiter des berühmten
Hofmalers Hans von Aachen (1552–1615). Gestochene
Kompositionen in gemalte Form zu übertragen
war unter den Münchener Malern um 1600 üblich,
insbesondere unter denen, die im Kreis von Hans
von Aachen ausgebildet wurden. Das Gemälde trägt
verso auf der mittleren Holzleiste ein rundes rotes
Wachssiegel mit den Habsburger Adlern und den
Buchstaben „F.I.“, mit der Anmerkung „NOSTRA
ROMANA“ (Unsere römische Autorität/Amt). Die
Buchstaben „F.I.“ könnten für Franz I (Kaiser 1745–
1747), Franz I (Kaiser 1804–1835) oder Ferdinand I
(Kaiser 1835–1848) stehen. (1471781) (18)
HANS HOLTZMAYR,
1565 MUNICH – 1625 IBID., ATTRIBUTED
THE ADORATION OF THE MAGI
Oil on panel.
38 x 26.5 cm.
The composition of the present painting is closely
based on an engraved model by Raphael Sadeler the
Elder (1560/61 – 1628/32), after a painting by Jacopo
da Ponte Bassano (1510/15 – 1592).
Notes:
The painting bears a round red wax seal on the
reverse of the central wooden parquetting slat,
featuring the Habsburg eagles and the letters “F.I.”,
with the inscription “NOSTRA ROMANA” (Our
Roman Authority/Office). The letters “F.I.” could stand
for Francis I (Emperor 1745 – 1747), Francis I (Emperor
1804 – 1835), or Ferdinand I (Emperor 1835 – 1848).
€ 10.000 – € 20.000 (†)
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29
232
BEDEUTENDER MEISTER DER SCHULE DER
EMILIA ROMAGNA DES 16. JAHRHUNDERTS
DIE HEILIGE FAMILIE MIT EINER JUNGEN
HEILIGEN MÄRTYRERIN
Öl auf Holz.
70 x 55 cm.
In einem alten Rahmen mit Blattdekor in Vergoldung.
Im Zentrum Maria mit dem Kind, links der Heilige Josef,
rechts ein junges Mädchen mit Märtyrerpalme. Die
Verwendung der Farben weist auf den florentinischen
Manierismus des beginnenden 16. Jahrhunderts hin,
wie er auch bei Parmigianino (1503– 1540) zu finden
ist. Verso zwei Einschubleisten sowie Schwalbenschwanzverbindung.
(1171613) (10)
IMPORTANT MASTER OF THE SCHOOL
OF EMILIA ROMAGNA, 16TH CENTURY
THE HOLY FAMILY WITH A YOUNG FEMALE MARTYR
Oil on panel.
70 x 55 cm.
In an old frame with gilt foliage décor.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
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233
JAN SANDERS VAN HEMESSEN,
1500/04 HEMIKSEM – 1566/75 ANTWERPEN, ZUG.
Hemessen war Schüler des Hendrik van Cleve d. J. (um
1525 – um 1589), wurde 1524 Meister und war 1548
Dekan der Lukasgilde. Sein unangepasstes Wesen, das
auch dazu führte, dass er 1544, zusammen mit drei anderen
Antwerpener Malern die Stadt verlassen musste,
ist auch in seinem revolutionären Werk zu erkennen.
Hieronymus wird hier in tiefer leidenschaftlicher Andacht
vor dem Kreuz gezeigt. Flehentlich blickt er nach
oben, die Hände betend vor sich haltend. Das von der
Seite fallende Licht betont die Physiognomie und die
Faltenwürfe des Gewandes und hebt so die Figur des
Heiligen, sowie auch den im Hintergrund liegenden
Totenkopf, scharf vom Hintergrund ab. Der Bildraum
ist nah an den Betrachter gerückt, so dass das direkte
Erleben der Empfindungen ermöglicht wird. Der Maler
zeigt sowohl die flämische Detailgenauigkeit, als auch
die italienische Monumentalität des 16. Jahrhunderts.
(14714535) (10)
JAN SANDERS VAN HEMESSEN,
1500/04 HEMIKSEM – 1566/75 ANTWERP,
ATTRIBUTED
SAINT JEROME
Oil on panel.
51 x 66 cm.
HEILIGER HIERONYMUS € 12.000 – € 15.000
Öl auf Holz.
51 x 66 cm.
In profiliertem Rahmen.
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31
234
GIOVANNI BATTISTA BOLOGNINI,
1611 BOLOGNA – 1688, ZUG.
Der Maler war ein Schüler des Guido Reni (1575–1642)
sowie Onkel und Lehrer des ebenfalls aus Bologna
stammenden Malers Giacomo Bologni (1651–1734).
Zu den Werken seiner Hand zählen mehrere, hauptsächlich
religiös thematische Gemälde, wie etwa die
„Jungfrau mit dem Kind und dem Heiligen Domenikus“
für die Kirche Santa Maria Nuova in Bologna, ferner
etliche Bilder für die Kirche von Santa Lucia.
SZENE AUS POMPEO MAGNO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
124 x 153,5 cm.
In punziertem wie vergoldetem Rahmen.
Gemäß Einlieferertradition erfolgte die Zuschreibung
durch Daniele Beneti anhand eines Fotos.
Giulia weint, als sie sich zwischen ihrer Pflicht – die
Heirat mit Pompeo – und ihrer wahren Liebe zu Servilio
entscheiden muss. Diese Szene spielt sich vor allem
im zweiten Akt der Oper Pompeo Magno von Francesco
Cavalli von 1666 ab, nachdem Pompeo und Caesar
ihre Vermählung verkünden, Giulia aber bereits
heimlich Servilio ihr Herz geschenkt hat. Die dramatische
Zerrissenheit und die damit verbundenen Tränen
Giulias sind ein zentraler Moment der Handlung, in
dem sie ihre Verzweiflung und Ohnmacht zeigt. Alle
hier dargestellten Figuren nah in den Betrachter gerückt
und vor abgedunkeltem Fond gezeigt.
(1472133) (13)
GIOVANNI BATTISTA BOLOGNINI,
1611 BOLOGNA – 1688, ATTRIBUTED
SCENE FROM POMPEO MAGNO
Oil on canvas. Relined.
124 x 153.5 cm.
According to the tradition of the consignor, the attribution
was made by Daniele Beneti based on a photograph.
€ 12.000 – € 14.000
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235
MAESTRO DEL SAMARITANO,
AUCH GENANNT „MAESTRO DELL’ACCADEMIA
DI SAN FERNANDO“
Der Künstler war in den 1620er- und 1630er-Jahren tätig
und gilt als ein Vertreter des flämischen Caravaggismus.
DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN SEBASTIAN
Öl auf Leinwand.
118 x 96,5 cm.
In gefasstem Rahmen des frühen 17. Jahrhunderts.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,
Pisa, 4. April 2025, in Kopie, in der er das Werk
dem Maestro del Samaritano zuweist. Laut Carofano
ist ein wichtiges, charakteristisches und prägendes
Element des Gemäldes seine materielle Konsistenz –
die Farbe wird mit dicken, dichten Pinselstrichen aufgetragen
– und die detaillierte Darstellung der Anatomie
des Heiligen Sebastian.
Vor abgedunkeltem Fond hebt sich am oberen Bildrand
ein Baumstamm mit einem davon abgehenden Zweig
ab. An diesem wird soeben ein junger Mann festgebunden,
dessen Scham durch ein weißes Tuch bedeckt
ist. Die Schnüre werden von einem jungen und
einem älteren Mann gebunden, wobei der Junge sichtlich
mit seinem Tun ringt. Sein geöffneter Mund wirft
Fragen auf, die der Betrachter zu beantworten sucht.
Das Thema des Martyriums des Sebastian ist in der
Kunstgeschichte äußerst beliebt, die Darstellung des
Heiligen, bevor die Bogenschützen auf den zu Tode
verurteilten schossen, allerdings um einiges seltener.
(14406511) (13)
MAESTRO DEL SAMARITANO,
ALSO KNOWN AS “MAESTRO DELL’ACCADEMIA
DI SAN FERNANDO”
The artist active in the 1620s and 1630s, regarded as
Flemish Caravaggista.
THE MARTYRDOM OF SAINT SEBASTIAN
Oil on canvas.
118 x 96.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Pierluigi Carofano, Pisa, 4 April 2025, in copy, in which
he attributes the work to the Maestro del Samaritano.
According to Carofano, an important, characteristic
and defining element of the painting is its material consistency
– the paint is applied with thick, dense brushstrokes
– and the detailed depiction of the anatomy of
Saint Sebastian.
€ 12.000 – € 18.000
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236
CHRISTIAN VAN DONCK,
UM 1653, ZUG.
VANITASSTILLLEBEN MIT GELEHRTEM
Öl auf Leinwand. Doubliert.
88 x 104 cm.
In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.
In einem verdunkelten Innenraum, dessen Fenster den
Durchblick in einen Nachthimmel freigibt, sind auf einer
Tischplatte, die durch ein Tintenfass als einem Schreibpult
zugehörig ausgewiesen ist, mehrere Bücher,
ein Globus und ein Kruzifix sowie eine Sanduhr gestapelt,
daneben ein Einsiedler mit Schädel im Gebet.
Anmerkung:
Van Donck werden gleich mehrere ähnliche Gemälde
zugeschrieben, die den gleichen Zusammenhang
zeigen. So etwa ein Gemälde, das bei Sotheby’s in
New York, am 24. Januar 2008 unter Lot 232 angeboten
wurde. (1471752) (1) (13)
€ 5.000 – € 7.000
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33
237
GIACOMO RAIBOLINI (1485 – 1556)
UND GIULIO RAIBOLINI (1587 – 1545)
Giacomo und Giulio Raibolini, auch genannt „Giacomo
Francia“ bzw. „Giulio Francia“ waren Söhne des Francesco
Raibolini (um 1450 – 1517), der als Maler, Goldschmied
und Medailleur gewirkt hatte. Die Brüder Giacomo
und Giulio arbeiteten mehrfach zusammen. Bei
beiden Malern ist ein Einfluss von Dosso Dossi erkennbar.
DIE HEILIGE FAMILIE
Öl auf Holz. Parkettiert.
95 x 70 cm.
In Ädikularahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,
Pisa, 2. September 2025, in Kopie.
Das Tafelbild zeigt die Heilige Familie mit einem blumenbekränzten
Engel, einer jugendlichen Begleitfigur rechts
oben sowie dem Johannesknäblein mit dem Lamm. Die
Komposition, in der die Figuren dicht gedrängt vorgestellt
werden, aber auch die bewusst konzipierte Drehung der
Gestalt der Maria, zeigen bereits den Stil eines gemäßigten
Manierismus. Die Eleganz in der Körperhaltung, vor
allem von Marias Händen, rechtfertigen die Zuweisung
an die Maler, insbesondere im Vergleich mit ähnlichen
Bildthemen ihrer Werke. Dabei fällt auf, dass sich die
Künstler gerade diesem Sujet mehrfach gewidmet haben.
Hier dominiert die in Rot gekleidete Gestalt der Maria,
während Joseph am linken Bildrand verschattet dargestellt
ist und aus dem Bild hinausblickt. Die jugendliche
Figur am rechten Bildrand schaut ebenso aus dem Bild
heraus auf den Betrachter, möglicherweise handelt es
sich hierbei um eine Portraitierung. Der nachdenkliche
Ausdruck im Gesicht der Gottesmutter verweist auf die
Ahnung des künftigen Leidens und Todes ihres Sohnes.
In einem Dreiecks-Kompositionsaufbau haben die Maler
den Jesusknaben und den kleinen Johannes den Täufer
wiedergegeben, wobei sich Jesus dem von Johannes
herbeigeführten Lamm zuwendet – ein Symbol seines
späteren Opfertodes als „Lamm Gottes“.
Provenienz:
Nachlass David Abbate 2013.
CRN Auction, Massachusetts, USA.
Literatur:
Vgl. Michael Bryan, Dictionary of Painters and
Engravers, Biographical and Critical, Bd. 2: L-Z,
London 1889, S. 341. (1440654) (11)
GIACOMO RAIBOLINI (1485 – 1556) AND
GIULIO RAIBOLINI (1587 – 1545)
THE HOLY FAMILY
Oil on panel. Parquetted.
95 x 70 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Pierluigi Carofano, Pisa, 2 September 2025, in copy.
Provenance:
Estate of David Abbate 2013.
CRN Auction, Massachusetts, USA.
Literature:
cf. Michael Bryan, Dictionary of Painters and
Engravers, Biographical and Critical, vol. 2: L-Z,
London 1889, p. 341.
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€ 35.000 – € 45.000 INFO | BID
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238
JACOBELLO DEL FIORE,
UM 1370 – 1439, ZUG.
Der spätgotische Maler der venezianischen Schule
wurde erstmals 1401 bei Arbeiten für San Cassiano in
Pesaro erwähnt, wo weitere seiner Werke entstanden.
Er gehörte vermutlich in die Gruppe jener Maler, die
1409 bis 1415 die Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast
freskierten, dabei Gentile da Fabriano (um
1370–1427), Pisanello (1390/95-um 1455) und Michelino
da Besozzo. Als sein Meisterwerk gilt der Zyklus
der Lucia-Legenden für die Kirche Santa Lucia in Fermo.
Sein Adoptivsohn, Ercole del Fiore, war sein Werkstatt-Mitarbeiter,
dessen Arbeiten früher Jacobello zugeschrieben
wurden, einem Meister, der in der
Nachfolge von Paolo (gest. 1358/62) und Lorenzo Veneziano
(um 1355–1380) steht, am Übergang von byzantinischen
Stil zur Spätgotik.
MADONNA MIT DEM KIND
Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz. Parkettiert.
49 x 39 cm.
Die Madonnendarstellung zeigt klaren Aufbau in Dreieckskomposition.
Der Mantel Mariens hebt sich dunkel
vom Goldgrund ab, die breiten Mantelbordüren
zeigen Stickornamentik in fantasierter orientalischer
Beschriftung. Die Nimben und der Oberrand kräftig
punziert. Im Vergleich mit weiteren Madonnenbildern
des Malers fällt als Gemeinsamkeit auf, dass er dem
unteren Mantelbereich der Madonna jeweils erkennbar
Raum gegeben hat.
A.R. (1471199) (11)
JACOBELLO DEL FIORE,
CA. 1370 – 1439, ATTRIBUTED
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD
Oil and tempera with gold ground on panel.
Parquetted.
49 x 39 cm.
€ 20.000 – € 30.000
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35
239
CARLO DOLCI,
1616 FLORENZ – 1686 EBENDA, KREIS DES
SANTA LUCIA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
79 x 66 cm.
In aufwändig geschnitztem und vergoldetem Rahmen.
Vor unbestimmtem Grund die nach rechts gewandte
weibliche Heilige mit einer von einem Stein besetzten
Agraffe gehaltenen blauen Tuch. In ihrer Hand ein Glutgefäß,
auf dessen Inhalt sie die andere Hand legt. Laut
der Überlieferung wurde Lucia im 4. Jahrhundert während
der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian
denunziert. Als man sie vor Gericht stellte, versuchte
man, sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Eine
der bekanntesten Szenen ihrer Legende ist, dass sie
ihre Hand in eine Glut legte, um zu beweisen, dass sie
keine magischen Kräfte besitze und ihr Glaube rein sei.
Gott bewahrte sie vor Verbrennungen.
(1472134) (13)
€ 8.000 – € 10.000
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240
GIOVANNI BATTISTA SALVI UND SCHÜLER,
1609 SASSOFERRATO – 1685 ROM
DIE MADONNA MIT DEM JESUSKIND
Öl auf Leinwand. Doubliert.
50 x 39,5 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Massimo Pulini,
Cesena, 4. Oktober 2025, in Kopie.
Vor braunem Hintergrund das Bildnis der Madonna mit
leicht gesenktem Kopf und halb geschlossenen Augen
auf das Kind herabblickend, welches auf einem roten
Kissen ruht und mit seinen dunklen Augen zur Seite aus
dem Bild herausschaut. Beide haben ein feines zartes
Gesicht mit geröteten Wangen. Marias Haupt ist mit
einem Tuch bedeckt und wird von einer Gloriole hinterfangen.
Ihr Blick ist nachdenklich und offenbart einen
Hauch von Melancholie, wohl als Vorahnung des
schmerz haften Schicksals, dass ihren Sohn erwartet.
Das Gemälde stellt einen Moment zärtlicher Zuneigung
zwischen beiden dar. Prof. Pulini geht davon aus, dass
das Gesicht der Jungfrau und die Figur des Kindes von
Salvi selbst ausgeführt wurden, während der Rest - zu
dem die Gewänder und die am unteren Bildrand erkennbare
Hand der Madonna zählen– von einem Schüler
oder versierten Gehilfen ausgeführt wurde.
(1472051) (595181) (18)
GIOVANNI BATTISTA SALVI AND STUDENTS,
1609 SASSOFERRATO – 1685 ROME
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD
Oil on canvas. Relined.
50 x 39.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Massimo
Pulini, Cesena, 4 October 2025, in copy.
Professor Pulini assumes that the face of the Virgin
and the figure of the child were executed by Salvi himself,
while the remainder – which includes the garments
and the hand of the Virgin visible at the bottom
of the painting – was executed by a student or skilled
assistant.
€ 15.000 – € 20.000
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37
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241
BOLOGNESER SCHULE DES SPÄTEN
16. JAHRHUNDERTS
MARIA MIT DEM KIND UND DEN BEIDEN
HEILIGEN HELENA UND ANTONIUS
Öl auf Leinwand.
97 x 80 cm.
Das Gruppenbild vereint die Figuren dicht gedrängt. Im
Zentrum jedoch dominiert die Halbfigur der Maria. Auf
ihrem Knie das Jesuskind in leicht nach vorne gebeugter
Haltung. Das Köpfchen leicht nach links abgewandt
mit nachdenklichem, nach innen gerichtetem Blick
und leichtem Lächeln. Der Zeigefinger des Kindes deutet
auf die Innenseiten eines geöffneten Buches, das
der Heilige Antonius dem Kinde vorhält. Darunter in
der rechten Ecke ist der Kopf eines Schweines sichtbar,
Attribut des Heiligen. Links erscheint zwischen
Maria und dem Kreuzstamm der Kopf der Heiligen Helena,
ihre linke, offen nach vorne gerichtete Hand unterstreicht
die Kommunikation zwischen der Heiligen
und Maria. Am Kreuzstamm links oben in der Ecke die
Kreuzaufschrift, darunter ein Teil der Dornenkrone. Die
attributiven Elemente in der unteren Ecke sind teilweise
angeschnitten, daher nicht eindeutig benennbar.
Der Malstil geht auf die Bologneser Malerei zurück,
dann aber zeigen sich auch malerische Elemente der
flämischen Kunst, was vor allen Dingen in der oberen
rechten Ecke in der von Wind bewegten Baumkrone
zu erkennen ist. Das Gemälde insgesamt von hoher,
malerischer und technischer Qualität.
(1461351) (11)
SCHOOL OF BOLOGNA, LATE 16TH CENTURY
THE VIRGIN MARY WITH THE CHRIST CHILD AND
THE TWO SAINTS HELEN AND ANTHONY
Oil on canvas.
97 x 80 cm.
The painting style probably dates back to Bolognese
painting, but elements of Flemish painting can already
be recognized, most notably in the top in the treetop
moved by the wind. Overall, the painting is of high
painterly and technical quality.
€ 13.000 – € 15.000
Sistrix
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242
FLORENTINISCHE SCHULE
DES SPÄTEN 16./ FRÜHEN 17. JAHRHUNDERTS
ELIEZER UND REBECCA AM BRUNNEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
140 x 102 cm.
In mit Blattwerk reliefiertem Rahmen.
Dargestellt ist die alttestamentarische Episode, in der
Abraham seinem ältesten Diener Eliezer aufgetragen
hat, im Alten Land eine Ehefrau für seinen Sohn
Isaak zu finden. In sanften Tönen auf einem Podest
ein steingrauer Barockbrunnen mit Masquerons, auf
dem Podest Rebecca mit einem Kessel Wasser spendend.
Weitere Figuren mit Kamelen und angedeuteter
Landschaft im Hintergrund. Farbgebung und Physiognomie
der Figuren lassen an Giorgio Vasari denken.
(1402201)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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39
243
LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,
1580 – 1654
MADONNA MIT KIND UND STIEGLITZ
Öl auf Leinwand. Doubliert.
107,5 x 79 cm.
Links unten signiert „Lor. Gar.“ und datiert „1613“.
In floral ornamentiertem, vergoldetem Holzrahmen.
In zarter Innigkeit zeigt die Darstellung Maria mit dem
Jesuskind, das spielerisch einen Stieglitz hält – Symbol
für das kommende Leiden Christi. Hinter Maria steht,
scheinbar unbeteiligt durch die Abwendung seines
Körpers, Josef, im Profil, der in seinen Händen ein
aufgeschlagenes Buch hält; der Text enthält in Rot die
Initialen des Künstlers „Lor“ oben und „G“ weiter unten.
das Werk verbindet die klare Komposition und gefasste
Ruhe der Carracci-Schule mit warmer Farbigkeit,
sanfter Modellierung und stimmiger Lichtführung.
Licht, Haltung und Ausdruck verleihen der Szene eine
stille Andacht und spiegeln den Übergang von klassischer
Strenge zu gefühlvoller Religiosität wider.
LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,
1580 – 1654
MADONNA AND CHILD WITH GOLDFINCH
Oil on canvas. Relined.
107.5 x 79 cm.
Signed “Lor. Gar.” and dated “1613” lower left.
Literature:
Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del
Seicento Emiliano, Bologna 1959, pp. 102 – 105,
cat. no. and fig. 43, 44 (B).
Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,
Cabinet des Dessins, Paris 1994, cat. no. 96.
€ 28.000 – € 35.000
Sistrix
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Literatur:
Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del Seicento
Emiliano, Bologna 1959, S. 102 – 105, Kat.Nr. und
Fig. 43, 44 (B).
Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,
Cabinet des Dessins, Paris 1994, Kat.Nr. 96.
(1461371) (14)
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41
244
GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,
1636 FOSSANO – 1688 NEAPEL, ZUG.
ABIGAIL UND DAVID
GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,
1636 FOSSANO – 1688 NAPLES, ATTRIBUTED
ABIGAIL AND DAVID
Öl auf Leinwand.
89 x 146,5 cm.
Gerahmt.
Die dargestellte Szene bezieht sich auf das 1. Buch
Samuel (1 Sam 24,25). Das Gemälde zeigt vor verdunkelter
Landschaft die durch Glanzlichter und farbige
Kleidung gekennzeichneten Figuren Abigail und David.
David war im Begriff Nabal, den Gemahl Abigails zu
töten, nachdem dieser sich geweigert hatte ihm Nahrung
zu geben. Abigail kam ihm jedoch zuvor und sorgte
für die Nährung Davids und seines Gefolges. Seinen
in schwarzer Kreide mit weißen Höhungen existierenden
Zeichnungen entspricht das stark zum Einsatz
kommende Chiaroscuro, wie es in vielen seiner Bilder
zu Tage tritt. Aufgrund der umfangreichen Figurenstaffage
werden die Figuren hier – anders als sonst bei
ihm üblich – etwas kleiner dargestellt und dicht gedrängt.
Besonders die Lichtsituation jedoch legt eine
Zuschreibung an den genannten Künstler nahe.
(14504518) (13)
Oil on canvas.
89 x 146.5 cm.
€ 20.000 – € 30.000 (†)
Sistrix
INFO | BID
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245
HENDRICK DE SOMER,
1602 LOKEREN – UM 1655 NEAPEL, ZUG.
DER HEILIGE HIERONYMUS BEIM SCHREIBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90,5 x 96,5 cm.
In vergoldetem Holzrahmen.
Der Heilige Hieronymus ist in seine Arbeit an der
Vulgata versunken, den Kopf gesenkt, dem Schreiben
hingegeben. Der Oberkörper ist frei, das rote Tuch fällt
locker von der Schulter, das bärtige Antlitz zeigt Konzentration
und Ernst. Starke Licht-Schatten-Verhältnisse
heben die muskulöse gealterte Figur vor einem
tiefdunklen Hintergrund hervor und verstärken die dramatische
Wirkung. Typisch für Hendrick de Somer und
die neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts sind
der naturalistische Realismus, das kräftige Chiaroscuro
und die expressive Darstellung des menschlichen
Körpers, hier eindrucksvoll auf die Gelehrsamkeit und
Askese des Heiligen bezogen.
HENDRICK DE SOMER,
1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ATTRIBUTED
SAINT JEROME WRITING
Oil on canvas. Relined.
90.5 x 96.5 cm.
Notes:
A comparable depiction of Saint Jerome, dated 1651,
is listed in the RKD, The Hague, under Nr. 187390.
€ 30.000 – € 50.000 (†)
Sistrix
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Anmerkung:
Eine vergleichbare Darstellung des Heiligen Hieronymus
aus dem Jahr 1651 findet sich im RKD, Den Haag,
unter der Nr. 187390. (1462335) (10)
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43
246
PETER PAUL RUBENS,
1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,
NACHFOLGE DES
DER LIEBESGARTEN
Öl auf Leinwand.
161 x 194 cm.
In floral verziertem Rahmen.
Das Bildsujet wurde aufgrund der großen Beliebtheit,
sowohl des Themas als auch des Meisters, mehrfach
wiederholt und kopiert. Das zuerst entstandene, weit
großformatigere Original (198 x 283 cm) ist im Museo
del Prado zu sehen. Bekanntlich schuf Rubens dieses
Bild von 1632 ohne Auftrag, lediglich aus privatem Interesse,
als Liebeserklärung an seine zweite Frau Helene
Fourment, die er 1630 im Alter von 53 Jahren heiratete,
während sie erst 16 Jahre alt war. Das Gemälde
wird allgemein als Ausdruck des barocken glücklichen
Lebensgefühls des Malers verstanden. Die Darstellung
zeigt eine mehrfigurige Gesellschaft in einem
Park von fantasievoller Architektur mit gewaltigen toskanischen
Säulen. Rubens verewigte sich und seine
junge Gemahlin hierin mehrfach. Zwischen den höfischelegant
gekleideten Figuren tänzeln und schweben
geflügelte Amoretten, davon zwei in heftigen Bewegungen
neben einer nackten Brunnenfigur rechts oben.
Im Gegensatz zur Erstausführung im Prado wurde hier
auf die beiden fliegenden Putti in der linken oberen
Ecke verzichtet und anstelle des blauen Wolkenhimmels
werden dunkle Laubbäume gezeigt, was der Szene
eine abendliche Stimmung verleiht. Dieses Gemälde
zeigt deutlich den Einfluss von Rubens, dessen produktive
Werkstatt eine Fülle von Werken hervorbrachte,
die nicht immer direkt vom Meister selbst ausgeführt
wurden.
(1460205) (1) (10)
PETER PAUL RUBENS
1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,
FOLLOWER OF
THE GARDEN OF LOVE
Oil on canvas.
161 x 194 cm.
The painting was repeated and copied numerous
times due to the great popularity of the artist and the
subject. The original, much larger version (198 x 283
cm), is on display at the Museo del Prado. Famously,
Rubens created this painting in 1632 without a commission,
purely out of personal interest, as a declaration
of love for his second wife, Helene Fourment. In
contrast to the Prado painting, the two flying putti in
the upper left corner have been omitted here. Instead
of the blue sky with clouds, dark deciduous trees are
depicted conveying an evening atmosphere.
€ 12.000 – € 18.000
Sistrix
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247
ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,
UM 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON
JAGDLICHE GESELLSCHAFT AM BRUNNEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
90,5 x 157 cm.
Auf dem Brunnen signiert und datiert „A.De.Hont
1653“.
In hölzernem Profilrahmen.
Das hier angebotene Gemälde ist beim RKD in Den
Haag unter der Nummer 62066 verzeichnet.
Typische großformatige Szene mit Reisenden des
Hondius, der lange Jahre in Rotterdam tätig war, bevor
er 1671 nach London ging, wo er 1691 verstarb. Bewegte
Figuren mit differenzierter Oberflächenwiedergabe
von Fell und Stoffen sowie feiner, durch das Laub
filternder nachmittäglicher Sonne. Von Hondius sind
mehrere vergleichbare Gemälde bekannt, die jedoch
in der Komposition variieren. Eine Landschaft mit annähernd
seitenverkehrter Darstellung wurde im Jahr
2000 im Dorotheum in Wien angeboten und dürfte
etwa in dieselbe Zeit datieren.
Provenienz:
Sammlung Mrs. Gladys Bruen, Dublin, Irland.
Sotheby’s London, 29. November 1950, Lot 124.
Christie’s New York, 17. Juni 2004, Lot 17.
(14512018) (13)
€ 7.000 – € 12.000
Sistrix
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45
248
PIETRO DELLA VECCHIA,
1603 VICENZA – 1678 VENEDIG
Nach anfänglichem Studium bei Alessandro Varotari
(genannt Padovanino, 1588 – 1649), wandte er sich in
seinem Stil besonders den Werken Tizians (1490– 1576)
und Giorgiones (1478– 1510) zu. Diese und auch Carlo
Saraceni (1579– 1620) hatten Einfluss auf ihn, später
auch der Maler Bernardo Strozzi (1581– 1644). In den
1640er-Jahren gehörte er zu den führenden Malern religöser
Themen in Venedig. Verheiratet war er mit der
Tochter des Caravaggisten Nicolas Régnier (1590– 1667).
JIFTACH UND SEINE TOCHTER
PIETRO DELLA VECCHIA,
1603 VICENZA – 1678 VENICE
JEPHTHAH AND HIS DAUGTHER
Oil on canvas. Relined.
114 x 150 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Egidio
Martini, in copy.
€ 80.000 – € 100.000
Sistrix
INFO | BID
Öl auf Leinwand. Doubliert.
114 x 150 cm.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Egidio Martini in
Kopie.
„Was zu meiner Haustür heraus mir entgegen gehet,
wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern
Ammon, das soll des Herrn sein, und will’s zum Brandopfer
opfern“ (Ri 11,31), so gelobte der Heerführer gegen
die Ammoniten und es war seine Tochter, die nach
einer zweimonatigen vor ihr erbetenen Schonzeit den
Tod findet.
Mit erschrockenem Blick sehen wir sie hier in der linken
Bildhälfte, das einzige Kind des Jiftach, der mit
rotem Umhang und einem Helm mit Federbusch, die
gesamte rechte Bildhälfte einnimmt und das Gesicht
der Tochter mit seiner rechten Hand unterfängt.
(1461011) (13)
46 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
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47
249
NEAPOLITANISCHER CARAVAGGIST
DES 17. JAHRHUNDERTS
ECCE HOMO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
99 x 133 cm.
In ornamental verziertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Gianni Papi, Florenz,
30. März 2017, in Kopie.
Zentrale halbfigurige Darstellung des entkleideten
Christus mit nach vorne zusammengebundenen Händen,
über seinem Haupt eine Dornenkrone prangend,
sowie ein darüber liegender Nimbus. Um ihn herum
angeordnet die Schergen. Vor dunklem Grund in
Chiaroscuro gestaltete Figurengruppe mit caravaggesken
Anklängen. Papi identifiziert den Künstler als
Maestro della Consegna delle Chiavi, tätig Anfang des
17. Jahrhunderts.
Anmerkung:
Die Christusfigur erinnert stark an den Christus in der
Verspottung Christi von Matthias Stom (um 1600 –
um 1650). Die nach rechts gewandte Haltung mit
dem Zepter an die Verspottung Christi von Tizian von
1575. In seiner Malweise hat das Gemälde auch Parallelen
zu Michelangelo Merisi il Caravaggio
(1570/71 – 1610), Bartolomeo Manfredi (um 1580-
c.1620), Jusepe de Ribera (1588/91 – 1652) und Pietro
Paolini (1603 – 1681). Stilistische Parallelen des genannten
Künstlers sind zu finden in der Cristo consegna
le chiavi a San Pietro, welches vor einigen Jahren
bei Christie’s angeboten wurden und einen
ähnlichen horror vacui zeigt wie in dem vorliegenden
Gemälde, wenngleich die Maße variieren. Diese
Gruppe aus zwei Gemälden fasst Papi unter dem
Notnamen Maestro della Consegna delle Chiavi zusammen.
Ein drittes Gemälde aus dieser Reihe, welches
dem genannten Künstler zuzuordnen wäre, ist
im Ausstellungskatalog Ribera à Rome – Autour du
premier Apostolado, Musée des Beaux-Arts de Rennes
et Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, 2015, S.
75 – 80, zu sehen, in dem der ungläubige Thomas
dargestellt wird und das sich im Museo della Catedrale
di Jerez della Frontera befindet. (1440707) (13)
NEAPOLITAN CARAVAGGIST,
17TH CENTURY
ECCE HOMO
Oil on canvas. Relined.
99 x 133 cm.
Accompanied by an expert’s report by Gianni Papi,
Florence, dated 30 March 2017, in copy. Papi identifies
the artist as Maestro della Consegna delle Chiavi,
active in the early 17th century.
Notes:
The figure of Christ bears a strong resemblance of
Christ in Matthias Stom’s Mocking of Christ (c. 1600-
c. 1650). The right-facing pose with the sceptre also
recalls Titian’s Mocking of Christ of 1575. Stylistically,
the painting shows affinities to Caravaggio, Manfredi
Ribera, and Pietro Paolini. Stylistic parallels can also
be observed in Cristo consegna le chiavi a San Pietro,
a painting offered at Christie’s in recent years, which
shares the same horror vacui despite varying dimensions.
Art historia Papi as grouped two paintings under
the name of convenience “Maestro della Consegna
delle Chiavi”. A third painting from this series, which
could be attributed to the forementioned artist, is
illustrated in the exhibition catalogue Ribera à Rome:
Autour du premier Apostolado présentée au Musée
des Beaux-Arts de Rennes et au Musée des Beaux-
Arts de Strasbourg, 2015, pp. 75 – 80. It depicts The
Incredulity of Saint Thomas and is held at the Museo
de la Catedral di Jerez de la Frontera.
€ 50.000 – € 60.000 (†)
Sistrix
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250
ANTONIO BELLUCCI,
1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.
SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
134 x 140 cm.
In Holzrahmen.
Das Bild zeigt die biblische Szene Susanna und die Alten
aus dem Buch Daniel (Dan 13,1-64). Im Zentrum
die Figur der Susanna, während die beiden Alten im
Schatten lauern. Der Körper der Frau ist weich modelliert,
die Haut leuchtend. Die Szene ist elegant und
harmonisch inszeniert. Lichtführung, Architektur und
Landschaftshintergrund verleihen dem Bild Tiefe und
betonen zugleich die frührokokohafte Leichtigkeit,
ohne die dramatische Spannung des Barock gänzlich
aufzugeben. Bellucci verbindet noch barocke Ausdrucksweisen,
verbindet diese aber mit einer zunehmend
luftigen hellen und klaren Bildauffassung, die
vom emilianischen Klassizismus beeinflusst ist und
den Übergang zu seiner grazilen Rokoko-Ästhetik
markiert.
Literatur:
Vgl. Carlo Donzelli und Giuseppe Maria Pilo, I pittori
del Seicento veneto, Florenz 1967.
Vgl. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci: catalogo
ragionato, Rimini 1995. (14623314) (10)
ANTONIO BELLUCCI,
1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 IBID., ATTRIBUTED
SUSANNA AND THE TWO ELDERS
Oil on canvas. Relined.
134 x 140 cm.
Literature:
cf. Carlo Donzelli and Giuseppe Maria Pilo, I pittori
del Seicento veneto, Florence 1967.
cf. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci. Catalogo
ragionato, Rimini 1995.
€ 18.000 – € 25.000 (†)
Sistrix
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49
250A
BERNARD VAN ORLEY,
AUCH „BAREND VAN ORLEY“,
1491/92 BRÜSSEL – 1541 EBENDA, SCHULE DES
MARIA LACTANS
Öl auf Holz.
40 x 30 cm.
In dekorativem teilvergoldetem Rahmen.
Maria sitzt, wie oft bei Darstellungen des Künstlers, in
einem Innenraum mit einem nach links geöffnetem
Ausblick, der hier jedoch nur hinter dem wertvollen,
nach rechts gezogenen Vorhang angedeutet wird. Sie
steht hinter einer steinernen Brüstung mit wohlfrisierten
langen Haaren sowie einem roten Mantelüberwurf
und reicht dem vor ihr auf einem goldglänzenden Kissen
und weißem Tuch langestreckt liegenden, nackten
Jesuskind ihre rechte Brust. Beide blicken sich liebevoll
dabei an; das Kind hält zudem in seiner rechten
Hand eine Kirsche, weitere davon liegen auf der Brüstung.
Die Kirschen sind ein Symbol für die Liebe Christi
und sein am Kreuz vergossenes Blut, gleichzeitig
aber auch eine Anspielung auf die Frucht des Baumes
Eden, die zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem
Garten Eden führte. Einfühlsame feine Darstellung von
Mutter und Kind.
Literatur:
Weltkunst, 15.11.1967, Abbildung 20/II.
(1472321)
BERNARD VAN ORLEY,
ALSO KNOWN AS “BAREND VAN ORLEY”,
1491/92 BRUSSELS – 1541 IBID., SCHOOL OF
THE NURSING MADONNA
Oil on panel.
40 x 30 cm.
Literature:
Weltkunst, 15 November 1967, ill. 20/II.
€ 40.000 – € 60.000
Sistrix
INFO INFO | BIETEN | BID
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251
GASPARE DIZIANI,
1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG
Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers
Sebastiano Ricci (1659–1734) angesehen. Ab 1717
hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.
Zwischenzeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für
die Münchner Residenz; später wirkte er in Rom und
Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737–1797)
und Giuseppe (1744–1821), unterstützten ihn bei zahlreichen
seiner Aufträge.
DIE GEISSELUNG CHRISTI
Öl auf Leinwand. Doubliert.
68 x 87 cm.
In dekorativem teilvergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
in Kopie.
Im Zentrum des Gemäldes der an eine Säule gefesselte,
nur mit einem weißen Schurz bekleidete Jesus mit
fahler blasser Haut, auf einen halb vor ihm knienden
Peiniger herabblickend. Links und rechts von ihm jeweils
ein Scherge mit einem aus Ähren bestehenden
Folterinstrument in den Händen und ausholendem
Schlag. Besondere Aufmerksamkeit hat der Künstler
dieser bewegten Szene gewidmet, als auch dem Eisenring
an der Säule, an dem das Seil befestigt ist, und
auch dem Gitter des halbmondförmigen Fensters
rechts hinter Jesus. Auf der linken Seite eine sitzende
Figur und ein stehender Soldat in Rüstung, eine Fahne
und zwei Speere haltend, beide dabei die Geißelung
aufmerksam zu verfolgen. Links zudem ein hoher Bogen
des Gemäuers, durch den der Blick auf den Himmel
mit einigen weißen Wolken fällt. Die agilen und
schlanken Figuren, so Spadotto, deuten auf eine späte
Entstehungszeit des Werkes hin. Der feine aufgetragene
pastose Farbauftrag, kombiniert mit Pastelltönen,
bekräftigt die Authentizität des genannten Künstlers.
(1472141) (18)
GASPARE DIZIANI,
1689 BELLUNO – 1767 VENICE
THE FLAGELLATION OF CHRIST
Oil on canvas. Relined.
68 x 87 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, in copy.
Dr Spadotto argues that the agile and slender figures
suggest the work dates to his late creative phase. The
finely applied pastose paint, combined with pastel
tones, reinforces the authenticity of the aforementioned
artist.
€ 18.000 – € 20.000
Sistrix
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51
252
FRANZÖSISCHER MEISTER DES
AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS,
KREIS DES MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)
Gemäldepaar
BLUMENSTILLLEBEN
Öl auf Leinwand.
Je 95 x 138 cm.
In durchbrochen gearbeitetem floralem Rahmen.
Zwei Blumenstillleben vor zartem hellem Himmel. Die
zentralen Blumenkörbe werden von floralen Festons
und Girlanden seitlich und oben begrenzt.
(1460207) (1) (10)
FRENCH SCHOOL, LATE 18TH CENTURY, CIRCLE
OF MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)
A pair of paintings
FLORAL STILL LIFES
Oil on canvas.
95 x 138 cm each.
€ 12.000 – € 18.000
Sistrix
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253
GASPARE DIZIANI,
1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG
Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers
Sebastiano Ricci (1659–1734) angesehen. Ab 1717
hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.
Zwischenzeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für
die Münchner Residenz; später wirkte er in Rom und
Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737–1797)
und Giuseppe (1744–1821), unterstützten ihn bei zahlreichen
seiner Aufträge.
DAVID
Öl auf Holzplatte.
34 x 25 cm.
In geschnitztem, vergoldeten Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
die das Gemälde Gaspares voller künstlerischer Reife
zuordnet, Padua, 10. Februar 2026, in Kopie.
Die Darstellung auf die biblische Geschichte von David
und dem Riesen Goliath zurückgehend (1. Sam, 17):
Vor Landschaftshintergrund mit hellblauem Himmel
der junge David mit muskulösem Oberkörper und dunkelblonden
lockigen Haaren, in gelassener Haltung an
eine Steinsäule mit Flachrelief gelehnt, die das Gesicht
des mit einer Schleuder besiegten Goliaths zeigen
dürfte. In seiner rechten Hand neben dem Relief hält
David die Schleuder, während seine linke Hand den
goldenen Griff seines Schwertes umfasst, mit dem er
den Riesen enthauptet hat. Mit großen Augen blickt
Daniel voller Stolz seitlich aus dem Bild heraus. Darstellung
in lockerem, leicht pastosen Pinselstrich in
weichen Farbtönen.
(1472121) (18)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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53
254
JOHANNES LINGELBACH,
1622 FRANKFURT AM MAIN – 1674 AMSTERDAM
Lingelbach war Sohn eines Schaustellers, kam bereits
14-jährig nach Amsterdam, wandte sich der Malerei
zu, verbrachte die Jahre 1642-44 in Paris, um über
Lyon und Genua nach Rom zu ziehen. Hier schloss er
sich einer Gruppe von Bamboccianten an, zu denen
Michelangelo Cerquozzi (1602–1660) und Viviono Codazzi
(1604–1670) zählten. Zurück in Amsterdam, wurde
seine Malerei von Philips Wouwerman (1619–1668)
beeinflusst.
SÜDLÄNDISCHER HAFEN MIT HÄNDLERN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
41,7 x 54,2 cm.
Links auf einem zylindrischen Paket signiert
und datiert „JLingelbach/1669“.
Das mehrfach dokumentierte und im RKD-Verzeichnis
aufgelistete Gemälde zeigt kompositionell und inhaltlich
auffallende Verwandtschaft mit der „Mediterrane
Hafenszene“, die sich im Städelschen Kunstinstitut der
Stadt Frankfurt befindet. Hier wie dort beherrscht ein
antiker Säulenbau die rechte Bildhälfte. In gleicher Weise
auch hat Lingelbach einen orientalischen Händler
mit Turban hierhin platziert, während die Bildmitte den
Blick auf den Hafen mit anliegenden Segelschiffen bietet.
Die Komposition der beiden Bilder zeigt also verblüffende
Übereinstimmung. Darüber hinaus lassen
solche Bilder des Malers die Motivation erkennen, das
Treiben der Hafenarbeiter, aber auch den Gegensatz
abendländischer und orientalischen Gesellschaft vorzustellen.
Lingelbachs frühere Aufenthalte in Italien haben
auf die Themen- und Motivwahl seiner Werke sichtbar
eingewirkt. Dies erweist sich mit seiner großen
Anzahl von Rom-Ansichten und südlichen Hafenszenen,
wobei es ihm weniger um Veduten-Genauigkeit
ging, vielmehr vorrangig um fantasievolle Szenenerfindungen,
was auch den Reiz dieses Gemäldes ausmacht.
Von vorrangigem Interesse dürfte sein, dass
das Gemälde, neben weiterer prominenter Provenienz,
einst im Besitz des berühmten englischen Kunsthändlers
und Sammlers John Smith (1781–1855) war, auf
den das Konzept des „Catalogue raisonné“ zurückgeht.
Bedeutende Provenienz – laut RKD:
Auktion Veil, Amsterdam, 5. Juli 1769, Lot 24.
Sammlung Nicolas Henri Joseph de Fassin,
gen. Chevalier de Fassin (1728–1811).
Sammlung Engelbert Michael Engelberts
(1783–1843), Maler u. Kunsthändler.
Sammlung John Smith (178 1–1855).
Auktion van der Schley – de Vries, Amsterdam,
26. August 1817, Lot 54.
Auktion Artaria, Wien, 28. November 1821 und
6. März 1822, Lot 206.
Sammlung Alexander-Joseph-Wilhelm d’Allard, Kunsthändler
in Wien u. Paris, erste Hälfte 19. Jahrhundert.
Auktion Bukowski, Stockholm, 26. November 1997,
Lot 308.
Christie’s Amsterdam, 4. Mai 1999, Lot 134.
Schloss Ahlden, 18. November 1999, Lot 134.
Ausstellungen:
Von Brueghel zu Banksy – 200 Jahre Sammlung von
Boetticher, Die Drostei, Pinneberg, 19. September –
16. November 2025, Ausstellungskatalog S. 44–45.
Abb. Kat.Nr. 10, Sammlungsnr. 22.
A.R. (1472164) (11)
JOHANNES LINGELBACH,
1622 FRANKFURT AM MAIN – 1674 AMSTERDAM
SOUTHERN PORT WITH TRADERS
Oil on canvas. Relined.
41.7 x 54.2 cm.
Signed and dated on “JLingelbach/1669”
on cylindrical parcel lower left.
The painting, which has been documented on multiple
occasions and is recorded in the RKD database, shows
a striking compositional and thematic similarity to the
Mediterranean Harbour Scene in the collection of the
Städel Museum, Frankfurt.
Important provenance – according to RKD:
Auction Veil, Amsterdam, 5 July 1769, lot 24.
Nicolas Henri Joseph de Fassin collection, called
Chevalier de Fassin (1728 – 1811).
Engelbert Michael Engelberts collection (1783 – 1843),
painter and art dealer.
John Smith collection (1781 – 1855).
Auction van der Schley – de Vries, Amsterdam, 26
August 1817, lot 54.
Auction Artaria, Vienna, 28 November 1821 and 6
March 1822, lot 206.
Alexander-Joseph-Wilhelm d’Allard collection, art dealer
in Vienna and Paris, first half of the 19th century.
Auction Bukowski, Stockholm, 26 November 1997, lot 308.
Christie’s Amsterdam, 4 May 1999, lot 134.
Schloss Ahlden, 18 November 1999, lot 134.
Exhibitions:
Von Brueghel zu Banksy – 200 Jahre Sammlung von
Boetticher, Die Drostei, Pinneberg, 19 September –
16 November 2025, exhibition catalogue, pp. 44-45,
ill. cat. no. 10, collection no. 22.
€ 10.000 – € 12.000
Sistrix
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256
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90 x 80,2 cm.
In dekorativem vergoldetem Rahmen.
Das Thema des Alten Testamentes zeigt die an einem
Brunnenbecken sitzende nackte Susanne, über deren
Schoßbereich ein durchsichtiges Tuch liegt. Das Inkarnat
in betonter Helligkeit und Zartheit besonders hervorgehoben,
zudem trägt sie Ohrschmuck und jeweils
ein wertvolles Armband um ihre Handgelenke. Links
von ihr der figürliche Springbrunnen mit einem Putto
auf einem Delfin und davor das langgezogene Wasserbecken,
an dessen Rand weiterer Schmuck und das
Gewand von Susanna liegen. Sie versucht die beiden
links und rechts von ihr stehenden bärtigen alten Männer
abzuwehren, den rechten mit ausgestrecktem Arm,
die versuchen, die keusche Susanna zu bedrängen. Sie
sind umgeben von einem höfischen Gartenambiente,
darunter auch ein Orangenbaum, vor Palastarchitektur
und einem prächtigen Torbogen mit Durchblick auf
eine bergige Landschaft. Darstellung eines der beliebten
Themen in der Kunstgeschichte der Malerei.
(1461722) (18)
ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY
SUSANNA AND THE ELDERS
Oil on canvas. Relined.
90 x 80.2 cm.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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255
FRANS FRANCKEN II,
1581 ANTWERPEN – 1642 EBENDA,
WERKSTATT/ KREIS DES
(ABB. LINKS)
DER TOD UND DER GEIZHALS
Öl auf Holz.
27,5 x 37,5 cm.
In einem mit wertvollen Objekten ausgestatteten Innenraum,
zu denen zwei schwere Truhen auf dem Boden
sowie zwei mit Schmuck und Gold- und Silbergefäßen
ausgestattete Fächer in einem Schrank gehören,
ein in einem Sessel sitzender älterer wohlhabender
Mann. Vor ihm stehend der Tod, der ihm auf einer Laute
vorspielt, während der Sitzende ihn erschrocken anblickt.
Neben ihm auf einem Tisch mit roter Decke liegen
goldene Münzen und einige Schriftstücke und Urkunden,
was auf das irdische Streben hinweist. Die
Szene illustriert das plötzliche Ende des Lebens und
den Verlust materieller Besitzgüter. Die Darstellung ist
auch eine Allegorie, die auf der Tradition des Totentanzes
basiert, in der der Tod, wie hier, als Skelett dargestellt
wird. Von dem Motiv gibt es mehrere Versionen, auch
unter dem Titel „Der Reiche und der Tod“.
(1470643) (18)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
INFO | BID
257
PIETER CASTEELS II,
TÄTIG ZWISCHEN 1650 – 1674, ZUG.
Die Nachrichten über den Maler sind spärlich. Seine
Stadt- und Hafenansichten gestaltete er meist fantasievoll.
1673/74 wird er als Meister der Antwerpener
Gilde gelistet. Sein Sohn wirkte als Stilllebenmaler in
England.
PARIS, ANSICHT VOM PONT NEUVE
Öl auf Leinwand.
41 x 60 cm.
In ebonisiertem Rahmen.
Blick über die Seine, hinweg auf die Stadt, mit großer
Menschenansammlung am Ufer sowie auf zahlreiche
Schiffe und Kähne. Links im Bild ein teilruinöses turmartiges
Gebäude, der Nesle-Turm von Paris, ein Motiv,
das der Maler öfter in seinen Bildern einbrachte, um
dramatische Wirkung zu erzeugen. So existieren auch
Variationen zu unserer Darstellung, z. T. mit Wiedergabe
des Louvre, bzw. wie hier, in einer eher fantasievollen
Darstellung weiterer Gebäude. Werke seiner Hand
in mehreren bedeutenden Museen, wie Louvre, Musée
Carnavalet, Musée des Beaux-Arts in Quimper,
oder Museo Nacional de Bellas Artes in Buenos Airens
(dort eine mit dem vorliegenden Werk vergleichbare
Darstellung).
(1471453) (11)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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55
258
HIERONYMUS FRANCKEN III,
1611 – CA. 1661, ZUG.
DIE SCHLACHT DER KENTAUREN
Öl auf Holz, verso verstärkt.
66 x 95 cm.
Wir danken Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere für freundliche
Hinweise zur Katalogisierung.
Die Schlacht wird oft mit der Entführung von Prinzessin
Hipodamia in Verbindung gebracht, eine Geschichte,
die von Ovid erzählt wird. Das Gemälde zeigt in
Landschaft wie Kentauren eine vornehme Gesellschaft
überfallen, die vor einem Gebäude gerade an
einem mit Speisen reich gedeckten Tisch gesessen
hat. Links auf einem runden Sockel mit umgebendem
Relief ein kleines loderndes Feuer, von dem starker
Rauch bis in den Himmel aufsteigt. Im grauen Hintergrund
weitere angreifende Kentauren. Für den Künstler
typisch die zahlreichen Figuren mit heftigen Gesten,
meist nach rechts ziehend.
HIERONYMUS FRANCKEN III,
1611 – CA. 1661, ATTRIBUTED
THE BATTLE OF THE CENTAURS
Oil on panel, reinforced on the reverse.
66 x 95 cm.
We would like to thank Professor Dr Dr h.c. Jan
de Maere for his kind advice on the cataloguing.
Notes:
The most famous depiction of The Battle of the
Centaurs is a relief created by Michelangelo in ca.
1492, which portrays the battle between the Lapiths
and the Centaurs.
€ 16.000 – € 18.000
Sistrix
INFO | BID
Anmerkung:
Die bekannteste Darstellung der Schlacht der Kentauren
ist ein um 1492 von Michelangelo geschaffenes
Relief, das den Kampf zwischen den Lapithen und
den Kentauren darstellt.
(14714533)
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259
PIETER MULIER D. J.,
GENANNT „CAVALIERE TEMPESTA“,
UM 1637 HAARLEM – 1701 MAILAND,
ZUG./ KREIS DES
Der Künstler war ein in Italien tätiger niederländischer
Maler des Goldenen Zeitalters. Die Malerei erlernte
er von seinem Vater Pieter Mulier d. Ä.
(1615 – 1670). Er arbeitete in Rom (1656-70), in Genua
(1670-84) und Norditalien. Zu seinen Schülern
gehörten Carlo Antonio Tavella (1668 – 1738) und Pietro
Cignaroli (1665 – 1720). Seinen Zunamen „Tempesta“
hat er für seine sehr bewegten Darstellungen
von Stürmen auf See erhalten.
PASTORALE KÜSTENLANDSCHAFT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
112 x 169 cm.
Auf dem Rahmen mit erläuternder Gravurplakette.
In Wellenleistenrahmen.
Weite hügelige bis schroff felsige Landschaft mit reizvoller
zeitgenössischer Architekturstaffage und einem
abgetakelten, in der Bucht liegenden Segelboot. Am
Ufer der Bucht pastorale Figurenstaffage mit grasenden
Schafen und treidelnden Männern.
(14705919) (13)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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260
SCHULE DER BASSANO DES 17. JAHRHUNDERTS
(ABB. LINKS)
ERNTESZENE
Öl auf Leinwand.
101 x 133 cm.
Ungerahmt.
In einer sanft hügeligen venezianischen Landschaft rurale
Gebäude mit Darstellung von Erntegütern, die im
Begriff sind konsumiert zu werden.
(1470594) (13)
€ 6.000 – € 9.000
Sistrix
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261
PETER CANDID,
AUCH GENANNT „PIETER DE WITTE“,
1548 – 1628, NACHFOLGE DES
MONATSDARSTELLUNG APRIL: DIE FALKENJAGD
Öl auf Leinwand. Doubliert.
94 x 98 cm.
Das Gemälde zeigt in weiter Landschaft ein elegantes
Paar auf Pferden, von denen der Mann einen auf seiner
rechten Hand sitzenden Falken hält. Umgeben sind
sie von Treibern und einem weiteren Mann, der auf
einem Holzgestell zwei weitere Falken trägt. Im Himmel
in einem Queroval ist das Tierkreiszeichen für April zu
sehen, worauf auch die darunter befindliche Beschriftung
„APRILIS.“ hinweist. Dieses Gemälde wird heute
als ein Gemälde nach den Entwürfen Peter Candids
für die Monatsteppiche in der Münchner Residenz
eingeordnet (vgl. Datenbank des RKD, Den Haag, Abbildungs-Nr.
0000119990).
(1471393) (18)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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59
262
JAN VAN DER STRAET,
AUCH GENANNT „GIOVANNI STRADANO“,
1523 – 1605
Der 1523 in Brügge geborene Künstler war Schüler
von Pieter Aertsen (1507/08–1575) und seit 1645 in der
Sankt Lukasgilde in Antwerpen eingeschrieben. 1550
zog es ihn nach Rom und drei Jahre später ging er
nach Florenz, wo er bis zu seinem Tode 1605 wirkte.
DIE EROBERUNG TROJAS
Öl auf Holz.
74 x 106 cm.
Ungerahmt.
JAN VAN DER STRAET,
ALSO KNOWN AS “GIOVANNI STRADANO”,
1523 – 1605
THE CONQUEST OF TROY
Oil on panel.
74 x 106 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Giancarlo Sestieri, Rome, 27 July 2021, in copy.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,
Rom, 27. Juli 2021, in Kopie.
Das vorliegende, in höchster Qualität ausgeführte Gemälde,
dessen Thema aus Vergils „Aeneis“ stammt,
zeigt im Zentrum des Hintergrunds das brennende Troja
mit dem Trojanischen Pferd, welches in die Stadt
geführt wurde.
(1472061) (13)
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263
MATHYS SCHOEVAERDTS,
UM 1663 BRÜSSEL – UM 1703, ZUG.
Der Maler begann seine Tätigkeit in der Brueghel’schen
Tradition, wandte sich in der Folge auch stilistisch einem
italianisierenden Stil zu. Über seine Laufbahn wissen
wir lediglich, dass er 1682 Lehrling des Landschaftsmalers
Adriaen Frans Boudewyns (1644–1719)
war und 1690 Meister der Brüsseler Gilde wurde.
MENSCHENANSAMMLUNG AUF
EINEM STADTPLATZ MIT OBELISK
MATHYS SCHOEVAERDTS,
CA. 1663 BRUSSELS – CA. 1703, ATTRIBUTED
CROWD OF PEOPLE IN A TOWN
SQUARE WITH AN OBELISK
Oil on canvas.
40 x 60 cm.
€ 10.000 – € 14.000
Sistrix
INFO | BID
Öl auf Leinwand.
40 x 60 cm.
Die Szenerie zeigt städtische und bäuerliche Figuren mit
Vieh, gruppiert um einen Obelisken inmitten einer Stadt
mit Kirchengebäude, Stadtturm und Tor. Fantasievoll wie
die Staffage ist auch die freie Erfindung der Stadtansicht.
Bemerkenswert dabei ist das Hereinsetzen eines
Obelisken in eine erkennbar nördliche Stadt. Die Bildkomposition
setzt einen Baum links geschickt gegen
die Türme rechts im Bild. Das Gemälde zeigt deutlich
den Einfluss der niederländischen und flämischen
Künstler, die in Rom als Bamboccianti wirkten, obwohl
Schoevaerdts selbst wohl nie in Italien war.
A.R. (1471052) (11)
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61
264
GYSBRECHT LEYTENS,
1586 ANTWERPEN – 1643/56 EBENDA, ZUG.
WEITE BERGIGE LANDSCHAFT MIT SCHLOSS
Öl auf Leinwand.
114 x 138 cm.
In dekorativem Rahmen.
Durch zwei große verzweigte Bäume als Repoussoir
geht der Blick über ein verschattet liegendes Gewässer
mit Schilf auf eine weite Landschaft mit Stadtanlage
und einem Schloss auf einem Berghügel. In der
Bildmitte zwei gehende Männer in antiker Kleidung
mit Speeren, links von ihnen im Hintergrund ein Schäfer
mit seiner Herde. Darstellung in überwiegend weichen
beigen und grünen Farbtönen in lockerem, die
Landschaft in meist waagrechtem Pinselduktus.
(14406516) (18)
€ 5.000 – € 8.000
Sistrix
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265
CASPAR NETSCHER,
1635/39 HEIDELBERG – 1684 DEN HAAG, KREIS DES
EIN MASKENSCHERZ
Öl auf Leinwand. Doubliert.
48 x 64 cm.
In dekorativem Rahmen, teils mit Samtbespannung.
Im Zentrum einer großen Apotheke zwei junge, elegant
gekleidete Frauen und rechtsseitig der stehende
Apotheker in Pantalone-Kostüm mit Maske. Während
der Apotheker der jungen Frau Blumen überreichen
möchte, bietet der in rotem Gewand stehende Narr
der Dame im goldglänzenden Kleid eine Wurst als Medizin
an. Im Hintergrund links ein stehender Mann, der
wohl eine mit Urin gefüllte Flasche nach oben hält, um
zu prüfen, ob eine mögliche Schwangerschaft der stehenden
Frau vorliegt. Malerei, die ganz auf das Vorbild
von Netscher zurückgeht, jedoch sind bei dem vorliegenden
Gemälde in der hohen, goldglänzenden Schale
anstatt Würstchen frische Blumen zu finden.
Anmerkung:
Das Gemälde von Caspar Netscher befindet sich in
der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel.
(1451203) (18)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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266
FRANS FRANCKEN D. J.,
1581 ANTWERPEN – 1642, ZUG.
DAS SALOMONISCHE URTEIL
FRANS FRANCKEN THE YOUNGER,
1581 ANTWERP – 1642, ATTRIBUTED
THE SOLOMONIC JUDGMENT
Öl auf Holz.
56 x 86 cm.
Verso mit alter Nummerierung.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Die Darstellung illustriert die altbiblische Legende,
nach der König Salomon ein Urteil spricht, ein Kind zu
zweiteilen, da sich zwei Frauen um das Anrecht darauf
streiten, jeweils die Mutter zu sein. So verzichtet eine
der Frauen in Mitleid auf ihr Recht, was sie als wahre
Mutter erweist, womit sie das Kind erhält. Das Thema
wurde – wie auch hier durch die Malerfamilie Francken
– in der Kunst häufig aufgegriffen.
(1471611) (13)
Oil on canvas.
56 x 86 cm.
Old numbers on the reverse.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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63
267
PEETER GYSELS,
1621 ANTWERPEN – 1690/91 EBENDA
Der Künstler war bekannt für seine Landschaften,
Archi tekturkompositionen und Stillleben. Seine Landschaften
im Stil Jan Brueghels d. Ä. (1568 – 1625) waren
zu seiner Zeit sehr gefragt. Seine Landschaftsbilder
sind farbenfroh und oft mit vielen Figuren bestückt.
Im Jahr 1649 wurde er Meister der Antwerpener Gilde
und zählt zu den bedeutendsten flämischen Miniaturisten,
in einer Technik, die seine Nachfolger wie Hieronymus
Janssens (1624– 1693), Gonzales Coques
(1614 – 1684) oder Jan Weenix (1640/41– 1719) nicht
mehr weitergeführt hatten.
PEETER GYSELS,
1621 ANTWERP – 1690/91 IBID.
PLANK WAGONS AND CARTS IN A LANDSCAPE
WITH A WINDMILL
Oil on oak panel.
20 x 17.7 cm.
Signed lower right. Red lacquer seal on the reverse,
with coat of arms surmounted by a crown.
€ 18.000 – € 20.000
Sistrix
INFO | BID
PLANKARREN UND FUHRWERKE IN
LANDSCHAFT MIT WINDMÜHLE
Öl auf Eichenholz.
20 x 17,7 cm.
Rechts unten signiert.
Verso rotes Lacksiegel mit bekröntem Wappen.
Das kleine Tafelbild zeigt extreme lupengenaue Feinpinseltechnik.
Das Sujet weist die Einflüsse des eine
Generation älteren Jan Brueghel d. Ä. auf. Äußerst geschickt
hat Gysels hier die Komposition in drei Lichtzonen
gegliedert: Während Vorder- und Hintergrund
hell beleuchtet erscheinen, bildet eine von den Bäumen
verschattete Mittelzone die Folie für die Darstellung
des Hauptgeschehens. Hier dominiert der weiße Planwagen
als Zentrum einer Gruppe von fahrenden Karren,
Kutschen und Viehtreibern mit ihren Rindern. Links,
völlig im Schatten, zwei Gestalten, die nach hinten ziehen,
einer hell beleuchteten Hügellandschaft entgegen.
Hier hebt sich die Windmühle vor dem Horizont ab.
Auch in dieser hellen Zone lassen sich allerfeinst gemalte
Figuren und Tiere erkennen. Im Vordergrund ein
Sackträger und zwei rastende Bäuerinnen, daneben
auf dem staubigen Wegrand das Skelett eines Pferdes,
ein Memento mori-Verweis auf die Vergänglichkeit und
die Gefahren des Reisens. So zeigt das Gemälde eine
nicht mehr zu überbietende Feinmalerei.
A.R. (14716510) (11)
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65
268
JOSEPH VAN BREDAEL,
1688 ANTWERPEN – 1739 PARIS
Josef Bredael entstammte einer Malerfamilie als Sohn
des Joris (1661-um 1706), und Enkel des Pieter van
Bredael (1629–1719). Seine Mutter war die Tochter des
Beigegeben eine Expertise mit Vergleichsbeispielen
von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 25.
Oktober 2025, in Kopie.
Barockmalers Abraham van Diepenbeeck (1596–1675).
Berichten zufolge ging er 1725 nach Paris, wo er für
Sammler Kopien fertigte, Mitglied der Königlichen Akademie
wurde und lebenslang blieb. In sämtlichen seiner
Bilder besticht vor allem die miniaturhafte Wiedergabe
des Genres.
WEITE LANDSCHAFT MIT WINDMÜHLE, PFERDE-
KARREN UND FIGURENGRUPPEN
Öl auf Kupfer.
12 x 18 cm.
Die landschaftlichen Details, wie ebenso die nahezu in
einer Linie gereihten Staffagefiguren, mit Karren, Reitern,
Hunden und Rindern, zeigen feinste Pinseltechnik,
geradezu in Miniaturmalerei. Der lupengenauere
Blick lässt in der Ferne noch weitere Windmühlen erkennen,
aber auch Hirten mit Schafen, die mit dem
hellen Horizontstreifen nahezu verschwimmen. Der
Malstil zeigt deutlich den Einfluss von Jan Brueghel d.
Ä. (1568–1625), wobei die warme Farbstimmung, vor
allem der fein gemalte porzellanartige Wolkenhimmel
bereits eine neue Sichtweise erkennen lässt. A.R.
Oil on copper.
12 x 18 cm.
€ 15.000 – € 20.000
A.R. (1471658) (11)
JOSEPH VAN BREDAEL,
1688 ANTWERP – 1739 PARIS
VAST LANDSCAPE WITH WINDMILL,
HORSE-DRAWN CART AND GROUPS OF FIGURES
Accompanied by an expert’s report with examples of
comparison by Professor Dr Dr h.c. Jan de Maere,
Rambrouch, 25 October 2025, in copy.
Sistrix
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269
JOSEPH VAN BREDAEL,
1688 ANTWERPEN – 1739 PARIS
Josef Bredael entstammte einer Malerfamilie als Sohn
des Joris (1661 – um 1706), und Enkel des Pieter van
Bredael (1629– 1719). Seine Mutter war die Tochter des
Abraham van Diepenbeeck (1596– 1675). Berichten zufolge
ging er 1725 nach Paris, wo er für Sammler Kopien
fertigte, Mitglied der Königlichen Akademie wurde
und lebenslang blieb. In sämtlichen seiner Bilder
besticht vor allem die miniaturhafte Wiedergabe des
Genres.
DIE RAST VOR DER WINDMÜHLE
Öl auf Holz.
29 x 35 cm.
Verso mit altem Etikett.
In ebonisiertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten mit Vergleichsbeispielen von
Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 23. Oktober
2025, welcher das Gemälde Joseph van Bredael zuschreibt,
in Kopie.
Die Gesamtkomposition ist geradezu typisch für die
Gemälde des Antwerpener Malers – mit linksstehenden
Gebäuden, einer Windmühle, tieferliegendem Flusslauf
und einer meist reichen Figurenstaffage mit Reitern,
Karren, Fußvolk und Bauern. Genauere Betrachtungen
der Details lassen erkennen, wie etwa das Haus links
als Wagnerwerkstatt gezeigt ist, mit Arbeitern, die an
Rädern beschäftigt sind. Wie häufig in solchen Darstellungen,
ist auch hier ein Schimmel ins Zentrum des
Geschehens gesetzt, der hier einen Karren zieht. Daneben
ein Pferdeknecht, der interessiert auf die stolzen
höfischen Reiter in der linken Ecke blickt. Der Malstil
zeigt deutlich den Einfluss von Jan Brueghel d. Ä.
(1568 – 1625), wobei die warme Farbstimmung, vor
allem der fein gemalte Wolkenhimmel bereits eine
neue Sichtweise erkennen lassen.
(14714517) (13)
JOSEPH VAN BREDAEL,
1688 ANTWERP – 1739 PARIS
THE REST IN FRONT OF THE WINDMILL
Oil on panel.
29 x 35 cm.
Old label on the reverse.
Accompanied by an expert’s report by Professoer Dr
Dr h.c. Jan de Maere, Rambroucht, dated 23 October
2025, confirming Joseph van Bredael as the artist, in
copy.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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67
270
ANTON MIROU,
UM 1570 ANTWERPEN – UM 1661
Der Name des Malers ist eng mit der sogenannten
„Frankenthaler Schule“ verbunden, einer kleinen Gruppe
von Künstlern, die aus den Spanischen Niederlanden
ihres Glaubens wegen Schutz in der Bayerischen
Kurpfalz fanden. Dorthin zog 1586 auch Mirous Familie.
Zu diesen Künstlern zählte auch Pieter Schoubroeck
(um 1570 – um 1607) und Gillis van Coninxloo (um
1581 – 1619/20), dessen Malstil die Werke von Mirou
erkennbar nahestehen. Wenngleich diese Künstlergruppe
keinen eigenen Stil entwickelt hatte, so vereint sie
doch das Interesse an Waldlandschaften, oft mit religiösen
oder historischen Staffageszenen. Die Bildauffassung
der Antwerpener Malweise wurde jedoch weitgehend
behalten und tradiert.
HÜGELIGE FANTASIELANDSCHAFT MIT TURM
FÖRMIGEN HOLZGEBÄUDEN UND STAFFAGE
Öl auf Holz.
36,7 x 48,5 cm.
Links unten signiert.
Das vorliegende Gemälde lässt sich zwar auch mit
Werken des Gillis van Coninxloo vergleichen, doch legte
Anton Mirou noch größeren Wert auf Fantastik. Dies
zeigt auch die unwirkliche, höchst originelle Bilderfindung
mit den verschatteten Gebäuden, die sich vor
dem hellen Talgrund turmartig erheben, wie auch die
Baumwurzeln oder die nahezu geheimnisvollen, weiteren
landschaftlichen Details.
Provenienz:
Sotheby’s Amsterdam, November 2007, Lot 10.
Literatur:
Jörg Diefenbacher, Anton Mirou (1578 – vor 1627).
Ein Antwerpener Maler in Frankenthal, Mannheim
2007, Abb. S. 30, Nr. 23.
A.R. (14716511) (11)
ANTON MIROU,
CA. 1570 ANTWERP – CA. 1661
HILLY FANTASY LANDSCAPE WITH TOWER-SHAPED
WOODEN BUILDINGS AND FIGURAL STAFFAGE
Oil on panel.
36.7 x 48.5 cm.
Signed lower left.
Although the present painting can also be compared
with works by Gillis van Coninxloo, Anton Mirou placed
even greater emphasis on fantastical elements.
Provenance:
Sotheby’s Amsterdam, November 2007, lot 10.
Literature:
Jörg Diefenbacher, Anton Mirou (1578 – before 1627).
Ein Antwerper Maler in Frankenthal, Mannheim 2007,
ill. p. 30, no. 23.
€ 15.000 – € 20.000
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271
JAN GRIFFIER D. Ä.,
1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON
FLUSSLANDSCHAFT AM OBERRHEIN
Öl auf Kupfer.
28 x 38,5 cm.
Links mittig signiert „J. Griffier“.
In ebonisiertem Rahmen.
Von erhabenem Betrachterstandpunkt bietet sich ein
vielschichtiger sowohl in die Ferne als auch in die Tiefe
gestaffelter Blick in ein hügeliges Flusstal dar. Links ein
Gasthaus, das sich durch einen Ausleger auszeichnet
und mehreren davor sitzenden Figuren, weiter hinten
eine Art Volksfest mit dahinter sich erstreckender Dorfstraße,
die optisch hin zu einer im Lichtblau vor der Sonne
erstrahlenden Höhenburg führt. Rechts weitere um
den sich schlängelnden Fluss gruppierte Festungsbauten,
bei denen sich Griffier sicherlich an der Mannigfaltigkeit
der Burgen im Rheinland orientiert und inspiriert
hat.
Anmerkung:
Vgl. Die Komposition muss damals sehr beliebt gewesen
sein, denn sie begegnet uns in ähnlicher Weise
gleich mehrmals im Schaffen des Künstlers. So sind
zu nennen: eine Flusslandschaft im Fitzwilliam Museum,
Cambridge (England), Inv.Nr. 379; eine Flussland schaft
im Staatlichen Museum Schwerin, Inv.Nr. G 370;
des Weiteren ein Gemälde, bei dem der Betrachter
von einem höheren Standpunkt ins Tal blickt und bei
Christie’s, Amsterdam, am 11. Mai 2005 unter Lot 37
angeboten wurde. (1471841) (13)
JAN GRIFFIER THE ELDER,
1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON
RIVERSCAPE ON UPPER RHINE
Oil on copper.
28 x 38.5 cm.
Signed at centre left “J. Griffier”.
Notes:
This composition must have been very popular at the
time because we encounter it in a similar way several
times in the artist’s oeuvre. These are: a river landscape
held at the Fitzwilliam Museum, Cambridge (England),
inv. no. 379; a river landscape held at the Schwerin
State Museum, inv. no. G 370; a painting in which the
viewer looks down into the valley from a higher vantage
point, which was offered for sale at Christie’s, Amsterdam
on 11 May 2005 under lot 37.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
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69
272
MATHYS SCHOEVAERDTS,
UM 1663 BRÜSSEL – UM 1703
Schoevaerdts war Schüler von Adriaen Frans Boudewijns
(1644– 1719), sein letztes datiertes Gemälde
stammt von 1702.
HÖFISCHE GESELLSCHAFT AUF EINER ANHÖHE
MIT TURMGEBÄUDE UND BRUNNEN
Öl auf Leinwand.
32 x 41 cm.
Wohl aus den 1690er-Jahren.
Rechts unten signiert.
Die Mehrzahl der Werke des Künstlers beweist dessen
Vorliebe für Landschaften mit figurenreicher Staffage.
Wobei – wie auch hier im Bild – ein bestimmter Anlass
für das Zusammentreffen kaum eine Rolle spielt. Vielmehr
wird uns in beeindruckender Weise ein Gesellschaftsbild
dokumentiert, in dem neben Jagdreitern,
flanierenden Höflingen, Kutschengespann und eleganten
Figurengruppen in barocken Kostümen, auch der
untere Stand der Gesellschaft zu sehen ist. In der unteren
Bildmitte etwa zeigt der Maler ein höfisches
Paar, begleitet von einem Schirm tragenden Diener,
daneben im Kontrast eine Bäuerin im Gespräch mit einem
Mann mit amputierten Beinen. Diese und eine
weitere Gruppe mit einem Schimmel im Zentrum hat
der Maler bewusst ins hellere Licht gesetzt. Darüber
hinaus lassen sich zahllose Einzelheiten im Bild entdecken,
bis hin zu minutiös wiedergegebenen Details
jenseits des tieferliegenden Flusses. Ein hohes, meist
verschattetes Gebäude, in der Art eines Capriccios,
zählt zu den markanten Kompositionselementen in Bildern
Schoevaerdts. Eine höchst fantasievolle Erfindung
ist der mehrschalige Brunnen am rechten Bildrand,
bekrönt mit einer vergoldeten Neptunfigur.
A.R. (1471458) (11)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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70 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
273
LUCAS VAN VALCKENBORCH,
UM 1535 LÖWEN – 1597 FRANKFURT AM MAIN,
KREIS DES
DER ÜBERFALL
Öl auf Holz.
25,7 x 36 cm.
Links unten auf Stein datiert „1607“.
Im Zentrum auf einem Felsenstück ein großer alter,
weit verzweigter Baum mit kräftigen Wurzeln. Linksseitig
ein großes Gehöft, eine kleine Kapelle, weidende
Schafe und ein kleiner Trupp mit Soldaten auf einem
breiten Weg. Ihnen kommen von rechts auf dem Weg
einige bepackte Figuren entgegen, die vor einem großen
Heer, das auf der rechten Bildseite in der Mitte zu erkennen
ist, fliehen. Erzählerische Darstellung unter
hohem grau-blauem Himmel, in dem einige Vögel, darunter
auch ein Storch, zu erkennen sind. Malerei teils
an Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625) erinnernd, auf den
verso auf einem Aufkleber hingewiesen wird.
(14714528) (18)
€ 8.000 – € 10.000
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71
275
ABRAHAM GOVAERTS,
1589 ANTWERPEN – 1626 EBENDA, KREIS DES
(ABB. RECHTS)
LANDSCHAFT MIT FIGUREN UND HÄUSERN
AN EINEM FLUSS
Öl auf Kupfer.
18 x 23 cm.
In dekorativem Rahmen.
Unter blauem Himmel mit gelblich schimmernden
Wolken wenige Häuser an einem Fluss, der von einer
Brücke überspannt wird. Auf diesen sind diverse Figuren
sowie ein Reiter in Begleitung seines Hundes zu
erkennen; ein weiterer Reiter tränkt gerade sein Pferd
am flachen Flussufer während daneben ein Angler sein
Glück versucht. Feine Malerei mit vielen Details.
(1470758) (18)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
INFO | BID
274
SEBASTIAN VRANCX,
1573 ANTWERPEN – 1647 EBENDA, ZUG./ KREIS DES
Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres
gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander
d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler des Adam van Noort
(1562– 1641). 1597 begab er sich wie die meisten seiner
Kollegen nach Italien, was sich nachhaltig auf die
Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke in
seinem Werk auswirkte. 1600 wurde er Mitglied der
Antwerpener Lukasgilde, wo er mit Künstlern wie
Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), Frans Francken d. J.
(1581– 1642) oder auch Hendrik van Balen d. Ä.
(1575– 1632) befreundet war. So weist sein Werk auch
manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser Künstler
auf. Sein Ruhm führte bereits zu Lebzeiten zur Vervielfältigung
seiner Bilder in Kupferstichen.
DER HINTERHALT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
80 x 67,5 cm.
In dekorativem, teils vergoldetem Rahmen.
Vor weitem Landschaftshintergrund gerät auf einem
breiten Waldweg eine Gruppe von Reitern mit pferdegezogenen
Wagen in einen Hinterhalt und wird überfallen.
Im Vordergrund rechts versucht ein Reiter, drei
mit Gewehr und Degen bewaffneten Männern zu entkommen;
in der Bildmitte ein zum Halten gezwungener
Planwagen. Mehrere große alte Bäume ragen in
die Höhe, auf einem davon sitzt eine Ester auf einem
Zweig, ein wiederkehrendes Motiv in Vrancx’ Werken.
Vielfigurige Darstellung in überwiegend beige-brauner
und grüner Farbgebung.
(14705918) (18)
€ 6.000 – € 10.000
Sistrix
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276
DAVID TENIERS D. J.,
1610 ANTWERPEN – 1690 BRÜSSEL,
NACHFOLGE DES 17. JAHRHUNDERTS
(ABB. RECHTS)
VOR DER SCHANKWIRTSCHAFT
Öl auf Holz. Parkettiert.
51 x 74 cm.
Unterhalb der Brunnenwandung mit sekundärem
Schriftzug „D. Teniers Fec.“.
In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.
Auf dünenhaftem Grund steht ein rurales Gebäude mit
zahlreichen, davor befindlichen Figuren bei Trank und
Tanz.
Anmerkung:
Teniers war einer der bedeutendsten Erneuerer der
Genremalerei seiner Zeit. Bei seinem umfangreichen
Gesamtwerk sind vor allem die Schenkstubenszenen,
Kirmesfeste, Hochzeiten und Schilderung des bäuerlichen
Lebens beliebt geworden. Als Schüler seines
Vaters ließ er sich später von Adriaen Brouwer
(1605/06 – 1638) sowie von Peter Paul Rubens
(1577 – 1640) beeinflussen, wurde 1633 in die Antwerpener
Lukasgilde aufgenommen und war 1645 bereits
Dekan der Gilde. Seine Bedeutung zu Lebzeiten mag
man daran ermessen, dass seine Tochter den berühmten
Rubens als Trauzeuge hatte.
Literatur:
Zum Motiv vergleiche mehrere Gemälde in: Margret
Klinge und Dietmar Lüdke (Hrsg.), David Teniers der
Jüngere 1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,
Ausstellungskatalog (Staatliche Kunsthalle
Karlsruhe, 05. November 2005 – 19. Februar 2006),
Heidelberg 2005. (14705915) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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73
277
PHILIPS WOUWERMAN,
1619 HAARLEM – 1668 EBENDA, KREIS DES
Gemäldepaar
LANDSCHAFTEN MIT SOLDATENTRUPP UND
MARKETENDERIN
Öl auf zusammengefügten Holzplatten.
Jeweils: 53 x 67 cm.
Eines rechts unten auf Gepäck mit Monogramm.
In dekorativen Rahmen.
Das eine Gemälde zeigt vor einem schlossartigen Gebäude
mit Türmen ein errichtetes Zelt einer Marketenderin,
die dort Wein anbietet, worauf ein kleiner Tisch
mit Krug und Glas hinweist. Einige Soldaten haben
dort mit ihren Pferden Rast gemacht, am nahen Flussufer
sind einige Badende zu erkennen. Das andere Gemälde
zeigt vor einem großen, halb zerfallenen Gebäude
erneut ein aufgeschlagenes Zelt mit rastenden
Soldaten und einer Marketenderin, sowie einigen Männern,
die sich im Wasser des angrenzenden Flusses
vergnügen. Beide Darstellungen im Licht der rötlich
untergehenden Sonne, bei teils großen braunen
Wolkenformationen. Risssp.
(1471811) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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279
JAN FRANS VAN BREDAEL D. Ä.,
1686 ANTWERPEN – 1750 EBENDA
(ABB. RECHTS)
DORFLANDSCHAFT MIT REICHER FIGUREN
STAFFAGE
Öl auf Leinwand.
29,5 x 42 cm.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de
Maere, Rambrouch, 23. Oktober 2025, in Kopie.
Einem weiten Anger zwischen seitlich stehenden Gebäuden
gab der Maler hier eine Bühne für eine Reihe
von Figurengruppen, dabei Pferdekarren, Rinder am
Ufer des Dorfteiches sowie Reiter und tanzendes Volk
rechts im Bild. Unter einem hohen Baum, der die Bildmitte
beherrscht, sind Figuren an einem Tisch zu sehen.
Die einzelnen Szenen verlieren sich verjüngend nach
hinten bis zum Horizont.
A.R. (1471454) (11)
€ 7.000 – € 9.000
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278
ANTHONY JANSZ VAN DER CROOS,
1606/07 ALKMAAR – UM 1665 DEN HAAG
FISCHER AM RANDE EINES DORFES
Öl auf Holz.
27 x 45 cm.
Rechts unten mittig signiert und datiert „Croos 1654“.
In reliefiertem Rahmen.
Flusslandschaft mit niedrigem Horizont, so dass dem
Himmel ein Großteil des Bildgrundes zuteil wird. Dieser
ist mit herbstlichen Wolken bestückt und wird zum
Stimmungsträger des Bildes. Große dunkle Bäume mit
nur wenig Laub ragen über den Fluss, der seine ruhige
Bahn zieht. Drei Staffagefiguren angeln im Vordergrund
des Flusses. Mittig ragt im Hintergrund der Kirchturm
des gegenüberliegenden Dorfes heraus. Die Stimmung
des Bildes, evoziert zum Großteil durch das Licht, die
Darstellung der Bäume und auch die feine Linienführung,
zeigen ein typisches Gemälde des Malers.
(1471722) (10)
ANTHONY JANSZ VAN DER CROOS,
1606/07 ALKMAAR – CA. 1665 THE HAGUE
FISHERMEN ON THE EDGE OF A VILLAGE
Oil on panel.
27 x 45 cm.
Signed and dated “Croos 1654” at centre lower right.
€ 12.000 – € 15.000
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75
280
LUCAS VAN LEYDEN,
1494 LEIDEN – 1533 EBENDA, WERKSTATT DES
JOSEF DEUTET DIE TRÄUME IM GEFÄNGNIS
Öl auf Holz.
38,5 x 49,5 cm.
In dekorativem Rahmen.
In einem dunklen Kerker, in dem mehrere Säulen und
deren Basen zu erkennen sind, der sitzende Josef im
Zentrum, in hellem Gewandt mit blonden Haaren und
grüner federbesetzter Kopfbedeckung. Jeweils links
und rechts von ihm zwei sitzende Mitgefangene, die
um die Beingelenke schwere Ketten tragen, die wiederum
an einem Stein befestigt sind. Rechts der Bäcker
in langem weißem Umhang, über dem in einem
Hochoval sein Traum gezeigt wird, wie er auf seinem
Kopf einen Korb mit Backwerk trägt, aus dem ein Vogel
frisst. Josef deutete dies, dass der Pharao in hinrichten
würde. Auf der anderen Seite der Mundschenk in
Rückenansicht in rotem Umhang sitzend, dessen
Traum oberhalb seines Kopfes wiederum in einem
Oval wiedergegeben wird, dass ihn mit federbesetztem
Hut zeigt, wie er aus einem Krug Wein einschenkt.
Auch diesen Traum deutet Josef durch entsprechende
Handgestik, dass der Pharao ihn begnadigen würde
und er wieder in seinem Amt eingesetzt werden würde.
Erzählerische qualitätvolle Darstellung nach der
biblischen Josefsgeschichte (Gen 40) mit gekonnten
Hell-Dunkel-Kontrasten.
Provenienz gemäß Vorbesitzertradition:
Sammlung Sir Charles Turner (1833 – 1907).
Sammlung Th. Lüdiger, Hamburg, April 1987.
Süddeutsche Privatsammlung.
Ausstellungen:
Dutch Art, Whitechapel Art Gallery, London,
30. März – 10. Mai 1904, Kat.Nr. 396.
Von Brueghel zu Banksy. 200 Jahre Sammlung
Boetticher, Landdrostei Pinneberg, 18. September –
16. November 2025, Kat.Nr. 1, S. 3.
(1472163) (18)
LUCAS VAN LEYDEN,
1494 LEIDEN – 1533 IBID., WORKSHOP OF
JOSEPH INTERPRETING THE DREAMS IN PRISON
Oil on panel.
38.5 x 49.5 cm.
Provenance according to previous owners tradition:
Collection Sir Charles Turner (1833–1907).
Collection Th. Lüdiger, Hamburg, April 1987.
Private collection, Southern Germany.
Exhibitions:
Dutch Art, Whitechapel Art Gallery, London,
30 March – 10 May 1904, cat. no. 396.
From Brueghel to Banksy. 200 Years of the Boetticher
Collection, Landdrostei Pinneberg, 18 September –
16 November 2025, cat. no. 1, p. 3.
€ 25.000 – € 35.000
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281
PAUL BRIL,
UM 1553/54 ANTWERPEN – 1626 ROM, ZUG.
Bril lernte zunächst bei seinem Vater Mathijs d. Ä. (gest.
1585), zog 1574 nach Lyon und 1582 nach Rom, um
zusammen mit seinem Bruder im Vatikanspalast zu wirken,
alsbald in weiteren Palazzi. Zu seinen Schülern
zählt Agostino Buonamici Tassi (1578–1644), der wiederum
Lehrer des Claude le Lorrain (1600–1682) wurde.
BERGIGE FANTASIELANDSCHAFT
MIT BURG UND FIGURENSTAFFAGE
Öl auf Leinwand.
63 x 80 cm.
Bril wurde vor allem mit seinen sehr fantasievollen
Landschaften bekannt. Zunächst noch der flämischen
Malweise verbunden, veränderte sein Italienaufenthalt
seine Motive, als auch die landschaftlichen Ansichten,
die nun auch italienische Ruinen und entsprechende
Staffage zeigen. Stark zerklüftete Bergansichten, fast
immer in Vorder- Mittel- und Hintergrund gegliedert,
wurden zu einem seiner Merkmale. Auch hier schichten
sich die steilen Hügel hintereinander, in den
Schluchten die Figurenstaffage.
(1471951) (1) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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282
JOOS DE MOMPER,
1564 – 1635, KREIS DES
DAS WINTERLICHE DORF
Öl auf Leinwand. Doubliert.
100 x 155 cm.
In schlichter Holzleiste.
In winterlicher Stimmung eine schneebedeckte Dorfstraße
zwischen kahlen Bäumen; Bewohner bei alltäglichem
Werk. Joos de Momper d. J. war bekannt für
seine vorromantischen Landschaften. Seine Landschaften
befinden sich unter anderem im Herzog
Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der Alten
Pinakothek in München, in der Hamburger Kunsthalle
sowie im Kunsthistorischen Museum Wien und der
Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.
Literatur:
Vgl. Klaus Ertz, Josse de Momper der Jüngere, Die
Gemälde mit kritischem Oeuvre-Katalog, Freren 1986.
(1471538) (1) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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77
283
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
ROM IM SCHNEE – DIE PIAZZA DEL POPOLO
MIT OBELISK
Öl auf Papier, auf Holz.
38 x 56 cm.
Das Gemälde ist wohl nach einem seltenen Schneefall
in der südlichen Stadt entstanden. Der Platz wird vom
Hügel des Pincio aus gesehen. Jedoch, entgegen der
heutigen Situation, noch im Zustand vor der Errichtung
der Zwillingskirchen Maria dei Miracoli gezeigt, wie
dies der Stich von Israel Silvestre (1621– 1691) erweist.
Dass die Darstellung auf Papier gemalt wurde,
mag ein Hinweis darauf sein, dass der flämische Maler
die Situation während seines Aufenthaltes dokumentiert
hat. Höchst originell sind die Bilddetails mit der
schaulustigen Bevölkerung, aber auch mit den Männern,
die sich auf dem Hügel an einem Feuer wärmen.
Die Kuppel im zentralen Hintergrund mag als Verweis
auf das Pantheon gedacht sein.
(1471692) (11)
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY
ROME IN THE SNOW – THE PIAZZA DEL POPOLO
WITH OBELISK
Oil on paper, laid on panel.
38 x 56 cm.
€ 10.000 – € 12.000
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284
EGBERT VAN HEEMSKERCK D. Ä.,
1634 HAARLEM – 1704 LONDON, ZUG.
DER TANZ DER BAUERSFRAU
Öl auf Leinwand. Doubliert.
81,5 x 107 cm.
In ebonisiertem Profilrahmen.
Eine leicht hügelige Landschaft mit gesprenkelt akzentuierenden
Bauernhäusern und einer Kirche zeigt eine
für Heemskerck typische Szene: Vor einem ruralen Gebäude
einige Staffagebäume mit darunter befindlichen
Figuren, trinkend und musizierend. Ein hoher Baum
und eine in leuchtender Helligkeit wiedergegebene
tanzende Bauersfrau flankieren das vertikale Zentrum
des Bildes.
Wenngleich das vorliegende Gemälde nicht signiert
ist, kann es aufgrund mehrerer Vergleichsbilder an
Egbert Heemskerck d. Ä. zugeschrieben werden, vor
allem anhand der Figuren. Die Landschaft wurde
wohlmöglich von anderer Hand geschaffen.
(1471576) (13)
EGBERT VAN HEEMSKERCK THE ELDER,
1634 HAARLEM – 1704 LONDON, ATTRIBUTED
THE DANCE OF THE FARMER’S WIFE
Oil on canvas. Relined.
81.5 x 107 cm.
Although the present painting is unsigned, it can be
attributed to Egbert van Heemskerck the Elder based
on several comparable works, particularly the figures.
The landscape is likely to have been painted by another
artist.
€ 10.000 – € 15.000
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285
QUIRINGH GERRITSZ. VAN BREKELENKAM,
1622 ZWAMMERDAM – 1668 LEIDEN
DIE SPITZENKLÖPPLERIN
Öl auf Holz. Parkettiert.
48 x 68 cm.
Links unten signiert und datiert „Q. B. 1654“.
In profiliertem Rahmen.
In einem für Brekelenkam typischen Bildaufbau fällt
durch ein geöffnetes Fenster auf der linken Seite Licht
in ein dunkles Interieur und beleuchtet eine charakteristische
niederländische Genreszene. Eine Spitzenklöpplerin
unterhält sich mit einem Mann in einem
spärlichen Raum. Hinter ihr steht ein Spinnrad. Es ist
typisch für die bäuerlichen Interieurs und trägt zur
realistischen Milieuschilderung bei. Es ist aber auch
ein vielfältiges Symbol für Häuslichkeit und Tugend
der sittsamen Hausfrau. Es verkörpert Bescheidenheit,
Pflichterfüllung und Keuschheit. Das Drehen des Spinnrades
kann aber auch als Sinnbild des Lebenslaufs
oder Verrinnen der Zeit, also als Vanitas-Symbol, gelesen
werden. Am rechten Bildrand zapft ein kleiner Junge
Wein oder Most aus einem Fass und blickt den Betrachter
direkt an. Auch hier ist ein vielschichtiges
Attribut zu erkennen. Alkohol steht für Maßlosigkeit
und Kontrollverlust und gilt ebenfalls als Vanitas-Symbol.
Durch die Stellung des Mannes, der dem Kind seinen
Rücken zudreht, kann dies als Warnung gelesen werden.
(1471651) (10)
QUIRINGH GERRITSZ. VAN BREKELENKAM,
1622 ZWAMMERDAM – 1668 LEIDEN
THE LACEMAKER
Oil on panel. Parquetted.
48 x 68 cm.
Signed and dated “Q. B. 1654” lower left.
€ 18.000 – € 20.000
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79
286
LODEWYCK DE VADDER,
1605 GRIMBERGEN – 1655 BRÜSSEL, ZUG.
Der Künstler stammt aus einer Malerfamilie. 1628 wurde
er Mitglied der Lukasgilde in Brüssel, wo er neben
seiner malerischen Tätigkeit auch Entwürfe von Wandtapeten
und Gobelins schuf. Zu seinen Stilnachfolgern
zählen Maler wie Jacques D’Arthois (1613–1686).
LANDSCHAFT IM SONIENWALD MIT ZWEI
FIGUREN, EINEM HUND UND DEM ROTEN
KLOSTER BEI BRÜSSEL IM HINTERGRUND
Öl auf Holz, teils verstärkt.
42 x 60,5 cm.
Der bisherige Besitzer dankt Ellis Dullaart vom RKD,
Den Haag, für die wissenschaftliche Unterstützung bei
der Katalogisierung des Gemäldes.
Blick auf eine weite Landschaft mit Gewässer unter
hohem blau-grauem Himmel. Im Vordergrund zwei
Männer vor einem braunen Felsenstück im Gespräch,
in Begleitung eines kleinen Hundes. Rechtsseitig ein
großer Felsvorsprung mit drei darauf stehenden alten
knorrigen Bäumen, deren Wurzeln teils über das Gestein
hinwegragen. Rest., an den Rändern leicht berieben,
Platte leicht gewölbt.
Provenienz:
Sammlung Mary Carbery (1867–1949), Castle Freke,
Cork.
Christie’s, 04. März 1921, Lot 47, als „Jan Wildens“.
Sotheby Mak van Waay, Amsterdam, 01. Juni 1987,
Lot 54, als „Jan Wildens und David Teniers, zug.“.
Privatsammlung, Schweiz. (1471953) (1) (18)
CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).
€ 4.000 – € 5.000
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287
GILLIS CLAEZ DE HONDECOETER,
1575/80 ANTWERPEN – 1638 AMSTERDAM, ZUG.
SPAZIERGÄNGER IN EINER WALDLANDSCHAFT
Öl auf Holz.
38 x 57,5 cm.
In opulentem Rahmen.
Knorrige Bäume ragen im Vorder- und Mittelgrund über
einen Spazierweg. Dieser wird von einigen Spaziergängern,
die ins Gespräch vertieft sind, begangen. Für
Hondecoeter typisch ist der freie, hell erleuchtete Blick
auf ein Dorf im Hintergrund, sowie die knorrigen verwachsenen
Baumstämme. Hondecoeter spezialisierte
sich vornehmlich auf Tiermalerei, allerdings sind auch,
wie in diesem Fall, Landschaften in seinem Œuvre zu
finden.
(1471871) (10)
€ 1.000 – € 2.000
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288
KAREL BESCHEY,
1706 ANTWERPEN – 1776 EBENDA, ZUG.
AUFBRUCH ZUM MARKT
KAREL BESCHEY,
1706 ANTWERP – 1776 IBID., ATTRIBUTED
DEPARTURE FOR THE MARKET
Öl auf Holz. Parkettiert.
36,3 x 48,5 cm.
In reliefiertem Rahmen.
Ein lichter Wald öffnet sich hin zu einer weiteren Landschaft,
die an einem Flusslauf endet. Im Vordergrund
rastet eine größere, farbenfroh gekleidete Menschengruppe,
die eifrig ins Gespräch vertieft ist. Zwei Planwagen
bereichern die Szene. Im Hintergrund ist ein
Haus zu erkennen, vor dem einige Menschen warten.
Für Beschey typisch ist die leicht hügelige Hintergrundlandschaft,
die von Jan Brueghel d. Ä. (1568– 1625)
inspiriert ist. Auch der Bildaufbau, das Sujet, der bläuliche
Grundton des Gemäldes, sowie auch die detaillierten
Figurenstaffagen, die bei Beschey häufig zu
finden sind, legen eine Zuschreibung nahe.
(1471659) (10)
Oil on panel. Parquetted.
36.3 x 48.5 cm.
€ 11.000 – € 13.000
Sistrix
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81
289
FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS,
NACH JAN BRUEGHEL D. Ä. (1568 – 1625)
PREDIGT CHRISTI AUF DEM SEE GENEZARETH
Öl auf Holz.
Durchmesser: 34 cm.
In dunklem reliefiertem Rahmen.
Christus predigt, auf einem Boot stehend, einer großen
Menschenmenge zu, die sich am Ufer des Sees
versammelt hat. Petrus, die Hand am Ruder, lauscht
ebenfalls der Predigt Christi. Steil aufragende Felsen,
bewaldete Hügel und ein sanfteres Ufer werden gezeigt.
Im Hintergrund ist die Stadt Kapernaum zu erkennen.
Die Bibelgeschichte ist hiermit in eine zeitgenössische
Landschaft eingefügt, so dass die religiöse Aussage
als allgemein gültig erscheint. Diese Szene aus dem
Neuen Testament stellte Jan Brueghel d. Ä. 1598, heute
in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung (Alte
Pinakothek, Inv.Nr. 187), ebenfalls dar.
(1471656) (10)
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY,
AFTER JAN BRUEGHEL THE ELDER (1568 – 1625)
CHRIST’S SERMON ON THE SEA OF GALILEE
Oil on panel.
Diameter: 34 cm.
This scene from the New Testament was also depicted
by Jan Brueghel the Elder (1568 – 1625) in 1598, now
held at the Bayerische Staatsgemäldesammlungen
(Alte Pinakothek, inv. no. 187).
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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290
NIEDERLÄNDISCHER MALER DES
17. JAHRHUNDERTS, KREIS DES THOMAS
VAN APSHOVEN (1622 – 1664)
DAS GROSSE KIRMESFEST
Öl auf Holz. Verso Parkettierleisten.
93 x 147 cm.
Trägt rechts unten die Signatur „D. TENIERS“.
Ungerahmt.
Auf einem weiten Platz einer niederländischen Stadt
hat sich eine große Menschenmenge versammelt um
das Dorffest zu feiern. Der Platz gesäumt von Bäumen
mit betont verschatteten Kronen, dazwischen weiter
Blick nach hinten bis zu einer Kirche zwischen Häusern.
Im Hintergrund sowie vorne zahlreiche Einzelgruppierungen:
Die Männer beim Bocciaspiel, tanzende
Paare im Reigen neben einem höherstehenden
Dudelsackspieler sowie zahllose Gäste bei Tischen
und Bänken, die vor den Häusern aufgestellt sind. Ein
in dieser Fülle der Schilderungen äußerst seltenes Gemälde,
zu dem in sehr ansprechender Qualität mit
schöner Lichtwirkung.
(1111332) (11)
DUTCH PAINTER OF THE 17TH CENTURY,
CIRCLE OF THOMAS VAN APSHOVEN (1622 – 1664)
THE LARGE FAIRGROUND FESTIVAL
Oil on panel. Parquetting slats on the reverse.
93 x 147 cm.
Bears signature lower right “D. TENIERS”.
€ 12.000 – € 18.000
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83
291
JAN VAN HUCHTENBURGH,
1647 HAARLEM – 1733 AMSTERDAM, ZUG.
Der Maler lernte bei Thomas Wijck und ging noch in
sehr jungen Jahren nach Rom zu seinem Bruder Jacob
van Huchtenburg, der Landschaften in der Manier des
Nicolaes Pieterszoon Berchem malte. In den Jahren
1708 bis 1717 begleitete er den österreichischen Feldmarschall
Prinz Eugen von Savoyen auf dessen Feldzügen
und malte dessen Schlachten in großen Zyklen.
DIE SCHLACHT BEI HÖCHSTADT
Öl auf Leinwand.
111 x 150 cm.
Blick über eine große weite Landschaft unter hohem
blauem Himmel mit einigen Wolken und der linksseitig
hinter einer großen Anhöhe untergehenden Sonne. Im
Vordergrund die heftig tobende Reiterschlacht mit
mehreren bereits zu Boden gegangenen Kämpfern
und ihren Pferden. Am rechten unteren Bildrand in rotem
Gewand auf einem Schimmel sitzend wohl der
Anführer der Soldaten, Feldmarschall Prinz Eugen von
Savoyen, mit gezücktem hochgehaltenem Degen,
dem die teils berittene Armee folgt. In der Bildmitte
weitere Armeen und Feuer mit aufsteigenden Rauchschwaden
zu sehen. Darstellung der im August 1704
stattgefundenen Schlacht, die der Maler mehrfach darstellte
und der auch den Prinzen begleitete.
(1472331)
292
JAN PEETERS D. Ä.,
1624 – 1678, ZUG.
JAN VAN HUCHTENBURGH,
1647 HAARLEM – 1733 AMSTERDAM, ATTRIBUTED
THE BATTLE OF HÖCHSTADT
Oil on canvas.
111 x 150 cm.
In the lower right corner of the painting, seated on a
white horse and dressed in red, is presumably the
leader of the soldiers, Field Marshal Prince Eugene of
Savoy. The painting depicts a battle that took place in
August 1704, a subject the artist portrayed several
times; he also accompanied the Prince on campaign.
€ 25.000 – € 35.000
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FLUSSLANDSCHAFT MIT SEGELSCHIFFEN
Öl auf Leinwand.
74,5 x 120,8 cm.
Rahmen mit gravierter Künstlerplakette.
In reliefverziertem Rahmen.
Diagonal links in den Bildgrund hineinführend ein still
die Umgebung wiederspiegelndes Gewässer mit anlandenden
Segelbooten und architektonischen Merkmalen
an der schroff felsigen Uferzone, die typisch für
Peeters Küstendarstellungen ist – hier in recht ungefährlicher
Variation.
(14717511) (1) (13)
€ 3.000 – € 5.000
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293
DAVID TENIERS D. J.,
1610 ANTWERPEN – 1690 BRÜSSEL,
WERKSTATT DES
VOR DEM WIRTSHAUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
67 x 89 cm.
Links unten mit Monogramm „D.F“.
Verso mit alten Auktions- und Sammlungsetiketten.
In ebonisiertem Profilrahmen.
Dr. Margret Klinge bestätigte unserem Einlieferer die
Authentizität des vorliegenden Gemäldes als Werkstattarbeit
Teniers.
Ganz nah an das Gemälde im Louvre (Inv.Nr. 1878)
angelehnt, zeigt auch das vorliegende Gemälde das
Festmahl anlässlich der Rückkehr des verlorenen Sohnes
getreu dem Lukasevangelium (Lk 15,11-32). Links
im Vordergrund sehen wir die Ecke eines Gasthauses,
dessen bekränzter Ausleger vor den bewölkten Himmel
gesetzt ist und mit einer danebenstehenden
Baumgruppe korrespondiert. Vor einem Bretterzaun
sitzt eine feiernde, festlich gekleidete Figurengruppe
in zeitgenössischer Kleidung an einem gedeckten
Tisch. Vorn rechts ein kupferner getriebener Flaschenkühler
mit daneben befindlichem Westerwälder Steinzeugkrug.
Im Hintergrund die Silhouette eines Dorfes.
Provenienz:
Sammlung Comtesse de Nesselrode, Moskau.
Christie’s London, 9. März 1934, Lot 55, als David
Teniers, verkauft zu 30 Guineen.
Literatur:
Vgl. Dr. Margret Klinge, David Teniers der Jüngere
1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,
Heidelberg 2005, Kat.Nr. 35, S. 162 mit einer unserer
Komposition ähnelnden Szene.
Vgl. Hans Vlieghe, David Teniers the Younger
(1610 – 1690). A Biography, Turnhout (Belgien) 2011.
(1470401) (13)
DAVID TENIERS THE YOUNGER,
1610 ANTWERP – 1690 BRUSSELS,
WORKSHOP OF
OUTSIDE THE TAVERN
Oil on canvas. Relined
67 x 89 cm.
Monogrammed “D.F” lower left.
Old auction and collection labels on the reverse.
Dr Margret Klinge confirmed to our consignor the
authenticity of the present painting as a workshop
copy by Teniers. Closely based on the painting held at
the Louvre (inv. no. 1878), this painting also depicts
the feast celebrating the return of the prodigal son,
according to the Gospel of Luke (15:11-32).
Provenance:
Comtesse de Nesselrode collection, Moscow.
Christie’s London, 9 March 1934, lot 55 as “David
Teniers”, sold for 30 guineas.
Literature:
cf. Dr Margret Klinge, David Teniers der Jüngere
1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,
Heidelberg 2005, cat. no. 35, p. 162 with a scene
of similar com position.
cf. Hans Vlieghe, David Teniers the Younger
(1610 – 1690). A Biography, Turnhout (Belgium) 2011.
€ 12.000 – € 15.000
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294
ANDREAS SCHELFHOUT,
1787 DEN HAAG – 1870 EBENDA,
ZUG./ NACHFOLGE DES
Schelfhout, der ein Schüler des Theatermalers Johannes
Breckenheimer (1741– 1805) war, hat auch seinen
Bildern malerisch-theatralische Wirkung vermittelt.
Lebenslang widmete er sich dem Thema der Winterlandschaft.
Damit gilt er auch als Vorreiter der Haager Schule.
Zu seinen Schülern zählt vor allem Charles Leickert
(1816 – 1907).
WINTERLANDSCHAFT MIT SCHLITTSCHUH
LÄUFERN NEBEN VERSCHNEITEM TURMGEBÄUDE
Öl auf verso geschwärzter Malplatte.
42,5 x 55 cm.
Ungerahmt.
(1471534) (1) (11)
€ 7.000 – € 10.000
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295
NIEDERLÄNDISCHER MALER
DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS
WINTERLANDSCHAFT MIT FIGUREN AUF EINEM
ZUGEFRORENEN FLUSS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59,5 x 74,5 cm.
Links unten Signatur „Maas“.
In dekorativem Rahmen mit Namensplakette.
Blick auf eine niederländische Landschaft mit zugefrorenem
Fluss unter hohem Himmel mit tief liegendem
Horizont und großen grau-weißen Wolkenformationen.
Linksseitig am Ufer einige alte Gebäude, davor auf
dem Wasser mehrere Figuren bei unterschiedlichen
Tätigkeiten: einige Schlittschuhläufer; ein Händler, der
aus seinem Schlitten heraus wohl Waren anbietet; ein
großer mit Figuren besetzter Schlitten, der von einem
Pferd über das Eis gezogen wird; und linksseitig, halb
am Ufer zwei Frauen, die aus einem Loch im Eis Wasser
holen. Im Hintergrund rechts die graue Silhouette
eines Dorfes mit Kirche und einer Windmühle, sowie
weiteren Schlittschuhläufern. Erzählerische vielfigurige
Darstellung in überwiegend beige-brauner und
grau-weißer Farbigkeit, aufgelockert durch farbige Kleidungsstücke,
die Stimmung eines kalten Wintertages
vermittelnd.
(1471136) (3) (18)
DUTCH SCHOOL, 17TH/ 18TH CENTURY
WINTER LANDSCAPE WITH FIGURES
ON A FROZEN RIVER
Oil on canvas. Relined.
59.5 x 74.5 cm.
Signed “Maas” lower left.
€ 15.000 – € 18.000
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87
296
BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,
1681 – 1715
IM ATELIER DES BILDHAUERS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
48 x 57,5 cm.
Rechts unten signiert.
In reliefiertem gefasstem Rahmen.
Im fantasiereich dargestellten Inneren eines Akademiegebäudes
sind ein Bildhauer und mehrere Gehilfen
mit mehreren Werkstücken beschäftigt. Im Zentrum
wird an einer monumentalen Skulptur einer Raptusgruppe
gearbeitet. Neben ihr liest ein Mann einen
Brief, der ihm wohl von einem Boten links im Bild
gereicht wurde. Das Bild vermittelt einen guten Eindruck
der kunstakademischen Arbeitsweise des 17.
Jahrhunderts.
(14705910) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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297
PAUWELS CASTEELS,
TÄTIG UM 1649 ANTWERPEN – 1677 EBENDA
DAVID VOR KÖNIG SAUL
Öl auf Kupfer.
70,5 x 88 cm.
Rechts unten unterhalb des Hundes monogrammiert
„P.C“.
In vergoldetem Rahmen.
Die Darstellung von David vor König Saul im Alten Testament
beschreibt den Konflikt zwischen dem amtierenden
eifersüchtigen König und seinem rechtmäßigen
Nachfolger. Nach Davids Sieg über Goliath und seinen
militärischen Erfolgen wurde Saul eifersüchtig. Dargestellt
wird der Moment als David Harfe spielte, um den
von einem bösen Geist geplagten König zu beruhigen
und Saul zwei Mal zu seinem Speer griff, mit der Absicht
David an die Wand zu spießen.
In einem großen Saal, der rechtsseitig auf seinem
Thron sitzende König Saul mit rotem Umhang und goldener
Krone, in seiner Linken ein Zepter haltend, während
er mit seiner erhobenen rechten Hand mit einem
Speer auf den linksseitig mit Harfe stehenden David
zielt. Zahlreiche umstehende Soldaten in Rüstung, verfolgen
das dramatische Geschehen und versuchen
den erzürnten König von seinem Vorhaben abzubringen.
Figurenreiche bewegte Darstellung, die Sauls
krankhafte Eifersucht verdeutlicht und Davids Schutz
durch Gott zeigt. In vielen differenzierten Farbtönen.
(1471135) (3) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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298
ENGLISCHE SCHULE
DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS
PORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN
MIT RÜSTUNG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
57 x 50 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
In einem Innenraum das Dreiviertel-Portrait eines eleganten
stehenden Mannes mit überlanger Allongeperücke
und silbrig glänzendem Brustpanzer, der zum
einen durch die Perücke, zum anderen durch seinen
um den Hals getragenen und herabhängenden weißen
Spitzenschal bedeckt wird. Er steht neben einem mit
wertvollem Stoff bedecktem Tisch auf dem sein Helm
mit Federn und geöffnetem Scharnier steht, auf dem
seine rechte Hand ruht, was ein weiterer Hinweis auf
seine Stellung als Offizier sein dürfte. Er hat einen dünnen
Oberlippenbart und mit seinen glänzenden Augen
blickt er selbstbewusst aus dem Gemälde heraus.
Qualitätvolle feine Darstellung.
Anmerkung:
Ein vergleichbares Ölgemälde mit dem Portrait des
Francis Lindley befindet sich im Bolling Hall Museum,
Bradford, England (1462372) (18)
€ 2.500 – € 5.000
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299
ANDREA SCACCIATI D. Ä.,
1642 FLORENZ – 1710 EBENDA, ZUG.
Scacciati war Schüler des Mario Balassi (1604– 1667)
und Lorenzo Lippi (1606 – 1665), von denen er allerdings
wenig in seine Gemäldesujets übernahm. Dagegen
dürfte die Zusammenarbeit mit Bartolomeo Bimbi
(1648– 1729) wesentlich mehr Einfluss gehabt haben,
da beide für die Großherzogin der Toskana, Vittoria della
Rovere, gemeinsam Aufträge unter den Medicis
übernommen haben. So gelangten mehrere seiner
Werke in den Besitz von Cosimo III de Medici, für den
auch Scacciati in dessen Villa wirkte. Letztlich entwickelte
er sich zum Spezialisten für Blumenstillleben.
1988/89 präsentierte die Ausstellung „Floralia“ im
Palazzo Pitti seine Werke, mit gleichzeitig erschienenem
Katalog.
BLUMENSTILLLEBEN IN SILBERVASE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
109 x 74 cm.
In oranemental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Auf einer von einem Textil überfangenen Deckplatte
eine in Silber getriebene gefußte Vase sowie eine danebenstehende,
viel zierlichere Glasvase mit Lilien. In
der Silbervase ein raumgreifendes für Scacciati typisches
Blumenstillleben mit Tulpen, Schneeglöckchen
und zahlreichen weiteren Blumen.
Literatur:
Vgl. Marilena Mosco, Milena Rizzotto (Hrsg.), Floralia:
Florilegio dalle collezioni fiorentine del Sei-Settecento,
Palazzo Pitti, Florenz 1988, S. 84-890.
Vgl. Federico Zeri, La natura morta in Italia, Mailand
1989, II. S. 588ff.
Vgl. Gianluca Bocchi, Ulisse Bocchi,
Naturaliter. Nuovi contributi alla natura morta in Italia
settentrionale e Toscana tra XVII e XVIII secolo,
Casal maggiore 1998, S. 498ff., Nr. 626-635.
(14717510) (1) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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89
300
NICOLAES VAN VEERENDAEL,
1640 ANTWERPEN – 1691 EBENDA
Nicolaes van Veerendael war einer der wichtigsten
Blumenmaler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Sein Malstil wurde zuerst von Daniel Seghers
(1590 – 1661) und Willem van Aelst (1627- um 1683) beeinflusst,
später dann von Künstlern wie Gaspar Peter
Verbrugghen (1635 – 1681) und Jan Davidsz de Heem
(1606 – 1683/84).
In einem Innenraum vor braunem Hintergrund das farbenfrohe
Blumengebinde mit großen Blüten in einer
Glasvase, in der sich das Sprossenfenster des Raumes
wiederspiegelt. Zu den Blumen gehören unter anderem
in der Mitte eine weiße Hibiskusblüte, die im Inneren
rötlich ist, sowie Rosen, Tulpen, Nelken, Trichterwinden
und Margeriten. Der dunkle Hintergrund bringt
die Farben der Blumen besonders zum Leuchten und
verleiht dem Strauß eine starke Plastizität.
(14714534) (18)
NICOLAES VAN VEERENDAEL,
1640 ANTWERP – 1691 IBID.
FLOWER STILL LIFE IN GLASS VASE
ON A STONE LEDGE
BLUMENSTILLLEBEN IN EINER GLASVASE AUF
EINEM STEINERNEN GESIMS € 20.000 – € 30.000
Öl auf Leinwand.
50 x 39 cm.
Rechts unten auf Steinplatte signiert „Nicolaes van
Veerendael“.
Oil on canvas.
50 x 39 cm.
Signed “Nicolaes van Veerendael” lower right
on stone slab.
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301
ALEXANDER ADRIAENSSEN,
1587 ANTWERPEN – 1661 EBENDA
Ausgebildet bei Artus von Laeck (um 1557 – 1616 – 10)
wurde Alexander Adriaenssen 1610 als Meister in die
Lukasgilde von Antwerpen aufgenommen. Nach Anfängen
in der Aquarellmalerei spezialisierte er sich
schnell auf Ölgemälde mit Stilllebenmotiven, die von
Peter Paul Rubens (1577– 1640) und Anthonius van
Dyck (1599– 1641) große Bewunderung erfuhren.
BLUMENSTILLLEBEN
Öl auf Kupfer.
23 x 18 cm.
In Wellenleistenrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,
12. September 2025, in Kopie.
Auf einer angedeuteten Steinplatte eine gefußte Balustervase
mit darin befindlichem Rosenbouquet und auf
der Platte liegenden Blütenblättern. Ein gut vergleichbares
Gemälde, das die gleiche Glasvase zeigt und im
RKD in Den Haag als von der Hand des Künstlers anerkannt
ist, wurde einst bei Sotheby’s London am
30. Oktober 1996 unter Lot 27 versteigert.
(1460204) (1) (13)
ALEXANDER ADRIAENSSEN,
1587 ANTWERP – 1661 IBID.
FLORAL STILL LIFE
Oil on copper.
23 x 18 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 12 September 2025, in copy.
A similar painting, depicting the same glass vase, is
listed at the RKD in The Hague as by the hand of the
artist and was sold at Sotheby’s, London on 30 October
1996, lot 27.
€ 12.000 – € 18.000
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302
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1636 LILLE – 1699 LONDON
Über die Ausbildung des Malers ist nur wenig bekannt.
Vermutet wird eine Lehre in Antwerpen und der Kontakt
mit Jan Davidsz de Heem (1606– 1683/84) oder
Hieronymus Galle d. Ä. (1625-um 1679). Mitte des
Jahrhunderts war er in Paris tätig, und beauftragt für
die malerische Ausstattung von Palästen des Hochadels,
wie das Hotel de Lauzun oder das Hotel Lambert.
Für den Finanzminister Nicolas Fouquet und dessen
Chateau Vaux-le-Vicomte wirkte er unter der
Leitung des berühmten Charles Le Brun. Damit zählte
er zu den bedeutendsten Blumenmalern im Frankreich
des Sonnenkönigs, was zu Aufträgen in Versailles, Vincannes,
Marly oder in Saint Cloud führte. 1663 stieg er
zum „agrée“ der Académie Royale auf, zwei Jahre später
zum ständigen Mitglied. Als Monnoyer sich 1690
nach England begab, stand er bereits auf dem Höhepunkt
seines Wirkens. Trotz der der kriegerischen
Feind seligkeiten der beiden Länder Frankreich und
England erhielt er auch dort höchstrangige Aufträge;
sowohl von den Königinnen Mary II und Anne für den
Kensington Palace, aber auch für Hampton Court oder
Widsor Castel. Es erübrigt sich hier noch zu sagen,
dass sich Werke seiner Hand in zahlreichen bedeutenden
öffentlichen wir privaten Sammlungen befinden.
BLUMENSTILLLEBEN IN EINEM KORB
Öl auf Leinwand. Doubliert.
63 x 96 cm.
Verso mit alten Etiketten, Rahmen mit Kartusche,
Monnoyer als Künstler nennend.
In à jour gearbeitetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachen von Claudia Salvi, Crépy-en-
Valois, 15. Juli 2025, in welchem Salvi das vorliegende
Gemälde Monnoyer zuschreibt, in Kopie.
Auf einer mit einer Brokatdecke dekorierten Tischplatte
steht ein weiter Flechtkorb mit zahlreichen, polychrom
leuchtenden Blumen, die teilweise wegen der großen
Menge auch auf der Tischplatte Platz finden.
Provenienz:
Leggatt Brothers, London, 1929.
Richard Green, London.
Dort von Vorbesitzer erworben.
Literatur:
Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer et Antoine
Monnoyer. Problèmes d’attributions, in: La Revue du
Louvre et des musées de France, Nr. 2, Réunion des
musées nationaux, Noisiel 2002.
Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer
(1636 – 1699). Peindre des fleurs et des fruits à l’âge
classique, thèse de doctorat d’histoire de l’art sous la
direction d’Olivier Bonfait, Université d’Aix-Marseille
2016.
Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (Lille,
1636-Londres, 1699) et le motif de la guirlande, in:
Bulletin du Centre de recherche du château de Versailles,
2018. (1471657) (13)
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1636 LILLE – 1699 LONDON
FLOWER STILL LIFE IN A BASKET
Oil on canvas. Relined.
63 x 96 cm.
Old labels on the reverse, frame with name
cartouche of Monnoyer.
Accompanied by an expert’s report by Claudia Salvi,
Crépy-en-Valois, 15 July 2025, in which Salvi attributes
the present painting to Monnoyer, in copy.
Provenance:
Leggatt Brothers, London, 1929.
Richard Green, London.
Acquired there by the previous owner.
Literature:
cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer et Antoine
Monnoyer. Problèmes d’attributions, in: La Revue du
Louvre et des musées de France, no. 2, Réunion des
musées nationaux, Noisiel 2002.
cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (1636 – 1699).
Peindre des fleurs et des fruits à l’âge classique, thèse
de doctorat d’histoire de l’art sous la direction d’Olivier
Bonfait, Université d’Aix-Marseille 2016.
cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (Lille,
1636 – Londres, 1699) et le motif de la guirlande, in:
Bulletin du Centre de recherche du château de
Versailles, 2018.
€ 15.000 – € 20.000
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93
303
GERRIT VAN DEYNUM,
1575 ANTWERPEN – 1624 BRÜSSEL
STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, ZUCKERSTREUER
UND NÜSSEN
Öl auf Holz.
25,5 x 34 cm.
Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñiscola,
20. Juni 2025, in Kopie.
Auf einer von links in den Bildraum weit hineinragenden
Tischplatte ein schräg aufsteigender Zinnteller neben
einem barocken Zuckerstreuer, dessen Deckel ein
Atelierfenster widerspiegelt. Auf und neben der Platte
Trauben, Kirschen, ein Pfirsich und eine Feige, sowie
Haselnüsse, auf einem blauen Tischtuch liegend.
(1450353) (1) (13)
GERRIT VAN DEYNUM,
1575 ANTWERP – 1624 BRUSSELS
STILL LIFE WITH FRUIT, SUGAR SHAKER,
AND NUTS
Oil on panel.
25.5 x 34 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 20 June 2025, in copy.
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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304
PIERRE DUPUIS,
1610 MONTFORT-L’AMAURY – 1682 PARIS,
KREIS DES
FRÜCHTESTILLLEBEN
Öl auf Leinwand.
31 x 39 cm.
Rotfarbige Pflaumen mit Blättern auf einer Marmorkonsolplatte.
Der Malstil und die Pinseltechnik zeigen
durchaus die Qualität des genannten Malers, der sich
einige Jahre in Italien aufhielt und für Kardinal Pamphilj
um 1730 fünf Werke fertigte. Möglicherweise traf er
dort auch auf seinen Landsmann, den Portraitisten
Pierre Mignard d. Ä. (1612–1695). Durch Königin Anna
von Österreich wurde er zum Hofmaler ernannt. Von
italienischen Vorbildern beeinflusst, beförderte er die
Entwicklung des Silllebens in eine Richtung die mit
Jean-Baptiste Monnoyer (1636–1699) eine neue Ausdrucksweise
annahm.
PIERRE DUPUIS,
1610 MONTFORT-L’AMAURY – 1682 PARIS,
CIRCLE OF
FRUIT STILL LIFE
Oil on canvas.
31 x 39 cm.
Literature:
cf. Michel Faré, Pierre Dupuis, in: Le grand siècle de
la nature morte en France. Le XVIIe siècle. Office du
Livre, Freiburg 1974.
cf. Claudia Salvi, Pierre Dupuis, in: D’après nature. La
nature morte en France au XVIIe siècle. Renaissance
du Livre, Tournai 2000.
€ 18.000 – € 20.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Michel Faré, Pierre Dupuis, in: Le grand siècle de la
nature morte en France. Le XVIIe siècle, Freiburg 1974.
Vgl. Claudia Salvi, Pierre Dupuis, in: D’après nature. La
nature morte en France au XVIIe siècle, Tournai 2000.
A.R. (1471652) (11)
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95
305
JAN VAN KESSEL D. Ä.,
1626 ANTWERPEN – 1679 EBENDA, ZUG.
BLUMENVASE MIT INSEKTEN
Öl auf Holz.
20 x 16,5 cm.
In Wellenleistenrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,
3. Oktober 2025, in Kopie.
In einer angedeuteten Nische steht auf einer Steinplatte
eine stark gebauchte entfärbte Glasvase mit seitlich
ansetzenden Bogenhenkeln und Perlstabkniffen. Darin
eine mächtige Pfingstrose, nebst Vergissmeinnicht
und Schwertlilien, sowie einige Insekten.
Literatur:
Vgl. Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan
van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen
2012. (1460203) (1) (13)
JAN VAN KESSEL THE ELDER,
1626 ANTWERP – 1679 IBID., ATTRIBUTED
FLOWER VASE WITH INSECTS
Oil on panel.
20 x 16.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 3 October 2025, in copy.
Literature:
cf. Klaus Ertz and Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan
van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen
2012.
€ 10.000 – € 15.000
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306
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ZUG.
PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN UND
ANDEREM FEDERVIEH
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ATTRIBUTED
PARK LANDSCAPE WITH TURKEY AND
OTHER POULTRY
Öl auf Leinwand. Doubliert.
187 x 297 cm.
Ungerahmt.
Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage
hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund
eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,
hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen
Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.
(14504513) (13)
Oil on canvas. Relined.
187 x 297 cm.
€ 30.000 – € 50.000 (†)
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97
307
SEBASTIAEN BONNECROY,
UM 1618 – 1676
MARIA MIT DEM KIND UND DER HEILIGEN ANNA
IN EINEM BLUMENKRANZ
Öl auf Leinwand.
107 x 81 cm.
Rechts unten signiert und datiert „Sebiaen Bonne
Croy Fecit / 1655“.
In kanneliertem und vergoldetem Rahmen.
Vor dunklem Fond eine Grisaille-Kartusche mit fein aufgefassten
Blüten als Kranz mit Tulpen, gefüllten Rosen,
Narzissen und einer Vielzahl zart wiedergegebener
Insekten.
(14717522) (1) (13)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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308
LUIS MELÉNDEZ,
1716 NEAPEL – 1780 MADRID, KREIS DES
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT BIRNEN,
QUITTEN UND TRAUBEN
Öl auf Leinwand.
42 x 61 cm.
Sowohl die Wahl der Früchte, als auch Komposition
und der dunkle Hintergrund entsprechen den Werken
des genannten Malers, der seine Ausbildung bei dem
Portraitisten Louis-Michel van Loo (1707–1771) erhielt,
dessen französischen Stil er jedoch nicht übernommen
hat. Vielmehr zeigt die Mehrzahl seiner
Bilder die für die spanische Schule so typisch gewordene
Helldunkel-Akzentuierung mit Reduktion auf
kräftige Farben.
(1470971) (11)
€ 4.000 – € 8.000 (†)
Sistrix
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309
PSEUDO SIMONS,
TÄTIG 1650 – 1680, ZUG.
STILLLEBEN MIT AKELEIPOKAL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
67 x 97 cm.
In ebonisiertem Holzrahmen.
Auf einer zur Hälfte bedeckten Tischplatte ein weit
ausgebreitetes Früchtestillleben mit Tazza, Zinnschale
und die Szene dominierendem Akeleipokal, sowie einem
auf der Schale sitzendem Buchfink.
Anmerkung:
Gut vergleichbar ist ein mit „M. Simons f. 1649“
datiertes Stillleben, ebenfalls mit einem Akeleipokal,
das am 22. Juni 2005 bei Christie’s, Paris, unter Lot
50 versteigert wurde. (14714527) (13)
PSEUDO SIMONS,
ACTIVE 1650 – 1680, ATTRIBUTED
STILL LIFE WITH COLUMBINE CUP
Oil on canvas. Relined.
67 x 97 cm.
Notes:
A still life dated “M. Simons f. 1649”, also featuring
a columbine cup, is a good comparison and was
auctioned at Christie’s, Paris, on 22 June 2005,
under lot 50.
€ 10.000 – € 12.000
Sistrix
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99
310
ADRIAEN VAN UTRECHT,
1599 ANTWERPEN – 1652, ZUG.
GROSSES STILLLEBEN MIT WANLI-SCHALE
UND KÜRBIS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
108 x 150,5 cm.
In ornamental punziertem und vergoldetem Rahmen.
Auf einer profilierten Deckplatte ein reich gestaltetes
Stillleben mit gefälteltem, naturalistisch wiedergegebenem
Teppich mit darauf liegender, angeschrägter
Wanli-Schale, gefüllt mit Weintrauben und Granatapfel.
Dahinter ein à jour gearbeiteter Korb mit Pfirsichen,
eine Silberplatte mit Zitrusfrüchten und ein Kürbis mit
danebenliegendem Spargelbund.
ADRIAEN VAN UTRECHT,
1599 ANTWERP – 1652, ATTRIBUTED
LARGE STILL LIFE WITH WANLI BOWL
AND PUMPKIN
Oil on canvas. Relined.
108 x 150.5 cm.
Provenance:
Possibly collection of George Baime-Hamilton, 9th
Earl of Haddington, Tyninghame House, Scotland.
Christie’s London, 30 November 1979, lot 47, as
Adriaen van Utrecht, attributed.
€ 17.000 – € 20.000
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Provenienz:
Möglicherweise Sammlung des George Baime-Hamilton,
9. Earl von Haddington, Tyninghame House,
Schottland.
Christie’s London, 30. November 1979, Lot 47, als Adriaen
van Utrecht, zug. (1472022) (2) (13)
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311
CHRISTIAAN LUYCKX,
AUCH GENANNT „CHRISTIAN LUYKS“,
1623 ANTWERPEN – 1657/77 EBENDA
Luyckx war ein flämischer Maler, der sich auf Stillleben
in verschiedenen Subgenres spezialisiert hatte, darunter
Blumen-, Fisch- und Prunkstillleben. Er studierte
Malerei bei Philips de Marlier (um 1600 – um 1668),
einem Stilllebenspezialisten.
PRUNKSTILLLEBEN MIT PAPAGEI, ÄFFCHEN
UND EINEM HARLEKIN HINTER DEM FENSTER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
121 x 91 cm.
In dekorativem Rahmen.
Blick in einen Innenraum mit einem Tisch, über dem
ein schmales weißes und ein großes rotes Tischtuch
liegen. Darauf werden sorgsam präsentiert: Eine
schräg stehende Schale mit einem rot leuchtenden
Hummer, eine weitere silberne flache Schale mit Weintraubenrispen,
Zitronen und Äpfeln. Des Weiteren sind
auf dem Tisch zu sehen: Verschiedene Früchte, eine
Schnecke, eine hohe asiatische Schale mit weiteren
südlichen Früchten, daneben eine Tazza mit roten Blüten,
ein goldener Prunkpokal mit Deckel, ein Glas, aus
dem die Schale einer angeschnittenen Zitrone ragt sowie
ein paar an der Tischkante befindliche erlegte Vögel,
die von einem Hund, der am linken unteren Bildrand
zu erkennen ist, eifrig beschnuppert werden. Ein
kleines Äffchen sitzt am linken Bildrand und hält eine
Frucht. Im oberen linken Teil des Bildes ein auf einem
Reifen hängender Papagei vor einem Sprossenfenster,
hinter dem von außen das große lachende Gesicht eines
Harlekins mit zweifarbiger Kapuze hineinschaut.
Qualitätvolle malerische Darstellung dieses ausladenden
Prunkstilllebens in teils kräftigen Farben.
(1471203) (3) (18)
CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).
€ 6.000 – € 8.000
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101
312
VENEZIANISCHER MALER UM 1800
Gemäldepaar
CAPRICCIOS AUF GEBÄUDE VON PALLADIO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
55 x 76 cm.
In punziertem bronziertem Rahmen.
Die eine Komposition zeigt gleich mehrere Besonderheiten:
dem Canal Grande mit seinen Gondeln und der
Figurenstaffage, die einen Rückgriff in das 18. Jahrhundert
verrät, wird eine Brücke zugedacht, die so nie ausgeführt
wurde. Es handelt sich um die Rialtobrücke,
für deren Ausführung Andrea Palladio (1508 – 1580)
nicht den Zuschlag erhielt. Neben Antonio da Ponte
(um 1586 – 1630) – nach dessen Plänen die heute uns
gut bekannte Brücke 1588 gebaut wurde – reichten
nämlich auch Michelangelo (1475 – 1564) und Andrea
Palladio Entwürfe ein. In seinem Buch Quattro libri dell
’architettura befindet sich auf einer Doppelseite die
hier dargestellte Brücke; Palladio beschreibt auf S.
239: „Sie hätte ausgezeichnet an den Ort gepasst, an
dem sie hätte errichtet werden sollen, nämlich die
Mitte einer Stadt, die zu den größten und edelsten in
Italien zählt und die das Zentrum vieler anderer Städte
ist. Aus allen Teilen der Welt kommen die Menschen
dorthin, um Handel zu treiben. [...] Um der Größe und
Würde jener Stadt zu dienen, entwarf ich auf der Brücke
drei Straßen, jene in der Mitte breit und schön, jene an
den Seiten etwas schmaler. Auf der einen wie der anderen
Seite der besagten Straßen ordnete ich Läden
an, sodass sechs Reihen entstanden wären. Darüber
hinaus errichtete ich an den Brückenenden und in der
Mitte – also über dem Hauptbogen – Loggien, die den
Händlern dazu gedient hätten, einander zu treffen und
Geschäfte zu machen, und die dem Ganzen größere
Zweckmäßigkeit und Schönheit verliehen hätten. [...]
Es sollte nicht als Neuerung angesehen werden, auf
Brücken Loggien zu errichten, denn auch die Aelius-
Brücke in Rom [...] war in der Antike mit Loggien bestückt,
die mit bronzenen Säulen und anderem wunderbaren
Schmuck verziert waren.“ Neben der nicht
ausgeführten Rialtobrücke sind zwei existierende Palladiobauten
aus Vicenza dargestellt, sodass Palladios
architektonisches ausgeführtes und nicht ausgeführtes
Erbe in einem Gemälde kulminiert: Es handelt sich
um den Palazzo Chiericati links und die sogenannte
Basilica Palladiana rechts. Da auch das hier angebotene
Gegenstück palladinische Bauten erkennen lässt
und die gleichen Maße aufweist, darf angenommen
werden, dass die hier angebotenen Gemälde bereits
als Gemäldepaar entstanden sein mögen.
(1471033) (13)
102 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
VENETIAN SCHOOL, CA. 1800
A pair of paintings
CAPRICCI ON BUILDINGS BY PALLADIO
Oil on canvas. Relined.
55 x 76 cm.
One composition exhibits several unique features: the
Grand Canal, with its gondolas and figures reminiscent
of the 18th century, is depicted alongside a bridge that
was never built. This is the Rialto Bridge, for which
Andrea Palladio (1508 – 1580) was not awarded the
commission. The bridge appears on a double-page
spread in his book Quattro libri dell’architettura. Since
the counterpart offered here also shows Palladian
architectural features with the same dimensions, it
can be assumed that the paintings were originally
conceived as a pair.
Sistrix
€ 22.000 – € 25.000 INFO | BID
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103
313
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.
Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,
er studierte in Brescia und befasste sich mit dem
Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später
zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter
Giovanni Antonio Canal (1697– 1768) fort. Von 1834
bis 1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn
u. a. nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten.
Mit seinen Venedig-Veduten begründete Bison ein
kommerzielles Genre, um der Nachfrage von Touristen
und Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen
Venedig-Ansichten schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.
Dabei ist die Vielfalt seiner Themen, sowie
die hohe Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben.
Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts
arbeitete er mit dem Architekten Gian Antonio Selva
(1751 – 1819) zusammen, so etwa für die Dekorationen
des inzwischen nicht mehr existierenden Palazzo Bottoni
di Ferrara und dem Casino Soderini in Treviso. Er
studierte Werke von Francesco Guardi (1712 – 1793)
und Gian Domenico Tiepolo (1727– 1804), wirkte auch
als Freskant in Venedig, begab sich nach Treviso, Padua
und Triest, 1833 schließlich nach Mailand, wo er bis zu
seinem Lebensende blieb.
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED
VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW
OF THE DOGANA TO THE WEST
Oil on canvas.
56 x 77 cm.
The Venice veduta is rendered in a muted colour
scheme characteristic of the painter’s works, which
lends the composition a markedly different overall impression
from the generally brighter scenes favoured
by Canaletto and other vedutisti.
Literature:
cf. Dizionario biografico degli italiani, vol. 10, Rome
1968, pp. 684-685.
cf. Filippo Pedrocco, Visions of Venice paintings of
the 18th Century, London 2002.
€ 45.000 – € 60.000
Sistrix
INFO | BID
VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK
VON DER DOGANA NACH WESTEN
Öl auf Leinwand.
56 x 77 cm.
Die Venedig-Ansicht zeigt sich bereits in der tonigen
Farbigkeit der Werke des Malers, was den Bildeindruck
wesentlich von den meist heller gehaltenen Vorbildmotiven
wie etwa von Canaletto und anderen Vedutisten
unterscheidet. In den Bauten sind etliche Unterschiede
auszumachen, was das Gemälde zu einem Dokument
für die Stadtgeschichte Venedigs macht.
Literatur:
Vgl. Dizionario biografico degli italiani, Bd. 10,
Rom 1968, S. 684-685.
Vgl. Filippo Pedrocco, Visions of Venice paintings
of the 18th Century, London 2002.
A.R. (1462304) (11)
104 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
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105
314
CARLO GRUBACS,
1812/40 VENEDIG – 1870
Der Maler hat sich in Venedig, wie dessen beiden Söhne
Giovanni (1829– 1919) und Marco (1839 – 1910), als
Vedutist bekannt gemacht. Ab 1818 studierte er bei
Teodoro Matteini (1754 – 1831) an der Accademia di
Belle Arti in Venedig, spezialisierte sich auf Veduten in
der Tradition des 18. Jahrhunderts und wurde aufgrund
seiner beliebten und qualitätvollen Bilder als der „Canaletto
des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet. Er hat es
verstanden, die Tradition der Venezianischen Vedutenmalerei
nach den Vorbildern der hervorragendsten Vertreter
dieser Gattung, wie Canaletto (1697 – 1768) und
Francesco Guardi (1712 – 1793), weiterzuführen, und
neue Aufmerk samkeit für dieses Genre zu schaffen.
Seine oft großformatigen Bilder widmen sich thematisch
den bekanntesten Ansichten der Lagunenstadt
und fassen die Leistungen der Vorbilder in durchdachten
Neudarstellungen in feindetaillierter Malweise zusammen.
In gewisser Weise ist hier von einem Historismus
der Vedutenmalerei zu sprechen. Entsprechend
sind die architektonischen Details berücksichtigt.
VENEDIG-VEDUTE – CAMPO SANTI GIOVANNI
E PAOLO UND DER SCUOLA DI SAN MARCO
Öl auf Leinwand.
38,5 x 55,5 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
in Kopie.
Grubacs hat sich diesem Bildthema mehrfach gewidmet.
Hier ist der Blick vom Kanal gegen den Platz gegeben,
mit Betonung der beiden Kirchenbauten in der
linken Bildhälfte mit ihren markanten Fassaden. Das
Reiterdenkmal des Colleone – wenngleich etwas nach
hinten gesetzt – bestimmt das Bildzentrum. Die Figurenstaffage
zeitgemäß in den Kostümen des 19. Jahrhunderts.
Diese späteren Venedig-Veduten resultieren
nicht zuletzt aus der Kenntnis des Stichwerkes von
Antonio Visentini (1688 – 1782): „Prospectus Magni
Canalis Venetiorum“ von 1735 ff. Entgegen der Stichvorlage
hat Grubacs jedoch die Ansicht durch die
Brücke links im Bild bereichert.
Literatur:
Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi,
Soncino 2019.
Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano,
Sommacampagna 2021.
A.R. (1471192) (11)
CARLO GRUBACS,
1812/40 VENICE – 1870
VENICE VEDUTA OF CAMPO SANTI GIOVANNI E
PAOLO AND THE SCUOLA DI SAN MARCO
Oil on canvas.
38.5 x 55.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, in copy.
Literature:
cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi,
Soncino 2019.
cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,
Sommacampagna 2021.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
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315
ALESSANDRO PIAZZA,
1652/65 VENEDIG – 1727 ROM, ZUG.
STIERKAMPF IN VENEDIG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
115 x 148 cm.
In ebonisiertem Profilrahmen.
Nach der Piazza di San Marco ist der Campo San Polo
der zweitgrößte Platz der Lagunenstadt, und wurde
daher seit jeher für große Volksversammlungen genutzt.
Gerade zur Zeit des Karnevals fanden hier Feste statt,
wie sie auf dem großformatigen Gemälde dargestellt
sind.
Dicht gedrängt, in Reihen sowie auf erhöhten Bühnen,
hat sich nahezu die gesamte Stadtbevölkerung vor der
Kulisse der den Platz begrenzenden Gebäude versammelt.
An den Seiten des Platzes stehen hohen Stangen,
an denen junge Männer hinaufgeklettert sind. Die
Zuschauer des Spektakels tragen auffallend häufig
helle Überkleider, wohl zum Schutz während der Veranstaltung,
bei der Harlekine zur Belustigung des Publikums
Streiche vorführen und Hunde gegen Stiere
aufgehetzt werden. Bei dieser Stiervorführung scheint
es – anders als etwa in Spanien – nicht um die Tötung
der Tiere zu gehen.
Zwischen 1691 und 1700 ist Alessandro Piazza in Venedig
nachgewiesen. Anschließend zog er nach Rom,
wo er sich in der Nähe der Kirche Santo Stefano del
Cacco niederließ. Die von ihm bekannten Werke sind
sämtlich großformatig angelegt, um den Themen, denen
er sich widmete – großen Menschenansammlungen,
Paraden oder Stadtfesten – ausreichend Raum zu
geben. Bekannt ist etwa die ebenso vielfigurige Darstellung
der Prozession Papst Clemens XI in Rom in
nahezu gleichem Format (Dorotheum, Wien, Oktober
2016). Auch das Gemälde „Die Entstehung Venedigs“,
dort als Ansicht aus erhöhter Perspektive dargestellt,
verweist noch auf die Zeit seines Aufenthalts in der
Lagunenstadt.
Anmerkung:
Derartige Szenen wurden auch von anderen Malern
festgehalten, etwa von Joseph Heintz (um 1600 –
um 1678). Ähnlich wie Heintz widmete sich auch
Alessandro Piazza dem Sujet des vielfigürlichen
Festereignisbildes.
Literatur:
Vgl. Terisio Pignatti, La Fraglia dei Pittori di Venezia, in:
Bollettino dei Musei Civici Veneziani, Bd. 10, Venedig
1965, S. 33.
Vgl. Giuseppe Nicoletti, Per la storia dell’arte. Lista
di nomi di artisti tolta dai libri di Tanse o Luminarie
della Fraglia dei pittori, in: Ateneo Veneto, November/
Dezember 1890, S. 28. (1431051) (13)
ALESSANDRO PIAZZA,
1652 VENICE – 1727 ROME, ATTRIBUTED
BULLFIGHT IN VENICE
Oil on canvas. Relined.
115 x 148 cm.
Note:
These scenes were also depicted by other painters,
including Joseph Heintz (ca. 1600 – ca. 1678). Like
Heintz, Alessandro Piazza explored the subject of
multi-figure festive compositions.
Literature:
cf. Terisio Pignatti, La Fraglia dei Pittori di Venezia, in:
Bollettino dei Musei Civici Veneziani, 10, 1965, pp.
16-39; p. 33.
cf. Giuseppe Nicoletti, Per la storia dell’arte. Lista di
nomi di artisti tolta dai libri di Tanse o Luminarie della
Fraglia dei pittori, in: Ateneo Veneto, November/
December 1890, p. 28.
€ 15.000 – € 25.000
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107
316
GIOVANNI MIGLIARA,
1785 ALESSANDRIA – 1837 MAILAND
Italienischer Architektur- und Historienmaler. Studium
an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. 1804
tätig für das Teatro Carcano und die Scala. Ab 1822 Professur
an der Brera Akademie. 1833 Hofmaler von König
Albert von Sardinien. Sein Werk dokumentiert, dass
er vor allem in Rom und Venedig gewirkt hat.
VENEDIG-VEDUTE MIT DEM PALAZZO
CAVALLI-FRANCHETTI
Öl auf Leinwand.
63 x 89,5 cm.
Rechts unten signiert „Migliara“.
In vergoldetem Kehlrahmen.
GIOVANNI MIGLIARA,
1785 ALESSANDRIA – 1837 MILAN
VENICE VEDUTA WITH PALAZZO
CAVALLI-FRANCHETTI
Oil on canvas.
63 x 89.5 cm.
Signed “Migliara” lower right.
Provenance:
Dorotheum Vienna, October 2024, lot 513.
€ 25.000 – € 30.000
Sistrix
INFO | BID
Am Ende des Canals mit Blick auf die von Sonne beschienener
Santa Maria della Salute mit dem Punto
della Dogana, links der Palazzo Cavalli-Franchetti
und rechts am Ufer stattfindendem Kunsttransport
zur Accademia di Belle Arti.
Provenienz:
Dorotheum Wien, Oktober 2024, Lot 513.
(1471131) (3) (13)
108 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
317
GIACOMO GUARDI,
1764 VENEDIG – 1835 EBENDA
VENEDIG – SANTA MARIA DELLA SALUTE
AM CANAL GRANDE
Öl auf Leinwand.
50 x 68 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
in Kopie.
Die Ansicht, aus Richtung der Dogana gesehen, zeigt
die Situation im diesigen Morgenlicht. Die von Palladio
errichtete Kuppelkirche, mit ihren typischen Architravvoluten,
erhebt sich über die damals noch niedrigen
seitlichen Bauten, unter einem hellen Himmel mit gebauschten
Wolken. Es ist die freundliche Farbigkeit,
das südliche Licht, das auch hier über der Lagunenstadt
liegt. Die Ruhe der Architekturwiedergabe setzt
sich in den dahingleitenden Gondeln und Segelschiffen
fort. Diese Charakteristika erweisen sich im Vergleich
mit seinem Werk als typisch.
Als Sohn des Francesco Guardi (1712–1793) widmete
Giacomo sich im Gegensatz zu seinem Vater vermehrt
dem mittleren Format. Die Reduktion der Farbigkeit,
verminderte Buntheit und Konzentration auf helle
Lichteffekte gegenüber verschatteten Partien, sind
Charakteristika, die sich vom Werk des Vaters unterscheiden.
Dabei geht das Gemälde auf ein Vorbild des
Vaters zurück, das sich im Pariser Louvre befindet.
Eine weitere, nahezu gleiche Darstellung von anderer
Hand besitzt die Nationalgalerie in Washington. Weitere
Vergleichsbeispiele sind in der beiliegenden Expertise
aufgeführt.
Literatur:
Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Soncino
2019.
Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano,
Sommacampagna 2021.
Vgl. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario
dell’avventura artistica, Mailand 1993, S. 167–190.
Vgl. Dario Succi, Guardi, Bd. I. Itinerario artistico,
Bd. II. Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Mailand
2021. A.R.
(1471921) (11)
GIACOMO GUARDI,
1764 VENICE – 1835 IBID.
VENICE – BASILICA DELLA SALUTE
ON THE GRAND CANAL
Oil on canvas.
50 x 68 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, in copy.
The painting is based on a model by the father, which
is held at the Louvre in Paris. Another, nearly identical
depiction by a different artist is held at the National
Gallery in Washington. Further comparative examples
are listed in the accompanying expert’s report.
Literature:
cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Soncino 2019.
cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,
Sommacampagna 2021.
cf. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario
dell’avventura artistica, Milan 1993, pp. 167–190.
cf. Dario Succi, Guardi, vol. I. Itinerario artistico, vol.
II. Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Milan 2021.
€ 15.000 – € 20.000
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109
110 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
318
VENEZIANISCHER MALER
DES 18./ 19. JAHRHUNDERTS
VENEDIG-VEDUTE MIT DEM PALAZZO DUCALE
UND DEM CAMPANILE
Öl auf Leinwand.
112 x 141 cm.
In profiliertem und gefasstem Rahmen.
Die Vedute bietet eine Idealansicht der Lagunenstadt.
Der Blick vom Canal Grande hin zu den prominentesten
Gebäuden, wie dem Palazzo Ducale, die links danebenliegende
Piazzetta mit den beiden Säulen San
Giorgio und San Luca, sowie dem Campanile, der sich
hinter der Biblioteca erhebt. Zahlreiche Gondeln auf
dem ruhigen Kanalwasser runden diese weltweit bekannte
Erinnerung an die Lagunenstadt ab. Die Ansicht
in flottem Pinselduktus gestaltet, die das große
Vorbild Francesco Guardi (1712–1793) gut erkennen
lässt. Minimal besch.
SCHOOL OF VENICE, 18TH/19TH CENTURY
VENICE VEDUTA WITH THE DOGE’S PALACE
AND THE CAMPANILE
Oil on canvas.
112 x 141 cm.
The view is rendered in lively brushstrokes, clearly
showing the influence of the great model Francesco
Guardi (1712 – 1793). With minimal damage.
Provenance:
Private collection, Saarbrücken.
From there, in each case through inheritance:
Private collection, Berlin.
Private collection, Wendlingen/Neckar.
Private collection, Munich.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
INFO | BID
Provenienz:
Privatsammlung, Saarbrücken.
Von dort jeweils im Erbgang:
Privatsammlung, Berlin.
Privatsammlung, Wendlingen/Neckar.
Privatsammlung, München. (1470661) (13)
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111
319
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.
DIE REGATTA IN CA’ FOSCARI
Öl auf Leinwand. Doubliert.
66 x 89 cm.
Ungerahmt.
Unter hohem blauen Himmel mit teils weißen und rosafarbenen
Wolken Blick auf den Canal Grande im Sestiere
Dorsoduro in Venedig. An den beiden Seiten des
Canals, vor den teils geschmückten Gebäuden, die
prächtigen, meist reich mit Gold verzierten und mit
Mannschaften in einheitlicher Kleidung besetzten Boote
zur Teilnahme an der Regatta. Zahlreiche Besucher
wollen dieser Regatta, zum Teil aus Booten heraus,
wie das im Vordergrund des Gemäldes, beiwohnen.
auffallend linksseitig ein prächtiges Renaissance-Gebäude
mit zweifacher roter, von Balkonen herabhängender
Beflaggung zu sehen, der Palazzo Balbi. Das
Gemälde ist Canalettos (1697–1768) berühmter Ansicht
nachempfunden, die in den Jahren zwischen
1732 und 1735 entstand, in Schloss Windsor aufbewahrt
wird und von Canaletto und Francesco Guardi
(1712–1793) mehrfach kopiert wurde. Später wurde
die Szene von Antonio Visentini (1688–1782) in seinem
1735 erschienenen Kupferstichalbum erneut aufgegriffen;
vorbereitende Vorzeichnungen sind im Correr Museum
und im British Museum erhalten. Zu Canalettos
zahlreichen Repliken und Variationen dieses Gemälde
sei auf Constables Anmerkungen verwiesen. Die Versionen
in der National Gallery in London und die des
Herzogs von Bedford lassen sich aufgrund des Wappens
des Dogen Alvise Pisani, der in diesen Jahren an
der Macht war, zwischen 1735 und 1741 datieren. Eine
ähnliche Regatta lässt sich auch im Werk von Giuseppe
Bernardino Bison (1762–1844) finden.
Literatur:
Vgl. William George Constable, Canaletto. Giovanni
Antonio Canal, 1697–1768, Oxford 1962, S.339-340,
Nr.347. (14722810) (18)
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED
THE REGATTA IN CA’ FOSCARI
Oil on canvas. Relined.
66 x 89 cm.
The painting is based on Canaletto’s (1697 – 1768)
famous view, created between 1732 and 1735, held at
Windsor Castle, and copied several times by Canaletto
and Francesco Guardi (1712 – 1793). The scene was
later revisited by Antonio Visentini (1688 – 1782) in his
1735 collection of engravings; preparatory drawings
are preserved in the Museo Correr and the British
Museum. A similar regatta can also be found in the
work of Giuseppe Bernardino Bison (1762 – 1844).
Literature:
cf. William George Constable, Canaletto. Giovanni
Antonio Canal, 1697 – 1768, Oxford 1962, pp. 339-
340, no. 347
€ 50.000 – € 70.000
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320
APOLLONIO FACCHINETTI,
GENANNT „DOMENICHINI“,
TÄTIG 1740 – 1770
Der Informationsstand über den Maler waren lange
Zeit sehr dürftig. Der Name Domenichini wird fürs Jahr
1757 in der venezianischen Malergilde Fraglia erwähnt.
Aufgrund von Stilvergleichen und archivalischen Quellen
konnte jedoch ein Gesamtbild vom Wirken des Malers
entworfen werden. Das Geburtsjahr 1715 hat Lino
Moretti ermittelt. Er konnte aufgrund eines Dokuments
vom August 1702 feststellen, dass der eigentliche Familienname
Facchinetti lautet. Die Quelle nennt den
Vater, ebenfalls Maler, mit beiden Namen. Es wird angenommen,
dass Facchinetti bei Luca Carlevarij (1663–
1730) studiert hat, sich jedoch um 1740 selbständig
machte. Auch architektonische Details in den Veduten
lassen seine Werkgruppe um 1744 datieren. Das einzige
datierbare Werk Facchinettis ist eine Romansicht
von 1746. Die Veduten der Stiftung Langmatt (Schweiz)
wurden u. a. 1994 in einer Ausstellung gezeigt, mit einem
Katalog von Gertrude Borghero. Darüber hinaus
hat Dario Succi das Werk Facchinettis mit späteren Malern
in Verbindung gebracht, die von Facchinetti beeinflusst
gewesen sein dürften, wie etwa Michele Marieschi
(1710-43), Francesco Albotto (1721–1757) oder
Francesco Tironi (1745–1797).
Wir danken Dario Succi für die Zuweisung des Gemäldes
an den genannten Maler.
Dieser Stadtansicht, mit dem lang sich hinstreckenden
alten Klostergebäude, dem Dominikaner Konvent –
Ospedale Civile SS Giovanni e Paolo rechts im Bild sowie
der Bogenbrücke im Hintergrund, haben sich mehrere
Vedutisten gewidmet, neben Antonio Canal,
genannt „Canaletto“ (1697–1768) vor allem auch Francesco
Guardi (1712–1793).
Der Maler wird aufgrund von vierzehn seiner Werke in
einer Sammlung in Baden bei Zürich als „Meister der
Veduten der Langmatt-Stiftung“ bezeichnet. Zwischen
1740 und 1770 wirkte er als Schüler von Luca Carlevarijs
(1663/65–1729/31) und Johann Richter (1665–1745)
als Vedutist in Venedig. Neben seinen bekannten Venedigansichten
entstanden jedoch auch eine Reihe
höchst fantasievoller Capriccios.
Literatur:
Vgl. Gertrude Borghero (Hrsg.), Mythos Venedig. Venezianische
Veduten des 18. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog
(Stiftung Langmatt, Baden, 8. Juni – 31.
APOLLONIO FACCHINETTI,
ALSO KNOWN AS „DOMENICHINI“,
ACTIVE 1740 – 1770
VENICE – RIO DEI MENDICANTI
VENEDIG – RIO DEI MENDICANTI
Öl auf Leinwand.
29 x 46,5 cm.
Verso auf der Leinwand originale Bezeichnung aus der
Entstehungszeit des Bildes in Schwarz „Mendicanti“.
Oktober 1994), Mailand 1994.
Vgl. Filippo Pedrocco, Visions of Venice. Paintings of
the 18th Century, London 2002.
Vgl. Lino Moretti, Di Apollonio Facchinetti detto Domenichini
(1715–1757) e altri pittori di quella famiglia,
in: Arte Veneta, Bd. 68 (2011), S. 315-323,
A.R. (1472082) (3) (11)
€ 12.000 – € 15.000
Oil on canvas.
29 x 46.5 cm.
The original inscription dating to the time of the painting’s
execution, “Mendicanti”, appears in black on the
reverse of the canvas.
We would like to thank Dario Succi for attributing the
painting to the aforementioned artist.
Literature:
cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venedig.
Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,
exhibition catalogue, (Stiftung Langmatt, Baden,
8 June – 31 October 1994), Milan 1994.
cf. Filippo Pedrocco, Visions of Venice. Paintings
of the 18th Century, London 2002.
cf. Lino Moretti, Di Apollonio Facchinetti detto
Domenichini (1715 –1757) e altri pittori di quella
famiglia, in: Arte Veneta, vol. 68, 2011, pp. 315-323.
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113
321
APOLLONIO FACCHINETTI,
AUCH GENANNT „DOMENICHINI“,
TÄTIG 1740 – 1770
Apollonio Facchinetti, nach dem Vornamen seines Vaters
Domenico (1669– 1743) auch „Domenichini“ genannt,
war ehemals als „Meister der Fondazione Langmatt“
bekannt geworden. Dreizehn Veduten der
Langmatt-Stiftung in Baden haben nach Vorschlag von
Dario Succi zu einer Benennung des Malers geführt.
Sein Name wurde entdeckt durch die Korrespondenz
zwischen dem britischen Minister Sir John Strange
und dem venezianischen Gemäldeagenten Maria Sasso.
Als Vedutist widmete sich Apollonio wohl ausschließlich
der Stadt Venedig. Vermutlich war er ein
Schüler Carlevaris (1663/65– 1729/31), Francesco Albottos
(1721/22– 1757), oder Michele Giovanni Marieschis
(1696/1710 – 1743). Der Zeitraum zwischen
1740 und 1750, in dem sich Giovanni Antonio Canal,
genannt „Canaletto“ (1697– 1768) in England aufhielt,
kam Apollonio zugute, war er nun, bei den Reisenden
der Grand Tour mit seinen Veduten äußerst beliebt. Bei
etlichen Ausstellungen wurde die Anerkennung der
im Stilvergleich stehenden Werke an Apollonio immer
präziser.
Gemäldepaar
CANAL GRANDE MIT BLICK AUF IL REDENTONE
sowie
CANAL GRANDE MIT BLICK AUF DIE KARMELITER-
KIRCHE SANTA MARIA DI NAZARETH
Jeweils Öl auf Leinwand.
Jeweils 31 x 46 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 23. Februar 2026, in Kopie.
Die beiden Gemälde wohl als Gegenstücke gearbeitet;
die Palast- und Häuserfronten jeweils im Licht, unter
blauem Himmel, mit wenigen ziehenden Wolken. In
beiden Bildern zahlreiche Gondeln auf dem ruhigen
Kanalwasser.
(1471023) (11)
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APOLLONIO FACCHINETTI,
ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,
ACTIVE 1740 – 1770
A pair of paintings
GRAND CANAL WITH VIEW OF IL REDENTORE
and
GRAND CANAL WITH VIEW OF THE CARMELITE
CHURCH OF SANTA MARIA DI NAZARETH
Oil on canvas, each.
Both 31 x 46 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, Padua, dated 23 February 2026, in copy.
Sistrix
€ 25.000 – € 35.000 INFO | BID
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115
322
GABRIELE BELLA,
1730 VENEDIG – 1799 EBENDA
Über den Künstler ist nur wenig bekannt. Er lebte und
arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor
allem Gebäude und das Stadtleben. Außerdem wurde
er für seine Dokumentation venezianischer Feste geschätzt.
Bella soll 1799 in einem der Kanäle ertrunken
sein.
Gemäldepaar
DIE PIAZZETTA MIT BLICK AUF
DIE ISOLA DI SAN GIORGIO
sowie
DER PALAZZO DUCALE MIT DEM
BACINO DI SAN MARCO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Jeweils 43 x 57 cm.
Rahmen mit gravierter Künstlerplakette,
Carlevarijs nennend.
In reich ornamental reliefiertem und
vergoldetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 30. Januar 2026, in Kopie.
Das erste Gemälde mit Darstellung der Piazzetta zwischen
dem Dogenpalast und dem Campanile, dahinter
die monolithischen Säulen und die dahinterliegende
Isola di San Giorgio. Im Vordergrund feiernde Figuren.
Das zweite Gemälde mit Blick über den mit vielen
Booten und Gondeln befahrenen Canal Grande auf die
am Ufer gelegene Piazzetta mit den beiden Monolithsäulen,
auf denen sich der Markuslöwe bzw. die San
Todaro-Statue befinden. Flankiert werden sie vom Do-
genpalast und der Biblioteca Nazionale Marciana. Zahlreiche
Figuren sind nicht nur vor dem Dogenpalast zu
sehen, sondern auch auf den Booten. Im Hintergrund
links ist die Punta della Dogana zu erkennen, während
auf der rechten Bildseite, hinter dem Dogenpalast, das
Dach des Campanile in den hohen blau-grauen, fast
wolkenlosen Himmel ragt.
Literatur:
Vgl. Manilo Torquato Dazzi, Ettore Merkel (Hrsg.),
Catalogo della Pinacoteca della fondazione scientifica
Querini Stampalia, Vicenza 1979.
Vgl. Federica Spadotto, Cicalate venete. Feste, giochi
e tradizioni della Serenissima nei dipinti degli antichi
maestri, Venedig 2011. (1472261) (13)
116 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
GABRIELE BELLA,
1730 VENICE – 1799 IBID.
A pair of paintings
THE PIAZZETTA OVERVIEWING THE ISOLA
DI SAN GIORGIO and
THE PALAZZO DUCALE WITH THE BACINO
DI SAN MARCO
Oil on canvas. Relined.
43 x 57 cm each.
Frame with engraved artist’s plaque naming Carlevarijs.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica Spadotto,
Padua, 30 January 2026, in copy.
Literature:
cf. Manilo Torquato Dazzi and Ettore Merkel (eds.),
Catalogo della Pinacoteca della fondazione scientifica
Querini Stampalia, Vicenza 1979.
cf. Federica Spadotto, Cicalate venete. Feste, giochi e
tradizioni della Serenissima nei dipinti degli antichi
maestri, Venice 2011.
Sistrix
€ 50.000 – € 70.000 INFO | BID
Place your bids online: www.hampel-auctions.com
117
323
GIOVANNI ANTONIO CANAL,
GENANNT „CANALETTO“,
1697 VENEDIG – 1768 EBENDA,
NACHFOLGE DES
VENEDIGVEDUTE MIT SAKRALEN GEBÄUDEN
GIOVANNI ANTONIO CANAL,
ALSO KNOWN AS “CANALETTO”,
1697 VENICE – 1768 IBID.,
FOLLOWER OF
VENICE VEDUTE WITH ECCLESIASTICAL BUILDINGS
Öl auf Leinwand.
128 x 204 cm.
In Profilrahmen.
Die breitformatige Venedigvedute bietet den Blick auf
die seitlich zur Mitte nach hinten ziehenden Häuserreihen
mit Palästen und Kirchen, von der Mitte des Kanals
aus gesehen. Auf dem ruhigen Kanalwasser befinden
sich mehrere Gondeln. Weitere liegen an den Ufertreppen
an, auf den Uferwegen Figurenstaffage. Der Blick
ist Richtung Mestre gerichtet. Links sind der hohe Säulenportikus
mit ansteigender Treppe sowie die hohen
Kuppeln der Kirche San Simeone Piccolo zu sehen, eingebunden
in die Fassadenreihe der flankierenden Paläste.
Links im Vordergrund zwei dem Betrachter näherliegende
kleine Segelschiffe mit ein gezogenen Segeln
und blauen Wimpeln sowie Figurenstaffage. Die Häuserreihe
wird links durch den Palazzo Adoldo fortgesetzt.
Rechts am Bildrand die Fassade der Kirche Santa
Maria di Nazareth, umgangssprachlich Santa Maria degli
Scalzi genannt. Weiter hinten die Kirche Santa Lucia
zu erkennen, die heute nicht mehr besteht, da sie 1861
im Zuge des Bahnhofsbaus abgerissen wurde.
Provenienz:
Französische Privatsammlung. (1451319) (13)
Oil on canvas.
128 x 204 cm.
Provenance:
Private collection, France.
€ 100.000 – € 200.000 (†)
Sistrix
INFO | BID
118 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
324
APOLLONIO FACCHINETTI,
GENANNT „DOMENICHINI“,
TÄTIG 1740 – 1770
Gemäldepaar
VENEDIGVEDUTE MIT DER CHIESA
DI SAN MICHELE IN ISOLA
sowie
VENEDIGVEDUTE MIT DER CHIEASA
DI SAN GIORGIO MAGGIORE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
23,3 x 30,4 cm.
In vergoldetem und reliefverziertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 25. Februar 2026, in Kopie.
Jeweils in reizvoller sonniger Stimmung mit von Figurenstaffage
gezierten Gondeln auf dem Canal Grande
nebst Segelschiffen und die Sakralbauten belebenden
Vögeln. Apollonio Facchinetti wurde auch „Domenichini“
oder „Menichino“ genannt und war der wichtigste
Künstler der in Venedig ansässigen Familie Apollonio.
Hinweise zum Leben des Künstlers sind relativ rar. Vermutlich
war er ein Schüler Luca Carlevaris (1663/65–
1729/31), Francesco Albottos (1721/22–1757), oder
Michele Giovanni Marieschis (1696/1710–1743) und
scheint ab etwa 1740 als unabhängiger Künstler tätig
gewesen zu sein. Als Vedutist widmete sich Apollonio
wohl ausschließlich der Stadt Venedig. Der Zeitraum
zwischen 1740 und 1750, in dem Canaletto (1697–
1768) sich in England aufhielt, kam Apollonio zugute,
war er nun, bei den Reisenden der Grand Tour mit seinen
Veduten äußerst beliebt. Bei etlichen Ausstellungen
wurde die Anerkennung der im Stilvergleich stehenden
Werke an Apollonio immer präziser. Die von
ihm stammende zusammengehörige Werkgruppe von
13 Veduten in der namensgebenden Stiftung Langmatt
in Baden in der Schweiz hat man aufgrund architektonischer
Details in das Jahr 1744 datiert. Die Veduten
führten nach Vorschlag von Dario Succi zu einer Benennung
des Malers. Sein Name wurde entdeckt durch
die Korrespondenz zwischen dem britischen Minister
Sir John Strange und dem venezianischen Gemäldeagenten
Maria Sasso. Sein Werk ist mit dem Schaffen
von Michele Giovanni Marieschi (1696/1710–1743)
und Francesco Albotto (1721/22–1757) in Verbindung
gebracht worden. Es ist auch mit Arbeiten von Francesco
Tironi (um 1745–1797), in der Manier Giovanni
Antonio Canal (1697–1768), vergleichbar.
Literatur:
Vgl. Gertrude Borghero (Hrsg.), Mythos Venedig.
Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,
Mailand 1994.
Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di
Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,
Sommacampagna 2018. (1471042) (13)
APOLLONIO FACCHINETTI,
ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,
ACTIVE 1740 – 1770
A pair of paintings
VENICE VEDUTA WITH CHIESA DI
SAN MICHELE IN ISOLA
and
VENICE VEDUTA WITH THE CHIEASA
DI SAN GIORGIO MAGGIORE
Oil on canvas. Relined.
23.3 x 30.4 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, Padua, 25 February 2026, in copy.
Literature:
cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venedig.
Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Milan
1994.
cf. Federica Spadotto, Io sono ‘700. L’anima di Venezia
tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,
Sommacampagna 2018.
€ 30.000 – € 40.000
Sistrix
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119
325
MICHELE GIOVANNI MARIESCHI,
1696/1710 – 1743 VENEDIG
Von Michele Marieschi ist nicht viel Genaueres überliefert.
Wir wissen, dass er Schüler seines Vaters war
und sich danach in der Zeit um 1720 bzw. auch nach
1731 in Deutschland aufhielt, um als Bühnenmaler zu
arbeiten sowie, dass er sich 1735 nach Venedig zurückging,
und dort Mitglied der venezianischen Malergilde
Fraglia de’ Pittori wurde. Der Kupferstecher und Maler
Gaspare Diziani (1689–1767) sowie der Sammler Mathias
von der Schulenburg, damals Generalfeldmarschall
im Dienste Venedigs, unterstützten den Maler.
Letzterer erwarb 1738 zwei Veduten. Auch die Verehelichung
mit Angela Fontana, der Tochter eines bekannten
Kunsthändlers der Stadt, dürfte zum Erfolg Marieschis
beigetragen haben. Ab 1743 hat Marieschi die
Aufträge mehr und mehr seinem Schüler Francesco
Albotto (1721/22–1757) überlassen. Etliche Gemälde
seiner Hand befinden sich in öffentlichen Museen in
Stockholm, Prag oder Warschau, sowie im Niedersächsischen
Landesmuseum Hannover.
VENEDIG – BLICK AUF DIE RIALTOBRÜCKE
Öl auf Leinwand.
34,4 x 55,3 cm.
Die Vedute zeigt die hohe Qualität der Werke des Malers,
trotz der bislang nicht völlig gesicherten Zuweisung.
Dies vor allem wegen der malerischen Lichtführung,
der detailgenauen Wiedergabe der Gebäude,
sowie der lebendigen Figurenstaffage mit Gondeln
und Segelschiffen. Der Blick ist in den Lauf des Kanals
gerichtet und bietet einen Blick unter den Brückenbogen.
Typisch für die Arbeitsweise des Malers ist die
Exaktheit der Wiedergabe der Architektur, aber auch
der malerischen Effekte, wie hier der sonnenbelichteten
Bogen-Unterseite der ansonsten verschatteten
Brücke.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, Marieschi tra Canaletto e Guardi,
Gorizia 1989.
Vgl. Dario Succi, Marieschi. Opera Completa,
Treviso 2016, S. 405, Abb. 214.
Vgl. Ralph Toledano, Michele Marieschi.
L’opera completa, Mailand 1998.
A.R. (1471854) (11)
MICHELE GIOVANNI MARIESCHI,
1696/1710 – 1743 VENICE
VENICE – VIEW OF THE RIALTO BRIDGE
Oil on canvas.
34.4 x 55.3 cm.
The veduta attests to the high quality of the painter’s
work, notwithstanding the continued uncertainty surrounding
its attribution. Characteristic of his style is
the meticulous rendering of architectural detail, combined
with refined painterly effects, such as by the
sunlit underside of the arch set against the otherwise
shadowed bridge.
Literature:
cf. Dario Succi, Marieschi tra Canaletto e Guardi,
Gorizia 1989.
cf. Dario Succi, Marieschi. Opera Completa, Treviso
2016, p. 405, ill. 214.
cf. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera
completa, Milan 1998.
€ 45.000 – € 60.000 (†)
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326
ALBERTO PULICINO,
UM 1719 VALLETTA – UM 1765
Der auf Malta geborene Maler war der Neffe des Giorgio
Pullicino (1779–1851), der als Maler und Architekt
wirkte. Er widmete sich zeitlebens der malerischen
Dokumentation seiner Heimatinsel. Naturgemäß gehören
Hafenansichten zu seinen Hauptthemen. Daneben
entstanden nur vergleichsweise wenige Veduten
vom Inneren des Landes. Bekannt geworden ist Pulicino
für seine Panoramabilder, in denen er die Häfen wie
Marsamxett oder den „Großen Hafen“ Maltas ins Bild
gesetzt hatte. Sein Malstil verrät die venezianische
Bild- und Figurenauffassung.
Gemäldepaar
PANORAMA-ANSICHTEN VON MALTA
Jeweils Öl auf Leinwand.
57 x 126 cm.
Um 1753.
Ungerahmt.
Die Insel wurde in der Geschichte von den verschiedensten
Nationen beherrscht, so auch von der Ritterschaft
des französischen Johannesordens, weswegen
sich etliche Werke Pulicinos in Frankreich befinden. Die
beiden Panoramaansichten bieten den Blick jeweils
vom Ufer auf die im späten Sonnenlicht stehende
Stadt Valletta mit ihrer maritimen Bedeutung – einmal
mit dem Castel St. Angelo und Galeeren, beflaggt mit
den Fahnen des Malteserordens – im Gegenstück der
Blick auf die Hafenbarriere. Die Gemälde sind Teil einer
bekannten Serie von sieben Veduten Valettas, entstanden
um 1753.
A.R. (14722812) (11)
ALBERTO PULICINO,
CA. 1719 VALLETTA – CA. 1765
A pair of paintings
PANORAMIC VIEWS OF MALTA
Oil on canvas each.
57 x 126 cm.
ca. 1753.
The paintings are part of a well-known series of seven
views of Valletta, created in ca. 1753.
€ 60.000 – € 90.000
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121
327
FRANCESCO TIRONI,
UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA, ZUG.
Gemäldepaar
SAN PIETRO DI CASTELLO
sowie
CANAL GRANDE MIT BLICK VON SANTA MARIA
DELLA CARITA ZUM BACINO DI SAN MARCO
Öl auf Leinwand.
53 x 70 cm.
Jeweils mit einer Ansicht der Architekturen über ruhiges
Gewässer hinweg, das von Gondeln mit Figurenstaffage
sowie den Spiegelungen der Gebäude belebt
wird. Eines der Gemälde zeigt die Insel Castello. Sie
gilt die als die erste befestigte Siedlung Venedigs. Hier
stand bereits im 7. Jahrhundert eine Kirche, und im 15.
Jahrhundert wurde die erste Kathedrale der Lagunenstadt
errichtet. Der etwas schiefe Campanile wurde ab
1482 von Mauro Codussi aus istrischem Kalkstein errichtet.
Er dominiert im Bild, ist jedoch nach rechts gerückt,
und bildet zusammen mit der Fassade den eigentlichen
Bildinhalt. Andrea Palladio lieferte erste
Umbauentwürfe für die Fassade, doch nach dem Tod
des Auftraggebers führte Francesco Smeraldi die Arbeiten
aus. Die Staffage mit Schiffen und Lastkähnen
belebt die Darstellung.
Das zweite Gemälde zeigt die Westfassade von Santa
Maria della Caritá. Sämtlichen dieser Ansichten liegt
ein Kupferstich von Luca Carlevarijs zugrunde, nach
dem in den Malerateliers die Fassungen in Öl gefertigt
wurden. Wie im Stich, ist die Fassade auch hier noch
mit spitzbogigen gotischen Giebeln und mit einem großen
Rundfenster gezeigt. Die bauliche Änderung erfolgte
erst gegen 1807 im Zuge der Auflösung des Klosters
und der Verwendung der Gebäude als Akademie
der Schönen Künste (Gallerie dell’ Accademia). Der
einst links danebenstehende Campanile, ist in einem
Gemälde von Calaletto von 1726 noch zu sehen, er war
vor Entstehung der Darstellung bereits eingestürzt. So
dokumentiert das Bild den baulichen Zustand nach
1730/40.
Der Malstil beider Gemälde zeigt die Einflüsse von Canaletto
(1697–1768) und den beiden Francesco und
Antonio Guardi. Jedoch sind sie nichtsdestoweniger
als zusätzliche historische Dokumente der Geschichte
Venedigs von Bedeutung.
A.R. (1472282) (11)
FRANCESCO TIRONI,
CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA, ATTRIBUTED
A pair of paintings
SAN PIETRO DI CASTELLO
and
GRAND CANAL WITH VIEW FROM SANTA MARIA
DELLA CARITÀ TO THE BACINO DI SAN MARCO
Oil on canvas.
53 x 70 cm.
The second painting depicts the west façade of Santa
Maria della Carità. All these views are based on a copper
engraving by Luca Carlevarijs, after which the oil
versions were created in the painters’ studios. As in the
engraving, the façade is also shown here with pointed
Gothic gables and a large round window. The structural
changes only took place around 1807 during the dissolution
of the monastery and the use of the buildings as
the Academy of Fine Arts (Gallerie dell’Accademia di
Venezia). The campanile, which once stood to the left,
can still be seen in a painting by Canaletto from 1726;
it had already collapsed before the painting was created.
Thus, the works document the building’s condition
after 1730/40.
€ 60.000 – € 80.000
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328
BERNARDO CANAL,
1674 VENEDIG – 1744 EBENDA
Bernardo Canal stand unter dem Einfluss des Luca
Carlevaris (1663/65–1729/31) und wurde 1739 Prior der
Venezianischen Malergilde. Bekannt wurde er zu seiner
Zeit zunächst vor allem für seine Bühnendekorationen
zu Aufführungen von Werken von Vivaldi, Pollarolo
oder Orlandini an den Theatern San Angelo und San
Cassiano. Erst danach widmete er sich, wie alsbald
sein Sohn Giovannni Antonio (1697–1768) der Vedutenmalerei,
die mit ihm eigentlich begründet wurde.
VENEDIG-VEDUTE – BLICK AUF
DIE INSEL SAN MICHELE
Öl auf Leinwand.
63 x 95 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, in Kopie.
Die großformatige Ansicht, die die Gebäude der Insel
in hellem Licht zeigt, scheint wie von einem Fährschiff
aufgefasst zu sein; der Vordergrund lässt die Wasseroberfläche
bis zum unteren Bildrand reichen. Der
Maler hat den Charakter der Abgeschlossenheit der
Klosterinsel, die seit jeher Ruhestätte bedeutender Venezianer
war, zur Wirkung gebracht. Immerhin ruhen
hier auch viele Persönlichkeiten der Neuzeit, wie die
Komponisten Igor Strawinsky, Ermano Wolf-Ferrari
oder Dichter wie Ezra Pound. Der Kahn- und Gondelverkehr
erscheint hier noch sehr ruhig, entgegen dem
regen Treiben auf späteren Veduten, etwa des Sohnes
Giovanni Antonio, der als Canaletto bekannt wurde.
Dem früheren Zeitstil entsprechend erscheinen venezianische
Veduten des Bernardo etwas stärker farbig
und strenger als die seines Sohnes. Belebend und aufhellend
wirken hier die gebauschten sonnenbelichteten
Wolken. So ist hier noch ein Nachklang des Hochbarock
zu spüren. Dies zeigt sich in vorliegendem Bild
auch in der Darstellung der Figurenstaffage, die in
strengerer Ordnung gruppiert erscheint.
Literatur:
Isabella Reale und Dario Succi (Hrsg.), Luca Carlevarijs
e la veduta veneziana del Settecento. Ausstellungskatalog
(Padova, Palazzo della Ragione, 25. September
– 26. Dezember 1994), Mailand 1994, S. 259.
Annalia Delneri und Dario Succi (Hrsg.), Da Canaletto
a Zuccarelli: il paesaggio veneto del Settecento. Ausstellungskatalog
(Passariano, Villa Manin, 8. August
– 16. November 2003), Tavagnacco 2003.
A.R. (1472283) (11)
BERNARDO CANAL,
1674 VENICE – 1744 IBID.
VENICE VEDUTA – VIEW OF THE ISLAND OF SAN
MICHELE
Oil on canvas.
63 x 95 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi, in
copy.
Literature:
Isabella Reale and Dario Succi (eds.), Luca Carlevarijs
e la veduta veneziana del Settecento, exhibitions
catalogue (Padova, Palazzo della Ragione, 25
September – 26 December 1994), Milan 1994, p.
259.
Annalia Delneri and Dario Succi (eds.), Da Canaletto a
Zuccarelli: il paesaggio veneto del Settecento,
exhibition catalogue (Passariano, Villa Manin, 8
August – 16 November 2003), Tavagnacco 2003.
€ 60.000 – € 90.000
Sistrix
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123
329
GABRIELE BELLA,
1730 VENEDIG – 1799 EBENDA
Über den Künstler ist nur wenig bekannt. Er lebte und
arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor
allem Gebäude und das Stadtleben. Außerdem wurde
er für seine Dokumentation venezianischer Feste geschätzt.
Bella soll 1799 in einem der Kanäle ertrunken
sein.
Gemäldepaar
VENEDIGVEDUTEN
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
Je 50 x 70 cm.
In vergoldetem Régence-Stilrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Dario Succi, Gorizia, in
Kopie.
Die hier gezeigte Ansicht von sehr hoher Qualität verleiht
dem Markusdom und seinem Campanile, die von
den architektonischen Flügeln der Procuratie Nuove
gerahmt werden, durch die perspektivische Anordnung
besondere Größe. Eine erste Version dieser Ansicht
könnte ein Werk Canalettos aus der Zeit um 1723 sein
(William George Constable, Canaletto. Giovanni Antonio
Canal. 1697 – 1768, Oxford 1976, Bd. 1, hg. von
J.G. Links, Tafeln 11 – 14), von dem der Forschung
mehrere Versionen mit unterschiedlicher Beleuchtung
bekannt sind. Auf der Piazza ist das neue Pflaster aus
dem Jahr 1723 zu erkennen, das bereits von Canaletto
selbst dargestellt wurde. Die Architektur ist mit großer
Sorgfalt wiedergegeben, ebenso das differenzierte
Farbenspiel.
Die zweite Vedute zeigt einen Blick vom Canal Grande
auf einige der prominentesten Bauwerke der Stadt,
darunter der Palazzo Ducale, die links anschließende
Piazzetta mit den Säulen San Giorgio und San Luca sowie
dem Campanile, der sich hinter der Biblioteca erhebt.
Zahlreiche Gondeln auf dem ruhigen Kanalwasser
runden diese weltweit bekannte Erinnerung an die
Lagunenstadt ab.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di
rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento.
L’opera completa dei grandi maestri veneti,
Castelfranco Veneto 2013, S. 198, Nr. 16.
(1470321) (13)
124 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
GABRIELE BELLA,
1730 VENICE – 1799 IBID.
A Pair of paintings
VENICE VEDUTE
Oil on canvas. Old Relining.
50 x 70 cm each.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,
Gorizia, in copy.
The first version of this view could be a work by Canaletto
from around 1723 (Willian George Constable,
Canaletto. Giovanni Antonio Canal. 1697–1768, Oxford
1976, vol. 1, ed. by J.G. Links, plates 11–14), of which
several versions with different lighting are known to
researchers.
Literature:
cf. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di
rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento.
L’opera completa dei grandi maestri veneti,
Castelfranco Veneto 2013, p. 198, no. 16.
Sistrix
€ 35.000 – € 50.000 INFO | BID
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125
330
VENEZIANISCHER VEDUTIST
DES 19./ 20. JAHRHUNDERTS
PIAZZA SAN MARCO – BLICK NACH WESTEN
MIT DER PROCURATIE VECCHIE
Öl auf Leinwand.
44 x 67 cm.
Das Gemälde orientiert sich an bekannten Vorbildern
des 18. Jahrhunderts von Malern wie Canaletto (1697–
1768) oder späteren Vedutisten wie Francesco Zanin
(um 1824–1884). Aus der Tradition der venezianischen
Vedutenmalerei wurde hier die Staffage mit Figuren in
Kostümen des Settecento eingebracht, wie ebenso
das lebendige Treiben mit von Sonnenschirmen überdachten
Marktständen. Die die fein gemalten architektonischen
Details mit Markisen an dem rechts in der
Sonne stehenden Gebäudetrakt zeigen das Interesse
für realistische Genauigkeit – ein Stilelement, das für
Veduten des 19. Jahrhunderts typisch ist. Neben dem
links stehenden, vom Bildrand abgeschnittenen Campanile
gliedern drei hohe Fahnenmasten die Bildfläche,
bei Betonung der Perspektive mit den nach hinten sich
verjüngenden Bauten.
(1472083) (3) (11)
VENETIAN VEDUTISTI, 19TH/20TH CENTURY
PIAZZA SAN MARCO – VIEW TO THE WEST
WITH PROCURATIE VECCHIE
Oil on canvas.
44 x 67 cm.
The painting draws upon well-known 18th-century
models by artists such as Canaletto (1697 – 1768), as
well as later veduta painters including Francesco Zanin
(ca. 1824 – 1884). From the Venetian veduta tradition,
it adopts the inclusion of staffage with figures dressed
in Settecento costumes.
€ 25.000 – € 30.000
Sistrix
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331
VINCENZO CHILONE,
1758 VENEDIG – 1839
Chilone zählt in der venezianischen Vedutenmalerei
zu den Nachfolgern Canalettos (1697–1768). Aus ärmlichen
Verhältnissen hat er sich zwölfjährig mit der
Herstellung von Seidenstrümpfen seinen Unterhalt
verdient, bevor er in die Werkstatt des Francesco Battaglioli
(1725–1796) kam, bei dem er sich die Kenntnisse
der Vedutenmalerei aneignen konnte. 1824 wurde
er in die Accademia di Belle Arti di Venezia aufgenommen.
Obwohl vom Adel gefördert, verstarb Chilone
verarmt.
BLICK VOM MARKUSPLATZ RICHTUNG
MARKUSBECKEN
Tempera auf Karton.
53 x 76 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi,
Gorizia, in Kopie.
Blick von erhöhtem Standpunkt, vom sonnenbeschienenen
Markusplatz über die Piazzetta, vorbei an den
beiden monolithischen Säulen, auf das Markusbecken
mit mehreren Schiffen, Booten und Gondeln, auf dem
ruhig fließenden hellblauen Wasser. Linksseitig der
Markusdom sowie dahinterliegend der teils rosafarbene
Dogenpalast. Auf der gegenüberliegenden Seite die
prachtvolle Bibliothek des San Sovino, gänzlich im
Schatten liegend. Auf dem Platz selbst zahlreiche Figuren
in Rückenansicht sowie ein kleiner Hund. Das hier
gezeigte schöne Temperabild, das sich durch eine genaue
Wiedergabe der architektonischen Struktur, eine
lebendige Farbgestaltung und diffuse Leuchtkraft auszeichnet,
basiert laut Succi auf der Radierung von Luca
Carlevaris (1663/65–1729/31), die 1703 veröffentlicht
wurde. Succi ordnet das vorliegende Werk in die mittlere
Schaffensphase des Künstlers ein, als er noch unter
dem Einfluss von Canaletto stand.
(1472081) (3) (18)
VINCENZO CHILONE,
1758 VENICE – 1839
VIEW FROM SAINT MARK’S SQUARE TOWARDS
SAINT MARK’S BASIN
Tempera on card.
53 x 76 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,
Gorizia, in copy.
According to Succi, the beautiful tempera painting presented
here, which is characterized by an accurate reproduction
of the architectural structure, a vibrant colour
scheme and diffuse luminosity, is based on an
etching by Luca Carlevaris (1663/65 – 1729/31), which
was published in 1703. He places the present work in
the middle creative period of the artist, when he was
still under the influence of Canaletto.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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127
332
FRANCESCO GUARDI,
1712 VENEDIG – 1793 EBENDA, ZUG.
Gemäldepaar
VENEZIANISCHE ANSICHTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
23,5 x 16,8 cm.
Verso mit altem Etikett und Lacksiegel.
In Louis XV-Stilrahmen.
Blick aus Bogenarchitekturen hinaus auf sonnenbeschienene
Freiflächen mit dahinterliegenden sakralen
Architekturen Venedigs. Sowohl der Pinselduktus als
auch die Komposition lassen Anklänge an den großen
venezianischen Meister Francesco Guardi erkennen.
(1472171) (13)
128 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
FRANCESCO GUARDI,
1712 VENICE – 1793 IBID., ATTRIBUTED
A pair of paintings
VENICE VEDUTAS
Oil on canvas. Relined.
23.5 x 16.8 cm.
Old labels and a lacquer seal on the reverse.
Sistrix
€ 8.000 – € 10.000 INFO | BID
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129
333
JOHAN RICHTER,
AUCH „GIOVANNI RICHTER“,
1665 STOCKHOLM – 1745 VENEDIG, ZUG.
Johann Richter war ein einflussreicher Maler venezianischer
Ansichten, der für seine Zusammenstellungen
berühmter architektonischer Elemente der Stadt bekannt
war. Seine Werke fanden eine große Anhängerschaft
und er kann als Vorläufer der späteren Vedutenmaler,
wie Canaletto (1797–1768) und Bernardo
Bellotto (1720–1780) angesehen werden.
BLICK AUF DIE PIAZZETTA SAN MARCO IN VENEDIG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
40 x 53 cm.
In Prunkrahmen.
Blick von erhöhtem Standpunkt auf den reich bevölkerten,
teils im Schatten liegenden Platz mit einem Teil
des linksseitig im Schatten liegenden Dogenpalastes
und auf der rechten Seite, im strahlenden Sonnenlicht,
die Biblioteca Nazionale Marciana, die den hellsten
Punkt des Gemäldes ausmacht. Links vor dem Dogenpalast
ein höheres Podest mit mehreren Schauspielern,
deren Aufführung von einem umherstehenden
Publikum, teils in prachtvollen Gewändern, aufmerksam
verfolgt werden. In der Bildmitte die beiden Säulen
des Heiligen Theodor und mit dem Markuslöwen
vor dem Canal Grande und den Gebäuden des gegenüberliegenden
Ufers. Stimmungsvolle Darstellung eines
beliebten Motivs, das sich mehrfach im Werk des
Künstlers finden lässt.
Anmerkung:
Ein vergleichbares Werk von Johan Richter wurde bei
Christie’s London am 02. Juli 2024 unter Lot 26 versteigert,
sowie ein weiteres mit der Ansicht der Piazzetta
bei Sotheby’s im November 2023 unter Lot 36.
(1471137) (3) (18)
JOHAN RICHTER,
ALSO KNOWN AS “GIOVANNI RICHTER”,
1665 STOCKHOLM – 1745 VENICE, ATTRIBUTED
VIEW OF THE PIAZZETTA SAN MARCO IN VENICE
Oil on canvas. Relined.
40 x 53 cm.
Notes:
A comparable painting by Johan Richter was auctioned
at Christie’s, London on 2 July 2024, under lot 26.
Another with a view of the Piazzetta was auctioned at
Sotheby’s in November 2023, under lot 36.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
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334
PIETRO BELLOTTI,
TÄTIG UM 1749 – UM 1818, ZUG.
VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK AUF
SANTA MARIA DELLA SALUTE UND DIE PUNTA
DELLA DOGANA
PIETRO BELLOTTI,
ACTIVE CA. 1749 – CA. 1818, ATTRIBUTED
VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW OF
SANTA MARIA DELLA SALUTE AND THE PUNTA
DELLA DOGANA
Öl auf Leinwand.
55 x 100 cm.
Die Ansicht ist großformatig angelegt. In betontem
Breitformat ist ein weiter Blickwinkel vom Sestiere-
Ufer über die fern liegenden Gebäude am Kanalauslauf
– bis hin zur rechtsstehenden Kuppelkirche geboten.
Dieser grandiose Prospekt ist vom hellen blauen Himmel
überwölbt, aufgelichtet durch fiedrige Wolken. Vereinzelt
ziehen Gondeln ihre Bahnen, am Ufer und in der
Ferne leuchten Segelschiffe auf. Das Museum
Ca’Rezzonico, Venedig, veranstaltete erstmals eine
Ausstellung, die dem Maler mit 45 seiner Werke gewidmet
ist. Pietro war Neffe von Canaletto (1697–1768)
und der jüngere Bruder des Bernardo Bellotto (1721–
1780). Seine Stellung im Verhältnis zu den bedeutenden
Vedutisten wurde damit erstmals beleuchtet.
A.R. (1472281) (11)
Oil on canvas.
55 x 100 cm.
€ 60.000 – € 90.000
Sistrix
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131
335
JACOB GERRITSZ CUYP,
1594 DORDRECHT – 1651/52 EBENDA
MANN BEI DER BROTZEIT WÄHREND EINES
HAUSBAUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
76 x 56 cm.
Rechts oben signiert in Ligatur „JG Cuyp fecit“.
In ebonisiertem Rahmen.
Leicht nach rechts gewandtes, halbfiguriges Portrait
eines Mannes mit blauer Kappe, in seinem Arm einen
Tonkrug mit Zinnmontierung haltend, in seinen Händen
ein Brotmesser. Im Hintergrund Männer beschäftigt
mit dem Gerüstbau und Holzzuschnitt.
Provenienz:
Sammlung Ribera.
Auktion Nackers, Brüssel, 16. Oktober 1963, Lot 115.
Belgische Privatsammlung. (1421831) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
INFO | BID
337
JAN MIENSE MOLENAER,
1609/10 HAARLEM – 1668 HAARLEM, ZUG.
(ABB. RECHTS)
DAS BAUERNFEST
Öl auf Holz. Parkettiert.
74 x 109 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Ein Bauernhaus dient als Schauplatz eines ruralen Festes,
welches der Künstler in Braun-Camaieu darstellt.
Zahlreiche Figuren unterschiedlichen Alters sind in fröhlichem
Miteinander begriffen. Rahmen minimal besch.
Vergleiche:
Ein ähnliches Bauernfest wird im Nationalmuseum
Stockholm unter Inv.Nr. 1184 verwahrt.
(1471586) (1) (13)
€ 5.000 – € 7.000
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336
VINCENT MALO,
UM 1600 CAMBRAI – UM 1656 ROM, ZUG.
FRÖHLICHE BAUERN IN EINER TAVERNE
Öl auf Holz.
20 x 25,3 cm.
In einem Innenraum, um einen kleineren runden Tisch
versammelt, mehrere Bauern und eine Frau, die von
rechts durch die eintretende Wirtin mit Krug bedient
werden. Um den Tisch herumlaufend ein kleiner Hund,
während am linken unteren Bildrand verschiedene Gemüsesorten
stilllebenhaft gezeigt werden. Malerische
Darstellung in überwiegend rot-brauner Farbgebung.
(14714519) (18)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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133
338
ANTHONIE PALAMEDESZ,
1601 DELFT – 1673 AMSTERDAM, ZUG.
GROSSE INNENRAUMSZENE
MIT ZAHLREICHEN FIGUREN
Öl auf Holz.
75 x 120 cm.
Links unten mit einem Monogramm „I.W.“ und
Datierung „1639“, ehemals identifiziert als der Künstler
Jan Jansz Westerbaen d. Ä. (um 1600 – 1686).
In profiliertem Holzrahmen.
Die Figuren in zeitgenössischer Kleidung auf Schachbrettmuster-Fliesengrund.
Links als Repoussoir ein
Architekturelement, verschattet in den Raum geschoben.
Die eleganten Figuren, die einen eindeutigen
Anklang an Anthonie Palamedesz erlauben, mögen in
der konkreten Nachfolge entstanden sein. Verso mit
altem Etikett, auf eine Kunstsammlung in Lüttich
hinweisend und Anthonie Palamedesz als Urheber
nennend. Leichte Oberflächenschäden.
(1471206) (3) (13)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
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339
HIERONYMUS FRANCKEN III,
1611 – UM 1661. ZUG
HÖFISCHE GESELLSCHAFT BEIM TANZ
Öl auf Kupfertafel.
32,5 x 43,5 cm.
In einem großen Innenraum eine elegante Gesellschaft
in zeitgenössischer Kleidung, in deren Mittelpunkt
ein junges Paar tanzt: sie in einem langen
schwarzen Kleid mit geschlitzten Ärmeln, großem
hochgestelltem Spitzenkragen und wertvollem
Schmuck; er in roten Pluderhosen, passender
Strumpf hose und Schuhen mit goldenen Schleifen.
Im Hintergrund rechts dazu einige aufspielende Musikanten.
Auf der linken Seite ein gedeckter Tisch
mit köstlichen Speisen.
(14714530) (13)
€ 9.000 – € 12.000
Sistrix
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135
340
CHRISTOPH JACOBSZ. VAN DER LAMEN,
UM 1606 BRÜSSEL – UM 1651 ANTWERPEN
DAS BLINDE KUH-SPIEL
Öl auf Holz. Parkettiert.
74 x 105,5 cm.
Rechts oberhalb der Karte an der Wand signiert „van
der Lamen“.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Innerhalb eines Portikus befindliche Szene, deren architektonische
Öffnung einen Ausblick auf einen frühlingshaften
Park zulässt. Darin zahlreiche elegante, für
van der Lamen typische Figuren beim Blinde Kuh-Spiel.
Das gleiche Interieur bietet einer weiteren eleganten
Szene einen Ort; diese wurde bei Christie’s, London
am 18. April 1997 unter Lot 82 versteigert.
(14717517) (1) (13)
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CHRISTOPH JACOBSZ. VAN DER LAMEN,
CA. 1606 BRUSSELS – CA. 1651 ANTWERP
THE BLIND MAN’S BUFF GAME
Oil on panel. Parquetted.
74 x 105.5 cm.
Signed “van der Lamen” on the wall to the upper
right of the map.
The same interior provides a setting for another elegant
scene; this was auctioned at Christie’s, London
on 18 April 1997, under lot 82.
Sistrix
€ 14.000 – € 16.000 INFO | BID
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137
341
LORENZO A. CASTRO,
AUCH GENANNT „LAUREYS A. CASTRO“,
TÄTIG 1644 ANTWERPEN – 1700
PRACHTVOLLE SCHIFFE BEIM
VERLASSEN EINES HAFENS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
117 x 139,5 cm.
Rechts unten unterhalb der ausgefahrenen
Kanonen signiert „L. CASTRO.“
Das Gemälde wird unter dem Künstlernamen
Laureys A Castro im RKD unter Nr. 2929292 geführt.
Das vorliegende Gemälde zeigt das Capriccio eines
Hafens mit zahlreichen Figuren am Ufer und einem
einfachen ankernden Segelboot. Im Zentrum die
prachtvollen Segelschiffe mit geblähten Segeln und
Beflaggung. Rechts ein hohes Segelschiff mit drei ausgefahrenen
Kanonen, die sich zum Hafen richten. Dahinter
ein weiteres Boot mit prachtvoll vergoldetem
Bug. Linksseitig am Bildrand ein hohes altes Hafengebäude
mit hohem Rundbogeneingang, teils mit Sträuchern
verwachsen, neben dem rechtsseitig der Blick
in den Hintergrund fällt, mit weiteren Schiffen und der
Silhouette eines Turmes. Qualitätvolle Malerei mit vielen
Details und zahlreichen Figuren in überwiegend
grau-blauer Farbgebung, aufgelockert durch das Rot-
Blau der Flaggen sowie durch die teils roten Kleidungsstücke
der Figuren.
(14716512) (18)
LORENZO A. CASTRO,
ALSO KNOWN AS “LAUREYS A. CASTRO”,
ACTIVE 1644 ANTWERP – 1700
MAGNIFICENT SHIPS LEAVING A PORT
Oil on canvas. Relined.
117 x 139.5 cm.
Signed “L. CASTRO” lower right below the cannons.
The present painting is listed in the RKD under the
artist’s name “Laureys A Castro”, no. 2929292.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
INFO | BID
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139
342
GÉRARD THOMAS,
1663 ANTWERPEN – 1720/21 EBENDA
Der Maler Gérard Thomas war überlieferungsgemäß ein
Schüler von Godfried Maes (1649– 1700). 1688 wurde
er Meister der St. Lukas-Gilde in Antwerpen. Sein Interesse
für das Interieur dürfte von der Malweise David
Ryckaerts III (1612 – 1661) angeregt worden sein. Aus
seiner Hand sind mehrere Werke bekannt, die Alchemisten-
oder Wissenschaftler-Interieurs wiedergeben.
DER BESUCH BEIM ARZT
Öl auf Leinwand.
68 x 84,5 cm.
Links unten signiert „G. Thomas fecit“.
Verso zwei rote Lacksiegel.
In einem großen, mit zahlreichen Objekten eingerichteten
Raum, ein sitzender Arzt, vor dem sich ein Tisch
mit einem wertvollen rötlichen Teppich und einem aufgeschlagenen
großen Buch befinden, auf dem zu lesen
ist „LIBER... DE MEDICINA“. Des Weiteren auf
dem Tisch ein großer Globus. Der Arzt hat sich zurückgewandt,
in Richtung einer stehenden jungen Frau,
betrachtet jedoch ein in seiner rechten Hand erhobenes
gefülltes Glas, um zu prüfen, ob eine Schwangerschaft
vorliegt, und wird sie dann entsprechend informieren.
Rechts neben ihm sitzend ein Mann mit
Spitzenkragen und Hut, gespannt auf das Ergebnis
wartend. Ein kleines Kind schaut den Arzt voller Interesse
an. Am rechten Bildrand versuchen zwei Knaben,
ein Feuer im Ofen zu entfachen. Im Hintergrund ein
weiterer Raum mit einem großen Kamin, mehreren
Gefäßen in Regalen an der Rückwand, sowie mehreren
Figuren, darunter ein Arzt, der gerade versucht
einer jungen sitzenden Frau einen Zahn zu ziehen. Malerei
in überwiegend beige-braunen und rötlichen Farbtönen,
einzelne Objekte, wie eine Schale, das Buch
oder der Globus, als auch das Inkarnat der wartenden
jungen Frau, durch besonders helle Beleuchtung und
weiße Farbgebung hervorgehoben.
Provenienz:
Chateau d’Arnas, Villefranche-sur-Saône.
Madame Brun Antiquaire, Rue Vendôme, 1934
(Bezug nehmend auf den Aufkleber der Rückseite).
Anonymer Verkauf, Ader-Picard-Tajan, Paris, 29. Juni
1989, Lot 73.
Privatsammlung, Metz.
Auktion Bonhams, Paris, 19. April 2023, Lot 35.
Anmerkung:
Thematik des Gemäldes ist der Arztbesuch. Ärzte
untersuchten den Urin, um seine verschiedenen Aspekte
zu beurteilen und sie mussten ihn sogar probieren.
Dies ist ein bedeutender Punkt auf dem vorliegenden
Gemälde bei der Untersuchung der jungen,
wohl schwangeren Frau. Auf dem Markt, sowie in
manchen Museen, existieren fast identische Gemälde
des bekannten Künstlers, so im Musée des Beaux-
Arts Dijon, Frankreich. (14716514) (18)
GÉRARD THOMAS,
1663 ANTWERP – 1720/21 IBID.
THE DOCTOR’S VISIT
Oil on canvas.
68 x 84.5 cm.
Signed “G. Thomas fecit” lower left.
Two red lacquer seals on the back.
Provenance:
Château d’Arnas, Villefranche-sur-Saône.
Mme Brun Antiquaire, Rue Vendôme, 1934 (referring
to a label on the back).
Anonymous sale, Ader-Picard-Tajan, Paris, 29 June
1989, lot 73.
Private collection, Metz.
Auction Bonhams, Paris, 19 April 2023, lot 35.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
INFO | BID
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343
PIETRO FACCHETTI,
1535 – 1613
PORTRAIT EINES MANNES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
120 x 87 cm.
In vergoldetem profiliertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro,
Bologna, in Kopie.
Dreiviertelfigur eines vor einem Vorhang stehenden
Mannes mit silbrigem Haar und Bart, sowie einer Halskrause.
Rechts neben ihm ein Kind stehend.
(1470272) (3) (13)
€ 7.000 – € 9.000
Sistrix
344
NORDITALIENISCHER MALER
DES 17. JAHRHUNDERTS
INFO | BID
TOCHTER DER MUTTER KIRSCHEN DARBRINGEND
345
HANS MIELICH,
1516 MÜNCHEN – 1573 EBENDA, ZUG.
PORTRAIT EINER WOHLHABENDEN DAME
Öl auf Holz. Parkettiert.
53 x 42 cm.
Ungerahmt.
Vor braunem Hintergrund das Halbbildnis einer Dame
des gehobenen Bürgertums nach links in einem
schwarzen Kleid mit Mantelüberwurf, weißer Haube,
weißem Spitzenkragen und Spitzenmanschetten. Dazu
trägt sie zwei lange goldene Halsketten und wertvolle
Ringe. Sie hat ein zartes Gesicht und mit ihren dunklen
Augen blickt sie würdevoll aus dem Bild heraus. Rest.,
kl. Farbabspl..
Anmerkung:
Der Künstler war ein deutscher Maler und Zeichner
der späten Renaissance, schuf eine Fülle an Portraits
und Historienbildern. Er wirkte als Maler des wohlhabenden
Bürgertums in München. (1470911) (18)
€ 6.000 – € 8.000 (†)
Sistrix
INFO | BID
Öl auf Leinwand. Doubliert.
80 x 73 cm.
Verso mit altem rotem Wachssiegel
und alten Etiketten.
In bronziertem Kehlrahmen.
Darstellung einer Frau fortgeschrittenen Alters mit
weißer Haube vor angedeutetem architektonischem
Hintergrund. Links von ihr ein Mädchen mit Halskrause,
die ihr Kirschen darbringt. Die Hand der Frau wird
von einem Siegelring geziert, der möglicherweise einst
Hinweise auf die Identität der Dargestellten geben
konnte. Rechts oben ein Schriftzug, der das Alter der
Dargestellten zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes
angibt.
(1451205) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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141
346
UTRECHTER SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS
DIE WECHSLERIN
Öl auf Holz.
63 x 80 cm.
In Louis XV-Rahmen.
An einem horizontal im Bild liegenden Tisch sitzt eine
ältere Dame ihre Sehhilfe auf der Nase haltend. Auf
dem Tisch einige Münzen und eine Rechentafel, auf
der bereits Notizen angelegt wurden. An der linken
unteren Bildecke auch eine Schale mit Münzen und
zwei Geldkatzen. Die Darstellung erinnert etwa an zeitgleiche
Darstellungen von Gerrit van Honthorst (1590 –
1656) oder Hendrick Bloemaert (1601/02– 1672).
(1460935) (13)
€ 6.000 – € 12.000
Sistrix
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347
GERRIT VAN HONTHORST,
1590 UTRECHT – 1656, ZUG.
(ABB. RECHTS)
DER STANDHAFTE PHILOSOPH
Öl auf Leinwand. Doubliert.
131 x 116 cm.
In vergoldetem Rahmen.
In einem dunklen Innenraum auf einem Stuhl mit hoher
Rückenlehne sitzend, ein Philosoph in edlem Gewand
mit turbanartiger Kopfbedeckung. Vor ihm sein
Arbeitstisch mit einem wertvollen Teppich, auf dem ein
aufgeschlagenes Buch liegt, in das er gerade mit einer
Feder in seiner rechten Hand schreibt. Seine linke
Hand hat er erhoben und seinen Kopf wendet er mit
faltenreicher Stirn, geröteten Wangen und großen
dunklen, skeptisch blickenden Augen zur Seite. Auf
seiner rechten Tischseite liegt zudem ein Stapel Bücher,
auf denen eine laufende Sanduhr steht. Qualitätvolle
Malerei mit gekonnter Lichtführung.
Anmerkung:
Der Titel wird verständlich aus der Tatsache heraus,
dass es sich bei dem vorliegenden Gemälde um eine
ähnliche Wiederholung der linken Hälfte des gleichnamigen
Gemäldes handelt aus der Hohenbuchau
Collection. Die zweifigurige Komposition zeigt dort auf
der rechten Bildhälfte eine junge halbnackte Frau, die
den Philosophen offensichtlich verführen will, ihn bedrängt
und er zur Abwehr seine linke Hand erhoben hat.
Literatur:
Vgl. Richard J. Judson, Gerrit van Honthorst. With
catalogue raisonné, Doornspijk 1999, Kat.Nr. 157,
S.137 – 138. (1471003) (18)
GERRIT VAN HONTHORST,
1590 UTRECHT – 1656, ATTRIBUTED
(ILL. ON THE RIGHT)
THE STEADFAST PHILOSOPHER
Oil on canvas. Relined.
131 x 116 cm.
Notes:
The title is clarified by the fact that the present painting
repeats the left half of the eponymous painting from
the Hohenbuchau Collection. In that painting, the twofigure
scene depicts a young, semi-nude woman on
the right half of the picture. She is clearly attempting
to seduce the philosopher, pressuring him, and he
has raised his left hand in defence.
Literature:
cf. Richard J. Judson, Gerrit van Honthorst. With
catalogue raisonné, Doornspijk 1999, cat. no. 157,
pp. 137 – 138.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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143
348
JOSEPH NIGG,
1782 WIEN – 1863 EBENDA
PRUNKSTILLLEBEBEN MIT BLUMEN,
FRÜCHTEN UND INSEKTEN
JOSEPH NIGG,
1782 VIENNA – 1863 IBID.
MAGNIFICENT STILL LIFE WITH FLOWERS,
FRUIT AND INSECTS
Öl auf Leinwand.
65 x 50 cm.
Rechts unten signiert.
In Louis XV-Stilrahmen.
Auf einer getreppten hölzernen Tischplatte eine Vase
mit prall gefülltem Blumenstrauß flankiert von Pfirsichen
und Beerenfrüchten. Nelken, geflammte Tulpen und
Mohnblüten werden ergänzt durch weitere Blumen
und Insekten.
Oil on canvas.
65 x 50 cm.
Signed lower right.
Provenance:
Milanese nobility.
€ 10.000 – € 15.000
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Provenienz:
Mailänder Adelsfamilie.
(1470522) (13)
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145
349
PIETER BOEL,
1622 ANTWERPEN – 1674 PARIS, ZUG.
DIE RÄUBERISCHE KATZE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59 x 74 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Auf einer von rechts in den Bildraum hineinragenden
Tischplatte liegen allerlei erlegte Vögel neben einem
Früchtekorb. Links des Zentrums eine den Betrachter
anfauchende Katze.
(14717521) (1) (13)
€ 7.000 – € 9.000
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350
ROELOF KOETS D. Ä.,
UM 1592 HAARLEM – 1655
Der Maler wurde 1654 Mitglied der Haarlemer Lukasgilde,
wirkte zusammen mit Pieter Claesz (1596/98– 1660)
und Jan Jansz. III van de Velde (um 1620 – 1662), beeinflusst
von Floris Claesz van Dyck (um 1575 – 1651),
Nicolaes Gillis (1580– 1632) und teilweise auch von
Floris Gerritsz. van Schooten (1585– 1665).
STILLLEBEN MIT GROSSER ZINNKANNE
Öl auf Holz.
51 x 71 cm.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de
Maere, Rambrouch, 03. Dezember 2025, in Kopie, der
das Gemälde in die Mitte der 1630er-Jahre datiert.
Außerdem mit dem Verweis auf vergleichbare Werke.
ROELOF KOETS THE ELDER,
CA. 1592 HAARLEM – 1655
STILL LIFE WITH LARGE PEWTER JUG
Oil on panel.
51 x 71 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Dr Dr
h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 3 December 2025, in
copy, who dates the painting to the mid -1630s. He also
refers to comparable works.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
INFO | BID
Die im Bild dominierende Kanne steht zwischen Zinntellern,
Käse, Brot und einer Chinaschale mit geschabter
Butter. In meisterhafter Feinmalerei sind die Gegenstände
auf weißem Tischtuch vorgestellt. Darüber
hinaus werden die naturalistischen Spiegelungen der
Gefäße ins Bild geführt, sowie der Unterschied zwischen
dunkel gebackenen Flachbroten und einer aufgerissenen
Hefesemmel. Farblich sind die Kastanien links
im Bild mit dem braun-gelben Most im Glas und der
braunen Kruste des Käselaibes aufeinander bezogen.
A.R. (1471621) (11)
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147
351
BAREND VAN DER MEER,
1659 HAARLEM – 1690/1702 EBENDA
PRUNKSTILLLEBEN MIT WANLI-SCHALE
UND HUMMER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
96,5 x 112 cm.
In reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Wir danken Dr. Fred G. Meijer für seine Bestätigung
der Autorschaft des genannten Künstlers.
Auf einer Tischplatte, von textilen Draperien überhöht,
ein prachtvoll inszeniertes Arrangement mit einer gekippten
blau-weiß dekorierten Wanli-Schale mit Früchten
und einem rot akzentuierten Hummer. Auch ein
Gemälde van der Meers, das bei Sotheby’s, London
am 11. Dezember 1996 unter Lot 176 versteigert
wurde, zeigt einen solchen Hummer.
(1471455) (13)
BAREND VAN DER MEER,
1659 HAARLEM – 1690/1702 IBID.
MAGNIFICENT STILL LIFE WITH WANLI
BOWL AND LOBSTER
Oil on canvas. Relined.
96.5 x 112 cm.
We would like to thank Dr Fred G Meijer for confirming
the painting was created by the aforementioned artist.
A painting by van der Meer, which was auctioned at
Sotheby’s, London on 11 December 1996 under lot
176, also shows such a lobster.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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352
JAN VAN NOORDT,
1623/24 – NACH 1676/86
EINE AMOURÖSE SZENE – DIE BEGEGNUNG
VON PREZIOSA UND DON JUAN
Öl auf Leinwand.
131 x 174 cm.
In geschnitztem blattvergoldetem Prunkrahmen
des 17. Jahrhunderts.
Rechts steht ein junger Mann, der an einen großen
Felsen lehnt. Er dreht sich nach links und blickt zu einer
jungen Frau in einem Satinkleid, die auf einem Felsenstück
sitzt und seinen Blick erwidert. Hinter ihr eine
alte Frau, gehüllt in einen groben Umhang mit Kapuze.
Im Hintergrund der Mitte weitere Figuren, darunter ein
Mann, der einen Falken in seiner Hand hält.
Zuvor wurde das Werk als genreähnliches Gemälde
gesehen, das die klassische Geschichte von „Vertumnus
und Pomona“ wiedergibt. Sturla Jonasson Gudlaugsson
wies auf die Verbindung zu „Das Spanische
Zigeunermädchen“ von Jacob Cats (1741 – 1799) aus
dem Jahr 1637 hin, einer niederländischen Versadaption
von Cervantes „La Gitanilla di Madril“, die veröffentlicht
wurde. In jüngerer Zeit wurde deutlich, dass das
Gemälde einer Adaption einer Geschichte für die Bühne
folgt, die 1643 von Mattheus Gansneb Tengnagel
(1613 – 1652) veröffentlicht wurde. Besonders die Rosen
in Preziosas Haaren und Händen sowie ihr luxuriöses
weißes Kleid werden von Tengnagel in seinem
Monolog über Don Juan ausdrücklich erwähnt, als er
mit Preziosain ihrer Mitte die Zigeunerkapelle ausspioniert.
So wird auf dem Gemälde der Augenblick in Tengnagels
Werk wiedergegeben, in dem Don Juan auf der
Jagd ist und die prachtvoll gekleidete Preziosa für die
hilflose Göttin Diana hält, die tief im Wald von Teufeln
gefangen genommen wurde und in die er sich verliebt,
aufgrund ihrer vermeintlichen Hilflosigkeit.
Laut Dr. David de Witt, Senior Curator, Museum Rembrandthuis
in Amsterdam, malte Van Noordt das Gemälde
um 1660. Seine Komposition bezieht sich nicht
auf frühere Darstellungen anderer Künstler, sondern
auf sein eigenes Gemälde „Der Triumph Davids“, das
wahrscheinlich einige Jahre zuvor entstanden ist. Es
zeigt den gleichen Ansatz, wichtige Figuren in einiger
Entfernung voneinander im Vordergrund zu platzieren.
Von dem vorliegenden Gemälde existieren zudem
zwei weitere Exemplare.
Provenienz:
Sammlung von T. Ockley.
Auktion von C. Fairfax Murray u. a., Christie’s London,
20. Januar 1920, Lot 353 (als Gerbrand van den Eeckhout,
„Vertumnus und Pomona“).
A. Tooth & Sons, Kunsthandel, London.
Christie’s London, 15. Februar 1929, Lot 81 (als J. van
Noordt, „Cavalier and a Young Lady, mit sportlichen
Figuren und Zigeunern“).
Privatsammlung J. Leger & Son, London, 1930/31.
Sotheby’s London, 15. Dezember 1976, Lot 17.
Auktion Boetto, Genua, 23.-24. Februar 1998 (als französische
Schule, 17. Jahrhundert, „Scène allégorique“).
Adam Williams Fine Art, New York, 1999.
Privatsammlung, Europa.
Literatur:
Adolph Staring, Weinig bekende portettisten. III.
Joannes van Noordt, in: Oud Holland, Bd. 61,
1946, S. 74.
Emmanuel Bénézit, Dictionnaire critique et documentaire
des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs
de tous les temps et de tous les pays par un
groupe d’ècrivains spécialistes français et étrangers,
Bd. 6, Paris 1956, S. 381.
Sturla Jonasson, Gudlaugsson, Die Komödianten im
Werk von Jan Steen und seinen Zeitgenossen, Soest
1975, S. 29-33, Abb. 25.
Peter Schatborn, Tekeningen van Jan van Noordt in:
Bulletin van het Rijksmuseum, Jahrgang 27, Nr. 3,
1979, S. 119 – 120, Abb. 3.
Ivan Gaskell, Transformationen von Cervantes „La
Gitanilla“, in: Niederländische Kunst, Zeitschrift der
Institute Warburg und Courtauld, 45, 1982, S. 263,
267, Abb. 46A.
Werner Sumowski, Gemälde der Rembrandt-Schüler,
1983 – 1996, Bd. VI, S. 3534-3535, Anm. 88.
Ausstellungskatalog, Katze. Het Gedroomde Land.
Pastorale schilderkunst in de Gouden Eeuw, hrsg.
von Peter van den Brink (et al), Utrecht 1993, S. 22,
235–238.
Werner Sumowski, Bemerkungen zu Jacob Adriaensz.
Backer und Jan van Noordt, in: Master Drawings 36,
1998, S. 79, Anmerkung 15.
David de Witt, Jan van Noordt. Painter of History and
Portraits, London u. a. 2007, Kat.Nr. 31, S. 146 – 149,
Abb. 147. (1381872) (18)
150 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
JAN VAN NOORDT,
1623/24 – AFTER 1676/86
AN AMOROUS SCENE – THE MEETING OF
PREZIOSA AND DON JUAN
Oil on canvas.
131 x 174 cm.
In a carved, gilded 17th-century magnificent frame.
Provenance:
Collection of T. Ockley.
Auction by C. Fairfax Murray et al, Christie’s London,
20 January 1920, lot 353 (as Gerbrand van den
Eeckhout, Vertumnus and Pomona).
A. Tooth & Sons, art dealers, London.
Christie’s London, 15 Feb. 1929, lot 81 (as J. van
Noordt, (Cavalier and a Young Lady, with sporting
figures and gypsies).
Private collection J. Leger & Son, London, 1930/31.
Sotheby’s London, 15.12.1976, lot 17.
Auction Boetto, Genoa, 23 – 24 February 1998 (as
French School, 17th century, Scène allégorique).
Adam Williams Fine Art, New York, 1999.
European private collection.
Literature:
Adolph Staring, Weinig bekende portettisten. III
Joannes van Noordt, Oud Holland, vol. 61, 1946, p. 74.
Emmanuel Bénézit, Dictionnaire critique et
documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs
et Graveurs de tous les temps et de tous les pays par
un groupe d’ècrivains spécialistes français et
étrangers,1956 Paris, vol. 6, p. 381.
Sturla Jonasson Gudlaugsson, Die Komödianten im
Werk von Jan Steen und seinen Zeitgenossen, Soest
1975, pp. 29-33, fig. 25.
Peter Schatborn, Tekeningen van Jan van Noordt, in:
Bulletin van het Rijksmuseum, vol. 27, no. 3, 1979,
pp. 119 – 120, fig. 3.
Ivan Gaskell, Transformations of Cervantes “La
Gitanilla”, in: Dutch Art, Journal of the Warburg and
Courtauld Institutes, 45, 1982, pp. 263, 267, fig. 46A.
Werner Sumowski, Gemälde der Rembrandt-Schüler
1983 – 1996, vol. VI, pp. 3534-3535, note 88.
Exhibition catalogue, Het Gedroomde Land. Pastorale
schilderkunst in de Gouden Eeuw, ed. by Peter van
den Brink (et al), Utrecht 1993, pp. 22, 235–238.
Werner Sumowski, Remarks on Jacob Adriaensz.
Backer and Jan van Noordt, in: Master Drawings 36,
1998, p. 79, note 15.
David de Witt, Jan van Noordt. Painter of History
and Portraits, London et al. 2007, cat. no. 31, pp.
146 – 149, ill. 147.
€ 30.000 – € 50.000 (†)
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151
353
JAN HARMENSZ. VAN BIJLERT,
UM 1597 UTRECHT – 1671 EBENDA
Holländischer Caravaggist der Utrechter Malschule.
FRÖHLICHE MUSIZIERENDE GESELLSCHAFT
IN EINEM INTERIEUR
Öl auf Holz. Parkettiert.
51 x 70 cm.
An einem Tisch mit lang herabhängender, honiggelber
Decke, linksseitig vor verdunkeltem Hintergrund ein
musizierendes Trio, darunter eine Bass spielende Dame
in elegantem türkisfarbenem Kleid. Die Noten dazu
liest sie von einem auf der Tischseite liegenden Notenheft
ab, ebenso wie der neben ihr stehende Geigenspieler.
Auf der rechten Tischseite, auf der zudem ein
kleines weißes Tuch liegt, stehen ein Weinkrug und
eine Platte mit Austern, die als Aphrodisiakum gelten.
Am Tischende sitzt eine Frau mit entblößter Brust, auf
ihrem Schoß ein leicht angetrunkener Kavalier, der ein
gefülltes Weinglas hält. Sie blickt ihn intensiv an und
knöpft dabei mit ihrer linken Hand seine Jacke auf.
Malerei in harmonischen Farbtönen mit erotischen
Anspielungen.
Literatur:
Paul Huys Janssen, Jan van Bijlert. Catalogue Raisonné,
Amsterdam 1998, S. 67, 158, 309 und 376, Nr. 153.
(1431881) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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354
FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS
RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN
Öl auf Holz, verso zwei Parkettierleisten.
47 x 77 cm.
Rahmen mit Glasabdeckung.
Die Darstellung entspricht den Bildvorstellungen Brueghels.
Wie auch die Brueghel-Schule hat der Maler
die biblische Szene in eine nordische Landschaft versetzt,
mit begrünten Tälern, bewaldeten Hängen und
einem mächtigen Baum rechts, mit auffallend großer
Wurzel. Die Heilige Familie links im Bild gruppiert, daneben
der Johannesknabe mit dem Lamm, während
rechts und in der oberen Zone Putten das Bild beleben.
Etliche Details sind als symbolische Anspielungen zu
verstehen. So verweisen die Trauben mit Weinlaub am
Baumstamm rechts auf den Wein des Abendmals, die
mächtige Wurzel auf den Bund des Alten Testaments
und die Ruine links oben auf den Untergang des antiken
Heidentums. Daneben betont die hell leuchtende
Gruppe der schwebenden Engel die darunter, ebenfalls
ins Licht gesetzten Hauptfiguren der Szene.
(1461004) (11)
€ 7.000 – € 9.000
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153
355
JAN VAN DER HOECKE,
1611 ANTWERPEN – 1651
PIETÀ
Öl auf Leinwand. Doubliert.
121 x 190 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua,
Oktober 2025, in Kopie, das vorliegende Gemälde dem
genannten Künstler zuweisend.
Vor abendlichem Himmel mit den letzten Strahlen der
untergehenden Sonne im rechten Hintergrund, der
vom Kreuz abgenommene Jesus. Sein freier Oberkörper
in einem weißen Tuch, welches von dem hinter
ihm stehenden Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu in
rotem Gewand, gehalten wird. Auf der linken Seite
Jesu die mit tränenreichem Gesicht und gefalteten
Händen auf ihn herabschauende Magd in einem türkisfarbenen
Umhang. Links daneben ein fackelhaltender
Mann mit Turban sowie im Vordergrund ein vor Jesus
kniender bärtiger Mann mit wertvollem Gewand und
Pelzkragen. Die beiden Männer dürften Josef von Arimathäa
und Nikodemus sein. Jan van der Hoecke war
Schüler und Mitarbeiter von Peter Paul Rubens (1577–
1640). Das vorliegende Gemälde der Pietà hat mehrere
figurative Vorbilder in den verschiedenen Versionen,
die Rubens von diesem Thema malte, unter anderem
die Tafel im Kunsthistorischen Museum Wien, die van
der Hoecke, laut Anna Orlando, in einer anderen Version
als der hier vorliegenden genauer reproduziert hat.
Im Vergleich zu der Wiener Version nimmt das vorliegende
Werk einen engeren Raum ein und weist damit
eine stärkere narrative Entwicklung auf sowie eine Erweiterung
des Bühnenraums, der zusätzliche Figuren
aufnehmen kann. Nach Anna Orlando ist das Gemälde
aus dem Museum der Schönen Künste in Budapest,
auf dem David vor Saul Harfe spielt, besonders interessant,
wegen der Figur des alten Mannes mit Turban,
die sehr ähnlich aussieht wie auf dem hier vorliegenden
Gemälde. Qualitätvolle Malerei mit starker Hell-
Dunkel-Inszenierung, bei der besonders der Leichnam
Jesu mit dem Wundmal auf seiner rechten Hand und
die Gesichter von Johannes, Maria und dem Mann mit
Turban hervorgehoben werden.
(1470261) (18)
JAN VAN DER HOECKE,
1611 ANTWERP – 1651
PIETÀ
Oil on canvas. Relined.
121 x 190 cm.
Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,
Genoa, October 2025, in copy, attributing the present
painting to the aforementioned artist.
The present Pietà has several figurative models in the
various versions of the subject created by Peter Paul
Rubens, including the panel in the Kunsthistorisches
Museum, Vienna, according to Anna Orlando, van der
Hoecke reproduced more accurately in another version
than in the present work. In comparison to the Viennese
version, the present work occupies a more compressed
pictorial space, thereby generating a stronger
narrative emphasis, as well as an expansion of the
stage-like setting, which accommodates additional figures.
According to Orlando, the painting from the Museum
of Fine Arts, Budapest, depicting David playing
the harp in front of Saul, is particularly interesting because
on account of the figure of the old man wearing
a turban, which closely resembles the corresponding
figure in the present composition.
€ 10.000 – € 12.000
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356
JACQUES STELLA,
1596 LYON – 1657 PARIS, ZUG.
(ABB. RECHTS)
DIE ANBETUNG DER ENGEL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
26,5 x 31,8 cm.
In vergoldetem, teils mit rotem Samt bezogenem
Rahmen.
Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken
liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,
lediglich mit einem Tuch im Schambereich bedeckt.
Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel, von denen
einer das Kind mit vor der Brust gefalteten Händen
betrachtet, der andere hat die Arme vor der Brust überkreuzt
und richtet seinen Blick ehrfurchtsvoll auf Jesus.
Im Hintergrund links zwei Putti, von denen einer mit einem
goldbestickten Vorhang beschäftigt ist. Qualitätvolle
einfühlsame Darstellung in weichen zarten Farbtönen
mit meisterhafter Lichtführung, die den Schlafenden und
die Gesichter der großen Engel hervorhebt.
Anmerkung:
Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung
der Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende
Jesuskind anders liegt, wurde am 27. Januar 2011
bei Sotheby’s New York versteigert, Lot 313.
(1451202) (18)
JACQUES STELLA,
1596 LYON – 1657 PARIS, ATTRIBUTED
(ILL. ON THE RIGHT)
THE ADORATION OF THE ANGELS
Oil on canvas. Relined.
26.5 x 31.8 cm.
Notes:
Another comparable version of the artist’s Adoration
of the Angels, in which the sleeping Christ Child is
positioned differently, was sold at Sotheby’s New York
on 27 January 2011, lot 313.
€ 18.000 – € 22.000
Sistrix
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357
JANUARIUS JOHANN RASSO ZICK,
1730 MÜNCHEN – 1797 EHRENBREITSTEIN,
ZUG.
JESUS VERTREIBT DIE HÄNDLER AUS DEM TEMPEL
Öl auf Leinwand.
60 x 85,5 cm.
Die Darstellung zeigt die biblische Erzählung, in der
Jesus Christus im Jerusalemer Tempel Tische von
Geldwechslern und Taubenverkäufern umstößt und die
Händler sowie Käufer hinausjagt. Er begründet dies
damit, dass das Haus des Gebets nicht für gewinnorientierte
Geschäfte missbraucht werden darf. Im Zentrum
der in rotem Gewand mit blauem Umhang leicht
nach vorne gebeugt stehende Jesus, der in seiner
rechten erhobenen Hand ein Seil herumschleudert.
Die flüchtenden Händler, teils zu Boden gegangen,
stürmen aus dem Tempel. Hinter Jesus bereits zwei zu
Boden gegangene Geldwechsler zu erkennen und ein
liegender Beutel mit herausgefallenen Münzen. Drastisch
bewegte Darstellung mit gekonnter Hell-Dunkel-
Lichtführung.
(1471491) (18)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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155
358
ARTUS WOLFAERTS,
1581 ANTWERPEN – 1641 EBENDA, ZUG.
ESTHERS BAD IM HAREM VON AHASUERUS
ARTUS WOLFAERTS,
1581 ANTWERPEN – 1641 IBID., ATTRIBUTED
ESTHER’S TOILET IN THE HAREM OF AHASUERUS
Öl auf Leinwand.
104 x 134 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Esther, in der Mitte, trocknet sich nach ihrem Bad in
prunkvoller Umgebung ab; um sie herum baden und
pflegen sich sieben weitere Frauen, bedient von nackten
männlichen und weiblichen Dienern. Besch.
(1470151) (13)
Oil on canvas.
104 x 134 cm.
€ 15.000 – € 25.000 (†)
Sistrix
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359
SIMONE BRENTANA,
1656 VENEDIG – 1742 VERONA
Geboren in Venedig, erhielt Brentana seine künstlerische
Ausbildung vermutlich bei Malern der venezianischen
Schule, deren Einflüsse – etwa in der Farbigkeit
und im Spiel mit Licht – in seinen Werken deutlich
spürbar sind. 1694 ließ er sich in Verona nieder, wo er
schnell als geschätzter Meister für religiöse Themen
und großformatige Altarbilder bekannt wurde.
DER BARMHERZIGE SAMARITER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
114 x 154 cm.
Verso mit Ausstellungsetikett.
In aufwendig, plastisch vegetabil geschnitztem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in
Kopie.
Nach der Bibelstelle Lk 10, 25–37 gestaltetes Gemälde.
Ein Samariter leistet, durch Mitleid angeregt, einem
Mann Hilfe, der soeben überfallen und geplündert
worden ist. Brentana spezialisierte sich auf Szenen aus
dem Alten und Neuen Testament, Heiligenlegenden
und Darstellungen der Jungfrau Maria. Seine Malerei
zeichnet sich durch eine feierlich-dramatische Komposition,
eine warme Farbpalette und eine starke emotionale
Ausdruckskraft aus – Merkmale, die ihn dem
Hochbarock zuordnen. Zu seinen bedeutendsten Werken
zählen Altarbilder in der Kirche San Luca in Verona,
Gemälde für die Jesuitenkirche, sowie mehrere Arbeiten
in venezianischen Sammlungen.
Provenienz:
Gemäß Ausstellungsetikett Sammlung Dr. Barilio.
Ausstellungen:
Gemäß rückseitigem Ausstellungsetikett gezeigt in:
Esposizione d’Arte Antica, Circolo ArtisticoTrieste,
Nr. 98 als Guercino mit Provenienzangabe.
(1471061) (13)
SIMONE BRENTANA,
1656 VENICE – 1742 VERONA
THE GOOD SAMARITAN
Oil on canvas. Relined.
114 x 154 cm.
Exhibition label on the reverse.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,
Gorizia, in copy.
Provenance:
According to the exhibition label, collection
of Dr Barilio.
Exhibitions:
Esposizione d’Arte Antica, Circolo Artistico Trieste,
no. 98 as “Guercino” with provenance information
(according to the exhibition label on the reverse).
€ 22.000 – € 25.000
Sistrix
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157
360
GIULIA LAMA,
1681 VENEDIG – 1747 EBENDA, ZUG.
Gemäldepaar
PORTRAITS ZWEIER MÄNNER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
Je 43 x 35,5 cm.
In dekorativen Rahmen.
Das eine Gemälde zeigt vor braunem Hintergrund einen
älteren weißhaarigen Mann mit Kopfbedeckung,
leicht nach vorne gebeugt, um mit einer Lupe aus einem
Buch zu lesen. Das andere Gemälde zeigt das
Bildnis des venezianischen Verlegers Giambattista
Albrizzi (1698–1777), nach einem Kupferstich von Marco
Alvise Pitteri (1702–1786), nach Giovanni Battista
Piazzetta (1682–1754).
(1472287) (13)
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GIULIA LAMA,
1681 VENICE – 1747 IBID., ATTRIBUTED
A pair of paintings
PORTRAITS OF TWO MEN
Oil on canvas. Relined.
43 x 35.5 cm each.
One painting depicts an elderly white-haired man
wearing a headdress against a brown background. The
other painting shows the portrait of the Venetian publisher
Giambattista Albrizzi (1698 – 1777), after an engraving
by Marco Alvise Pitteri (1702 – 1786), based on
a work by Giovanni Battista Piazzetta (1682 – 1754).
Sistrix
€ 20.000 – € 30.000 INFO | BID
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159
361
MARINUS VAN REYMERSWAEL (1493–1567)
ODER JAN VAN SCOREL (1495–1562), ZUG.
RÜCKENANSICHT EINES STEHENDEN MANNES
Öl auf Holz. Parkettiert.
64 x 40,5 cm.
Das Gemälde zeigt in Dreiviertelansicht einen stehenden
Mann, gekleidet in ein türkisfarbenes Wams mit
geschlitzten Ärmeln und einen Hut in der linken Hand
haltend, der auf seiner Hüfte ruht. Vor ihm auf einem
Tisch liegend wohl mehrere Dokumente. Umgeben ist
er in diesem Innenraum von mehreren Figuren. Die
Darstellung dieses Mannes findet sich in einer Komposition
des Künstlers Marinus von Reymerswael wieder,
die die Berufung des Heiligen Matthäus darstellt,
1536 entstanden ist und sich im Genter Museum in
Belgien befindet. Das Museumsgemälde gibt den
Blick auf das Treiben eines Zöllnerbüros mit Rechnungen
wieder, und zeigt die Geschichte des Matthäus,
der vom Zöllner schließlich zum Apostel wird.
Anmerkung:
Verso Aufkleber mit Künstlerhinweis und Vermerk
zum Genter Museum.
MARINUS VAN REYMERSWAEL (1493 – 1567),
OR JAN VAN SCOREL (1495 – 1562), ATTRIBUTED
REAR VIEW OF A STANDING MAN
Oil on panel. Parquetted.
64 x 40.5 cm.
A depiction of this man can be found in a composition
by the artist Marinus van Reymerswael which depicts
The Calling of Saint Matthew, created in 1536 and held
at the Ghent Museum, Belgium.
Notes:
Label on the reverse side with artist information and
a note referring to the Ghent Museum.
Provenance (according to label on the reverse):
Baron and Baroness Raoul Kuffner de Dioszegh.
Mrs Daniel Goldstein.
Walter P. Chrysler, Jr.
€ 8.000 – € 10.000
Sistrix
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Des Weiteren Provenienzangaben:
Baron und Baronin Raoul Kuffner de Dioszegh.
Frau Daniel Goldstein.
Walter P. Chrysler, Jr.
(1460983) (18)
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362
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
(ABB. LINKS)
DIE MADONNA MIT DEM KIND
UND DEM JOHANNESKNABEN
Öl auf Holz, teils verstärkt.
52 x 70 cm.
In teilbemaltem Rahmen.
In Landschaft vor großen Bäumen die sitzende Maria
in rötlichem Gewand mit Umhang, auf ihrem Schoß
den nackten stehenden Jesusknaben haltend. Er ist in
enger Umarmung mit dem stehenden Johannesknaben
in hellbraunen Fellumhang, dabei blickt er nachdenklich
aus dem Bild heraus. Qualitätvolle feine Darstellung,
teils an Correggio erinnernd, mit besonderer
Betonung des beigen, teils rötlichen Inkarnats.
(1470341) (18)
ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH THE INFANT
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on panel, partially parquetted.
52 x 70 cm.
High-quality, finely executed composition, recalling
Correggio, distinguished particular by its beige, partly
reddish flesh tones.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
363
PELLEGRINO PIOLA,
1617 – 1640, ZUG.
Italienischer Maler des Barock aus Genua. Er war
Schüler von Domenico Fiasella und bekannt für seine
religiösen und mythologischen Gemälde. Trotz seines
jungen Alters zeigte er großes Talent, starb jedoch tragisch
mit nur 23 Jahren.
ALLEGORISCHE ENGELSGESTALT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
136 x 99 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro, Spilamberto,
1. November 1998, mit einer Zuschreibung an
Antonio Mercurio Amorosi (1660 –1738), in Kopie.
PELLEGRINO PIOLA,
1617 – 1640, ATTRIBUTED
ALLEGORICAL ANGEL
Oil on canvas. Relined.
136 x 99 cm.
Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,
Spilamberto, 1 November 1998, attributing the work to
Antonio Mercurio Amorosi (1660–1738), in copy.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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Fast raumfüllend tritt uns die eine aufstrebende Diagonale
beschreibende Figur eines Engels gegenüber
mit Palmzweig und Blattwerk. Hinterfangen von rotem
Velum.
(1460153) (13)
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161
364
NORDITALIENISCHER MALER
DES BEGINNENDEN 17. JAHRHUNDERTS
LOTH UND SEINE TÖCHTER AUF
DER FLUCHT AUS SODOM
Öl auf Leinwand. Doubliert.
95 x 123 cm.
Verso alter Aufkleber mit Betitelung
und Bezeichnung „A. Elsheimer“.
In Prunkrahmen.
Das Gemälde zeigt eine Szene, die im Alten Testament
in Genesis 19 beschrieben wird. Im Vordergrund der
auf einen Stock gestützte Loth, hinter ihm seine beiden
Töchter, zwischen denen ein Engel steht, ein weiterer
geflügelter Engel vor Loth, der ihnen den Weg
aus der Stadt weist. Die nächtliche Darstellung zeigt
im Hintergrund die brennende Stadt Sodom, aus der
sie fliehen, bevor diese zerstört wird. Am linken Bildrand
ist Loths Frau zu erkennen, die entgegen dem
Verbot der beiden Engel zur Stadt zurückblickt und so
zu einer Salzsäule erstarrt. Beliebtes Motiv in der Malerei,
das an Darstellungen von Adam Elsheimer
(1574–1610) erinnert.
(1470622) (2) (18)
NORTH ITALIAN SCHOOL, EARLY 17TH CENTURY
LOT AND HIS DAUGHTERS LEAVING SODOM
Oil on canvas. Relined.
95 x 123 cm.
Old label titled and inscribed “A. Elsheimer”.
Popular subject in painting, reminiscent of depictions
of Adam Elsheimer (1574 – 1610).
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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162 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
365
JUSEPE DE RIBERA,
GENANNT „LO SPAGNOLETTO“,
1588/91 XÀTIVA/ VALENCIA – 1652 NEAPEL,
KREIS DES
(ABB. LINKS)
Bevor Ribera nach Neapel ging, studierte er bei Francisco
Ribalta (1565–1628) in Valencia. In Rom setzte er
sich mit den Werken von Raphael (1483–1520) und
Agostino (1557–1602) und Annibale Carracci (1560–
1609) auseinander, in Parma und Modena mit denen
von Antonio Allegri Correggio (um 1489–1534). Später
stand er stark unter dem Einfluss von Michelangelo
Merisi il Caravaggio (1570/71–1610). Die Qualität seiner
Bilder erhob ihn zum Hofmaler des Herzogs von
Osuna sowie des Königs von Neapel. Im Jahr 1644
wurde er durch den Papst zum Ritter des Christusordens
geschlagen. 1630 war er bereits Mitglied der Accademia
di San Luca in Rom. Neben Caravaggio ist er
der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerei
mit Betonung des Chiaroscuro. Ein Hauptmerkmal
seines Wirkens ist die bewusste Wahl der Darstellung
von meist alten, asketisch knochig-schlanken
Gestalten wie Einsiedlern oder Philosophen.
ISAAK SEGNET JAKOB, DEN ER FÜR ESAU HÄLT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
151 x 201 cm.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Darstellung der altbiblischen Geschichte aus dem
Buch Genesis (Gen 27), wonach Jakob, der Stammvater
der Israeliten, im hohen Alter und nahezu blind geworden,
seinen zweitgeborenen Sohn Isaak segnet.
Dies bedeutet eine Bevorzugung gegenüber dem Erstgeborenen
Esau. Vorbereitet wurde dieser Betrug
durch die Mutter Rebecca, die hier an einem Lehnstuhl
stehend wiedergegeben ist, während Esau noch
auf dem Felde weilt. Der Legende gemäß hat Esau im
Gegensatz zu seinem Bruder eine stärkere Arm- und
Händebehaarung, weswegen sich Isaak eines härenen
Handschuhs bedient, um den Vater zu täuschen.
(1470621) (2) (13)
JUSEPE DE RIBERA,
1588/91 XÀTIVA/ VALENCIA – 1652 NAPLES,
CIRCLE OF
ISAAC BLESSES JACOB, WHOM
HE MISTAKES FOR ESAU
Oil on canvas. Relined.
151 x 201 cm.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
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366
SISTO BADALOCCHIO,
1581/85 PARMA – 1647 ROM, KREIS DES
LANDSCHAFT MIT JOHANNES DEM TÄUFER
SISTO BADALOCCHIO,
1581/85 PARMA – 1647 ROME, CIRCLE OF
LANDSCAPE WITH SAINT JOHN THE BAPTIST
Öl auf Leinwand, auf Holzplatte,
verso zweimal verstärkt.
72 x 60,5 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Am Ufer eines Flusses, auf Steinen sitzend, Johannes
der Täufer in dem ihm attributiv zugeordneten Fellgewand
mit rotem Mantelüberwurf. Vor ihm ein kleines,
zwischen den Steinen festgestecktes Holzkreuz mit
Rotulus, auf dem die Worte „ECCE AGNUS DEI“ zu
lesen sind, daneben ein Wasser schlürfendes Schaf. Johannes
hat einen schmalen Nimbus um sein Haupt,
weist mit großem Gestus mit ausgestrecktem rechtem
Arm und Fingerzeig in die Ferne, wohl auf die Ankunft
Jesu hin, blickt dabei aus dem Bild heraus und scheint
mit geöffnetem Mund den Betrachter direkt anzusprechen.
Holz vertikal mit Riss, vereinzelt Retuschen.
(1470624) (2) (18)
Oil on canvas, laid on panel and two parquetting slats.
72 x 60.5 cm.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
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163
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367
GIACOMO FARELLI,
1624 ROM – 1706 NEAPEL
(ABB. LINKS)
Farelli war Schüler von Andrea Vaccaro (1598/1604–
1670), folgte jedoch schon bald dem Stil von Guido
Reni (1575–1642) und Luca Giordano (1643–1705). Viele
seiner Gemälde sind als Fresko oder auf Leinwand
von sakralen Themen durchzogen und befinden sich in
den Kirchen Neapels. Seine erste bekannte Altararbeit
in der Chiesa dell’Arciconfraternita della Trinità dei Pellegrini
ist von ihm signiert und 1652 datiert.
368
KÜNSTLER DES 16. JAHRHUNDERTS
AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN
Öl auf Holz.
55 x 86 cm.
In profiliertem bronziertem Rahmen.
Inmitten einer leicht hügeligen Landschaft mit repoussoirhafter
Baumstaffage und einer den Horizont abschließenden
Festungsanlage sind Maria und das
Jesus kind auf einem Esel dargestellt, der von Josef geführt
wird. Die Entstehung dieser Tafel mag nach Nord
DAVID UND GOLIATH
italien verortet werden.
Öl auf Leinwand. (14705911) (13)
221,6 x 173,8 cm.
Wir danken Herrn Prof. Riccardo Lattuada für die Bestätigung
der Zuschreibung an Farelli anhand von Fotografien
und die Datierung in die 1660er-Jahre.
In einer hügeligen Landschaft liegt in starker optischer
Verkürzung dem Betrachter zugewandt der geharnischte,
von David niedergestreckte Körper des Goliath,
während sein Bezwinger ein Knie auf seinen Rücken
stützt und mit dem Schwert ausholt.
Provenienz:
Dorotheum, Wien, 23. Oktober 2018, Lot 232,
als Neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts.
Christie’s London, 7. Juli 2023, Lot 166, als
Caravaggio Nachfolge (unverkauft).
Christie’s London, 8. Dezember 2023, Lot 166,
als Giacomo Farelli (unverkauft).
ARTIST OF THE 16TH CENTURY
THE FLIGHT INTO EGYPT
Oil on panel.
55 x 86 cm.
The panel may originate from northern Italy.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Achille della Ragione, Giacomo Farelli. Opera
completa, Neapel 2011. (1472311) (10)
€ 5.000 – € 15.000 (OHNE LIMIT)
Sistrix
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165
369
DEUTSCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
CHRISTI GEBURT MIT ANBETUNG DER HIRTEN
sowie
ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE
Öl auf Kupferplatte.
Je ca. 33,5 x 28,5 cm.
Jeweils in hochrechteckigem Format mit Ruinenarchitektur
und dicht besetzter wie frisch komponierter
Figurenstaffage, die in ihren Blickrichtungen und Gestiken
bei der Anbetung der Hirten zentral auf das
Jesus kind gerichtet sind, während das andere Gemälde
auch ein Miteinander der Gratulanten und Staunenden
zulässt, wobei dem Jesuskind als Bedeutungsfänger
eine Rundsäule zukommt, die das Auge des
Betrachters leitet.
Anmerkung:
Die beiden dicht gesetzten Kompositionen gehen auf
ältere flämische und niederländische Vorbilder zurück,
die versatzstückhaft Verwendung gefunden haben,
wobei der Kulturtransfer mittels Kupferdrucktechnik
stattgefunden haben mag. Zu nennen wäre hier etwa
ein Gemälde von Cornelis van Poelenburgh
(1594/95 – 1667) (RKD Nr. 115739), vor allem eine beliebte
Komposition von Arthus Wolfaerts
(1581 – 1641), das etwa in dem Gemälde im „Koninklijk
Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, Antwerp,
inv./cat.nr 439“ überliefert ist und manches
Mal auch eine Säule zeigt, die in unserem Gemälde
verändert übernommen wurde. Diese ist auf den Sti-
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GERMAN SCHOOL, 17TH CENTURY
chen oft Bestandteil des Stalles, in dem Jesus geboren
wird und kann als Hinweis auf die Erneuerung
des Alten Bundes durch den Neuen Bund gesehen
werden. Bei einem Kupferstich von Johann Peter Goffart
etwa, der ebenfalls die Anbetung der Könige darstellt,
ist die Verbindung der Säule mit dem Stall,
oder anders herum die Verstallung einer Ruinenarchitektur,
noch augenfälliger. In dem vorliegenden Gemälde
umspielen zwei Kinder die Rundsäule, wobei das
untere Kind etwas älter zu sein scheint und das obere
etwas jünger. Es könnte sich um einen Vorgriff auf
Jesus und Johannes handeln, wobei bei dem Unterarm
des mutmaßlichen Johannes ein spiegelnder
Schein auf der Säule an einen auf ihn hinweisenden
Kreuzstab zu deuten wäre. (1171614) (13)
A pair of paintings
NATIVITY WITH ADORATION OF THE ANGELS
and
ADORATION OF THE THREE MAGI
Oil on copper plate.
Ca. 33.5 x 28.5 cm each.
€ 18.000 – € 22.000
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167
370
ANTOON VAN DEN HEUVEL,
1600 GENT – 1677 EBENDA, ZUG.
MARIA MAGDALENA
Öl auf Leinwand.
150 x 192 cm
In teilebonisiertem Rahmen.
Gleichartiges Gemälde mit anderen Maßen beim RKD
in Den Haag unter Nr. 106295 verzeichnet, als Antoon
van den Heuvel.
Vor der Silhouette eines Höhleneingangs, an einem
einfachen Holztisch, Maria Magdalena in rotem Umhang
sitzend. Ihr Kopf auf eine ihrer Hände aufgestützt,
während ihr Blick über ein geöffnetes Buch gleitet;
dahinter ein außerhalb des Bildfeldes weisender
Engel mit gespreizten Flügeln. Als Urheber des Gemäldes
wurde in der Vergangenheit auch Matthias Stomer
d. Ä. (um 1600-um 1650) gehandelt.
Anmerkung:
Vgl. Sotheby Parke Bernet, London, 12. Oktober
1983, Lot 94 mit Schwarz-Weiß-Abbildung.
Sotheby’s London, 24. Oktober 1984, Lot 83.
ANTOON VAN DEN HEUVEL,
1600 GENT – 1677 IBID., ATTRIBUTED
MARY MAGDALENE
Oil on canvas.
150 x 192 cm.
A similar painting is listed with the RKD in the Hague
under no. 106295 as Antoon van den Heuvel. In the
past it has been argued that the painting was created
by Matthias Stom.
Notes:
cf. Sotheby Parke Bernet, London, 12 October 1983,
lot 94 with black and white ill.
Sotheby’s London, 24 October 1984, lot 83.
Literature:
cf. Richard J. Judson and Rudolf E. O. Ekkart, Gerrit
van Honthorst 1592 – 1656, Doornspijk 1999, p. 330,
no. D 14.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Richard J. Judson und Rudolf E. O. Ekkart, Gerrit
van Honthorst, 1592 – 1656, Doornspijk 1999, S. 330,
Nr. D 14. (1461373) (13)
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371
ITALIENISCHE SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS
PORTRAIT EINES MANNES MIT MESSER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
80 x 64 cm.
In dekorativem Rahmen.
Vor dunklem Hintergrund das Halbportrait eines älteren
Mannes in blauem Gewand mit beigem Umhang,
sowie mit grauen Haaren und Bart. Er hat den Kopf
erhoben und schaut mit seinen braunen glänzenden
Augen erwartungsvoll seitlich nach oben gen Himmel.
In seiner rechten kräftigen Hand hält er ein Messer,
nach vorn ausgestreckt zum Betrachter, und scheint
auf eine Entscheidung zu warten.
(1471082) (18)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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372
EMILIANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
LUCRETIA
Öl auf Leinwand.
96 x 72 cm.
In ornamental reliefiertem und bronziertem Rahmen.
Vor dunklem Hintergrund die halbfigurige Darstellung
der biblischen Figur, einen Dolch in ihrer Hand haltend
und den Blick nach oben gerichtet, die Komposition
nach Guido Reni (1575 – 1642). Lucretia, nach römischer
Sage die treue Gattin des Collatinus aus der königlichen
Familie, bekannt durch ihre Schönheit, mehr
noch für ihre Tugend, wurde von Tarquinius, einem Verwandten
ihres Gatten begehrt. Bei passender Gelegenheit
suchte er sie zu vergewaltigen. Als sie sich
weigerte, drohte er ihren Leichnam neben den eines
Sklaven zu legen und sie wegen Unzucht anzuklagen,
nachdem er beide auf frischer Tat ertappt und getötet
hätte. So gab sie sich hin, erzählte ihren Eltern das
Geschehene und wurde freigesprochen. Sie aber zog
es vor sich selbst zu entleiben, um ihr Vergehen nicht
als Vorbild dienen zu lassen. Der Legende gemäß führte
das Ereignis zu einem Volksaufstand gegen die
Monarchie. Die seit der Antike und nachfolgende literarische
Diskussion über Schuld und Unschuld der Lucretia
hat selbst die Kirchenlehre erfasst. Auch Dante
interpretierte die Legende in seiner Göttlichen Komödie.
Sämtliche Maler, von Botticelli über Rembrandt,
bis in die Neuzeit widmeten sich dem Thema, auch
Shakespeare und Puschkin, in der Musik waren es
Händel, Scalatti, Respighi und andere, die Vertonungen
lieferten. Selbst Lessing hat in seinem Theaterstück
Emilia Galotti das Thema aufgegriffen und in die Neuzeit
versetzt. Guido Reni, der dem hier vorliegenden
Maler als Vorbild diente, hat das Thema mehrfach aufgegriffen.
Verso auf der Leinwand die nicht vollendete
Darstellung eines Herrenportraits, vermutlich des
gleichen Malers.
Literatur:
Vgl. Stephen D. Pepper, Guido Reni. A complete
catalogue of his works with an introductory text,
New York 1984. (1471001) (13)
€ 4.000 – € 6.000
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169
373
RÖMISCHER MEISTER
DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS
GROSSES STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, BLUMEN,
FEDERVIEH UND EINEM MEERSCHWEINCHEN
Öl auf Leinwand.
106 x 188 cm.
In dekorativem Rahmen.
In bergiger Landschaft unter blauem Himmel, vor einem
Felsplateau eine kleine weiße Decke mit Spitze
auf einem Stein liegend, darauf teils geöffnete Feigen.
Darüber auf einem weiteren höheren Stück des Felsens
ein flacher geflochtener Korb, darin zahlreiche
farbenfrohe Blumen, teils über den Rand hinabhängend.
Auffallend im Zentrum jedoch ein stehender
farbenfroher Hahn, dahinter eine weiße Henne, die an
einer Feige pickt. Rechts des Hahns, neben Blumen,
ein geöffneter großer Kürbis und dahinter ein übergroß
dargestelltes Meerschweinchen, das unterhalb der
weißen Decke hervorschaut. Am linken Rand weitere
Kürbisse, während am rechten Bildrand ein glänzendes
Schalengefäß zu erkennen ist, um das sich eine
Ackerwinde rankt und auf der am oberen Rand ein
roter Ara pickt. Qualitätvolle Malerei, bei der insbesondere
die farbenfrohen Blumen, Früchte und auch die
Tiere, gegenüber dem dunkleren Hintergrund hervorgehoben
werden.
(1461357) (18)
ROMAN SCHOOL,
LATE 17TH CENTURY
LARGE STILL LIFE WITH FRUIT, FLOWERS, FOWL
AND HAMSTER
Oil on canvas.
106 x 188 cm.
€ 18.000 – € 22.000
Sistrix
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374
PIERRE GOBERT,
1662 FONTAINEBLEAU – 1744 PARIS, KREIS DES
PORTRAIT WOHL DER FRANÇOISE MARIE
DE BOURBON
Öl auf Leinwand.
99 x 99 cm.
In mit Blattwerk reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Inmitten einer eleganten Parkanlage mit Zypressen
und einer hinter der Gartenmauer befindlichen Palastarchitektur
(vielleicht das Château Bagnolet) sitzt
neben einem großen Pflanzgefäß eine elegante Dame
mit den Zügen der Françoise Marie de Bourbon
(1677 – 1749). Neben dem Cachepot eine Amorfigur, der
Cache pot gefüllt mit zahlreichen Blüten in zarten Rosatönen,
die sich im Inkarnat der Portraitierten widerspiegeln.
Francoise Marie war die jüngste illegitime Tochter
Ludwigs XIV und wurde bereits im Alter von 14 Jahren
mit Philippe d’Orléans verheiratet.
(14705920) (13)
PIERRE GOBERT,
1662 FONTAINEBLEAU – 1744 PARIS, CIRCLE OF
PORTRAIT, PROBABLY OF FRANÇOISE MARIE
DE BOURBON
Oil on canvas.
99 x 99 cm.
An elegant lady with the features of Françoise Marie
de Bourbon (1677 – 1749) sits beside a large planter at
the centre of an elegant park with cypress trees and a
palatial structure (perhaps Château Bagnolet) nestled
behind the garden wall. Françoise Marie was the
youngest illegitimate daughter of Louis XIV and married
Philippe d’Orléans at the age of 14.
€ 3.000 – € 4.000
Sistrix
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171
375
ANIELLO ASCIONE,
1680 – 1708, ZUG.
Gemäldepaar
STILLLEBEN MIT BLUMEN UND FRÜCHTEN
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
111 x 157 cm.
In breitem mit Goldornamenten verziertem Rahmen.
Überaus reizvolle, auf Fernansicht ausgeführte Stillleben,
inmitten einer Parklandschaft, die durch einen
Hahn bzw. ein Vogelpaar verlebendigt wird. Blumenarrangements
sind in das architektonische Gefüge
ebenso geschickt eingebunden wie landestypische,
teils geöffnete Früchte und Glas- oder Keramikgefäße.
(14609614) (13)
ANIELLO ASCIONE,
1680 – 1708, ATTRIBUTED
Pair of paintings
STILL LIFE WITH FLOWERS AND FRUIT
Oil on canvas. Old relining.
111 x 157 cm.
€ 14.000 – € 18.000
Sistrix
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376
FRANS YKENS,
AUCH GENANNT „FRANCHOIS EYCKENS“,
UM 1601 ANTWERPEN – UM 1693 BRÜSSEL
(ABB. RECHTS)
Der Maler war um 1615 Schüler seines Onkels Osias
Beert d. Ä. (um 1580 – 1623/24), von dem er auch die
spezielle Stilllebenauffassung mit vereinzelt nebeneinander
ins Bild gestellten Objekten übernommen hat.
Kein geringerer als Peter Paul Rubens (1577– 1640),
ein Freund des Malers, erwarb mehrere seiner Stillleben,
die heute im Rubenshaus in Antwerpen gezeigt
werden. Frans Ykens hielt sich in den Jahren 1630/31
in Frankreich auf und wurde anschließend Mitglied der
Malergilde Sankt Lukas in Antwerpen.
STILLLEBEN MIT BLUMENVASE UND BEEREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
46 x 39 cm.
Links unten auf kleinem Schriftband signiert
„Franchois Ykens fecit“.
Vor dunklem Hintergrund auf einem Marmorgesims
stehend eine bauchige Vase, darin ein farbenfrohes
Blumenarrangement mit Rosen, Tulpen, Anemonen,
sowie kleinen Zweigen mit Kirschblüten und leuchtend
roten Erdbeeren.
(1471241) (18)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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377
NICOLAES VAN GELDER,
UM 1636 LEIDEN – UM 1676 AMSTERDAM
Der Maler war Schüler des Pieter de Ring (1615–1660),
wirkte 1661 in Stockholm, dann 1673 in Kopenhagen.
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT GLASPOKAL
UND STANGENGLAS IN EINER NISCHE
Öl auf Leinwand.
56,5 x 44,5 cm.
Das Gemälde ist im RKD-Archiv verzeichnet.
Wie nahezu sämtliche der Werke dieses Stilllebenmalers,
werden auch hier die Früchte vor dunklem Hintergrund
präsentiert, hier zudem in eine Mauernische
eingestellt, ein Motiv, das sich auch bei einigen weiteren
seiner Bilder findet. Umso leuchtender treten hier
die Früchte hervor, während die dunklen Trauben oder
die graue Steinplatte in den nahezu schwarzen Hintergrund
überzugehen scheinen. Der Stil des Gemäldes
lässt sich in Van Gelderns Wirken zwischen 1660 und
1670 einordnen.
Provenienz:
Winkel & Magnussen, Sjaelland (Insel)/ Kopenhagen
1937, Lot 197.
Privatsammlung, Dänemark, 1937–1960.
Bukowski, Stockholm, 04. März 1971, Lot 203,
m. S/W Abb.
Paul Brandt, Amsterdam, 23. November 1971,
Lot 61, m. Abb.
Christie’s, 6. Januar 1973, Lot 119.
Literatur:
Poul Gammelbo, Dutch Still-Life Painting From The
16th to the 18th Centuries in Danish Collections,
Kopenhagen 1960, S. 82, Nr. 102 (dort datiert ca.
1676/77). A.R. (1471587) (1) (11)
NICOLAES VAN GELDER,
CA. 1636 LEIDEN – CA. 1676 AMSTERDAM
FRUIT STILL LIFE WITH GLASS GOBLET AND
STEMMED GLASS IN A NICHE
Oil on canvas.
56.5 x 44.5 cm.
The painting is listed in the RKD archive.
The style of the painting can be placed within Van Geldern’s
creative period between 1660 and 1670.
Provenance:
Winkel & Magnussen, Sjaelland (island)/ Copenhagen
1937, lot 197.
Private collection Denmark, 1937–1960.
Bukowski, Stockholm 4 March 1971, lot 203, with
black-and-white ill.
Paul Brandt, Amsterdam, 23 November 1971, lot 61,
with ill.
Christie’s, 6 January 1973, lot 119.
Literature:
Poul Gammelbo, Dutch Still-Life Painting from the
16th to the 18th Centuries in Danish Collections,
Copenhagen 1960, p. 82, no. 102 (dated there ca.
1676/77).
CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).
€ 25.000 – € 40.000
Sistrix
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175
378
ITALIENISCHER MALER
DER ZWEITEN HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
ALLEGORISCHE DARSTELLUNGEN MIT TIEREN,
INSBESONDERE MIT AFFEN
Öl auf Leinwand. Randdoubliert.
Jeweils 86 x 117 cm.
In vergoldeten Rahmen.
Die beiden Gemälde sind Allegorien oder Satiren,
die menschliche Aktivitäten oder Torheiten durch die
Darstellung von Tieren, hier insbesondere Affen, in
menschlicher Kleidung und Verhaltensweisen verspotten.
Das eine Gemälde zeigt in Landschaft mehrere
zusammenhockende bekleidete Affen in fröhlicher
Runde beim Wein trinken. Hinter ihnen, oberhalb eines
Steinabsatzes sitzend, ein weiterer Affe mit weißem
Umhang, Kopfbedeckung und Armreifen, in einen von
einem Ara gehaltenen Spiegel schauend, an Darstellungen
einer Dame bei der Morgentoilette erinnernd.
Dazu rechts ein Käfig, in dem wohl eine Katze als
Haustier gehalten wird. Das andere Gemälde zeigt ein
Vogel- und Katzenkonzert. Linksseitig üben mehrere
Vogelarten vor einem aufgeschlagenen Notenheft und
werden dabei von einem Affen dirigiert, rechts daneben
drei Affen beim Üben mit einem Instrument und
im rechten Hintergrund ein Katzenkonzert. Detailreiche
humorige Darstellungen in vielen differenzierten Farbtönen.
Rest.
(1470251) (18)
176 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.
ITALIAN SCHOOL,
SECOND HALF OF THE 18TH CENTURY
A pair of paintings
ALLEGORICAL DEPICTION WITH ANIMALS,
ESPECIALLY MONKEYS
Oil on canvas. Edge relined.
86 x 117 cm each.
Sistrix
€ 12.000 – € 15.000 INFO | BID
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177
379
PETER PAUL RUBENS (1577–1640),
KOPIE DES 20. JAHRHUNDERTS
DIE GEFANGENNAHME SIMSONS
Öl auf Leinwand.
118 x 132 cm.
In Prunkrahmen.
Die Darstellung geht auf die alttestamentarische Geschichte
Simsons und Delilas zurück, welche die Gefangennahme
Simsons durch die Philister zeigt. Die
Kraft des von Gott auserwählten Israeliten Simson, mit
welcher er zuvor den Philistern hatte trotzen können,
hatte in seinen Haaren gelegen. Seine Ehefrau Delila
verriet Simson aber an die Philister und schnitt ihrem
Manne, während dieser schlief, das Haupthaar, wodurch
dieser seine Kraft verlor. Auf dem Gemälde ist
links Delila zu sehen, die in ihrer Hand die Schere mit
den abgeschnittenen Haaren hält. Völlig überrascht
blickt Simson auf die Philister. Malerei die sich genau
an das Original hält.
Anmerkung:
Das Originalgemälde von Rubens befindet sich im
Neuen Schloss, Schleißheim (1470801) (18)
€ 5.000 – € 8.000
Sistrix
INFO | BID
380
VENEZIANISCHER MALER DES AUSGEHENDEN
17./ BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS
ALLEGORIE DES KRIEGES
Öl auf Leinwand.
104 x 83 cm.
In breitem Prunkrahmen.
Im Zentrum wohl die Göttin des Krieges mit Brustpanzer
und einer Fackel in ihrer linken erhobenen Hand,
mit der sie wohl das im Hintergrund tobende Feuer mit
brennendem Gebäude entzündet hat. Voller Wut, Zorn
und Kampfeslust blickt sie mit ihren fast schwarzen
Augen zur linken Seite. Ein Junge scheint ihr einen
Dolch reichen zu wollen. Vor ihr auf dem Boden ein
Wolf, der ein Schaf gerissen hat und rechts daneben
wohl zwei zerbrochene steinerne Gesetzestafeln und
eine zerstörte Waage. Im Hintergrund rechts Landschaft
mit blauem Himmel, davor der Adler des Zeus,
eine Schlange mit seinen Krallen haltend. Vereinzelt
rest.
(1471002) (18)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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381
FELICE RIZZO BRUSASORZI,
1540 VERONA – 1605 EBENDA, ZUG.
TARQUINIUS UND LUKREZIA
Öl auf Schieferplatte.
40 x 46 cm.
Die dramatische Szene geht auf ein Vorbild von Tizian
zurück (189 x 195 cm), das vermutlich in den Jahren
zwischen 1568 und 1571 entstand (189 x 145 cm.) und
sich heute im Fitzwilliam Museum Cambridge befindet.
Es zeigt die Legende vom gewaltsamen Übergriff des
römischen Königssohnes Tarquinius auf Lukrezia, die er
vergewaltigte, worauf sie sich tags darauf selbst tötete.
Die Erzählung steht am Wendepunkt des Königtums zur
danach ausgerufenen Römischen Republik. Das
Schwarz der Schieferplatte liefert den auch im hochformatigen
Tizianbild gezeigten Hintergrund der Szene,
hier jedoch im kleinen Querformat, seitlich rechts erweitert
und seitenverkehrt, was auf eine Stichvorlage hinweist.
(1472291) (11)
FELICE RIZZO BRUSASORZI,
1540 VERONA – 1605 IBID., ATTRIBUTED
TARQUIN AND LUCRETIA
Oil on slate.
40 x 46 cm.
The dramatic scene is based on a model by Titian (189
x 145 cm), probably created between 1568 and 1571,
now held at the Fitzwilliam Museum, Cambridge. The
black of the slate provides the background of the
scene, which is also shown in the vertical-format Titian
painting, but here in a small horizontal format, extended
to the right and reversed, which suggests an engraving
was used as a template.
€ 10.000 – € 12.000
Sistrix
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179
382
PETER VAN DEN VELDE,
1634 – 1723/24
SCHIFFE UND BOOTE AUF BEWEGTER SEE
Öl auf Holz.
24 x 35 cm.
Links unten auf Boot monogrammiert „P.V.V.“
Auf stark bewegter See vor der Küste einer Stadt mit
Kirche, deren Turm in den Himmel ragt, zahlreiche Segelboote,
darunter links im Vordergrund ein mit Fischern
besetztes Boot, die gerade Netze einholen.
Rechts ein großes Segelboot mit Beflaggung, gegen
die Wellen ankämpfend. Der Himmel mit großen Wolkenformationen,
teils dramatisch stark bewölkt, jedoch
mit einigen, teils von der Sonne beschienenen Wolken.
Malerei in der typischen Manier des Künstlers, der oft
Küstenansichten vor verschiedenen Städten gemalt
hat, mit starker Licht- und Schatteninszenierung.
(14714518) (18)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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383
ITALIENISCHE SCHULE DES 19. JAHRHUNDERTS
(ABB. LINKS)
ANSICHT VON LONDON VON DER THEMSE AUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
53 x 79 cm.
Links unten auf Boot datiert „1841“.
In vergoldetem Rahmen.
Blick über das bewegte Wasser der Themse auf die
prachtvollen, teils von der Sonne beschienenen Bauten
Londons, darunter linksseitig die hohe runde Kuppel
der Saint Paul’s Cathedral. Auf dem Fluss selbst zahlreiche,
teils nebeneinander ankernde Schiffe mit eingezogenen
Segeln und einige Dampfschiffe, alle mit
Figuren besetzt. Stimmungsvolle Stadtansicht unter
hohem Himmel. Teils Retuschen.
(1471205) (3) (18)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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384
NEAPOLITANISCHER MALER DER ZWEITEN
HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS
SCHLACHTENGETÜMMEL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
93 x 130 cm.
In Prunkrahmen.
In weiter Landschaft die tobende Reiterschlacht, bei
der bereits einige Soldaten und ihre Pferde zu Boden
gegangen sind. In der Mitte der rechten Bildhälfte eine
rechteckige steinige Erhöhung, auf der mehrere Soldaten
auf die Schlacht herabsehen, darunter zwei Fahnenträger.
Um diese Erhebung unmittelbar herum eine
Vielzahl von Schimmeln und grauen Pferden mit ihren
Reitern, unter hohem grau-blauem Himmel mit aufsteigenden
Rauchwolken. Vereinzelt rest.
(14705923) (18)
SCHOOL OF NAPLES,
SECOND HALF OF THE 17TH CENTURY
BATTLE SCENE
Oil on canvas. Relined.
93 x 130 cm.
€ 20.000 – € 40.000
Sistrix
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181
385
JOHANN HEINRICH ROOS,
1631 OTTERBERG/ PFALZ – 1685 FRANKFURT A. M.
Hofmaler des Kurfürsten der Pfalz.
ARKADISCHE LANDSCHAFT MIT SCHLOSSRUINE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
93 x 108 cm.
Rechts unten signiert und datiert „J. ROOS fecit 1678“.
In Rahmung mit Wellenleistenprofil.
Inmitten einer hügeligen, italienisch anmutenden Landschaft
eine Schlossruine mit offenen Rundbögen, durch
die sich die weite, sanft hügelige Landschaft erahnen
lässt. Im Vordergrund zwei Pferde und ein Edelfräulein,
die ländliche Bevölkerung wohlwollend grüßend.
(1471661) (13)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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386
HENDRIK VAN MINDERHOUT,
1632 ROTTERDAM – 1696 ANTWERPEN
(ABB. RECHTS)
DER FLORIERENDE SEEHANDEL
Öl auf Leinwand.
127 x 109 cm.
Links auf dem Architekturelement signiert und datiert
„H. van Minderhout 1675“.
In Louis XV-Stilrahmen.
Nah an den Betrachterstandpunkt gerückte Küstenszene
mit in Nahsicht gezeigtem orientalischem
Prunkschiff und staffierten Kamelen. Daneben Handel
treibende Figuren verschiedener Nationen, links eine
geschmückte Brunnenanlage sowie eine den Küstenstreifen
säumende Stadt. Rahmen und Leinwand
partiell besch.
(1470034) (13)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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183
387
ROSALBA CARRIERA,
1675 VENEDIG – 1757 EBENDA, ZUG.
Die Künstlerin war bekannt für ihre Pastellmalerei. Gefeiert
und bewundert bereiste sie Europa und war Gast
an vielen Höfen, wie 1720/21 in Paris, 1723 in Modena
und 1730 in Wien.
EKSTASE DER HEILIGEN THERESA VON ÁVILA
Pastell auf Papier, auf Leinwand doubliert.
45 x 38 cm.
Hinter Glas, in reich ornamentiertem Rahmen.
Rückseitig eine Expertise von Giuseppe Fiocco vom
04. Februar 1938.
Qualitätsvolle Darstellung der Ekstase der Heiligen
Theresa. In harmonisch zurückhaltender Farbgebung
blickt die Heilige vor neutralem Hintergrund verzückt
zu Boden. Das helle Inkarnat lenkt den Blick des Betrachters
auf das Gesicht, das fein ausgearbeitet ist.
Das Haupt der Heiligen ist von hellem Licht umgeben.
Gekleidet in faltenreicher Ordenskleidung hält sie einen
Rosenkranz in ihrer linken Hand. Seitlich am Bildrand
ein kleiner Puttenkopf.
(1461851) (10)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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388
GIOVANNI FRANCESCO GESSI,
1588 BOLOGNA – 1649 EBENDA, ZUG.
Der Maler stand in familiärer Verbindung zu Francesco
Albani (1578– 1660), studierte jedoch zunächst in den
Ateliers von Giovanni Battista Cremoni (um 1550 – 1610)
und Denys Fiammingo Calvaert (1540– 1619) und dann
um 1607 in der Werkstatt von Guido Reni (1575– 1642).
Zu diesem stand er später in spannungsvoller Auseinandersetzung
wegen eines Auftrags. Zu den Schülern
in Gessis Werkstatt zählen Ercolino und Giovanni Battista
Ruggieri (1606– 1640), Gabriele Ferrantini und Andrea
Seghezzi.
DER HEILIGE FRANZISKUS
Öl auf Kupfer.
45 x 33 cm.
Verso mit Restbeschriftung.
In vergoldetem Profilrahmen.
Darstellung des vor einem Felsen sitzenden Heiligen
Franziskus, über ihm ein musizierender Engel schwebend.
Rahmen besch.
Literatur:
Vgl. Emilio Negro, Massimo Pirondini (Hrsg.), La
Scuola di Guido Reni, Modena 1992, S. 237–270.
(1471181) (13)
€ 6.000 – € 10.000
Sistrix
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389
VENEZIANISCHER MALER
DES 16. JAHRHUNDERTS
(ABB. LINKS)
BEWEINUNG CHRISTI
Öl auf Holz. Parkettiert.
55,5 x 72 cm.
Schmale Einfassungsleiste.
Das im Querformat geschaffene Tafelbild lässt sich
trotz seiner hohen malerischen Qualität lokalstilistisch
nur schwer einzuordnen. Dargestellt ist der in Dreiviertelfigur
gegebene Corpus Christi, beweint von den
seitlich positionierten Figuren von Maria und Johannes.
Maria blickt auf das Gesicht des Sohnes, der Blick
des Johannes ist auf den Betrachter gerichtet. Die
Figuren vor Goldgrund, die Nimben grob punziert. Der
Stil zeigt – insbesondere in der Behandlung des Corpus
Christi – starke jedoch meisterhafte Abstrahierungen,
Rippen und Armmuskeln betont kontrastiert. Die
Finger kantig gewinkelt. Die markante kontrastierende
Malweise ist wohl auch für Ansicht aus Entfernung berechnet.
(1471952) (1) (11)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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185
390
GASPARE DIZIANI,
1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG, ZUG.
Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers
Sebastiano Ricci (1659 – 1734) angesehen. Ab 1717
hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.
Zwischen zeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für
die Münch ner Residenz; später wirkte er in Rom und
Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737– 1797)
und Giuseppe (1744– 1821), unterstützten ihn bei zahlreichen
seiner Aufträge.
JESUS GEHT AUF DEM WASSER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
55 x 63 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Die Darstellung im Queroval geht auf Markus 6,45-52
sowie auf Johannes 6,15-21 zurück. Sie zeigt die Jünger
in einem Segelboot auf hoher See bei Sturm und hohen
Wellen. Die Jünger reagieren erschrocken, als Jesus
ihnen über den See entgegenkommt und zu ihnen
spricht: „Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet
euch nicht!“. Petrus glaubt ihm jedoch nicht. Auf Jesu
Anweisung soll Petrus ihm auf dem Wasser entgegengehen.
Kaum hat er dies getan, erschrickt er vor dem
heftigen Sturm, beginnt zu sinken und bittet Jesus um
Hilfe.
Das Gemälde zeigt rechtsseitig den auf dem Wasser
stehenden Jesus im roten Gewand mit weitem wehendem
blauem Mantel und nach oben gerichtetem
Zeigefinger. Vor ihm befindet sich der im Wasser versinkende
Petrus mit ausgebreiteten, um Hilfe bittenden
Armen und zu Jesus gerichtetem Blick. Im linken
Hintergrund kämpft das Segelschiff mit den übrigen
Jüngern gegen den Sturm an. Im hinter dichten grauen
Wolken aufklarenden Himmel blicken vier geflügelte
Puttenköpfe auf das Geschehen herab. Erzählerische,
teils heftig bewegte Darstellung.
(1320015) (18)
GASPARE DIZIANI,
1689 BELLUNO – 1767 VENICE, ATTRIBUTED
JESUS WALKING ON WATER
Oil on canvas. Relined.
55 x 63 cm.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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391
FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
LAGERNDE VENUS MIT SCHNÄBELNDEN TAUBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59,5 x 78 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Inmitten einer Palastanlage mit herrschaftlichem, von
einer Fontäne akzentuiertem Garten, lagert die eine
absteigende Diagonale beschreibende Figur der Venus.
Auf ihrer Hand zwei schnäbelnde Tauben, als Symbol
der Liebe, balancierend. Feine Komposition, bei besonderem
Augenmerk auf die Umsetzung textiler Staffagestrukturen.
(1460453) (13)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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187
392
JEAN-BAPTIST MARIE PIERRE,
1713 PARIS – 1789 EBENDA, ZUG.
ALLEGORIE DES SOMMERS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
108 x 135 cm.
Mittig unten monogrammiert und datiert.
In Prunkrahmen mit bekrönendem Schleifendekor.
In weiter Landschaft, vor einem Waldstück sitzend,
eine junge Frau in einem weißen Gewand, das den
Brustbereich unbedeckt lässt. Auf ihrem Haar einen
Kranz aus Ähren, in der rechten Hand eine Sichel zur
Ernte, während der linke Arm einen Bündel Korn umfasst
– sie ist dargestellt als Allegorie des Sommers.
Rechts von ihr ein großes Kornfeld mit zwei Putti bei
der Ernte, zu ihrer linken Seite zwei weitere geflügelte
Putti mit mehreren Kornbündeln, von denen einer den
schlafenden anderen neckt. Liebevolle Darstellung in
harmonischer Farbgebung.
(1451052) (18)
JEAN-BAPTIST MARIE PIERRE,
1713 PARIS – 1789 IBID., ATTRIBUTED
ALLEGORY OF SUMMER
Oil on canvas. Relined.
108 x 135 cm.
Monogrammed and dated lower centre.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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393
PAOLO MONALDI,
GENANNT „MONALDINI“,
UM 1710 ROM – 1779
Der Maler wirkte zunächst in der Werkstatt des Städtemalers
Paolo Anesi (1697– 1773) und arbeitete mit ihm
zusammen an den Dekormalereien der Villa Chigi. Sein
Werk ist insgesamt den Bamboccianti zuzurechnen, in
der Nähe des Andrea Locatelli (1695 – 1741). Werke seiner
Hand im Palazzo Braschi sowie in der Galleria
dell’Accademia di San Luca in Rom.
BERGIGE LANDSCHAFT MIT FRÖHLICH
FEIERNDEN, TEILS TANZENDEN BAUERN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
64 x 98,8 cm.
Links unten auf runder Platte monogrammiert „PM“.
In dekorativem Rahmen.
Das Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter der Nummer
77532 verzeichnet.
Im Zentrum des Gemäldes ein auf der Mandoline spielender
Mann, der auf einem Esel sitzt. Hinter ihm eine
Frau, die auf ihn hinweist, sowie ein trinkender Mann.
Linksseitig ein tanzendes Paar und ein weiteres, das
gemütlich unter einem Baum sitzt. Linksseitig der Anfang
eines kleinen Wäldchens, in dem mehrere Figuren
zu erkennen sind, während rechtsseitig im Hintergrund,
auf einer Anhöhe, eine musizierende Frau und
eine weitere Figur auf einem Esel zu erkennen sind.
Als Repoussoir am rechten Bildrand ein nach oben
ragender Baum. In der Mitte des Hintergrunds, in der
Ferne, eine Anhöhe mit Gebäude in weichen bläulichgrünen
Farbtönen. Figurenreiche erzählerische Darstellung
in insgesamt zurückhaltender Farbgebung, in
der Manier des Künstlers.
Provenienz:
Pietro Accorsi, Turin.
Dort 1962 vom Vater des derzeitigen Besitzers erworben.
Literatur:
Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700
Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,
Rom 1976, S. 276, Nr. PM22. (14623317) (18)
PAOLO MONALDI,
KNOWN AS “MONALDINI”,
CA. 1710 ROME – 1779
MOUNTAINOUS LANDSCAPE WITH FARMERS
HAPPILY CELEBRATING AND SOME DANCING
Oil on canvas. Relined.
64 x 98.8 cm.
Monogrammed “PM”, on round panel lower left.
The painting is listed in the Fototeca Zeri under the
number 77532.
Provenance:
Pietro Accorsi, Turin.
Acquired there in 1962 from the father of the current
owner.
Literature:
Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700
Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,
Rome 1976, p. 276, no. PM22.
€ 12.000 – € 18.000 (†)
Sistrix
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189
394
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
DIE BRÜDER VERKAUFEN JOSEPH
AN DIE ISMAELITEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
167 x 240 cm.
In profiliertem und gefasstem Rahmen.
Die Geschichte von Josef und seinen Brüdern zählt zu
den bekanntesten Erzählungen des Alten Testaments.
Josef, der Lieblingssohn Jakobs, wird von seinen eifersüchtigen
Brüdern zunächst in eine Grube geworfen
und schließlich an eine Karawane von ismaelitischen
Händlern verkauft. Die Brüder, getrieben von Neid auf
Josefs prächtiges buntes Gewand und die besondere
Zuneigung des Vaters, entscheiden sich, ihn loszuwerden.
Statt ihn zu töten, wie ursprünglich geplant, verkaufen
sie ihn für zwanzig Silberstücke an die Händler,
die ihn nach Ägypten bringen. Diese liegen im Zentrum
der hier angebotenen Komposition mit halb davorstehendem
kindlich dargestellten Joseph, während
die linke Bildhälfte von seinen Brüdern dominiert wird.
(1470981) (13)
395
VENEZIANISCHER MALER
DES 17. JAHRHUNDERTS
(ABB. RECHTS)
VENUS UND ADONIS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
108 x 96 cm.
In ornamental verziertem, ebonisiertem Rahmen.
Die Jagdgöttin Diana mit zweier ihrer Jagdhunde, die
hier links am Rand zu sehen sind, eine leichte Diagonale
nach rechts beschreibend und von reichem
Brokat belegt. Ihre freie Brust bildet das gedankliche
Zentrum des Bildes und ihre Hand sowie ihr Blick
konzentrieren sich auf den neben ihr knieenden, mit
einem Speer ausgerüsteten Adonis, der von Cupido
überfangen wird.
(1471693) (13)
SCHOOL OF VENICE, 17TH CENTURY
(ILL. ON THE RIGHT)
VENUS AND ADONIS
ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY
JOSEPH’S BRETHREN SELLING HIM
TO THE ISHMAELITES
Oil on canvas. Relined.
167 x 240 cm.
€ 11.000 – € 13.000
Sistrix
INFO | BID
Oil on canvas. Relined.
108 x 96 cm.
€ 18.000 – € 20.000
Sistrix
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191
396
NIEDERLÄNDISCHER MONOGRAMMIST
DES 17. JAHRHUNDERTS
SEXTUS TARQUINIUS ÜBERRASCHT LUCRETIA
BEI DER ARBEIT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
66 x 100 cm.
Links auf der Bank monogrammiert „I.H. f / 1641“.
In hölzernem Kehlrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Marina Aarts, welche
die Vermutung darlegt, dass der Künstler als Jan van
der Hecke (1620 – 1684) identifiziert werden könnte, in
Kopie.
Publius Ovidius Naso berichtet in seinen „Fasti“, dass
der römische Prinz Tarquinius (Sohn des Tarquinius
Superbus) ins Haus kommt, freundlichst begrüßt wird
und mit den Hausherren zu Abend isst. Anschließend
gehen alle zu Bett, doch Tarquinius steht noch einmal
auf. Er geht zu Lucretia (Ehefrau des Lucius Tarquinius
Collatinus). Er nimmt seinen Dolch und sprach zu ihr:
„Ich habe einen Dolch bei mir, Lucretia. Ich bin es,
Tarquinius, der Sohn des Königs, welcher zu dir spricht.“
Sie konnte weder sprechen noch denken und war starr
vor Angst. Was sollte sie tun? Kämpfen? Er berührt
ihre Brüste und nimmt ihr so ihr Leben durch Schmach.
Doch das Mädchen überwindet seine Angst und
spricht: „Dieser Sieg wird dich zerstören. Was dich und
dein Königreich diese eine Nacht kostet.“ Nach der
Vergewaltigung erzählte sie alles ihrem Mann und
ihrem Vater und beging Suizid, weil sie die Schmach
nicht ertrug. Die beiden Männer schworen, Tarquinius
zu suchen und zu töten. Die römischen Bürger töteten
Tarquinius und stürzten den König. Anschließend
riefen sie die Republik aus.
(1471201) (3) (13)
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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397
FRANZÖSISCHER PORTRAITIST
DES 18. JAHRHUNDERTS
PORTRAIT EINER HÖFISCHEN DAME
Öl auf Leinwand. Doubliert.
80 x 64,5 cm.
In mit Blattwerk reliefiertem und bronziertem Rahmen.
Vor unbestimmtem Grund das dem Betrachter zugewandte,
halbfigurige Portrait einer Dame mit von
Perlband gegliederter Frisur und reich gefältetem Kleid
mit goldgesäumtem Umhang, der von einer Agraffe
gehalten wird. Das Portrait erinnert an Bildnisse der
Prinzessin Sophie Charlotte von Hannover (1668– 1705).
(1470593) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
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398
GIUSEPPE MARIA CRESPI,
GENANNT „LO SPAGNOLO“,
1665 BOLOGNA – 1747 EBENDA
BEWALDETE LANDSCHAFT MIT HIRTINNEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
94,5 x 114 cm.
In vergoldetem Rahmen.
In weiter hügeliger Landschaft, unter blauem Himmel
mit dicken weiß-grauen Wolken, zwei Schäferinnen.
Eine in gelb-rötlichem Gewand sitzend, dabei ein kleines,
neben ihr liegendes Lämmchen streichelnd. Die
andere Schäferin danebenstehend, in türkisfarbenem
Gewand und mit Hirtenstab, links von ihr ein weiteres
Schaf und ein neugierig blickender Ziegenbock. Jeweils
am rechten und linken Bildrand höhere Bäume,
die in den Himmel ragen. Stimmungsvolle harmonische
Darstellung in zurückhaltender Farbgebung. Vereinzelt
rest.
GIUSEPPE MARIA CRESPI,
ALSO KNOWN AS “LO SPAGNOLO”,
1665 BOLOGNA – 1747 IBID.
FOREST LANDSCAPE WITH SHEPHERDESSES
Oil on canvas. Relined.
94.5 x 114 cm.
Literature:
Egidio Martini, Pittura veneta e altra italiana dal XV
al XIX secolo, Rimini 1992, p. 556, ill. 405.
€ 30.000 – € 50.000
Sistrix
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Literatur:
Egidio Martini, Pittura veneta e altra italiana dal XV
al XIX secolo, Rimini 1992, S. 556, Abb. 405.
(1471171) (3) (18)
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193
399
JEAN-JACQUES LAGRENÉE,
1739 – 1821, WERKSTATT/ KREIS DES
ALLEGORIE DER PRUDENTIA
Öl auf Leinwand.
91 x 73 cm.
Links unten signiert und datiert „Lagrenée 1776“.
In vergoldetem und ornamental verziertem Rahmen.
Vor lichtblauem Grund auf einer Wolkenbank sitzend
eine Frau mittleren Alters auf einen von einem Putto
gehaltenen Rundspiegel weisend und mit der anderen
Hand eine jüngere Frau an der Schulter umfassend, die
wiederum einen Lilienstrauß hält.
Lagrenée lernte bei seinem älteren Bruder, wirkte
zwei Jahre in Russland und hielt sich danach als Preisträger
des Prix de Rome in der ewigen Stadt auf. Neben
seinen allegorischen Bildwerken ist von ihm vor
allem auch ein Deckengemälde im Louvre bekannt.
Provenienz:
Doyle Auctions, New York, 2018.
Privatsammlung, Monaco. (14700311) (13)
JEAN-JACQUES LAGRENÉE
1739 – 1821, WORKSHOP/ CIRCLE OF
ALLEGORY OF PRUDENTIA
Oil on canvas.
91 x 73 cm.
Signed and dated “Lagrenée 1776” lower left.
Provenance:
Doyle Auctions, New York, 2018.
Private collection, Monaco.
€ 12.000 – € 16.000
Sistrix
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400
FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
VENUS AMOR UNTERWEISEND
sowie
FRAU DAS BACCHUSKIND NÄHREND
Pastell auf Papier, auf Leinwand.
Sichtmaß: je 62 x 46,5 cm.
Verso mit alten Etiketten.
Hinter Glas in plastisch verziertem Rahmen.
Jeweils vor unbestimmtem pudrig blauem Grund
die weiblichen Halbfiguren mit hellem Inkarnat und
attributivem Beiwerk sowie Bacchus und Amor.
Provenienz:
Elizabeth Parke Firestone (1897 – 1990), Akron, Ohio
und Newport, Rhode Island.
Christie’s, New York, 22. März 1991, Lot 640.
(1461721) (13)
€ 8.000 – € 14.000
Sistrix
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195
CATALOGUE IV
IMPRESSIONISTS & MODERN ART
19TH/20TH CENTURY PAINTINGS
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