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Old Master Paintings – Part 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE

CATALOGUE III

OLD MASTER PAINTINGS PART 2

Auctions: Thursday, 26 March 2026

Exhibition: Saturday, 21 March – Tuesday, 24 March 2026


OLD MASTER

PAINTINGS

PART II



213

RODRIGO DE OSONA,

TÄTIG 1440 – 1518, KREIS DES

GEBURT CHRISTI MIT DER ANBETUNG DER HIRTEN

Öl auf Holz. Verso teils verstärkt.

Ca. 86 x 55 cm.

In Rahmen mit rötlichem Samtbezug.

Unter einer steinernen Loggia mit Rundbögen die

kniende Maria in edlem rotem Gewand mit langem,

Gold besticktem Mantel und sorgsam zusammengelegten

zarten Händen. Sie hat ein feines Gesicht und

blickt nach unten auf das am Boden auf einem weißen

Tuch liegende nackte Jesuskind, von dem aus goldene

Strahlen (das göttliche Licht) ausgehen. Rechts neben

ihr Josef, in seiner rechten Hand eine brennende Kerze

haltend. Hinter Maria Ochs und Esel an einem Futtertrog,

während in der Mitte des Hintergrundes zwei

Schafhirten zu sehen sind, von denen einer auf das

göttliche Kind weist. Qualitätsvolle feine Darstellung.

(1471207) (3) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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214

SPANISCHER MALER UM 1520

GROSSE ALTARTAFEL MIT KREUZUNGSSZENE

Öl auf Holz.

118 x 126 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Die Golgathaszene mit den drei Kreuzen ist in eine

weite, leicht hügelige Landschaft gesetzt. Links im

Hintergrund erhebt sich eine Burganlage mit kantigen

Wehrtürmen, die hier als Darstellung der Stadt Jerusalem

zu verstehen ist. Am Horizont Baumgruppen, dazwischen

ein weiteres kleineres Gebäude. Dem Thema

entsprechend dominiert das Kreuz Christi, flankiert

von den Baumkreuzen der beiden Schächer, die in verkrampften

Körperhaltungen wiedergegeben sind. Am

Fuß des Kreuzes Christi kauert Maria Magdalena, die

den Kreuzstamm umfasst. Die Mutter Maria und die

engeren Vertrauten des Gekreuzigten sind links gruppiert

dargestellt. Maria, im Schmerz niedergesunken,

wird von Johannes gestützt; seitlich stehen die weiteren

Frauengestalten, welche zusammen die „Drei Marien“

bilden. Die rechte Figurengruppe ist ausschließlich

männlichen Figuren vorbehalten, wie dies auch in

der traditionellen Sitzordnung des Kirchenraums zum

Ausdruck kommt. Hier tritt neben derb-realistischen

Figuren besonders eine jugendliche, betont anmutige

Gestalt hervor: der römische Soldat Longinus. Er ist im

Harnisch mit der Lanze der Seitenwunde dargestellt.

Auffällig ist, dass die Lanzenspitze der sogenannten

„Heiligen Lanze“ ähnelt, die über Jahrhunderte hinweg

als Heiltumsreliquie verehrt wurde. Die elegante

Haltung und die jugendliche Erscheinung des Longius

stechen hervor und es lässt sich annehmen, dass das

Werk eines bedeutenderen Meisters hier als Vorbild

gedient hat. Bei der rot gekleideten Figur am rechten

Bildrand dürfte es sich um Josef von Arimathia handeln;

die Verwendung der Rotfarbe ehrt ihn als den

Gönner, der das Grab Christi bereitgestellt hat.

Der vergoldete Rahmen zeigt seitlich schlanke Lisenen

mit spitzbogigem Schnitzwerk. Die obere durchgehende

Architravleiste ist mit Dreipassdekor im Rapport

versehen. Die oberen Ecken der aus vier Teilen bestehenden

Tafel sind abgeschrägt.

A.R. (1460081) (11)

SPANISH PAINTER, CA. 1520

LARGE ALTARPIECE WITH CRUCIFIXION SCENE

Oil on panel.

118 x 126 cm.

€ 20.000 – € 30.000

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15


215

ÖSTERREICHISCHER MALER

DES 15. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

HEILIGER HIERONYMUS UND HEILIGER ROCHUS

Öl auf Holz.

Jeweils: 45,5 x 21 cm.

Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur

des in Kardinalsgewandung gekleideten Heiligen Hieronymus,

einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund

der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt

wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit

Inschrift. In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen

Füßen die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm

attributiv zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor

einem architektonischen Gefüge – nämlich einem

Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem

Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich

gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen

und wurden vom gleichen Maler, vielleicht im

Zuge eines Altargefüges, geschaffen.

(1450352) (1) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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216

TOSKANISCHE SCHULE DES 15. JAHRHUNDERTS

MADONNA MIT DEM KIND UND

JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Holz. Parkettiert.

59x 48,5 cm.

In Landschaft mit zwei stehenden Zypressen im Licht

der langsam untergehenden Sonne Maria in dunkelrotem

Gewand mit Umhang, in ihren Armen den nackten

Jesusknaben haltend, der seine rechte Hand zum Segensgestus

erhoben hat. Beide jeweils mit ähnlichem

traurig nachdenklichem Blick. Links neben beiden stehend

der junge Johannes der Täufer mit Fellumhang,

einem seiner Attribute, mit vor der Brust gefalteten

Händen und den Blick auf die beiden nach oben gerichtet.

Die Köpfe der drei sind jeweils mit einem kreisrunden

goldenen Nimbus versehen. Das Hauptmotiv

wird im Himmel von zwei roten Cherubim flankiert.

Am unteren Bildrand befindet sich der lateinische

Schriftzug „AVE MARIA GRATIA PLENA DO“ (Gegrüßet

seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr (ist mit

dir)). Ähnliche Kompositionen der Maria mit Kind lassen

sich in der Malerei dieser Zeit häufiger finden. Vereinzelt

rest., alte Anobienspuren.

(14700312)

SCHOOL OF TUSCANY, 15TH CENTURY

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH THE INFANT

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on panel. Parquetted.

59 x 48.5 cm.

€ 15.000 – € 20.000

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217

DEUTSCHER MEISTER DER SPÄTGOTIK

CHRISTUS AM KREUZ MIT HEILIGEN

UND STIFTERFIGUREN

Öl auf Holz.

72 x 54 cm.

Mittelrheinland, Köln, um 1470.

Das Tafelbild wurde wohl für einen Seitenaltar geschaffen,

im Auftrag der Stifter, die sich am Unterrand verewigen

ließen: Ein Kleriker im Chormantel, zwei Mönche

und eine Nonne. Die für Kreuzdarstellungen

üblichen Assistenzfiguren Maria und Johannes in die

linke Bildseite gesetzt, symbolisch „zur Rechten“ des

Gekreuzigten. Dagegen dürften die beiden Heiligen

rechts im Bild, Johannes Baptist und Andreas, die Namenspatrone

der Stifter sein. Die blühenden Veilchen

unten mittig und weitere Blüten und Blätter sind von

symbolischer Bedeutung. Die vergoldeten Nimbenscheiben

leicht im Profil erhöht.

Literatur:

Vgl. Robert Suckale und Matthias Weniger,

Malerei der Gotik, Köln 1999.

Vgl. Lottlisa Behling, Die Pflanze in der mittelalterlichen

Tafelmalerei, Köln 1967.

A.R. (1471985) (11)

GERMAN SCHOOL, LATE GOTHIC

CHRIST ON THE CROSS WITH SAINTS

AND DONOR FIGURES

Oil on panel.

72 x 54 cm.

Middle-Rhineland, Cologne, ca.1470.

The panel painting was probably created for a side altar,

commissioned by the donors, who had themselves

immortalized at the lower edge: a cleric in a cope, two

monks and a nun.

Literature:

cf. Robert Suckale and Matthias Weniger, Malerei der

Gotik, Cologne 1999.

cf. Lottlisa Behling, Die Pflanze in der mittelalterlichen

Tafelmalerei, Weimar 1957; reprint (declared as 2nd

edition) Böhlau, Cologne/Graz 1967.

€ 10.000 – € 12.000

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17


218

SANDRO BOTTICELLI,

1445 FLORENZ – 1510 EBENDA, NACHFOLGE DES

MADONNA DEL MAGNIFICAT

Öl auf Holz. Teilparkettiert.

Durchmesser: 90 cm.

In aufwändig gestaltetem, plastisch vegetabil verziertem

und bronziertem Tondo-Rahmen.

Das vorliegende Gemälde, welches wir mit dem gleichen

Titel versehen haben, wie dasjenige in den Uffizien

in Florenz, da auch hier die Buchseite mit dem

durch eine polychrom gestaltete Majuskel „M“ dekorierten

Magnificat beginnt. Es stimmt in weiten Teilen

mit dem etwas größeren Florentiner Vorbild überein,

zeigt sich jedoch in einer weicher verstandenen, weniger

der zeichnerischen, kontrastreichen unterlaufenen

Auffassung der Malerei. Wir kennen die Umstände

unter denen die Original Tafel in Auftrag gegeben

wurde nicht, aber die kreisförmige Form des Gemäldes

lässt uns an eine Arbeit denken, die für die private

Andacht gefertigt wurde. Die im Tondo dargestellte

Szene zeigt Maria gekrönt von zwei Engeln, während

sie damit beschäftigt ist, ein Buch über eine Passage

aus dem Lukasevangelium zu schreiben „Magnificat

anima mea Dominum“. Das Jesuskind sitzt auf ihrem

Schoß und führt ihre schreibende Hand. Andere Engel

halten das Buch und das Tintenfass und eine andere

geflügelte Figur befindet sich hinter den beiden. Die

Komposition passt sich perfekt der Form des Bildes

an, indem sie die Augen des Betrachters auf das Buch

und auf die Hände von Maria und Jesus zusammenführt.

Im Hintergrund ein sich in den hügeligen Grund

windender Wasserlauf und Architekturstaffage. Rest.

Anmerkung:

Die Komposition ist eine Wiederholung des Gemäldes

in den Uffizien von ca. 1481–1485, das mit einem

ähnlich, schön gestalteten Rahmen aufwartet.

Literatur:

Vgl. Susan Schibanoff, Botticelli’s „Madonna del

Magnificat“ – Constructing the Woman Writer in

Early Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the

Modern Language Association of America, März

1994, S. 190–206. (1471881) (13)

SANDRO BOTTICELLI,

1445 FLORENCE – 1510 IBID., FOLLOWER OF

MADONNA DEL MAGNIFICAT

Oil on panel. Partially parquetted.

Diameter: 90 cm.

The present painting has been assigned the same title

as the corresponding example in the Uffizi Gallery, as

the manuscript page likewise opens with the Magnificat,

introduced by a polychrome majuscule “M.” While

it closely follows the somewhat larger Florentine model

in composition, it adopts a softer and less graphic

handling, with less contrasts.

Notes:

The composition is a repetition of the painting in the

Uffizi Gallery from ca. 1481 – 1485, which features a

similarly beautifully designed frame.

Literature:

cf. Susan Schibanoff, Botticelli’s “Madonna del

Magnificat” – Constructing the Woman Writer in Early

Humanist Italy, in: PMLA: Publications of the Modern

Language Association of America, March 1994, pp.

190–206.

€ 30.000 – € 50.000

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19


219

MALER DES FRÜHEN 16. JAHRHUNDERTS

PORTRAIT DES LOUIS TRISTAN L’HERMITE

Öl auf Holz.

23,5 x 18 cm.

Am oberen Bildrand bezeichnet „TRISTAN LHERMITE“.

In plastisch reliefiertem Rahmen.

Vor hellblauem Fond das leicht nach rechts gewandte

Bruststück des flämischen Politikers Louis Tristan

L’Hermite (gest. 1478) unter dem Bezug als historischer

Rückgriff. L’Hermite wurde 1451 von Johann von

Orléans für seine bewiesene Tapferkeit während der

Belagerung von Fronsac zum Ritter geschlagen. Um

1453 wurde er Berater von König Karl VII und lernte

auch den Dauphin Ludwig kennen, der ihn zum Propst

des königlichen Palastes ernannte. Um 1478 starb

L’Hermite und wurde in der Kapelle der Kordeliers in

Châtellerault beigesetzt.

(1470035) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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220

LUCAS CRANACH D. Ä.,

1472 KRONACH – 1553 WEIMAR,

WERKSTATT DES

BILDNIS MARTIN LUTHER

Öl auf Holz. Parkettiert.

20,4 x 14,5 cm.

Die Darstellung im kleinen Format geht auf das von

Lucas Cranach d. Ä. um 1532 geschaffene Bildnis zurück,

das am oberen Bildrand eine lateinische Aufschrift

zeigt, auf die hier verzichtet wurde.

(1470111) (11)

LUCAS CRANACH THE ELDER,

1472 KRONACH – 1553 WEIMAR, WORKSHOP OF

PORTRAIT OF MARTIN LUTHER

Oil on panel. Parquetted.

20.4 x 14.5 cm.

The small-format depiction is based on the portrait created

by Lucas Cranach the Elder in ca. 1532, showing

a Latin inscription at the top, omitted in the present

work.

€ 10.000 – € 15.000

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21


221

GIAMPIETRINO,

EIGENTLICH „GIOVANNI PIETRO RIZZOLI“,

TÄTIG UM 1495 – 1540, NACH

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

51 x 39 cm.

In plastisch verziertem und vergoldetem Rahmen.

Vor einem repoussoirhaft in den Raum gleitenden Vorhang

sitzt Maria in verdrehter Haltung, den Betrachter

über ihre linke Schulter anblickend, während sie das

Jesuskind hält, in dessen Hand eine Birne liegt. Links

ein Ausblick in ein hügeliges Tal in Luftperspektive mit

einem schlanken jungen Baum. Bei dem hier angebotenen

Gemälde handelt es sich um eine von mehreren

Repliken nach dem Original von Giampietrino in der

Pinacoteca di Brera (49 x 27,8 cm).

Literatur:

Vgl. Andrea de Marchi, Giampietrino,

Hrsg. M. Boskovits, Florenz 1992, S. 78 – 80.

Vgl. Pietro C. Marani, Giampietrino, in: Federico Zeri

und Carlo Pirovano (Hrsg.), Pinacoteca di Brera,

Mailand 1996, S. 112 – 114.

Vgl. Pietro C. Marani, Giovan Pietro Rizzoli detto il

Giampietrino, in: Musei e Gallerie di Milano. Museo

d’arte antica del Castello Sforzesco, Bd. I, Mailand

1997, Nr. 207, S. 306. (1320011) (13)

€ 7.500 – € 9.500

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223

MEISTER MIT DEM PAPAGEI, ZUG.

Südniederländischer Maler, tätig wohl in Antwerpen

zwischen 1520 – 1540. Der Name bezieht sich auf den

Papagei, der in seinen Marienbildern stets auftritt. Seine

Werke sind bekannt für die Darstellung der Maria in

„damenhafter Schönheit“.

MARIA LACTANS

Öl auf Eichenholz.

20 x 28 cm.

Das kleine Tafelbild zeigt jene Feinmalerei, die Merkmal

für eine Gruppe von Malern des 16. Jahrhunderts

geworden ist, die eine gemeinsame Werkstatt betrieben,

deren Namen jedoch unbekannt geblieben sind.

Ähnliche Darstellungen finden sich in mehreren bekannten

Museen und Privatsammlungen weltweit. In

vorliegendem Bild reicht Maria dem Kind die Brust,

während das Knäblein dem Betrachter entgegenblickt.

Typisch für die Malweise der Künstlergruppe ist die

porzellanartige Farbigkeit des Inkarnats, vor allem aber

der kompositionelle figürliche Aufbau. Die Verwandtschaft

der Malergruppe mit dem Meister der weiblichen

Halbfiguren wurde ebenfalls bereits gesehen. Am

Saum des roten Mantels rechts die Majuskelaufschrift

„AVE REGINA COELI – MATER.(DEI)“. Enge Verwandtschaft

mit dem Bild ist ein Beispiel im Prado-Museum

in Madrid.

(1471452) (11)

€ 8.000 – € 10.000

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222

DEUTSCHE SCHULE DES 16. JAHRHUNDERTS

(ABB. LINKS)

DER APOSTEL JOHANNES

Öl auf Holz, verso verstärkt.

58 x 35 cm.

Verso rotes Wachssiegel.

Vor dunklem Hintergrund, unter einem Rundbogen mit

goldfarbenen Ornamenten, der auf einem Boden mit

Steinen und Gräsern stehende Evangelist Johannes,

der Lieblingsjünger Jesu. Er trägt ein langes rotes

Gewand, darüber einen grün-weißen Umhang. In seiner

linken Hand hält er einen goldenen Kelch mit einer

kleinen Schlange, einem seiner Attribute. Er trägt zu

den Schultern herabfallendes, lockiges Haar und über

seinem Haupt einen goldenen scheibenförmigen

Nimbus. Er hat ein feines jugendliches Gesicht und

blickt nachdenklich mit seinen blauen Augen seitlich

nach unten. Qualitätvolle würdevolle Darstellung des

Heiligen.

(1471204) (3) (18)

€ 3.000 – € 5.000

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23


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224

ANTONIO CARRACCI,

UM 1583 VENEDIG – 1618 ROM

(ABB. LINKS)

Der Maler sollte Quellen gemäß der Sohn des Agostino

Carracci sein und ein Neffe des Annibale Carracci, mit

dem er an Dekorationsarbeiten in der Galleria Farnese

beteiligt war.

DER SCHUTZENGEL RAFFAEL

Öl auf Leinwand.

152 x 110 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Dr. D. Stephen Pepper,

Leesburg, in Kopie.

Imposante Darstellung, nahezu in symbolistischer Auffassung.

Das Bild zeigt einen nach rechts schreitenden

Engel, der sich mit dem Oberkörper einem Knaben zugewandt

hat, den er mit seiner linken Hand behutsam

führt und der seinerseits dem Licht entgegen blickt.

Der linke Fuß des Engels tritt auf den Nacken einer

Teufelsgestalt, die als Männerakt am Boden liegt,

wobei aus dem schwarzen Haar ein Teufelshorn hervorragt.

Die Beleuchtung von rechts oben wirft ein

theatralisches Schlaglicht auf die Figurengruppe,

während die hell beleuchteten Flügel vor der dunklen

oberen Ecke aufleuchten. Die theologische Bedeutung

des Schutzengels wurde besonders im 17. Jahrhundert

erneut in den Bildwerken kirchlicher Ausstattungen

aufgegriffen und findet hier in dem vorliegenden Bild

ausdrucksstarke Auffassung.

(1111336) (11)

ANTONIO CARRACCI,

1583 VENICE – 1618 ROME

(ILL. ON THE LEFT)

ARCHANGEL RAPHAEL

Oil on canvas.

152 x 110 cm.

Accompanied by expert’s report by Dr D. Stephen

Pepper, Leesburg, in copy.

€ 20.000 – € 40.000

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225

LORENZO SABATINI,

UM 1530 – 1576 ROM, ZUG.

DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN

Öl auf Pappelholz.

Verso eingelassen zwei Festigungsstreben.

65,5 x 54,5 cm

In vergoldetem Prunkrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. H. Zimmermann,

Tutzing, 10. Juni 1969, in Kopie.

Der Künstler ließ sich bei dem vorliegenden Gemälde

von dem Meisterwerk von Andrea del Sarto

(1486 – 1530/31) anregen: Die Darstellung wiederholt

die „Sacra Famiglia Borgherini“, um 1528, Öl auf Holz,

135 x 100 cm, die sich in New York im Metropolitan

Museum of Art befindet, mit Abweichungen unter anderem

hinsichtlich des Hintergrundes, der Farbigkeit

und der Gesichtsausdrücke. In einem Innenraum, vor

einem faltenreich hängenden hellen Vorhang, links der

stehende Johannesknabe, der die Weltkugel hält, nach

der der Jesusknabe greift. Nach Interpretationen dieses

großen und häufig kopierten Werkes symbolisiert es

die Übergabe der Treue von Florenz an Jesus über Johannes

den Täufer, den Stadtpatron und Schutzheiligen

von Florenz. Voller Anmut hält Maria den stehenden

Jesusknaben, während im Hintergrund Josef auf Johannes

blickt. Das Gemälde wurde von Giovanni Borgherini,

einem bedeutenden Förderer der kurzlebigen

Florentiner Republik (1527 – 1531), in Auftrag gegeben.

Provenienz:

Jahrzehntelanger deutscher Privatbesitz.

(1460971) (18)

LORENZO SABATINI,

CA. 1530 – 1576 ROME, ATTRIBUTED

THE HOLY FAMILY WITH INFANT

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on poplar, with two parquetting

slats on the reverse.

65.5 x 54.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Dr

H. Zimmermann, Tutzing, dated 10 July 1969, in copy.

The composition is inspired by Andrea del Sarto’s masterpiece.

It repeats and corresponds to the Sacra Famiglia

Borgherini (ca. 1528, oil on panel, 135 x 100 cm,

Metropolitan Museum of Art, New York) with variations

in background, colouring, and facial expressions.

Provenance:

Previously held for decades in a private collection,

Germany.

€ 11.000 – € 20.000

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25


226

SCIPIONE PULZONE,

AUCH GENANNT „IL GAETANO“,

1554 GAETA – 1598 ROM, ZUG.

Neben den sakralen Werken und Altargemälden, wie

etwa der „Himmelfahrt Mariens“ in der Kirche San Silvestro

al Quirinale in Rom oder einer Kreuzigungsdarstellung

in der Santa Maria in Vallicella, trat der Maler

hauptsächlich als Portraitist hervor. Bekannt wurde dabei

sein Selbstportrait um 1574, vor allem aber auch

das Portrait der Maria de Medici oder das Bildnis von

Papst Julius III. Sein malerisches Werk wurde maßgeblich

von Jacopino del Conte (1510 – 1598) beeinflusst.

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 86 cm.

In breitem marmoriertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Claudio Clerici,

Bellagio, 5. Januar 1971, in Kopie.

In einem angedeuteten Innenraum, der durch Bücher

und andere, sich nur wenig vom dunklen Hintergrund

abhebende Gegenstände spezifiziert wird, zeigt sich

die sitzende Mutter Gottes, in der ihr zukommenden

Farbtrias gekleidet, auf ihrem Schoß das Christuskind

haltend.

(1462291) (13)

€ 5.000 – € 7.000

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227

ITALIENISCHER MANIERIST

DES 16. JAHRHUNDERTS

NOLI ME TANGERE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 73 cm.

Ungerahmt.

Die Darstellung geht zurück auf ein biblisches Zitat aus

dem Johannesevangelium (Joh 20,14 – 18). Das Gemälde

zeigt den auferstandenen großen schmalen Jesus,

als Gärtner mit einer geschulterten Hacke nach

rechts schreitend, vor einem umzäunten, fein angelegten

Garten mit kleinen Blumen. Links hinter ihm die

kniende Maria Magdalena mit abgestelltem Salbgefäß,

die ihn erkennt und die er bittet, ihn nicht anzurühren.

Qualitätsvolle erzählerische Darstellung eines in der

Malerei beliebten Motivs, das unter anderem auch bei

Antonio Allegri Correggio (um 1489 – 1534), Hans Holbein

d. J. (1497– 1543) und Rembrandt van Rijn

(1606– 1669) zu finden ist.

(1471121) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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228

PIETER COECKE VAN AELST D. Ä.,

1502/07 AALST – 1550 BRÜSSEL, WERKSTATT DES

DIE HEILIGE FAMILIE AUF DER FLUCHT

NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz, nach oben abgerundet.

89 x 57 cm.

Das vorliegende Werk scheint der Mittelteil eines

Triptychons zu sein, worauf auch die seitlichen Befestigungen

am Rahmen hindeuten. Im Zentrum die

sitzende Maria in blau-rotem Gewand, mit ihrer linken

Hand behutsam den nackten Jesusknaben, dessen

Schambereich mit einem dünnen Tuch bedeckt ist, an

ihrem Schoß haltend. In ihrer rechten ausgestreckten

Hand hält sie einen Apfel. Rechts neben ihr sitzend

Josef in braunem Gewand, seine kräftige Hand die

rechte Schulter Mariens umfassend und auf den Jesusknaben

niederblickend. Maria hat ein feines zartes

Gesicht und blickt ebenfalls liebevoll auf das Kind

herab. Im Hintergrund bergige Landschaft mit zahlreichen

Häusern einer Stadt und diversen Figuren, darunter

auf einem Weg ein Hirte mit seinen Tieren. Der

Apfel in Mariens Hand wohl auf die verbotenen Früchte

des Paradieses hinweisend.

Anmerkung:

Ein vergleichbares, Pieter Coecke van Aelst d. Ä. zugeschriebenes

Werk ist im RKD verzeichnet. Laut RKD

existieren zu diesem Werk noch vier weitere Versionen.

Besonders auffallend ist, dass das Haupt Mariens

mit einem drapierten Turban bedeckt ist und dass der

Heilige Josef an bestimmte bärtige Figuren des Jan

Swart van Groningen (um 1500-um 1560) erinnert.

(1471242) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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229

ORAZIO SAMACCHINI,

1532 BOLOGNA – 1577 EBENDA, NACHFOLGE DES

DIE HEILIGE FAMILIE MIT JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

116 x 102 cm.

In Prunkrahmen.

Vor Landschaftshintergrund die sitzende Maria in faltenreichem

Gewand, in ihrem Schoß den langestreckt

sitzenden Jesusknaben haltend, der den rechts stehenden

Johannes den Täufer innig umarmt. Dieser

trägt ein Fellgewand und hat neben sich einen Kreuzesstab,

beides Attribute des Heiligen. Maria blickt auf

Josef, hinter dem das Gesicht von Anna, der Mutter

Mariens erkennbar ist. Rechtsseitig geht der Blick in

eine weite Landschaft mit zwei Bergen, auf deren

Höhe Bauten zu erkennen sind. Das Motiv wurde

mehrmals grafisch reproduziert, erstmals um 1650,

und verbreitete sich in ganz Europa. Ein vergleichbares

Gemälde, jedoch mit abweichendem Hintergrund, befindet

sich im Museum Simeonstift in Trier.

(1470524) (18)

€ 5.000 – € 8.000

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27


230

DOMENICO PUGLIANI,

1589 VAGLIA, FLORENZ – 1658 FLORENZ

MARIA MIT DEM CHRISTUSKIND

UND DREI HEILIGEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

97 x 76 cm.

In kontrastreich gefasstem Profilrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Sandro Bellesi, Sesto

Fiorentino, in Kopie.

Inmitten einer sanft hügeligen Landschaft, auf einer

Wolke sitzend, Maria als Himmelskönigin, auf ihrem

Schoß das Christuskind balancierend. Im Himmel wird

ihr Lichtnimbus flankiert von Engeln und Cherubim,

auf der Erde sind ihr drei Heilige beigesellt: San Simone

Stock (1165–1265) mit San Alberto da Trapani (um

1240–1307) und Angelo di Licata (um 1185–1225). Alle

drei Heiligen sind eng mit dem Karmeliterorden verbunden

und stehen für ein Leben in Gebet, Buße und

Hingabe an Maria. Ihre Verehrung ist besonders in Italien

und im Karmeliterorden verbreitet. Sie erinnern die

Gläubigen an die Bedeutung der Kontemplation und

der Treue zu Gott inmitten des Alltags.

Literatur:

Sandro Bellesi, Pittura e scultura a Firenze (secoli

XVI-XIX). Studi e documenti, Florenz 2017, Abb. 7.

(1471182) (13)

DOMENICO PUGLIANI,

1589 VAGLIA, FLORENCE – 1658 FLORENCE

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD AND THREE SAINTS

Oil on canvas. Relined.

97 x 76 cm.

Accompanied by an expert’s report by Sandro Bellesi,

Sesto Fiorentino, in copy.

Literature:

Sandro Bellesi, Pittura e scultura a Firenze (secoli

XVI – XIX). Studi e documenti, Florence 2017, ill. 7.

€ 16.000 – € 20.000

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231

HANS HOLTZMAYR,

1565 MÜNCHEN – 1625 EBENDA, ZUG.

DIE ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE

Öl auf Holztafel.

38 x 26,5 cm.

In teilvergoldetem Rahmen.

Die Komposition des vorliegenden Gemäldes basiert

eng auf einem gestochenen Modell von Raphael Sadeler

d. Ä. (1560/61–1628/32), nach einem Gemälde von

Jacopo da Ponte Bassano (1510/15–1592). Das Gemälde

zeigt im Vordergrund die sitzende Maria in rot-blauem

Gewand, in ihrem Schoß den Jesusknaben haltend,

dessen Haupt von einem goldenen Strahlenkranz

umgeben ist. Er wendet sich mit erhobenen Händen

einem der vor ihm befindlichen Heiligen drei Könige

zu, der ihm ein Geschenk überreichen möchte. Ein

weiterer König kniet vor ihm in leuchtend gold-gelbem

Gewand mit pelzbesetztem Kragen, der seine goldene

Krone am Boden abgelegt hat. Ein dritter stehender

König mit hoher Krone, Goldketten und rotem, samtig

glänzendem Mantelüberwurf blickt aufmerksam auf

Maria und den Jesusknaben. Rechtsseitig mit leuchtend

rotem Mantel und auf einem langen Stab gestützt

der stehende Josef, rechts hinter ihm ein weiterer Hirte

sowie im Hintergrund rechts der als Architekturruine

wiedergegebene Stall mit Ochs und Esel. Linksseitig

dieser abendlichen Wiedergabe ein auf einem

Schimmel sitzender Herold, vor grau-grüner Berglandschaft

und einem leuchtenden Stern im Himmel, der

den nahenden Hirten den Weg weist. Malerische Darstellung

mit meist besonders herausgearbeiteten feinen,

teils faltenreichen Kleidungsstücken in der Manier

des Künstlers.

Anmerkung:

Der Künstler ist einer der wenigen heute namentlich

bekannten Schüler bzw. Mitarbeiter des berühmten

Hofmalers Hans von Aachen (1552–1615). Gestochene

Kompositionen in gemalte Form zu übertragen

war unter den Münchener Malern um 1600 üblich,

insbesondere unter denen, die im Kreis von Hans

von Aachen ausgebildet wurden. Das Gemälde trägt

verso auf der mittleren Holzleiste ein rundes rotes

Wachssiegel mit den Habsburger Adlern und den

Buchstaben „F.I.“, mit der Anmerkung „NOSTRA

ROMANA“ (Unsere römische Autorität/Amt). Die

Buchstaben „F.I.“ könnten für Franz I (Kaiser 1745–

1747), Franz I (Kaiser 1804–1835) oder Ferdinand I

(Kaiser 1835–1848) stehen. (1471781) (18)

HANS HOLTZMAYR,

1565 MUNICH – 1625 IBID., ATTRIBUTED

THE ADORATION OF THE MAGI

Oil on panel.

38 x 26.5 cm.

The composition of the present painting is closely

based on an engraved model by Raphael Sadeler the

Elder (1560/61 – 1628/32), after a painting by Jacopo

da Ponte Bassano (1510/15 – 1592).

Notes:

The painting bears a round red wax seal on the

reverse of the central wooden parquetting slat,

featuring the Habsburg eagles and the letters “F.I.”,

with the inscription “NOSTRA ROMANA” (Our

Roman Authority/Office). The letters “F.I.” could stand

for Francis I (Emperor 1745 – 1747), Francis I (Emperor

1804 – 1835), or Ferdinand I (Emperor 1835 – 1848).

€ 10.000 – € 20.000 (†)

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29


232

BEDEUTENDER MEISTER DER SCHULE DER

EMILIA ROMAGNA DES 16. JAHRHUNDERTS

DIE HEILIGE FAMILIE MIT EINER JUNGEN

HEILIGEN MÄRTYRERIN

Öl auf Holz.

70 x 55 cm.

In einem alten Rahmen mit Blattdekor in Vergoldung.

Im Zentrum Maria mit dem Kind, links der Heilige Josef,

rechts ein junges Mädchen mit Märtyrerpalme. Die

Verwendung der Farben weist auf den florentinischen

Manierismus des beginnenden 16. Jahrhunderts hin,

wie er auch bei Parmigianino (1503– 1540) zu finden

ist. Verso zwei Einschubleisten sowie Schwalbenschwanzverbindung.

(1171613) (10)

IMPORTANT MASTER OF THE SCHOOL

OF EMILIA ROMAGNA, 16TH CENTURY

THE HOLY FAMILY WITH A YOUNG FEMALE MARTYR

Oil on panel.

70 x 55 cm.

In an old frame with gilt foliage décor.

€ 25.000 – € 35.000

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233

JAN SANDERS VAN HEMESSEN,

1500/04 HEMIKSEM – 1566/75 ANTWERPEN, ZUG.

Hemessen war Schüler des Hendrik van Cleve d. J. (um

1525 – um 1589), wurde 1524 Meister und war 1548

Dekan der Lukasgilde. Sein unangepasstes Wesen, das

auch dazu führte, dass er 1544, zusammen mit drei anderen

Antwerpener Malern die Stadt verlassen musste,

ist auch in seinem revolutionären Werk zu erkennen.

Hieronymus wird hier in tiefer leidenschaftlicher Andacht

vor dem Kreuz gezeigt. Flehentlich blickt er nach

oben, die Hände betend vor sich haltend. Das von der

Seite fallende Licht betont die Physiognomie und die

Faltenwürfe des Gewandes und hebt so die Figur des

Heiligen, sowie auch den im Hintergrund liegenden

Totenkopf, scharf vom Hintergrund ab. Der Bildraum

ist nah an den Betrachter gerückt, so dass das direkte

Erleben der Empfindungen ermöglicht wird. Der Maler

zeigt sowohl die flämische Detailgenauigkeit, als auch

die italienische Monumentalität des 16. Jahrhunderts.

(14714535) (10)

JAN SANDERS VAN HEMESSEN,

1500/04 HEMIKSEM – 1566/75 ANTWERP,

ATTRIBUTED

SAINT JEROME

Oil on panel.

51 x 66 cm.

HEILIGER HIERONYMUS € 12.000 – € 15.000

Öl auf Holz.

51 x 66 cm.

In profiliertem Rahmen.

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31


234

GIOVANNI BATTISTA BOLOGNINI,

1611 BOLOGNA – 1688, ZUG.

Der Maler war ein Schüler des Guido Reni (1575–1642)

sowie Onkel und Lehrer des ebenfalls aus Bologna

stammenden Malers Giacomo Bologni (1651–1734).

Zu den Werken seiner Hand zählen mehrere, hauptsächlich

religiös thematische Gemälde, wie etwa die

„Jungfrau mit dem Kind und dem Heiligen Domenikus“

für die Kirche Santa Maria Nuova in Bologna, ferner

etliche Bilder für die Kirche von Santa Lucia.

SZENE AUS POMPEO MAGNO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

124 x 153,5 cm.

In punziertem wie vergoldetem Rahmen.

Gemäß Einlieferertradition erfolgte die Zuschreibung

durch Daniele Beneti anhand eines Fotos.

Giulia weint, als sie sich zwischen ihrer Pflicht – die

Heirat mit Pompeo – und ihrer wahren Liebe zu Servilio

entscheiden muss. Diese Szene spielt sich vor allem

im zweiten Akt der Oper Pompeo Magno von Francesco

Cavalli von 1666 ab, nachdem Pompeo und Caesar

ihre Vermählung verkünden, Giulia aber bereits

heimlich Servilio ihr Herz geschenkt hat. Die dramatische

Zerrissenheit und die damit verbundenen Tränen

Giulias sind ein zentraler Moment der Handlung, in

dem sie ihre Verzweiflung und Ohnmacht zeigt. Alle

hier dargestellten Figuren nah in den Betrachter gerückt

und vor abgedunkeltem Fond gezeigt.

(1472133) (13)

GIOVANNI BATTISTA BOLOGNINI,

1611 BOLOGNA – 1688, ATTRIBUTED

SCENE FROM POMPEO MAGNO

Oil on canvas. Relined.

124 x 153.5 cm.

According to the tradition of the consignor, the attribution

was made by Daniele Beneti based on a photograph.

€ 12.000 – € 14.000

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235

MAESTRO DEL SAMARITANO,

AUCH GENANNT „MAESTRO DELL’ACCADEMIA

DI SAN FERNANDO“

Der Künstler war in den 1620er- und 1630er-Jahren tätig

und gilt als ein Vertreter des flämischen Caravaggismus.

DAS MARTYRIUM DES HEILIGEN SEBASTIAN

Öl auf Leinwand.

118 x 96,5 cm.

In gefasstem Rahmen des frühen 17. Jahrhunderts.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,

Pisa, 4. April 2025, in Kopie, in der er das Werk

dem Maestro del Samaritano zuweist. Laut Carofano

ist ein wichtiges, charakteristisches und prägendes

Element des Gemäldes seine materielle Konsistenz –

die Farbe wird mit dicken, dichten Pinselstrichen aufgetragen

– und die detaillierte Darstellung der Anatomie

des Heiligen Sebastian.

Vor abgedunkeltem Fond hebt sich am oberen Bildrand

ein Baumstamm mit einem davon abgehenden Zweig

ab. An diesem wird soeben ein junger Mann festgebunden,

dessen Scham durch ein weißes Tuch bedeckt

ist. Die Schnüre werden von einem jungen und

einem älteren Mann gebunden, wobei der Junge sichtlich

mit seinem Tun ringt. Sein geöffneter Mund wirft

Fragen auf, die der Betrachter zu beantworten sucht.

Das Thema des Martyriums des Sebastian ist in der

Kunstgeschichte äußerst beliebt, die Darstellung des

Heiligen, bevor die Bogenschützen auf den zu Tode

verurteilten schossen, allerdings um einiges seltener.

(14406511) (13)

MAESTRO DEL SAMARITANO,

ALSO KNOWN AS “MAESTRO DELL’ACCADEMIA

DI SAN FERNANDO”

The artist active in the 1620s and 1630s, regarded as

Flemish Caravaggista.

THE MARTYRDOM OF SAINT SEBASTIAN

Oil on canvas.

118 x 96.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Pierluigi Carofano, Pisa, 4 April 2025, in copy, in which

he attributes the work to the Maestro del Samaritano.

According to Carofano, an important, characteristic

and defining element of the painting is its material consistency

– the paint is applied with thick, dense brushstrokes

– and the detailed depiction of the anatomy of

Saint Sebastian.

€ 12.000 – € 18.000

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236

CHRISTIAN VAN DONCK,

UM 1653, ZUG.

VANITASSTILLLEBEN MIT GELEHRTEM

Öl auf Leinwand. Doubliert.

88 x 104 cm.

In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.

In einem verdunkelten Innenraum, dessen Fenster den

Durchblick in einen Nachthimmel freigibt, sind auf einer

Tischplatte, die durch ein Tintenfass als einem Schreibpult

zugehörig ausgewiesen ist, mehrere Bücher,

ein Globus und ein Kruzifix sowie eine Sanduhr gestapelt,

daneben ein Einsiedler mit Schädel im Gebet.

Anmerkung:

Van Donck werden gleich mehrere ähnliche Gemälde

zugeschrieben, die den gleichen Zusammenhang

zeigen. So etwa ein Gemälde, das bei Sotheby’s in

New York, am 24. Januar 2008 unter Lot 232 angeboten

wurde. (1471752) (1) (13)

€ 5.000 – € 7.000

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33


237

GIACOMO RAIBOLINI (1485 – 1556)

UND GIULIO RAIBOLINI (1587 – 1545)

Giacomo und Giulio Raibolini, auch genannt „Giacomo

Francia“ bzw. „Giulio Francia“ waren Söhne des Francesco

Raibolini (um 1450 – 1517), der als Maler, Goldschmied

und Medailleur gewirkt hatte. Die Brüder Giacomo

und Giulio arbeiteten mehrfach zusammen. Bei

beiden Malern ist ein Einfluss von Dosso Dossi erkennbar.

DIE HEILIGE FAMILIE

Öl auf Holz. Parkettiert.

95 x 70 cm.

In Ädikularahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Pierluigi Carofano,

Pisa, 2. September 2025, in Kopie.

Das Tafelbild zeigt die Heilige Familie mit einem blumenbekränzten

Engel, einer jugendlichen Begleitfigur rechts

oben sowie dem Johannesknäblein mit dem Lamm. Die

Komposition, in der die Figuren dicht gedrängt vorgestellt

werden, aber auch die bewusst konzipierte Drehung der

Gestalt der Maria, zeigen bereits den Stil eines gemäßigten

Manierismus. Die Eleganz in der Körperhaltung, vor

allem von Marias Händen, rechtfertigen die Zuweisung

an die Maler, insbesondere im Vergleich mit ähnlichen

Bildthemen ihrer Werke. Dabei fällt auf, dass sich die

Künstler gerade diesem Sujet mehrfach gewidmet haben.

Hier dominiert die in Rot gekleidete Gestalt der Maria,

während Joseph am linken Bildrand verschattet dargestellt

ist und aus dem Bild hinausblickt. Die jugendliche

Figur am rechten Bildrand schaut ebenso aus dem Bild

heraus auf den Betrachter, möglicherweise handelt es

sich hierbei um eine Portraitierung. Der nachdenkliche

Ausdruck im Gesicht der Gottesmutter verweist auf die

Ahnung des künftigen Leidens und Todes ihres Sohnes.

In einem Dreiecks-Kompositionsaufbau haben die Maler

den Jesusknaben und den kleinen Johannes den Täufer

wiedergegeben, wobei sich Jesus dem von Johannes

herbeigeführten Lamm zuwendet – ein Symbol seines

späteren Opfertodes als „Lamm Gottes“.

Provenienz:

Nachlass David Abbate 2013.

CRN Auction, Massachusetts, USA.

Literatur:

Vgl. Michael Bryan, Dictionary of Painters and

Engravers, Biographical and Critical, Bd. 2: L-Z,

London 1889, S. 341. (1440654) (11)

GIACOMO RAIBOLINI (1485 – 1556) AND

GIULIO RAIBOLINI (1587 – 1545)

THE HOLY FAMILY

Oil on panel. Parquetted.

95 x 70 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Pierluigi Carofano, Pisa, 2 September 2025, in copy.

Provenance:

Estate of David Abbate 2013.

CRN Auction, Massachusetts, USA.

Literature:

cf. Michael Bryan, Dictionary of Painters and

Engravers, Biographical and Critical, vol. 2: L-Z,

London 1889, p. 341.

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€ 35.000 – € 45.000 INFO | BID

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238

JACOBELLO DEL FIORE,

UM 1370 – 1439, ZUG.

Der spätgotische Maler der venezianischen Schule

wurde erstmals 1401 bei Arbeiten für San Cassiano in

Pesaro erwähnt, wo weitere seiner Werke entstanden.

Er gehörte vermutlich in die Gruppe jener Maler, die

1409 bis 1415 die Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast

freskierten, dabei Gentile da Fabriano (um

1370–1427), Pisanello (1390/95-um 1455) und Michelino

da Besozzo. Als sein Meisterwerk gilt der Zyklus

der Lucia-Legenden für die Kirche Santa Lucia in Fermo.

Sein Adoptivsohn, Ercole del Fiore, war sein Werkstatt-Mitarbeiter,

dessen Arbeiten früher Jacobello zugeschrieben

wurden, einem Meister, der in der

Nachfolge von Paolo (gest. 1358/62) und Lorenzo Veneziano

(um 1355–1380) steht, am Übergang von byzantinischen

Stil zur Spätgotik.

MADONNA MIT DEM KIND

Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz. Parkettiert.

49 x 39 cm.

Die Madonnendarstellung zeigt klaren Aufbau in Dreieckskomposition.

Der Mantel Mariens hebt sich dunkel

vom Goldgrund ab, die breiten Mantelbordüren

zeigen Stickornamentik in fantasierter orientalischer

Beschriftung. Die Nimben und der Oberrand kräftig

punziert. Im Vergleich mit weiteren Madonnenbildern

des Malers fällt als Gemeinsamkeit auf, dass er dem

unteren Mantelbereich der Madonna jeweils erkennbar

Raum gegeben hat.

A.R. (1471199) (11)

JACOBELLO DEL FIORE,

CA. 1370 – 1439, ATTRIBUTED

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD

Oil and tempera with gold ground on panel.

Parquetted.

49 x 39 cm.

€ 20.000 – € 30.000

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35


239

CARLO DOLCI,

1616 FLORENZ – 1686 EBENDA, KREIS DES

SANTA LUCIA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

79 x 66 cm.

In aufwändig geschnitztem und vergoldetem Rahmen.

Vor unbestimmtem Grund die nach rechts gewandte

weibliche Heilige mit einer von einem Stein besetzten

Agraffe gehaltenen blauen Tuch. In ihrer Hand ein Glutgefäß,

auf dessen Inhalt sie die andere Hand legt. Laut

der Überlieferung wurde Lucia im 4. Jahrhundert während

der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian

denunziert. Als man sie vor Gericht stellte, versuchte

man, sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen. Eine

der bekanntesten Szenen ihrer Legende ist, dass sie

ihre Hand in eine Glut legte, um zu beweisen, dass sie

keine magischen Kräfte besitze und ihr Glaube rein sei.

Gott bewahrte sie vor Verbrennungen.

(1472134) (13)

€ 8.000 – € 10.000

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240

GIOVANNI BATTISTA SALVI UND SCHÜLER,

1609 SASSOFERRATO – 1685 ROM

DIE MADONNA MIT DEM JESUSKIND

Öl auf Leinwand. Doubliert.

50 x 39,5 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Massimo Pulini,

Cesena, 4. Oktober 2025, in Kopie.

Vor braunem Hintergrund das Bildnis der Madonna mit

leicht gesenktem Kopf und halb geschlossenen Augen

auf das Kind herabblickend, welches auf einem roten

Kissen ruht und mit seinen dunklen Augen zur Seite aus

dem Bild herausschaut. Beide haben ein feines zartes

Gesicht mit geröteten Wangen. Marias Haupt ist mit

einem Tuch bedeckt und wird von einer Gloriole hinterfangen.

Ihr Blick ist nachdenklich und offenbart einen

Hauch von Melancholie, wohl als Vorahnung des

schmerz haften Schicksals, dass ihren Sohn erwartet.

Das Gemälde stellt einen Moment zärtlicher Zuneigung

zwischen beiden dar. Prof. Pulini geht davon aus, dass

das Gesicht der Jungfrau und die Figur des Kindes von

Salvi selbst ausgeführt wurden, während der Rest - zu

dem die Gewänder und die am unteren Bildrand erkennbare

Hand der Madonna zählen– von einem Schüler

oder versierten Gehilfen ausgeführt wurde.

(1472051) (595181) (18)

GIOVANNI BATTISTA SALVI AND STUDENTS,

1609 SASSOFERRATO – 1685 ROME

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD

Oil on canvas. Relined.

50 x 39.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Massimo

Pulini, Cesena, 4 October 2025, in copy.

Professor Pulini assumes that the face of the Virgin

and the figure of the child were executed by Salvi himself,

while the remainder – which includes the garments

and the hand of the Virgin visible at the bottom

of the painting – was executed by a student or skilled

assistant.

€ 15.000 – € 20.000

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37


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241

BOLOGNESER SCHULE DES SPÄTEN

16. JAHRHUNDERTS

MARIA MIT DEM KIND UND DEN BEIDEN

HEILIGEN HELENA UND ANTONIUS

Öl auf Leinwand.

97 x 80 cm.

Das Gruppenbild vereint die Figuren dicht gedrängt. Im

Zentrum jedoch dominiert die Halbfigur der Maria. Auf

ihrem Knie das Jesuskind in leicht nach vorne gebeugter

Haltung. Das Köpfchen leicht nach links abgewandt

mit nachdenklichem, nach innen gerichtetem Blick

und leichtem Lächeln. Der Zeigefinger des Kindes deutet

auf die Innenseiten eines geöffneten Buches, das

der Heilige Antonius dem Kinde vorhält. Darunter in

der rechten Ecke ist der Kopf eines Schweines sichtbar,

Attribut des Heiligen. Links erscheint zwischen

Maria und dem Kreuzstamm der Kopf der Heiligen Helena,

ihre linke, offen nach vorne gerichtete Hand unterstreicht

die Kommunikation zwischen der Heiligen

und Maria. Am Kreuzstamm links oben in der Ecke die

Kreuzaufschrift, darunter ein Teil der Dornenkrone. Die

attributiven Elemente in der unteren Ecke sind teilweise

angeschnitten, daher nicht eindeutig benennbar.

Der Malstil geht auf die Bologneser Malerei zurück,

dann aber zeigen sich auch malerische Elemente der

flämischen Kunst, was vor allen Dingen in der oberen

rechten Ecke in der von Wind bewegten Baumkrone

zu erkennen ist. Das Gemälde insgesamt von hoher,

malerischer und technischer Qualität.

(1461351) (11)

SCHOOL OF BOLOGNA, LATE 16TH CENTURY

THE VIRGIN MARY WITH THE CHRIST CHILD AND

THE TWO SAINTS HELEN AND ANTHONY

Oil on canvas.

97 x 80 cm.

The painting style probably dates back to Bolognese

painting, but elements of Flemish painting can already

be recognized, most notably in the top in the treetop

moved by the wind. Overall, the painting is of high

painterly and technical quality.

€ 13.000 – € 15.000

Sistrix

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242

FLORENTINISCHE SCHULE

DES SPÄTEN 16./ FRÜHEN 17. JAHRHUNDERTS

ELIEZER UND REBECCA AM BRUNNEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

140 x 102 cm.

In mit Blattwerk reliefiertem Rahmen.

Dargestellt ist die alttestamentarische Episode, in der

Abraham seinem ältesten Diener Eliezer aufgetragen

hat, im Alten Land eine Ehefrau für seinen Sohn

Isaak zu finden. In sanften Tönen auf einem Podest

ein steingrauer Barockbrunnen mit Masquerons, auf

dem Podest Rebecca mit einem Kessel Wasser spendend.

Weitere Figuren mit Kamelen und angedeuteter

Landschaft im Hintergrund. Farbgebung und Physiognomie

der Figuren lassen an Giorgio Vasari denken.

(1402201)

€ 8.000 – € 12.000

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39


243

LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,

1580 – 1654

MADONNA MIT KIND UND STIEGLITZ

Öl auf Leinwand. Doubliert.

107,5 x 79 cm.

Links unten signiert „Lor. Gar.“ und datiert „1613“.

In floral ornamentiertem, vergoldetem Holzrahmen.

In zarter Innigkeit zeigt die Darstellung Maria mit dem

Jesuskind, das spielerisch einen Stieglitz hält – Symbol

für das kommende Leiden Christi. Hinter Maria steht,

scheinbar unbeteiligt durch die Abwendung seines

Körpers, Josef, im Profil, der in seinen Händen ein

aufgeschlagenes Buch hält; der Text enthält in Rot die

Initialen des Künstlers „Lor“ oben und „G“ weiter unten.

das Werk verbindet die klare Komposition und gefasste

Ruhe der Carracci-Schule mit warmer Farbigkeit,

sanfter Modellierung und stimmiger Lichtführung.

Licht, Haltung und Ausdruck verleihen der Szene eine

stille Andacht und spiegeln den Übergang von klassischer

Strenge zu gefühlvoller Religiosität wider.

LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,

1580 – 1654

MADONNA AND CHILD WITH GOLDFINCH

Oil on canvas. Relined.

107.5 x 79 cm.

Signed “Lor. Gar.” and dated “1613” lower left.

Literature:

Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del

Seicento Emiliano, Bologna 1959, pp. 102 – 105,

cat. no. and fig. 43, 44 (B).

Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,

Cabinet des Dessins, Paris 1994, cat. no. 96.

€ 28.000 – € 35.000

Sistrix

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Literatur:

Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del Seicento

Emiliano, Bologna 1959, S. 102 – 105, Kat.Nr. und

Fig. 43, 44 (B).

Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,

Cabinet des Dessins, Paris 1994, Kat.Nr. 96.

(1461371) (14)

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41


244

GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,

1636 FOSSANO – 1688 NEAPEL, ZUG.

ABIGAIL UND DAVID

GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,

1636 FOSSANO – 1688 NAPLES, ATTRIBUTED

ABIGAIL AND DAVID

Öl auf Leinwand.

89 x 146,5 cm.

Gerahmt.

Die dargestellte Szene bezieht sich auf das 1. Buch

Samuel (1 Sam 24,25). Das Gemälde zeigt vor verdunkelter

Landschaft die durch Glanzlichter und farbige

Kleidung gekennzeichneten Figuren Abigail und David.

David war im Begriff Nabal, den Gemahl Abigails zu

töten, nachdem dieser sich geweigert hatte ihm Nahrung

zu geben. Abigail kam ihm jedoch zuvor und sorgte

für die Nährung Davids und seines Gefolges. Seinen

in schwarzer Kreide mit weißen Höhungen existierenden

Zeichnungen entspricht das stark zum Einsatz

kommende Chiaroscuro, wie es in vielen seiner Bilder

zu Tage tritt. Aufgrund der umfangreichen Figurenstaffage

werden die Figuren hier – anders als sonst bei

ihm üblich – etwas kleiner dargestellt und dicht gedrängt.

Besonders die Lichtsituation jedoch legt eine

Zuschreibung an den genannten Künstler nahe.

(14504518) (13)

Oil on canvas.

89 x 146.5 cm.

€ 20.000 – € 30.000 (†)

Sistrix

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245

HENDRICK DE SOMER,

1602 LOKEREN – UM 1655 NEAPEL, ZUG.

DER HEILIGE HIERONYMUS BEIM SCHREIBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90,5 x 96,5 cm.

In vergoldetem Holzrahmen.

Der Heilige Hieronymus ist in seine Arbeit an der

Vulgata versunken, den Kopf gesenkt, dem Schreiben

hingegeben. Der Oberkörper ist frei, das rote Tuch fällt

locker von der Schulter, das bärtige Antlitz zeigt Konzentration

und Ernst. Starke Licht-Schatten-Verhältnisse

heben die muskulöse gealterte Figur vor einem

tiefdunklen Hintergrund hervor und verstärken die dramatische

Wirkung. Typisch für Hendrick de Somer und

die neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts sind

der naturalistische Realismus, das kräftige Chiaroscuro

und die expressive Darstellung des menschlichen

Körpers, hier eindrucksvoll auf die Gelehrsamkeit und

Askese des Heiligen bezogen.

HENDRICK DE SOMER,

1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ATTRIBUTED

SAINT JEROME WRITING

Oil on canvas. Relined.

90.5 x 96.5 cm.

Notes:

A comparable depiction of Saint Jerome, dated 1651,

is listed in the RKD, The Hague, under Nr. 187390.

€ 30.000 – € 50.000 (†)

Sistrix

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Anmerkung:

Eine vergleichbare Darstellung des Heiligen Hieronymus

aus dem Jahr 1651 findet sich im RKD, Den Haag,

unter der Nr. 187390. (1462335) (10)

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43


246

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,

NACHFOLGE DES

DER LIEBESGARTEN

Öl auf Leinwand.

161 x 194 cm.

In floral verziertem Rahmen.

Das Bildsujet wurde aufgrund der großen Beliebtheit,

sowohl des Themas als auch des Meisters, mehrfach

wiederholt und kopiert. Das zuerst entstandene, weit

großformatigere Original (198 x 283 cm) ist im Museo

del Prado zu sehen. Bekanntlich schuf Rubens dieses

Bild von 1632 ohne Auftrag, lediglich aus privatem Interesse,

als Liebeserklärung an seine zweite Frau Helene

Fourment, die er 1630 im Alter von 53 Jahren heiratete,

während sie erst 16 Jahre alt war. Das Gemälde

wird allgemein als Ausdruck des barocken glücklichen

Lebensgefühls des Malers verstanden. Die Darstellung

zeigt eine mehrfigurige Gesellschaft in einem

Park von fantasievoller Architektur mit gewaltigen toskanischen

Säulen. Rubens verewigte sich und seine

junge Gemahlin hierin mehrfach. Zwischen den höfischelegant

gekleideten Figuren tänzeln und schweben

geflügelte Amoretten, davon zwei in heftigen Bewegungen

neben einer nackten Brunnenfigur rechts oben.

Im Gegensatz zur Erstausführung im Prado wurde hier

auf die beiden fliegenden Putti in der linken oberen

Ecke verzichtet und anstelle des blauen Wolkenhimmels

werden dunkle Laubbäume gezeigt, was der Szene

eine abendliche Stimmung verleiht. Dieses Gemälde

zeigt deutlich den Einfluss von Rubens, dessen produktive

Werkstatt eine Fülle von Werken hervorbrachte,

die nicht immer direkt vom Meister selbst ausgeführt

wurden.

(1460205) (1) (10)

PETER PAUL RUBENS

1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,

FOLLOWER OF

THE GARDEN OF LOVE

Oil on canvas.

161 x 194 cm.

The painting was repeated and copied numerous

times due to the great popularity of the artist and the

subject. The original, much larger version (198 x 283

cm), is on display at the Museo del Prado. Famously,

Rubens created this painting in 1632 without a commission,

purely out of personal interest, as a declaration

of love for his second wife, Helene Fourment. In

contrast to the Prado painting, the two flying putti in

the upper left corner have been omitted here. Instead

of the blue sky with clouds, dark deciduous trees are

depicted conveying an evening atmosphere.

€ 12.000 – € 18.000

Sistrix

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247

ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,

UM 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON

JAGDLICHE GESELLSCHAFT AM BRUNNEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

90,5 x 157 cm.

Auf dem Brunnen signiert und datiert „A.De.Hont

1653“.

In hölzernem Profilrahmen.

Das hier angebotene Gemälde ist beim RKD in Den

Haag unter der Nummer 62066 verzeichnet.

Typische großformatige Szene mit Reisenden des

Hondius, der lange Jahre in Rotterdam tätig war, bevor

er 1671 nach London ging, wo er 1691 verstarb. Bewegte

Figuren mit differenzierter Oberflächenwiedergabe

von Fell und Stoffen sowie feiner, durch das Laub

filternder nachmittäglicher Sonne. Von Hondius sind

mehrere vergleichbare Gemälde bekannt, die jedoch

in der Komposition variieren. Eine Landschaft mit annähernd

seitenverkehrter Darstellung wurde im Jahr

2000 im Dorotheum in Wien angeboten und dürfte

etwa in dieselbe Zeit datieren.

Provenienz:

Sammlung Mrs. Gladys Bruen, Dublin, Irland.

Sotheby’s London, 29. November 1950, Lot 124.

Christie’s New York, 17. Juni 2004, Lot 17.

(14512018) (13)

€ 7.000 – € 12.000

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45


248

PIETRO DELLA VECCHIA,

1603 VICENZA – 1678 VENEDIG

Nach anfänglichem Studium bei Alessandro Varotari

(genannt Padovanino, 1588 – 1649), wandte er sich in

seinem Stil besonders den Werken Tizians (1490– 1576)

und Giorgiones (1478– 1510) zu. Diese und auch Carlo

Saraceni (1579– 1620) hatten Einfluss auf ihn, später

auch der Maler Bernardo Strozzi (1581– 1644). In den

1640er-Jahren gehörte er zu den führenden Malern religöser

Themen in Venedig. Verheiratet war er mit der

Tochter des Caravaggisten Nicolas Régnier (1590– 1667).

JIFTACH UND SEINE TOCHTER

PIETRO DELLA VECCHIA,

1603 VICENZA – 1678 VENICE

JEPHTHAH AND HIS DAUGTHER

Oil on canvas. Relined.

114 x 150 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Egidio

Martini, in copy.

€ 80.000 – € 100.000

Sistrix

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Öl auf Leinwand. Doubliert.

114 x 150 cm.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Egidio Martini in

Kopie.

„Was zu meiner Haustür heraus mir entgegen gehet,

wenn ich mit Frieden wiederkomme von den Kindern

Ammon, das soll des Herrn sein, und will’s zum Brandopfer

opfern“ (Ri 11,31), so gelobte der Heerführer gegen

die Ammoniten und es war seine Tochter, die nach

einer zweimonatigen vor ihr erbetenen Schonzeit den

Tod findet.

Mit erschrockenem Blick sehen wir sie hier in der linken

Bildhälfte, das einzige Kind des Jiftach, der mit

rotem Umhang und einem Helm mit Federbusch, die

gesamte rechte Bildhälfte einnimmt und das Gesicht

der Tochter mit seiner rechten Hand unterfängt.

(1461011) (13)

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47


249

NEAPOLITANISCHER CARAVAGGIST

DES 17. JAHRHUNDERTS

ECCE HOMO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

99 x 133 cm.

In ornamental verziertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Gianni Papi, Florenz,

30. März 2017, in Kopie.

Zentrale halbfigurige Darstellung des entkleideten

Christus mit nach vorne zusammengebundenen Händen,

über seinem Haupt eine Dornenkrone prangend,

sowie ein darüber liegender Nimbus. Um ihn herum

angeordnet die Schergen. Vor dunklem Grund in

Chiaroscuro gestaltete Figurengruppe mit caravaggesken

Anklängen. Papi identifiziert den Künstler als

Maestro della Consegna delle Chiavi, tätig Anfang des

17. Jahrhunderts.

Anmerkung:

Die Christusfigur erinnert stark an den Christus in der

Verspottung Christi von Matthias Stom (um 1600 –

um 1650). Die nach rechts gewandte Haltung mit

dem Zepter an die Verspottung Christi von Tizian von

1575. In seiner Malweise hat das Gemälde auch Parallelen

zu Michelangelo Merisi il Caravaggio

(1570/71 – 1610), Bartolomeo Manfredi (um 1580-

c.1620), Jusepe de Ribera (1588/91 – 1652) und Pietro

Paolini (1603 – 1681). Stilistische Parallelen des genannten

Künstlers sind zu finden in der Cristo consegna

le chiavi a San Pietro, welches vor einigen Jahren

bei Christie’s angeboten wurden und einen

ähnlichen horror vacui zeigt wie in dem vorliegenden

Gemälde, wenngleich die Maße variieren. Diese

Gruppe aus zwei Gemälden fasst Papi unter dem

Notnamen Maestro della Consegna delle Chiavi zusammen.

Ein drittes Gemälde aus dieser Reihe, welches

dem genannten Künstler zuzuordnen wäre, ist

im Ausstellungskatalog Ribera à Rome – Autour du

premier Apostolado, Musée des Beaux-Arts de Rennes

et Musée des Beaux-Arts de Strasbourg, 2015, S.

75 – 80, zu sehen, in dem der ungläubige Thomas

dargestellt wird und das sich im Museo della Catedrale

di Jerez della Frontera befindet. (1440707) (13)

NEAPOLITAN CARAVAGGIST,

17TH CENTURY

ECCE HOMO

Oil on canvas. Relined.

99 x 133 cm.

Accompanied by an expert’s report by Gianni Papi,

Florence, dated 30 March 2017, in copy. Papi identifies

the artist as Maestro della Consegna delle Chiavi,

active in the early 17th century.

Notes:

The figure of Christ bears a strong resemblance of

Christ in Matthias Stom’s Mocking of Christ (c. 1600-

c. 1650). The right-facing pose with the sceptre also

recalls Titian’s Mocking of Christ of 1575. Stylistically,

the painting shows affinities to Caravaggio, Manfredi

Ribera, and Pietro Paolini. Stylistic parallels can also

be observed in Cristo consegna le chiavi a San Pietro,

a painting offered at Christie’s in recent years, which

shares the same horror vacui despite varying dimensions.

Art historia Papi as grouped two paintings under

the name of convenience “Maestro della Consegna

delle Chiavi”. A third painting from this series, which

could be attributed to the forementioned artist, is

illustrated in the exhibition catalogue Ribera à Rome:

Autour du premier Apostolado présentée au Musée

des Beaux-Arts de Rennes et au Musée des Beaux-

Arts de Strasbourg, 2015, pp. 75 – 80. It depicts The

Incredulity of Saint Thomas and is held at the Museo

de la Catedral di Jerez de la Frontera.

€ 50.000 – € 60.000 (†)

Sistrix

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250

ANTONIO BELLUCCI,

1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

134 x 140 cm.

In Holzrahmen.

Das Bild zeigt die biblische Szene Susanna und die Alten

aus dem Buch Daniel (Dan 13,1-64). Im Zentrum

die Figur der Susanna, während die beiden Alten im

Schatten lauern. Der Körper der Frau ist weich modelliert,

die Haut leuchtend. Die Szene ist elegant und

harmonisch inszeniert. Lichtführung, Architektur und

Landschaftshintergrund verleihen dem Bild Tiefe und

betonen zugleich die frührokokohafte Leichtigkeit,

ohne die dramatische Spannung des Barock gänzlich

aufzugeben. Bellucci verbindet noch barocke Ausdrucksweisen,

verbindet diese aber mit einer zunehmend

luftigen hellen und klaren Bildauffassung, die

vom emilianischen Klassizismus beeinflusst ist und

den Übergang zu seiner grazilen Rokoko-Ästhetik

markiert.

Literatur:

Vgl. Carlo Donzelli und Giuseppe Maria Pilo, I pittori

del Seicento veneto, Florenz 1967.

Vgl. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci: catalogo

ragionato, Rimini 1995. (14623314) (10)

ANTONIO BELLUCCI,

1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 IBID., ATTRIBUTED

SUSANNA AND THE TWO ELDERS

Oil on canvas. Relined.

134 x 140 cm.

Literature:

cf. Carlo Donzelli and Giuseppe Maria Pilo, I pittori

del Seicento veneto, Florence 1967.

cf. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci. Catalogo

ragionato, Rimini 1995.

€ 18.000 – € 25.000 (†)

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49


250A

BERNARD VAN ORLEY,

AUCH „BAREND VAN ORLEY“,

1491/92 BRÜSSEL – 1541 EBENDA, SCHULE DES

MARIA LACTANS

Öl auf Holz.

40 x 30 cm.

In dekorativem teilvergoldetem Rahmen.

Maria sitzt, wie oft bei Darstellungen des Künstlers, in

einem Innenraum mit einem nach links geöffnetem

Ausblick, der hier jedoch nur hinter dem wertvollen,

nach rechts gezogenen Vorhang angedeutet wird. Sie

steht hinter einer steinernen Brüstung mit wohlfrisierten

langen Haaren sowie einem roten Mantelüberwurf

und reicht dem vor ihr auf einem goldglänzenden Kissen

und weißem Tuch langestreckt liegenden, nackten

Jesuskind ihre rechte Brust. Beide blicken sich liebevoll

dabei an; das Kind hält zudem in seiner rechten

Hand eine Kirsche, weitere davon liegen auf der Brüstung.

Die Kirschen sind ein Symbol für die Liebe Christi

und sein am Kreuz vergossenes Blut, gleichzeitig

aber auch eine Anspielung auf die Frucht des Baumes

Eden, die zur Vertreibung von Adam und Eva aus dem

Garten Eden führte. Einfühlsame feine Darstellung von

Mutter und Kind.

Literatur:

Weltkunst, 15.11.1967, Abbildung 20/II.

(1472321)

BERNARD VAN ORLEY,

ALSO KNOWN AS “BAREND VAN ORLEY”,

1491/92 BRUSSELS – 1541 IBID., SCHOOL OF

THE NURSING MADONNA

Oil on panel.

40 x 30 cm.

Literature:

Weltkunst, 15 November 1967, ill. 20/II.

€ 40.000 – € 60.000

Sistrix

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251

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG

Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers

Sebastiano Ricci (1659–1734) angesehen. Ab 1717

hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.

Zwischenzeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für

die Münchner Residenz; später wirkte er in Rom und

Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737–1797)

und Giuseppe (1744–1821), unterstützten ihn bei zahlreichen

seiner Aufträge.

DIE GEISSELUNG CHRISTI

Öl auf Leinwand. Doubliert.

68 x 87 cm.

In dekorativem teilvergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

in Kopie.

Im Zentrum des Gemäldes der an eine Säule gefesselte,

nur mit einem weißen Schurz bekleidete Jesus mit

fahler blasser Haut, auf einen halb vor ihm knienden

Peiniger herabblickend. Links und rechts von ihm jeweils

ein Scherge mit einem aus Ähren bestehenden

Folterinstrument in den Händen und ausholendem

Schlag. Besondere Aufmerksamkeit hat der Künstler

dieser bewegten Szene gewidmet, als auch dem Eisenring

an der Säule, an dem das Seil befestigt ist, und

auch dem Gitter des halbmondförmigen Fensters

rechts hinter Jesus. Auf der linken Seite eine sitzende

Figur und ein stehender Soldat in Rüstung, eine Fahne

und zwei Speere haltend, beide dabei die Geißelung

aufmerksam zu verfolgen. Links zudem ein hoher Bogen

des Gemäuers, durch den der Blick auf den Himmel

mit einigen weißen Wolken fällt. Die agilen und

schlanken Figuren, so Spadotto, deuten auf eine späte

Entstehungszeit des Werkes hin. Der feine aufgetragene

pastose Farbauftrag, kombiniert mit Pastelltönen,

bekräftigt die Authentizität des genannten Künstlers.

(1472141) (18)

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO – 1767 VENICE

THE FLAGELLATION OF CHRIST

Oil on canvas. Relined.

68 x 87 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, in copy.

Dr Spadotto argues that the agile and slender figures

suggest the work dates to his late creative phase. The

finely applied pastose paint, combined with pastel

tones, reinforces the authenticity of the aforementioned

artist.

€ 18.000 – € 20.000

Sistrix

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51


252

FRANZÖSISCHER MEISTER DES

AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS,

KREIS DES MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)

Gemäldepaar

BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand.

Je 95 x 138 cm.

In durchbrochen gearbeitetem floralem Rahmen.

Zwei Blumenstillleben vor zartem hellem Himmel. Die

zentralen Blumenkörbe werden von floralen Festons

und Girlanden seitlich und oben begrenzt.

(1460207) (1) (10)

FRENCH SCHOOL, LATE 18TH CENTURY, CIRCLE

OF MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)

A pair of paintings

FLORAL STILL LIFES

Oil on canvas.

95 x 138 cm each.

€ 12.000 – € 18.000

Sistrix

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253

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG

Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers

Sebastiano Ricci (1659–1734) angesehen. Ab 1717

hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.

Zwischenzeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für

die Münchner Residenz; später wirkte er in Rom und

Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737–1797)

und Giuseppe (1744–1821), unterstützten ihn bei zahlreichen

seiner Aufträge.

DAVID

Öl auf Holzplatte.

34 x 25 cm.

In geschnitztem, vergoldeten Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

die das Gemälde Gaspares voller künstlerischer Reife

zuordnet, Padua, 10. Februar 2026, in Kopie.

Die Darstellung auf die biblische Geschichte von David

und dem Riesen Goliath zurückgehend (1. Sam, 17):

Vor Landschaftshintergrund mit hellblauem Himmel

der junge David mit muskulösem Oberkörper und dunkelblonden

lockigen Haaren, in gelassener Haltung an

eine Steinsäule mit Flachrelief gelehnt, die das Gesicht

des mit einer Schleuder besiegten Goliaths zeigen

dürfte. In seiner rechten Hand neben dem Relief hält

David die Schleuder, während seine linke Hand den

goldenen Griff seines Schwertes umfasst, mit dem er

den Riesen enthauptet hat. Mit großen Augen blickt

Daniel voller Stolz seitlich aus dem Bild heraus. Darstellung

in lockerem, leicht pastosen Pinselstrich in

weichen Farbtönen.

(1472121) (18)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

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53


254

JOHANNES LINGELBACH,

1622 FRANKFURT AM MAIN – 1674 AMSTERDAM

Lingelbach war Sohn eines Schaustellers, kam bereits

14-jährig nach Amsterdam, wandte sich der Malerei

zu, verbrachte die Jahre 1642-44 in Paris, um über

Lyon und Genua nach Rom zu ziehen. Hier schloss er

sich einer Gruppe von Bamboccianten an, zu denen

Michelangelo Cerquozzi (1602–1660) und Viviono Codazzi

(1604–1670) zählten. Zurück in Amsterdam, wurde

seine Malerei von Philips Wouwerman (1619–1668)

beeinflusst.

SÜDLÄNDISCHER HAFEN MIT HÄNDLERN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

41,7 x 54,2 cm.

Links auf einem zylindrischen Paket signiert

und datiert „JLingelbach/1669“.

Das mehrfach dokumentierte und im RKD-Verzeichnis

aufgelistete Gemälde zeigt kompositionell und inhaltlich

auffallende Verwandtschaft mit der „Mediterrane

Hafenszene“, die sich im Städelschen Kunstinstitut der

Stadt Frankfurt befindet. Hier wie dort beherrscht ein

antiker Säulenbau die rechte Bildhälfte. In gleicher Weise

auch hat Lingelbach einen orientalischen Händler

mit Turban hierhin platziert, während die Bildmitte den

Blick auf den Hafen mit anliegenden Segelschiffen bietet.

Die Komposition der beiden Bilder zeigt also verblüffende

Übereinstimmung. Darüber hinaus lassen

solche Bilder des Malers die Motivation erkennen, das

Treiben der Hafenarbeiter, aber auch den Gegensatz

abendländischer und orientalischen Gesellschaft vorzustellen.

Lingelbachs frühere Aufenthalte in Italien haben

auf die Themen- und Motivwahl seiner Werke sichtbar

eingewirkt. Dies erweist sich mit seiner großen

Anzahl von Rom-Ansichten und südlichen Hafenszenen,

wobei es ihm weniger um Veduten-Genauigkeit

ging, vielmehr vorrangig um fantasievolle Szenenerfindungen,

was auch den Reiz dieses Gemäldes ausmacht.

Von vorrangigem Interesse dürfte sein, dass

das Gemälde, neben weiterer prominenter Provenienz,

einst im Besitz des berühmten englischen Kunsthändlers

und Sammlers John Smith (1781–1855) war, auf

den das Konzept des „Catalogue raisonné“ zurückgeht.

Bedeutende Provenienz – laut RKD:

Auktion Veil, Amsterdam, 5. Juli 1769, Lot 24.

Sammlung Nicolas Henri Joseph de Fassin,

gen. Chevalier de Fassin (1728–1811).

Sammlung Engelbert Michael Engelberts

(1783–1843), Maler u. Kunsthändler.

Sammlung John Smith (178 1–1855).

Auktion van der Schley – de Vries, Amsterdam,

26. August 1817, Lot 54.

Auktion Artaria, Wien, 28. November 1821 und

6. März 1822, Lot 206.

Sammlung Alexander-Joseph-Wilhelm d’Allard, Kunsthändler

in Wien u. Paris, erste Hälfte 19. Jahrhundert.

Auktion Bukowski, Stockholm, 26. November 1997,

Lot 308.

Christie’s Amsterdam, 4. Mai 1999, Lot 134.

Schloss Ahlden, 18. November 1999, Lot 134.

Ausstellungen:

Von Brueghel zu Banksy – 200 Jahre Sammlung von

Boetticher, Die Drostei, Pinneberg, 19. September –

16. November 2025, Ausstellungskatalog S. 44–45.

Abb. Kat.Nr. 10, Sammlungsnr. 22.

A.R. (1472164) (11)

JOHANNES LINGELBACH,

1622 FRANKFURT AM MAIN – 1674 AMSTERDAM

SOUTHERN PORT WITH TRADERS

Oil on canvas. Relined.

41.7 x 54.2 cm.

Signed and dated on “JLingelbach/1669”

on cylindrical parcel lower left.

The painting, which has been documented on multiple

occasions and is recorded in the RKD database, shows

a striking compositional and thematic similarity to the

Mediterranean Harbour Scene in the collection of the

Städel Museum, Frankfurt.

Important provenance – according to RKD:

Auction Veil, Amsterdam, 5 July 1769, lot 24.

Nicolas Henri Joseph de Fassin collection, called

Chevalier de Fassin (1728 – 1811).

Engelbert Michael Engelberts collection (1783 – 1843),

painter and art dealer.

John Smith collection (1781 – 1855).

Auction van der Schley – de Vries, Amsterdam, 26

August 1817, lot 54.

Auction Artaria, Vienna, 28 November 1821 and 6

March 1822, lot 206.

Alexander-Joseph-Wilhelm d’Allard collection, art dealer

in Vienna and Paris, first half of the 19th century.

Auction Bukowski, Stockholm, 26 November 1997, lot 308.

Christie’s Amsterdam, 4 May 1999, lot 134.

Schloss Ahlden, 18 November 1999, lot 134.

Exhibitions:

Von Brueghel zu Banksy – 200 Jahre Sammlung von

Boetticher, Die Drostei, Pinneberg, 19 September –

16 November 2025, exhibition catalogue, pp. 44-45,

ill. cat. no. 10, collection no. 22.

€ 10.000 – € 12.000

Sistrix

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256

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 80,2 cm.

In dekorativem vergoldetem Rahmen.

Das Thema des Alten Testamentes zeigt die an einem

Brunnenbecken sitzende nackte Susanne, über deren

Schoßbereich ein durchsichtiges Tuch liegt. Das Inkarnat

in betonter Helligkeit und Zartheit besonders hervorgehoben,

zudem trägt sie Ohrschmuck und jeweils

ein wertvolles Armband um ihre Handgelenke. Links

von ihr der figürliche Springbrunnen mit einem Putto

auf einem Delfin und davor das langgezogene Wasserbecken,

an dessen Rand weiterer Schmuck und das

Gewand von Susanna liegen. Sie versucht die beiden

links und rechts von ihr stehenden bärtigen alten Männer

abzuwehren, den rechten mit ausgestrecktem Arm,

die versuchen, die keusche Susanna zu bedrängen. Sie

sind umgeben von einem höfischen Gartenambiente,

darunter auch ein Orangenbaum, vor Palastarchitektur

und einem prächtigen Torbogen mit Durchblick auf

eine bergige Landschaft. Darstellung eines der beliebten

Themen in der Kunstgeschichte der Malerei.

(1461722) (18)

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY

SUSANNA AND THE ELDERS

Oil on canvas. Relined.

90 x 80.2 cm.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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255

FRANS FRANCKEN II,

1581 ANTWERPEN – 1642 EBENDA,

WERKSTATT/ KREIS DES

(ABB. LINKS)

DER TOD UND DER GEIZHALS

Öl auf Holz.

27,5 x 37,5 cm.

In einem mit wertvollen Objekten ausgestatteten Innenraum,

zu denen zwei schwere Truhen auf dem Boden

sowie zwei mit Schmuck und Gold- und Silbergefäßen

ausgestattete Fächer in einem Schrank gehören,

ein in einem Sessel sitzender älterer wohlhabender

Mann. Vor ihm stehend der Tod, der ihm auf einer Laute

vorspielt, während der Sitzende ihn erschrocken anblickt.

Neben ihm auf einem Tisch mit roter Decke liegen

goldene Münzen und einige Schriftstücke und Urkunden,

was auf das irdische Streben hinweist. Die

Szene illustriert das plötzliche Ende des Lebens und

den Verlust materieller Besitzgüter. Die Darstellung ist

auch eine Allegorie, die auf der Tradition des Totentanzes

basiert, in der der Tod, wie hier, als Skelett dargestellt

wird. Von dem Motiv gibt es mehrere Versionen, auch

unter dem Titel „Der Reiche und der Tod“.

(1470643) (18)

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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257

PIETER CASTEELS II,

TÄTIG ZWISCHEN 1650 – 1674, ZUG.

Die Nachrichten über den Maler sind spärlich. Seine

Stadt- und Hafenansichten gestaltete er meist fantasievoll.

1673/74 wird er als Meister der Antwerpener

Gilde gelistet. Sein Sohn wirkte als Stilllebenmaler in

England.

PARIS, ANSICHT VOM PONT NEUVE

Öl auf Leinwand.

41 x 60 cm.

In ebonisiertem Rahmen.

Blick über die Seine, hinweg auf die Stadt, mit großer

Menschenansammlung am Ufer sowie auf zahlreiche

Schiffe und Kähne. Links im Bild ein teilruinöses turmartiges

Gebäude, der Nesle-Turm von Paris, ein Motiv,

das der Maler öfter in seinen Bildern einbrachte, um

dramatische Wirkung zu erzeugen. So existieren auch

Variationen zu unserer Darstellung, z. T. mit Wiedergabe

des Louvre, bzw. wie hier, in einer eher fantasievollen

Darstellung weiterer Gebäude. Werke seiner Hand

in mehreren bedeutenden Museen, wie Louvre, Musée

Carnavalet, Musée des Beaux-Arts in Quimper,

oder Museo Nacional de Bellas Artes in Buenos Airens

(dort eine mit dem vorliegenden Werk vergleichbare

Darstellung).

(1471453) (11)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

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55


258

HIERONYMUS FRANCKEN III,

1611 – CA. 1661, ZUG.

DIE SCHLACHT DER KENTAUREN

Öl auf Holz, verso verstärkt.

66 x 95 cm.

Wir danken Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere für freundliche

Hinweise zur Katalogisierung.

Die Schlacht wird oft mit der Entführung von Prinzessin

Hipodamia in Verbindung gebracht, eine Geschichte,

die von Ovid erzählt wird. Das Gemälde zeigt in

Landschaft wie Kentauren eine vornehme Gesellschaft

überfallen, die vor einem Gebäude gerade an

einem mit Speisen reich gedeckten Tisch gesessen

hat. Links auf einem runden Sockel mit umgebendem

Relief ein kleines loderndes Feuer, von dem starker

Rauch bis in den Himmel aufsteigt. Im grauen Hintergrund

weitere angreifende Kentauren. Für den Künstler

typisch die zahlreichen Figuren mit heftigen Gesten,

meist nach rechts ziehend.

HIERONYMUS FRANCKEN III,

1611 – CA. 1661, ATTRIBUTED

THE BATTLE OF THE CENTAURS

Oil on panel, reinforced on the reverse.

66 x 95 cm.

We would like to thank Professor Dr Dr h.c. Jan

de Maere for his kind advice on the cataloguing.

Notes:

The most famous depiction of The Battle of the

Centaurs is a relief created by Michelangelo in ca.

1492, which portrays the battle between the Lapiths

and the Centaurs.

€ 16.000 – € 18.000

Sistrix

INFO | BID

Anmerkung:

Die bekannteste Darstellung der Schlacht der Kentauren

ist ein um 1492 von Michelangelo geschaffenes

Relief, das den Kampf zwischen den Lapithen und

den Kentauren darstellt.

(14714533)

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259

PIETER MULIER D. J.,

GENANNT „CAVALIERE TEMPESTA“,

UM 1637 HAARLEM – 1701 MAILAND,

ZUG./ KREIS DES

Der Künstler war ein in Italien tätiger niederländischer

Maler des Goldenen Zeitalters. Die Malerei erlernte

er von seinem Vater Pieter Mulier d. Ä.

(1615 – 1670). Er arbeitete in Rom (1656-70), in Genua

(1670-84) und Norditalien. Zu seinen Schülern

gehörten Carlo Antonio Tavella (1668 – 1738) und Pietro

Cignaroli (1665 – 1720). Seinen Zunamen „Tempesta“

hat er für seine sehr bewegten Darstellungen

von Stürmen auf See erhalten.

PASTORALE KÜSTENLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

112 x 169 cm.

Auf dem Rahmen mit erläuternder Gravurplakette.

In Wellenleistenrahmen.

Weite hügelige bis schroff felsige Landschaft mit reizvoller

zeitgenössischer Architekturstaffage und einem

abgetakelten, in der Bucht liegenden Segelboot. Am

Ufer der Bucht pastorale Figurenstaffage mit grasenden

Schafen und treidelnden Männern.

(14705919) (13)

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

INFO | BID

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260

SCHULE DER BASSANO DES 17. JAHRHUNDERTS

(ABB. LINKS)

ERNTESZENE

Öl auf Leinwand.

101 x 133 cm.

Ungerahmt.

In einer sanft hügeligen venezianischen Landschaft rurale

Gebäude mit Darstellung von Erntegütern, die im

Begriff sind konsumiert zu werden.

(1470594) (13)

€ 6.000 – € 9.000

Sistrix

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261

PETER CANDID,

AUCH GENANNT „PIETER DE WITTE“,

1548 – 1628, NACHFOLGE DES

MONATSDARSTELLUNG APRIL: DIE FALKENJAGD

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94 x 98 cm.

Das Gemälde zeigt in weiter Landschaft ein elegantes

Paar auf Pferden, von denen der Mann einen auf seiner

rechten Hand sitzenden Falken hält. Umgeben sind

sie von Treibern und einem weiteren Mann, der auf

einem Holzgestell zwei weitere Falken trägt. Im Himmel

in einem Queroval ist das Tierkreiszeichen für April zu

sehen, worauf auch die darunter befindliche Beschriftung

„APRILIS.“ hinweist. Dieses Gemälde wird heute

als ein Gemälde nach den Entwürfen Peter Candids

für die Monatsteppiche in der Münchner Residenz

eingeordnet (vgl. Datenbank des RKD, Den Haag, Abbildungs-Nr.

0000119990).

(1471393) (18)

€ 5.000 – € 7.000

Sistrix

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59


262

JAN VAN DER STRAET,

AUCH GENANNT „GIOVANNI STRADANO“,

1523 – 1605

Der 1523 in Brügge geborene Künstler war Schüler

von Pieter Aertsen (1507/08–1575) und seit 1645 in der

Sankt Lukasgilde in Antwerpen eingeschrieben. 1550

zog es ihn nach Rom und drei Jahre später ging er

nach Florenz, wo er bis zu seinem Tode 1605 wirkte.

DIE EROBERUNG TROJAS

Öl auf Holz.

74 x 106 cm.

Ungerahmt.

JAN VAN DER STRAET,

ALSO KNOWN AS “GIOVANNI STRADANO”,

1523 – 1605

THE CONQUEST OF TROY

Oil on panel.

74 x 106 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Giancarlo Sestieri, Rome, 27 July 2021, in copy.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,

Rom, 27. Juli 2021, in Kopie.

Das vorliegende, in höchster Qualität ausgeführte Gemälde,

dessen Thema aus Vergils „Aeneis“ stammt,

zeigt im Zentrum des Hintergrunds das brennende Troja

mit dem Trojanischen Pferd, welches in die Stadt

geführt wurde.

(1472061) (13)

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263

MATHYS SCHOEVAERDTS,

UM 1663 BRÜSSEL – UM 1703, ZUG.

Der Maler begann seine Tätigkeit in der Brueghel’schen

Tradition, wandte sich in der Folge auch stilistisch einem

italianisierenden Stil zu. Über seine Laufbahn wissen

wir lediglich, dass er 1682 Lehrling des Landschaftsmalers

Adriaen Frans Boudewyns (1644–1719)

war und 1690 Meister der Brüsseler Gilde wurde.

MENSCHENANSAMMLUNG AUF

EINEM STADTPLATZ MIT OBELISK

MATHYS SCHOEVAERDTS,

CA. 1663 BRUSSELS – CA. 1703, ATTRIBUTED

CROWD OF PEOPLE IN A TOWN

SQUARE WITH AN OBELISK

Oil on canvas.

40 x 60 cm.

€ 10.000 – € 14.000

Sistrix

INFO | BID

Öl auf Leinwand.

40 x 60 cm.

Die Szenerie zeigt städtische und bäuerliche Figuren mit

Vieh, gruppiert um einen Obelisken inmitten einer Stadt

mit Kirchengebäude, Stadtturm und Tor. Fantasievoll wie

die Staffage ist auch die freie Erfindung der Stadtansicht.

Bemerkenswert dabei ist das Hereinsetzen eines

Obelisken in eine erkennbar nördliche Stadt. Die Bildkomposition

setzt einen Baum links geschickt gegen

die Türme rechts im Bild. Das Gemälde zeigt deutlich

den Einfluss der niederländischen und flämischen

Künstler, die in Rom als Bamboccianti wirkten, obwohl

Schoevaerdts selbst wohl nie in Italien war.

A.R. (1471052) (11)

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61


264

GYSBRECHT LEYTENS,

1586 ANTWERPEN – 1643/56 EBENDA, ZUG.

WEITE BERGIGE LANDSCHAFT MIT SCHLOSS

Öl auf Leinwand.

114 x 138 cm.

In dekorativem Rahmen.

Durch zwei große verzweigte Bäume als Repoussoir

geht der Blick über ein verschattet liegendes Gewässer

mit Schilf auf eine weite Landschaft mit Stadtanlage

und einem Schloss auf einem Berghügel. In der

Bildmitte zwei gehende Männer in antiker Kleidung

mit Speeren, links von ihnen im Hintergrund ein Schäfer

mit seiner Herde. Darstellung in überwiegend weichen

beigen und grünen Farbtönen in lockerem, die

Landschaft in meist waagrechtem Pinselduktus.

(14406516) (18)

€ 5.000 – € 8.000

Sistrix

INFO | BID

265

CASPAR NETSCHER,

1635/39 HEIDELBERG – 1684 DEN HAAG, KREIS DES

EIN MASKENSCHERZ

Öl auf Leinwand. Doubliert.

48 x 64 cm.

In dekorativem Rahmen, teils mit Samtbespannung.

Im Zentrum einer großen Apotheke zwei junge, elegant

gekleidete Frauen und rechtsseitig der stehende

Apotheker in Pantalone-Kostüm mit Maske. Während

der Apotheker der jungen Frau Blumen überreichen

möchte, bietet der in rotem Gewand stehende Narr

der Dame im goldglänzenden Kleid eine Wurst als Medizin

an. Im Hintergrund links ein stehender Mann, der

wohl eine mit Urin gefüllte Flasche nach oben hält, um

zu prüfen, ob eine mögliche Schwangerschaft der stehenden

Frau vorliegt. Malerei, die ganz auf das Vorbild

von Netscher zurückgeht, jedoch sind bei dem vorliegenden

Gemälde in der hohen, goldglänzenden Schale

anstatt Würstchen frische Blumen zu finden.

Anmerkung:

Das Gemälde von Caspar Netscher befindet sich in

der Gemäldegalerie Alte Meister in Kassel.

(1451203) (18)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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266

FRANS FRANCKEN D. J.,

1581 ANTWERPEN – 1642, ZUG.

DAS SALOMONISCHE URTEIL

FRANS FRANCKEN THE YOUNGER,

1581 ANTWERP – 1642, ATTRIBUTED

THE SOLOMONIC JUDGMENT

Öl auf Holz.

56 x 86 cm.

Verso mit alter Nummerierung.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Die Darstellung illustriert die altbiblische Legende,

nach der König Salomon ein Urteil spricht, ein Kind zu

zweiteilen, da sich zwei Frauen um das Anrecht darauf

streiten, jeweils die Mutter zu sein. So verzichtet eine

der Frauen in Mitleid auf ihr Recht, was sie als wahre

Mutter erweist, womit sie das Kind erhält. Das Thema

wurde – wie auch hier durch die Malerfamilie Francken

– in der Kunst häufig aufgegriffen.

(1471611) (13)

Oil on canvas.

56 x 86 cm.

Old numbers on the reverse.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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63


267

PEETER GYSELS,

1621 ANTWERPEN – 1690/91 EBENDA

Der Künstler war bekannt für seine Landschaften,

Archi tekturkompositionen und Stillleben. Seine Landschaften

im Stil Jan Brueghels d. Ä. (1568 – 1625) waren

zu seiner Zeit sehr gefragt. Seine Landschaftsbilder

sind farbenfroh und oft mit vielen Figuren bestückt.

Im Jahr 1649 wurde er Meister der Antwerpener Gilde

und zählt zu den bedeutendsten flämischen Miniaturisten,

in einer Technik, die seine Nachfolger wie Hieronymus

Janssens (1624– 1693), Gonzales Coques

(1614 – 1684) oder Jan Weenix (1640/41– 1719) nicht

mehr weitergeführt hatten.

PEETER GYSELS,

1621 ANTWERP – 1690/91 IBID.

PLANK WAGONS AND CARTS IN A LANDSCAPE

WITH A WINDMILL

Oil on oak panel.

20 x 17.7 cm.

Signed lower right. Red lacquer seal on the reverse,

with coat of arms surmounted by a crown.

€ 18.000 – € 20.000

Sistrix

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PLANKARREN UND FUHRWERKE IN

LANDSCHAFT MIT WINDMÜHLE

Öl auf Eichenholz.

20 x 17,7 cm.

Rechts unten signiert.

Verso rotes Lacksiegel mit bekröntem Wappen.

Das kleine Tafelbild zeigt extreme lupengenaue Feinpinseltechnik.

Das Sujet weist die Einflüsse des eine

Generation älteren Jan Brueghel d. Ä. auf. Äußerst geschickt

hat Gysels hier die Komposition in drei Lichtzonen

gegliedert: Während Vorder- und Hintergrund

hell beleuchtet erscheinen, bildet eine von den Bäumen

verschattete Mittelzone die Folie für die Darstellung

des Hauptgeschehens. Hier dominiert der weiße Planwagen

als Zentrum einer Gruppe von fahrenden Karren,

Kutschen und Viehtreibern mit ihren Rindern. Links,

völlig im Schatten, zwei Gestalten, die nach hinten ziehen,

einer hell beleuchteten Hügellandschaft entgegen.

Hier hebt sich die Windmühle vor dem Horizont ab.

Auch in dieser hellen Zone lassen sich allerfeinst gemalte

Figuren und Tiere erkennen. Im Vordergrund ein

Sackträger und zwei rastende Bäuerinnen, daneben

auf dem staubigen Wegrand das Skelett eines Pferdes,

ein Memento mori-Verweis auf die Vergänglichkeit und

die Gefahren des Reisens. So zeigt das Gemälde eine

nicht mehr zu überbietende Feinmalerei.

A.R. (14716510) (11)

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65


268

JOSEPH VAN BREDAEL,

1688 ANTWERPEN – 1739 PARIS

Josef Bredael entstammte einer Malerfamilie als Sohn

des Joris (1661-um 1706), und Enkel des Pieter van

Bredael (1629–1719). Seine Mutter war die Tochter des

Beigegeben eine Expertise mit Vergleichsbeispielen

von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 25.

Oktober 2025, in Kopie.

Barockmalers Abraham van Diepenbeeck (1596–1675).

Berichten zufolge ging er 1725 nach Paris, wo er für

Sammler Kopien fertigte, Mitglied der Königlichen Akademie

wurde und lebenslang blieb. In sämtlichen seiner

Bilder besticht vor allem die miniaturhafte Wiedergabe

des Genres.

WEITE LANDSCHAFT MIT WINDMÜHLE, PFERDE-

KARREN UND FIGURENGRUPPEN

Öl auf Kupfer.

12 x 18 cm.

Die landschaftlichen Details, wie ebenso die nahezu in

einer Linie gereihten Staffagefiguren, mit Karren, Reitern,

Hunden und Rindern, zeigen feinste Pinseltechnik,

geradezu in Miniaturmalerei. Der lupengenauere

Blick lässt in der Ferne noch weitere Windmühlen erkennen,

aber auch Hirten mit Schafen, die mit dem

hellen Horizontstreifen nahezu verschwimmen. Der

Malstil zeigt deutlich den Einfluss von Jan Brueghel d.

Ä. (1568–1625), wobei die warme Farbstimmung, vor

allem der fein gemalte porzellanartige Wolkenhimmel

bereits eine neue Sichtweise erkennen lässt. A.R.

Oil on copper.

12 x 18 cm.

€ 15.000 – € 20.000

A.R. (1471658) (11)

JOSEPH VAN BREDAEL,

1688 ANTWERP – 1739 PARIS

VAST LANDSCAPE WITH WINDMILL,

HORSE-DRAWN CART AND GROUPS OF FIGURES

Accompanied by an expert’s report with examples of

comparison by Professor Dr Dr h.c. Jan de Maere,

Rambrouch, 25 October 2025, in copy.

Sistrix

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269

JOSEPH VAN BREDAEL,

1688 ANTWERPEN – 1739 PARIS

Josef Bredael entstammte einer Malerfamilie als Sohn

des Joris (1661 – um 1706), und Enkel des Pieter van

Bredael (1629– 1719). Seine Mutter war die Tochter des

Abraham van Diepenbeeck (1596– 1675). Berichten zufolge

ging er 1725 nach Paris, wo er für Sammler Kopien

fertigte, Mitglied der Königlichen Akademie wurde

und lebenslang blieb. In sämtlichen seiner Bilder

besticht vor allem die miniaturhafte Wiedergabe des

Genres.

DIE RAST VOR DER WINDMÜHLE

Öl auf Holz.

29 x 35 cm.

Verso mit altem Etikett.

In ebonisiertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten mit Vergleichsbeispielen von

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 23. Oktober

2025, welcher das Gemälde Joseph van Bredael zuschreibt,

in Kopie.

Die Gesamtkomposition ist geradezu typisch für die

Gemälde des Antwerpener Malers – mit linksstehenden

Gebäuden, einer Windmühle, tieferliegendem Flusslauf

und einer meist reichen Figurenstaffage mit Reitern,

Karren, Fußvolk und Bauern. Genauere Betrachtungen

der Details lassen erkennen, wie etwa das Haus links

als Wagnerwerkstatt gezeigt ist, mit Arbeitern, die an

Rädern beschäftigt sind. Wie häufig in solchen Darstellungen,

ist auch hier ein Schimmel ins Zentrum des

Geschehens gesetzt, der hier einen Karren zieht. Daneben

ein Pferdeknecht, der interessiert auf die stolzen

höfischen Reiter in der linken Ecke blickt. Der Malstil

zeigt deutlich den Einfluss von Jan Brueghel d. Ä.

(1568 – 1625), wobei die warme Farbstimmung, vor

allem der fein gemalte Wolkenhimmel bereits eine

neue Sichtweise erkennen lassen.

(14714517) (13)

JOSEPH VAN BREDAEL,

1688 ANTWERP – 1739 PARIS

THE REST IN FRONT OF THE WINDMILL

Oil on panel.

29 x 35 cm.

Old label on the reverse.

Accompanied by an expert’s report by Professoer Dr

Dr h.c. Jan de Maere, Rambroucht, dated 23 October

2025, confirming Joseph van Bredael as the artist, in

copy.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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67


270

ANTON MIROU,

UM 1570 ANTWERPEN – UM 1661

Der Name des Malers ist eng mit der sogenannten

„Frankenthaler Schule“ verbunden, einer kleinen Gruppe

von Künstlern, die aus den Spanischen Niederlanden

ihres Glaubens wegen Schutz in der Bayerischen

Kurpfalz fanden. Dorthin zog 1586 auch Mirous Familie.

Zu diesen Künstlern zählte auch Pieter Schoubroeck

(um 1570 – um 1607) und Gillis van Coninxloo (um

1581 – 1619/20), dessen Malstil die Werke von Mirou

erkennbar nahestehen. Wenngleich diese Künstlergruppe

keinen eigenen Stil entwickelt hatte, so vereint sie

doch das Interesse an Waldlandschaften, oft mit religiösen

oder historischen Staffageszenen. Die Bildauffassung

der Antwerpener Malweise wurde jedoch weitgehend

behalten und tradiert.

HÜGELIGE FANTASIELANDSCHAFT MIT TURM­

FÖRMIGEN HOLZGEBÄUDEN UND STAFFAGE

Öl auf Holz.

36,7 x 48,5 cm.

Links unten signiert.

Das vorliegende Gemälde lässt sich zwar auch mit

Werken des Gillis van Coninxloo vergleichen, doch legte

Anton Mirou noch größeren Wert auf Fantastik. Dies

zeigt auch die unwirkliche, höchst originelle Bilderfindung

mit den verschatteten Gebäuden, die sich vor

dem hellen Talgrund turmartig erheben, wie auch die

Baumwurzeln oder die nahezu geheimnisvollen, weiteren

landschaftlichen Details.

Provenienz:

Sotheby’s Amsterdam, November 2007, Lot 10.

Literatur:

Jörg Diefenbacher, Anton Mirou (1578 – vor 1627).

Ein Antwerpener Maler in Frankenthal, Mannheim

2007, Abb. S. 30, Nr. 23.

A.R. (14716511) (11)

ANTON MIROU,

CA. 1570 ANTWERP – CA. 1661

HILLY FANTASY LANDSCAPE WITH TOWER-SHAPED

WOODEN BUILDINGS AND FIGURAL STAFFAGE

Oil on panel.

36.7 x 48.5 cm.

Signed lower left.

Although the present painting can also be compared

with works by Gillis van Coninxloo, Anton Mirou placed

even greater emphasis on fantastical elements.

Provenance:

Sotheby’s Amsterdam, November 2007, lot 10.

Literature:

Jörg Diefenbacher, Anton Mirou (1578 – before 1627).

Ein Antwerper Maler in Frankenthal, Mannheim 2007,

ill. p. 30, no. 23.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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271

JAN GRIFFIER D. Ä.,

1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON

FLUSSLANDSCHAFT AM OBERRHEIN

Öl auf Kupfer.

28 x 38,5 cm.

Links mittig signiert „J. Griffier“.

In ebonisiertem Rahmen.

Von erhabenem Betrachterstandpunkt bietet sich ein

vielschichtiger sowohl in die Ferne als auch in die Tiefe

gestaffelter Blick in ein hügeliges Flusstal dar. Links ein

Gasthaus, das sich durch einen Ausleger auszeichnet

und mehreren davor sitzenden Figuren, weiter hinten

eine Art Volksfest mit dahinter sich erstreckender Dorfstraße,

die optisch hin zu einer im Lichtblau vor der Sonne

erstrahlenden Höhenburg führt. Rechts weitere um

den sich schlängelnden Fluss gruppierte Festungsbauten,

bei denen sich Griffier sicherlich an der Mannigfaltigkeit

der Burgen im Rheinland orientiert und inspiriert

hat.

Anmerkung:

Vgl. Die Komposition muss damals sehr beliebt gewesen

sein, denn sie begegnet uns in ähnlicher Weise

gleich mehrmals im Schaffen des Künstlers. So sind

zu nennen: eine Flusslandschaft im Fitzwilliam Museum,

Cambridge (England), Inv.Nr. 379; eine Flussland schaft

im Staatlichen Museum Schwerin, Inv.Nr. G 370;

des Weiteren ein Gemälde, bei dem der Betrachter

von einem höheren Standpunkt ins Tal blickt und bei

Christie’s, Amsterdam, am 11. Mai 2005 unter Lot 37

angeboten wurde. (1471841) (13)

JAN GRIFFIER THE ELDER,

1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON

RIVERSCAPE ON UPPER RHINE

Oil on copper.

28 x 38.5 cm.

Signed at centre left “J. Griffier”.

Notes:

This composition must have been very popular at the

time because we encounter it in a similar way several

times in the artist’s oeuvre. These are: a river landscape

held at the Fitzwilliam Museum, Cambridge (England),

inv. no. 379; a river landscape held at the Schwerin

State Museum, inv. no. G 370; a painting in which the

viewer looks down into the valley from a higher vantage

point, which was offered for sale at Christie’s, Amsterdam

on 11 May 2005 under lot 37.

€ 25.000 – € 35.000

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69


272

MATHYS SCHOEVAERDTS,

UM 1663 BRÜSSEL – UM 1703

Schoevaerdts war Schüler von Adriaen Frans Boudewijns

(1644– 1719), sein letztes datiertes Gemälde

stammt von 1702.

HÖFISCHE GESELLSCHAFT AUF EINER ANHÖHE

MIT TURMGEBÄUDE UND BRUNNEN

Öl auf Leinwand.

32 x 41 cm.

Wohl aus den 1690er-Jahren.

Rechts unten signiert.

Die Mehrzahl der Werke des Künstlers beweist dessen

Vorliebe für Landschaften mit figurenreicher Staffage.

Wobei – wie auch hier im Bild – ein bestimmter Anlass

für das Zusammentreffen kaum eine Rolle spielt. Vielmehr

wird uns in beeindruckender Weise ein Gesellschaftsbild

dokumentiert, in dem neben Jagdreitern,

flanierenden Höflingen, Kutschengespann und eleganten

Figurengruppen in barocken Kostümen, auch der

untere Stand der Gesellschaft zu sehen ist. In der unteren

Bildmitte etwa zeigt der Maler ein höfisches

Paar, begleitet von einem Schirm tragenden Diener,

daneben im Kontrast eine Bäuerin im Gespräch mit einem

Mann mit amputierten Beinen. Diese und eine

weitere Gruppe mit einem Schimmel im Zentrum hat

der Maler bewusst ins hellere Licht gesetzt. Darüber

hinaus lassen sich zahllose Einzelheiten im Bild entdecken,

bis hin zu minutiös wiedergegebenen Details

jenseits des tieferliegenden Flusses. Ein hohes, meist

verschattetes Gebäude, in der Art eines Capriccios,

zählt zu den markanten Kompositionselementen in Bildern

Schoevaerdts. Eine höchst fantasievolle Erfindung

ist der mehrschalige Brunnen am rechten Bildrand,

bekrönt mit einer vergoldeten Neptunfigur.

A.R. (1471458) (11)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

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273

LUCAS VAN VALCKENBORCH,

UM 1535 LÖWEN – 1597 FRANKFURT AM MAIN,

KREIS DES

DER ÜBERFALL

Öl auf Holz.

25,7 x 36 cm.

Links unten auf Stein datiert „1607“.

Im Zentrum auf einem Felsenstück ein großer alter,

weit verzweigter Baum mit kräftigen Wurzeln. Linksseitig

ein großes Gehöft, eine kleine Kapelle, weidende

Schafe und ein kleiner Trupp mit Soldaten auf einem

breiten Weg. Ihnen kommen von rechts auf dem Weg

einige bepackte Figuren entgegen, die vor einem großen

Heer, das auf der rechten Bildseite in der Mitte zu erkennen

ist, fliehen. Erzählerische Darstellung unter

hohem grau-blauem Himmel, in dem einige Vögel, darunter

auch ein Storch, zu erkennen sind. Malerei teils

an Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625) erinnernd, auf den

verso auf einem Aufkleber hingewiesen wird.

(14714528) (18)

€ 8.000 – € 10.000

Sistrix

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71


275

ABRAHAM GOVAERTS,

1589 ANTWERPEN – 1626 EBENDA, KREIS DES

(ABB. RECHTS)

LANDSCHAFT MIT FIGUREN UND HÄUSERN

AN EINEM FLUSS

Öl auf Kupfer.

18 x 23 cm.

In dekorativem Rahmen.

Unter blauem Himmel mit gelblich schimmernden

Wolken wenige Häuser an einem Fluss, der von einer

Brücke überspannt wird. Auf diesen sind diverse Figuren

sowie ein Reiter in Begleitung seines Hundes zu

erkennen; ein weiterer Reiter tränkt gerade sein Pferd

am flachen Flussufer während daneben ein Angler sein

Glück versucht. Feine Malerei mit vielen Details.

(1470758) (18)

€ 6.000 – € 8.000

Sistrix

INFO | BID

274

SEBASTIAN VRANCX,

1573 ANTWERPEN – 1647 EBENDA, ZUG./ KREIS DES

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen Militärgenres

gilt, war laut dem Biografen Carel van Mander

d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler des Adam van Noort

(1562– 1641). 1597 begab er sich wie die meisten seiner

Kollegen nach Italien, was sich nachhaltig auf die

Darstellung antiker Ruinen und römischer Bauwerke in

seinem Werk auswirkte. 1600 wurde er Mitglied der

Antwerpener Lukasgilde, wo er mit Künstlern wie

Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), Frans Francken d. J.

(1581– 1642) oder auch Hendrik van Balen d. Ä.

(1575– 1632) befreundet war. So weist sein Werk auch

manche Gemeinsamkeiten mit denen dieser Künstler

auf. Sein Ruhm führte bereits zu Lebzeiten zur Vervielfältigung

seiner Bilder in Kupferstichen.

DER HINTERHALT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80 x 67,5 cm.

In dekorativem, teils vergoldetem Rahmen.

Vor weitem Landschaftshintergrund gerät auf einem

breiten Waldweg eine Gruppe von Reitern mit pferdegezogenen

Wagen in einen Hinterhalt und wird überfallen.

Im Vordergrund rechts versucht ein Reiter, drei

mit Gewehr und Degen bewaffneten Männern zu entkommen;

in der Bildmitte ein zum Halten gezwungener

Planwagen. Mehrere große alte Bäume ragen in

die Höhe, auf einem davon sitzt eine Ester auf einem

Zweig, ein wiederkehrendes Motiv in Vrancx’ Werken.

Vielfigurige Darstellung in überwiegend beige-brauner

und grüner Farbgebung.

(14705918) (18)

€ 6.000 – € 10.000

Sistrix

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276

DAVID TENIERS D. J.,

1610 ANTWERPEN – 1690 BRÜSSEL,

NACHFOLGE DES 17. JAHRHUNDERTS

(ABB. RECHTS)

VOR DER SCHANKWIRTSCHAFT

Öl auf Holz. Parkettiert.

51 x 74 cm.

Unterhalb der Brunnenwandung mit sekundärem

Schriftzug „D. Teniers Fec.“.

In ebonisiertem Wellenleistenrahmen.

Auf dünenhaftem Grund steht ein rurales Gebäude mit

zahlreichen, davor befindlichen Figuren bei Trank und

Tanz.

Anmerkung:

Teniers war einer der bedeutendsten Erneuerer der

Genremalerei seiner Zeit. Bei seinem umfangreichen

Gesamtwerk sind vor allem die Schenkstubenszenen,

Kirmesfeste, Hochzeiten und Schilderung des bäuerlichen

Lebens beliebt geworden. Als Schüler seines

Vaters ließ er sich später von Adriaen Brouwer

(1605/06 – 1638) sowie von Peter Paul Rubens

(1577 – 1640) beeinflussen, wurde 1633 in die Antwerpener

Lukasgilde aufgenommen und war 1645 bereits

Dekan der Gilde. Seine Bedeutung zu Lebzeiten mag

man daran ermessen, dass seine Tochter den berühmten

Rubens als Trauzeuge hatte.

Literatur:

Zum Motiv vergleiche mehrere Gemälde in: Margret

Klinge und Dietmar Lüdke (Hrsg.), David Teniers der

Jüngere 1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,

Ausstellungskatalog (Staatliche Kunsthalle

Karlsruhe, 05. November 2005 – 19. Februar 2006),

Heidelberg 2005. (14705915) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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73


277

PHILIPS WOUWERMAN,

1619 HAARLEM – 1668 EBENDA, KREIS DES

Gemäldepaar

LANDSCHAFTEN MIT SOLDATENTRUPP UND

MARKETENDERIN

Öl auf zusammengefügten Holzplatten.

Jeweils: 53 x 67 cm.

Eines rechts unten auf Gepäck mit Monogramm.

In dekorativen Rahmen.

Das eine Gemälde zeigt vor einem schlossartigen Gebäude

mit Türmen ein errichtetes Zelt einer Marketenderin,

die dort Wein anbietet, worauf ein kleiner Tisch

mit Krug und Glas hinweist. Einige Soldaten haben

dort mit ihren Pferden Rast gemacht, am nahen Flussufer

sind einige Badende zu erkennen. Das andere Gemälde

zeigt vor einem großen, halb zerfallenen Gebäude

erneut ein aufgeschlagenes Zelt mit rastenden

Soldaten und einer Marketenderin, sowie einigen Männern,

die sich im Wasser des angrenzenden Flusses

vergnügen. Beide Darstellungen im Licht der rötlich

untergehenden Sonne, bei teils großen braunen

Wolkenformationen. Risssp.

(1471811) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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279

JAN FRANS VAN BREDAEL D. Ä.,

1686 ANTWERPEN – 1750 EBENDA

(ABB. RECHTS)

DORFLANDSCHAFT MIT REICHER FIGUREN­

STAFFAGE

Öl auf Leinwand.

29,5 x 42 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de

Maere, Rambrouch, 23. Oktober 2025, in Kopie.

Einem weiten Anger zwischen seitlich stehenden Gebäuden

gab der Maler hier eine Bühne für eine Reihe

von Figurengruppen, dabei Pferdekarren, Rinder am

Ufer des Dorfteiches sowie Reiter und tanzendes Volk

rechts im Bild. Unter einem hohen Baum, der die Bildmitte

beherrscht, sind Figuren an einem Tisch zu sehen.

Die einzelnen Szenen verlieren sich verjüngend nach

hinten bis zum Horizont.

A.R. (1471454) (11)

€ 7.000 – € 9.000

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278

ANTHONY JANSZ VAN DER CROOS,

1606/07 ALKMAAR – UM 1665 DEN HAAG

FISCHER AM RANDE EINES DORFES

Öl auf Holz.

27 x 45 cm.

Rechts unten mittig signiert und datiert „Croos 1654“.

In reliefiertem Rahmen.

Flusslandschaft mit niedrigem Horizont, so dass dem

Himmel ein Großteil des Bildgrundes zuteil wird. Dieser

ist mit herbstlichen Wolken bestückt und wird zum

Stimmungsträger des Bildes. Große dunkle Bäume mit

nur wenig Laub ragen über den Fluss, der seine ruhige

Bahn zieht. Drei Staffagefiguren angeln im Vordergrund

des Flusses. Mittig ragt im Hintergrund der Kirchturm

des gegenüberliegenden Dorfes heraus. Die Stimmung

des Bildes, evoziert zum Großteil durch das Licht, die

Darstellung der Bäume und auch die feine Linienführung,

zeigen ein typisches Gemälde des Malers.

(1471722) (10)

ANTHONY JANSZ VAN DER CROOS,

1606/07 ALKMAAR – CA. 1665 THE HAGUE

FISHERMEN ON THE EDGE OF A VILLAGE

Oil on panel.

27 x 45 cm.

Signed and dated “Croos 1654” at centre lower right.

€ 12.000 – € 15.000

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75


280

LUCAS VAN LEYDEN,

1494 LEIDEN – 1533 EBENDA, WERKSTATT DES

JOSEF DEUTET DIE TRÄUME IM GEFÄNGNIS

Öl auf Holz.

38,5 x 49,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

In einem dunklen Kerker, in dem mehrere Säulen und

deren Basen zu erkennen sind, der sitzende Josef im

Zentrum, in hellem Gewandt mit blonden Haaren und

grüner federbesetzter Kopfbedeckung. Jeweils links

und rechts von ihm zwei sitzende Mitgefangene, die

um die Beingelenke schwere Ketten tragen, die wiederum

an einem Stein befestigt sind. Rechts der Bäcker

in langem weißem Umhang, über dem in einem

Hochoval sein Traum gezeigt wird, wie er auf seinem

Kopf einen Korb mit Backwerk trägt, aus dem ein Vogel

frisst. Josef deutete dies, dass der Pharao in hinrichten

würde. Auf der anderen Seite der Mundschenk in

Rückenansicht in rotem Umhang sitzend, dessen

Traum oberhalb seines Kopfes wiederum in einem

Oval wiedergegeben wird, dass ihn mit federbesetztem

Hut zeigt, wie er aus einem Krug Wein einschenkt.

Auch diesen Traum deutet Josef durch entsprechende

Handgestik, dass der Pharao ihn begnadigen würde

und er wieder in seinem Amt eingesetzt werden würde.

Erzählerische qualitätvolle Darstellung nach der

biblischen Josefsgeschichte (Gen 40) mit gekonnten

Hell-Dunkel-Kontrasten.

Provenienz gemäß Vorbesitzertradition:

Sammlung Sir Charles Turner (1833 – 1907).

Sammlung Th. Lüdiger, Hamburg, April 1987.

Süddeutsche Privatsammlung.

Ausstellungen:

Dutch Art, Whitechapel Art Gallery, London,

30. März – 10. Mai 1904, Kat.Nr. 396.

Von Brueghel zu Banksy. 200 Jahre Sammlung

Boetticher, Landdrostei Pinneberg, 18. September –

16. November 2025, Kat.Nr. 1, S. 3.

(1472163) (18)

LUCAS VAN LEYDEN,

1494 LEIDEN – 1533 IBID., WORKSHOP OF

JOSEPH INTERPRETING THE DREAMS IN PRISON

Oil on panel.

38.5 x 49.5 cm.

Provenance according to previous owners tradition:

Collection Sir Charles Turner (1833–1907).

Collection Th. Lüdiger, Hamburg, April 1987.

Private collection, Southern Germany.

Exhibitions:

Dutch Art, Whitechapel Art Gallery, London,

30 March – 10 May 1904, cat. no. 396.

From Brueghel to Banksy. 200 Years of the Boetticher

Collection, Landdrostei Pinneberg, 18 September –

16 November 2025, cat. no. 1, p. 3.

€ 25.000 – € 35.000

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281

PAUL BRIL,

UM 1553/54 ANTWERPEN – 1626 ROM, ZUG.

Bril lernte zunächst bei seinem Vater Mathijs d. Ä. (gest.

1585), zog 1574 nach Lyon und 1582 nach Rom, um

zusammen mit seinem Bruder im Vatikanspalast zu wirken,

alsbald in weiteren Palazzi. Zu seinen Schülern

zählt Agostino Buonamici Tassi (1578–1644), der wiederum

Lehrer des Claude le Lorrain (1600–1682) wurde.

BERGIGE FANTASIELANDSCHAFT

MIT BURG UND FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Leinwand.

63 x 80 cm.

Bril wurde vor allem mit seinen sehr fantasievollen

Landschaften bekannt. Zunächst noch der flämischen

Malweise verbunden, veränderte sein Italienaufenthalt

seine Motive, als auch die landschaftlichen Ansichten,

die nun auch italienische Ruinen und entsprechende

Staffage zeigen. Stark zerklüftete Bergansichten, fast

immer in Vorder- Mittel- und Hintergrund gegliedert,

wurden zu einem seiner Merkmale. Auch hier schichten

sich die steilen Hügel hintereinander, in den

Schluchten die Figurenstaffage.

(1471951) (1) (11)

€ 8.000 – € 12.000

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282

JOOS DE MOMPER,

1564 – 1635, KREIS DES

DAS WINTERLICHE DORF

Öl auf Leinwand. Doubliert.

100 x 155 cm.

In schlichter Holzleiste.

In winterlicher Stimmung eine schneebedeckte Dorfstraße

zwischen kahlen Bäumen; Bewohner bei alltäglichem

Werk. Joos de Momper d. J. war bekannt für

seine vorromantischen Landschaften. Seine Landschaften

befinden sich unter anderem im Herzog

Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der Alten

Pinakothek in München, in der Hamburger Kunsthalle

sowie im Kunsthistorischen Museum Wien und der

Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

Literatur:

Vgl. Klaus Ertz, Josse de Momper der Jüngere, Die

Gemälde mit kritischem Oeuvre-Katalog, Freren 1986.

(1471538) (1) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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77


283

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

ROM IM SCHNEE – DIE PIAZZA DEL POPOLO

MIT OBELISK

Öl auf Papier, auf Holz.

38 x 56 cm.

Das Gemälde ist wohl nach einem seltenen Schneefall

in der südlichen Stadt entstanden. Der Platz wird vom

Hügel des Pincio aus gesehen. Jedoch, entgegen der

heutigen Situation, noch im Zustand vor der Errichtung

der Zwillingskirchen Maria dei Miracoli gezeigt, wie

dies der Stich von Israel Silvestre (1621– 1691) erweist.

Dass die Darstellung auf Papier gemalt wurde,

mag ein Hinweis darauf sein, dass der flämische Maler

die Situation während seines Aufenthaltes dokumentiert

hat. Höchst originell sind die Bilddetails mit der

schaulustigen Bevölkerung, aber auch mit den Männern,

die sich auf dem Hügel an einem Feuer wärmen.

Die Kuppel im zentralen Hintergrund mag als Verweis

auf das Pantheon gedacht sein.

(1471692) (11)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

ROME IN THE SNOW – THE PIAZZA DEL POPOLO

WITH OBELISK

Oil on paper, laid on panel.

38 x 56 cm.

€ 10.000 – € 12.000

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284

EGBERT VAN HEEMSKERCK D. Ä.,

1634 HAARLEM – 1704 LONDON, ZUG.

DER TANZ DER BAUERSFRAU

Öl auf Leinwand. Doubliert.

81,5 x 107 cm.

In ebonisiertem Profilrahmen.

Eine leicht hügelige Landschaft mit gesprenkelt akzentuierenden

Bauernhäusern und einer Kirche zeigt eine

für Heemskerck typische Szene: Vor einem ruralen Gebäude

einige Staffagebäume mit darunter befindlichen

Figuren, trinkend und musizierend. Ein hoher Baum

und eine in leuchtender Helligkeit wiedergegebene

tanzende Bauersfrau flankieren das vertikale Zentrum

des Bildes.

Wenngleich das vorliegende Gemälde nicht signiert

ist, kann es aufgrund mehrerer Vergleichsbilder an

Egbert Heemskerck d. Ä. zugeschrieben werden, vor

allem anhand der Figuren. Die Landschaft wurde

wohlmöglich von anderer Hand geschaffen.

(1471576) (13)

EGBERT VAN HEEMSKERCK THE ELDER,

1634 HAARLEM – 1704 LONDON, ATTRIBUTED

THE DANCE OF THE FARMER’S WIFE

Oil on canvas. Relined.

81.5 x 107 cm.

Although the present painting is unsigned, it can be

attributed to Egbert van Heemskerck the Elder based

on several comparable works, particularly the figures.

The landscape is likely to have been painted by another

artist.

€ 10.000 – € 15.000

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285

QUIRINGH GERRITSZ. VAN BREKELENKAM,

1622 ZWAMMERDAM – 1668 LEIDEN

DIE SPITZENKLÖPPLERIN

Öl auf Holz. Parkettiert.

48 x 68 cm.

Links unten signiert und datiert „Q. B. 1654“.

In profiliertem Rahmen.

In einem für Brekelenkam typischen Bildaufbau fällt

durch ein geöffnetes Fenster auf der linken Seite Licht

in ein dunkles Interieur und beleuchtet eine charakteristische

niederländische Genreszene. Eine Spitzenklöpplerin

unterhält sich mit einem Mann in einem

spärlichen Raum. Hinter ihr steht ein Spinnrad. Es ist

typisch für die bäuerlichen Interieurs und trägt zur

realistischen Milieuschilderung bei. Es ist aber auch

ein vielfältiges Symbol für Häuslichkeit und Tugend

der sittsamen Hausfrau. Es verkörpert Bescheidenheit,

Pflichterfüllung und Keuschheit. Das Drehen des Spinnrades

kann aber auch als Sinnbild des Lebenslaufs

oder Verrinnen der Zeit, also als Vanitas-Symbol, gelesen

werden. Am rechten Bildrand zapft ein kleiner Junge

Wein oder Most aus einem Fass und blickt den Betrachter

direkt an. Auch hier ist ein vielschichtiges

Attribut zu erkennen. Alkohol steht für Maßlosigkeit

und Kontrollverlust und gilt ebenfalls als Vanitas-Symbol.

Durch die Stellung des Mannes, der dem Kind seinen

Rücken zudreht, kann dies als Warnung gelesen werden.

(1471651) (10)

QUIRINGH GERRITSZ. VAN BREKELENKAM,

1622 ZWAMMERDAM – 1668 LEIDEN

THE LACEMAKER

Oil on panel. Parquetted.

48 x 68 cm.

Signed and dated “Q. B. 1654” lower left.

€ 18.000 – € 20.000

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79


286

LODEWYCK DE VADDER,

1605 GRIMBERGEN – 1655 BRÜSSEL, ZUG.

Der Künstler stammt aus einer Malerfamilie. 1628 wurde

er Mitglied der Lukasgilde in Brüssel, wo er neben

seiner malerischen Tätigkeit auch Entwürfe von Wandtapeten

und Gobelins schuf. Zu seinen Stilnachfolgern

zählen Maler wie Jacques D’Arthois (1613–1686).

LANDSCHAFT IM SONIENWALD MIT ZWEI

FIGUREN, EINEM HUND UND DEM ROTEN

KLOSTER BEI BRÜSSEL IM HINTERGRUND

Öl auf Holz, teils verstärkt.

42 x 60,5 cm.

Der bisherige Besitzer dankt Ellis Dullaart vom RKD,

Den Haag, für die wissenschaftliche Unterstützung bei

der Katalogisierung des Gemäldes.

Blick auf eine weite Landschaft mit Gewässer unter

hohem blau-grauem Himmel. Im Vordergrund zwei

Männer vor einem braunen Felsenstück im Gespräch,

in Begleitung eines kleinen Hundes. Rechtsseitig ein

großer Felsvorsprung mit drei darauf stehenden alten

knorrigen Bäumen, deren Wurzeln teils über das Gestein

hinwegragen. Rest., an den Rändern leicht berieben,

Platte leicht gewölbt.

Provenienz:

Sammlung Mary Carbery (1867–1949), Castle Freke,

Cork.

Christie’s, 04. März 1921, Lot 47, als „Jan Wildens“.

Sotheby Mak van Waay, Amsterdam, 01. Juni 1987,

Lot 54, als „Jan Wildens und David Teniers, zug.“.

Privatsammlung, Schweiz. (1471953) (1) (18)

CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).

€ 4.000 – € 5.000

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287

GILLIS CLAEZ DE HONDECOETER,

1575/80 ANTWERPEN – 1638 AMSTERDAM, ZUG.

SPAZIERGÄNGER IN EINER WALDLANDSCHAFT

Öl auf Holz.

38 x 57,5 cm.

In opulentem Rahmen.

Knorrige Bäume ragen im Vorder- und Mittelgrund über

einen Spazierweg. Dieser wird von einigen Spaziergängern,

die ins Gespräch vertieft sind, begangen. Für

Hondecoeter typisch ist der freie, hell erleuchtete Blick

auf ein Dorf im Hintergrund, sowie die knorrigen verwachsenen

Baumstämme. Hondecoeter spezialisierte

sich vornehmlich auf Tiermalerei, allerdings sind auch,

wie in diesem Fall, Landschaften in seinem Œuvre zu

finden.

(1471871) (10)

€ 1.000 – € 2.000

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288

KAREL BESCHEY,

1706 ANTWERPEN – 1776 EBENDA, ZUG.

AUFBRUCH ZUM MARKT

KAREL BESCHEY,

1706 ANTWERP – 1776 IBID., ATTRIBUTED

DEPARTURE FOR THE MARKET

Öl auf Holz. Parkettiert.

36,3 x 48,5 cm.

In reliefiertem Rahmen.

Ein lichter Wald öffnet sich hin zu einer weiteren Landschaft,

die an einem Flusslauf endet. Im Vordergrund

rastet eine größere, farbenfroh gekleidete Menschengruppe,

die eifrig ins Gespräch vertieft ist. Zwei Planwagen

bereichern die Szene. Im Hintergrund ist ein

Haus zu erkennen, vor dem einige Menschen warten.

Für Beschey typisch ist die leicht hügelige Hintergrundlandschaft,

die von Jan Brueghel d. Ä. (1568– 1625)

inspiriert ist. Auch der Bildaufbau, das Sujet, der bläuliche

Grundton des Gemäldes, sowie auch die detaillierten

Figurenstaffagen, die bei Beschey häufig zu

finden sind, legen eine Zuschreibung nahe.

(1471659) (10)

Oil on panel. Parquetted.

36.3 x 48.5 cm.

€ 11.000 – € 13.000

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81


289

FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS,

NACH JAN BRUEGHEL D. Ä. (1568 – 1625)

PREDIGT CHRISTI AUF DEM SEE GENEZARETH

Öl auf Holz.

Durchmesser: 34 cm.

In dunklem reliefiertem Rahmen.

Christus predigt, auf einem Boot stehend, einer großen

Menschenmenge zu, die sich am Ufer des Sees

versammelt hat. Petrus, die Hand am Ruder, lauscht

ebenfalls der Predigt Christi. Steil aufragende Felsen,

bewaldete Hügel und ein sanfteres Ufer werden gezeigt.

Im Hintergrund ist die Stadt Kapernaum zu erkennen.

Die Bibelgeschichte ist hiermit in eine zeitgenössische

Landschaft eingefügt, so dass die religiöse Aussage

als allgemein gültig erscheint. Diese Szene aus dem

Neuen Testament stellte Jan Brueghel d. Ä. 1598, heute

in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung (Alte

Pinakothek, Inv.Nr. 187), ebenfalls dar.

(1471656) (10)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY,

AFTER JAN BRUEGHEL THE ELDER (1568 – 1625)

CHRIST’S SERMON ON THE SEA OF GALILEE

Oil on panel.

Diameter: 34 cm.

This scene from the New Testament was also depicted

by Jan Brueghel the Elder (1568 – 1625) in 1598, now

held at the Bayerische Staatsgemäldesammlungen

(Alte Pinakothek, inv. no. 187).

€ 15.000 – € 20.000

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290

NIEDERLÄNDISCHER MALER DES

17. JAHRHUNDERTS, KREIS DES THOMAS

VAN APSHOVEN (1622 – 1664)

DAS GROSSE KIRMESFEST

Öl auf Holz. Verso Parkettierleisten.

93 x 147 cm.

Trägt rechts unten die Signatur „D. TENIERS“.

Ungerahmt.

Auf einem weiten Platz einer niederländischen Stadt

hat sich eine große Menschenmenge versammelt um

das Dorffest zu feiern. Der Platz gesäumt von Bäumen

mit betont verschatteten Kronen, dazwischen weiter

Blick nach hinten bis zu einer Kirche zwischen Häusern.

Im Hintergrund sowie vorne zahlreiche Einzelgruppierungen:

Die Männer beim Bocciaspiel, tanzende

Paare im Reigen neben einem höherstehenden

Dudelsackspieler sowie zahllose Gäste bei Tischen

und Bänken, die vor den Häusern aufgestellt sind. Ein

in dieser Fülle der Schilderungen äußerst seltenes Gemälde,

zu dem in sehr ansprechender Qualität mit

schöner Lichtwirkung.

(1111332) (11)

DUTCH PAINTER OF THE 17TH CENTURY,

CIRCLE OF THOMAS VAN APSHOVEN (1622 – 1664)

THE LARGE FAIRGROUND FESTIVAL

Oil on panel. Parquetting slats on the reverse.

93 x 147 cm.

Bears signature lower right “D. TENIERS”.

€ 12.000 – € 18.000

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83


291

JAN VAN HUCHTENBURGH,

1647 HAARLEM – 1733 AMSTERDAM, ZUG.

Der Maler lernte bei Thomas Wijck und ging noch in

sehr jungen Jahren nach Rom zu seinem Bruder Jacob

van Huchtenburg, der Landschaften in der Manier des

Nicolaes Pieterszoon Berchem malte. In den Jahren

1708 bis 1717 begleitete er den österreichischen Feldmarschall

Prinz Eugen von Savoyen auf dessen Feldzügen

und malte dessen Schlachten in großen Zyklen.

DIE SCHLACHT BEI HÖCHSTADT

Öl auf Leinwand.

111 x 150 cm.

Blick über eine große weite Landschaft unter hohem

blauem Himmel mit einigen Wolken und der linksseitig

hinter einer großen Anhöhe untergehenden Sonne. Im

Vordergrund die heftig tobende Reiterschlacht mit

mehreren bereits zu Boden gegangenen Kämpfern

und ihren Pferden. Am rechten unteren Bildrand in rotem

Gewand auf einem Schimmel sitzend wohl der

Anführer der Soldaten, Feldmarschall Prinz Eugen von

Savoyen, mit gezücktem hochgehaltenem Degen,

dem die teils berittene Armee folgt. In der Bildmitte

weitere Armeen und Feuer mit aufsteigenden Rauchschwaden

zu sehen. Darstellung der im August 1704

stattgefundenen Schlacht, die der Maler mehrfach darstellte

und der auch den Prinzen begleitete.

(1472331)

292

JAN PEETERS D. Ä.,

1624 – 1678, ZUG.

JAN VAN HUCHTENBURGH,

1647 HAARLEM – 1733 AMSTERDAM, ATTRIBUTED

THE BATTLE OF HÖCHSTADT

Oil on canvas.

111 x 150 cm.

In the lower right corner of the painting, seated on a

white horse and dressed in red, is presumably the

leader of the soldiers, Field Marshal Prince Eugene of

Savoy. The painting depicts a battle that took place in

August 1704, a subject the artist portrayed several

times; he also accompanied the Prince on campaign.

€ 25.000 – € 35.000

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FLUSSLANDSCHAFT MIT SEGELSCHIFFEN

Öl auf Leinwand.

74,5 x 120,8 cm.

Rahmen mit gravierter Künstlerplakette.

In reliefverziertem Rahmen.

Diagonal links in den Bildgrund hineinführend ein still

die Umgebung wiederspiegelndes Gewässer mit anlandenden

Segelbooten und architektonischen Merkmalen

an der schroff felsigen Uferzone, die typisch für

Peeters Küstendarstellungen ist – hier in recht ungefährlicher

Variation.

(14717511) (1) (13)

€ 3.000 – € 5.000

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293

DAVID TENIERS D. J.,

1610 ANTWERPEN – 1690 BRÜSSEL,

WERKSTATT DES

VOR DEM WIRTSHAUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

67 x 89 cm.

Links unten mit Monogramm „D.F“.

Verso mit alten Auktions- und Sammlungsetiketten.

In ebonisiertem Profilrahmen.

Dr. Margret Klinge bestätigte unserem Einlieferer die

Authentizität des vorliegenden Gemäldes als Werkstattarbeit

Teniers.

Ganz nah an das Gemälde im Louvre (Inv.Nr. 1878)

angelehnt, zeigt auch das vorliegende Gemälde das

Festmahl anlässlich der Rückkehr des verlorenen Sohnes

getreu dem Lukasevangelium (Lk 15,11-32). Links

im Vordergrund sehen wir die Ecke eines Gasthauses,

dessen bekränzter Ausleger vor den bewölkten Himmel

gesetzt ist und mit einer danebenstehenden

Baumgruppe korrespondiert. Vor einem Bretterzaun

sitzt eine feiernde, festlich gekleidete Figurengruppe

in zeitgenössischer Kleidung an einem gedeckten

Tisch. Vorn rechts ein kupferner getriebener Flaschenkühler

mit daneben befindlichem Westerwälder Steinzeugkrug.

Im Hintergrund die Silhouette eines Dorfes.

Provenienz:

Sammlung Comtesse de Nesselrode, Moskau.

Christie’s London, 9. März 1934, Lot 55, als David

Teniers, verkauft zu 30 Guineen.

Literatur:

Vgl. Dr. Margret Klinge, David Teniers der Jüngere

1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,

Heidelberg 2005, Kat.Nr. 35, S. 162 mit einer unserer

Komposition ähnelnden Szene.

Vgl. Hans Vlieghe, David Teniers the Younger

(1610 – 1690). A Biography, Turnhout (Belgien) 2011.

(1470401) (13)

DAVID TENIERS THE YOUNGER,

1610 ANTWERP – 1690 BRUSSELS,

WORKSHOP OF

OUTSIDE THE TAVERN

Oil on canvas. Relined

67 x 89 cm.

Monogrammed “D.F” lower left.

Old auction and collection labels on the reverse.

Dr Margret Klinge confirmed to our consignor the

authenticity of the present painting as a workshop

copy by Teniers. Closely based on the painting held at

the Louvre (inv. no. 1878), this painting also depicts

the feast celebrating the return of the prodigal son,

according to the Gospel of Luke (15:11-32).

Provenance:

Comtesse de Nesselrode collection, Moscow.

Christie’s London, 9 March 1934, lot 55 as “David

Teniers”, sold for 30 guineas.

Literature:

cf. Dr Margret Klinge, David Teniers der Jüngere

1610 – 1690. Alltag und Vergnügen in Flandern,

Heidelberg 2005, cat. no. 35, p. 162 with a scene

of similar com position.

cf. Hans Vlieghe, David Teniers the Younger

(1610 – 1690). A Biography, Turnhout (Belgium) 2011.

€ 12.000 – € 15.000

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85


294

ANDREAS SCHELFHOUT,

1787 DEN HAAG – 1870 EBENDA,

ZUG./ NACHFOLGE DES

Schelfhout, der ein Schüler des Theatermalers Johannes

Breckenheimer (1741– 1805) war, hat auch seinen

Bildern malerisch-theatralische Wirkung vermittelt.

Lebenslang widmete er sich dem Thema der Winterlandschaft.

Damit gilt er auch als Vorreiter der Haager Schule.

Zu seinen Schülern zählt vor allem Charles Leickert

(1816 – 1907).

WINTERLANDSCHAFT MIT SCHLITTSCHUH­

LÄUFERN NEBEN VERSCHNEITEM TURMGEBÄUDE

Öl auf verso geschwärzter Malplatte.

42,5 x 55 cm.

Ungerahmt.

(1471534) (1) (11)

€ 7.000 – € 10.000

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295

NIEDERLÄNDISCHER MALER

DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS

WINTERLANDSCHAFT MIT FIGUREN AUF EINEM

ZUGEFRORENEN FLUSS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59,5 x 74,5 cm.

Links unten Signatur „Maas“.

In dekorativem Rahmen mit Namensplakette.

Blick auf eine niederländische Landschaft mit zugefrorenem

Fluss unter hohem Himmel mit tief liegendem

Horizont und großen grau-weißen Wolkenformationen.

Linksseitig am Ufer einige alte Gebäude, davor auf

dem Wasser mehrere Figuren bei unterschiedlichen

Tätigkeiten: einige Schlittschuhläufer; ein Händler, der

aus seinem Schlitten heraus wohl Waren anbietet; ein

großer mit Figuren besetzter Schlitten, der von einem

Pferd über das Eis gezogen wird; und linksseitig, halb

am Ufer zwei Frauen, die aus einem Loch im Eis Wasser

holen. Im Hintergrund rechts die graue Silhouette

eines Dorfes mit Kirche und einer Windmühle, sowie

weiteren Schlittschuhläufern. Erzählerische vielfigurige

Darstellung in überwiegend beige-brauner und

grau-weißer Farbigkeit, aufgelockert durch farbige Kleidungsstücke,

die Stimmung eines kalten Wintertages

vermittelnd.

(1471136) (3) (18)

DUTCH SCHOOL, 17TH/ 18TH CENTURY

WINTER LANDSCAPE WITH FIGURES

ON A FROZEN RIVER

Oil on canvas. Relined.

59.5 x 74.5 cm.

Signed “Maas” lower left.

€ 15.000 – € 18.000

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87


296

BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,

1681 – 1715

IM ATELIER DES BILDHAUERS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

48 x 57,5 cm.

Rechts unten signiert.

In reliefiertem gefasstem Rahmen.

Im fantasiereich dargestellten Inneren eines Akademiegebäudes

sind ein Bildhauer und mehrere Gehilfen

mit mehreren Werkstücken beschäftigt. Im Zentrum

wird an einer monumentalen Skulptur einer Raptusgruppe

gearbeitet. Neben ihr liest ein Mann einen

Brief, der ihm wohl von einem Boten links im Bild

gereicht wurde. Das Bild vermittelt einen guten Eindruck

der kunstakademischen Arbeitsweise des 17.

Jahrhunderts.

(14705910) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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297

PAUWELS CASTEELS,

TÄTIG UM 1649 ANTWERPEN – 1677 EBENDA

DAVID VOR KÖNIG SAUL

Öl auf Kupfer.

70,5 x 88 cm.

Rechts unten unterhalb des Hundes monogrammiert

„P.C“.

In vergoldetem Rahmen.

Die Darstellung von David vor König Saul im Alten Testament

beschreibt den Konflikt zwischen dem amtierenden

eifersüchtigen König und seinem rechtmäßigen

Nachfolger. Nach Davids Sieg über Goliath und seinen

militärischen Erfolgen wurde Saul eifersüchtig. Dargestellt

wird der Moment als David Harfe spielte, um den

von einem bösen Geist geplagten König zu beruhigen

und Saul zwei Mal zu seinem Speer griff, mit der Absicht

David an die Wand zu spießen.

In einem großen Saal, der rechtsseitig auf seinem

Thron sitzende König Saul mit rotem Umhang und goldener

Krone, in seiner Linken ein Zepter haltend, während

er mit seiner erhobenen rechten Hand mit einem

Speer auf den linksseitig mit Harfe stehenden David

zielt. Zahlreiche umstehende Soldaten in Rüstung, verfolgen

das dramatische Geschehen und versuchen

den erzürnten König von seinem Vorhaben abzubringen.

Figurenreiche bewegte Darstellung, die Sauls

krankhafte Eifersucht verdeutlicht und Davids Schutz

durch Gott zeigt. In vielen differenzierten Farbtönen.

(1471135) (3) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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298

ENGLISCHE SCHULE

DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS

PORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN

MIT RÜSTUNG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

57 x 50 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

In einem Innenraum das Dreiviertel-Portrait eines eleganten

stehenden Mannes mit überlanger Allongeperücke

und silbrig glänzendem Brustpanzer, der zum

einen durch die Perücke, zum anderen durch seinen

um den Hals getragenen und herabhängenden weißen

Spitzenschal bedeckt wird. Er steht neben einem mit

wertvollem Stoff bedecktem Tisch auf dem sein Helm

mit Federn und geöffnetem Scharnier steht, auf dem

seine rechte Hand ruht, was ein weiterer Hinweis auf

seine Stellung als Offizier sein dürfte. Er hat einen dünnen

Oberlippenbart und mit seinen glänzenden Augen

blickt er selbstbewusst aus dem Gemälde heraus.

Qualitätvolle feine Darstellung.

Anmerkung:

Ein vergleichbares Ölgemälde mit dem Portrait des

Francis Lindley befindet sich im Bolling Hall Museum,

Bradford, England (1462372) (18)

€ 2.500 – € 5.000

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299

ANDREA SCACCIATI D. Ä.,

1642 FLORENZ – 1710 EBENDA, ZUG.

Scacciati war Schüler des Mario Balassi (1604– 1667)

und Lorenzo Lippi (1606 – 1665), von denen er allerdings

wenig in seine Gemäldesujets übernahm. Dagegen

dürfte die Zusammenarbeit mit Bartolomeo Bimbi

(1648– 1729) wesentlich mehr Einfluss gehabt haben,

da beide für die Großherzogin der Toskana, Vittoria della

Rovere, gemeinsam Aufträge unter den Medicis

übernommen haben. So gelangten mehrere seiner

Werke in den Besitz von Cosimo III de Medici, für den

auch Scacciati in dessen Villa wirkte. Letztlich entwickelte

er sich zum Spezialisten für Blumenstillleben.

1988/89 präsentierte die Ausstellung „Floralia“ im

Palazzo Pitti seine Werke, mit gleichzeitig erschienenem

Katalog.

BLUMENSTILLLEBEN IN SILBERVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

109 x 74 cm.

In oranemental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Auf einer von einem Textil überfangenen Deckplatte

eine in Silber getriebene gefußte Vase sowie eine danebenstehende,

viel zierlichere Glasvase mit Lilien. In

der Silbervase ein raumgreifendes für Scacciati typisches

Blumenstillleben mit Tulpen, Schneeglöckchen

und zahlreichen weiteren Blumen.

Literatur:

Vgl. Marilena Mosco, Milena Rizzotto (Hrsg.), Floralia:

Florilegio dalle collezioni fiorentine del Sei-Settecento,

Palazzo Pitti, Florenz 1988, S. 84-890.

Vgl. Federico Zeri, La natura morta in Italia, Mailand

1989, II. S. 588ff.

Vgl. Gianluca Bocchi, Ulisse Bocchi,

Naturaliter. Nuovi contributi alla natura morta in Italia

settentrionale e Toscana tra XVII e XVIII secolo,

Casal maggiore 1998, S. 498ff., Nr. 626-635.

(14717510) (1) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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89


300

NICOLAES VAN VEERENDAEL,

1640 ANTWERPEN – 1691 EBENDA

Nicolaes van Veerendael war einer der wichtigsten

Blumenmaler der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Sein Malstil wurde zuerst von Daniel Seghers

(1590 – 1661) und Willem van Aelst (1627- um 1683) beeinflusst,

später dann von Künstlern wie Gaspar Peter

Verbrugghen (1635 – 1681) und Jan Davidsz de Heem

(1606 – 1683/84).

In einem Innenraum vor braunem Hintergrund das farbenfrohe

Blumengebinde mit großen Blüten in einer

Glasvase, in der sich das Sprossenfenster des Raumes

wiederspiegelt. Zu den Blumen gehören unter anderem

in der Mitte eine weiße Hibiskusblüte, die im Inneren

rötlich ist, sowie Rosen, Tulpen, Nelken, Trichterwinden

und Margeriten. Der dunkle Hintergrund bringt

die Farben der Blumen besonders zum Leuchten und

verleiht dem Strauß eine starke Plastizität.

(14714534) (18)

NICOLAES VAN VEERENDAEL,

1640 ANTWERP – 1691 IBID.

FLOWER STILL LIFE IN GLASS VASE

ON A STONE LEDGE

BLUMENSTILLLEBEN IN EINER GLASVASE AUF

EINEM STEINERNEN GESIMS € 20.000 – € 30.000

Öl auf Leinwand.

50 x 39 cm.

Rechts unten auf Steinplatte signiert „Nicolaes van

Veerendael“.

Oil on canvas.

50 x 39 cm.

Signed “Nicolaes van Veerendael” lower right

on stone slab.

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301

ALEXANDER ADRIAENSSEN,

1587 ANTWERPEN – 1661 EBENDA

Ausgebildet bei Artus von Laeck (um 1557 – 1616 – 10)

wurde Alexander Adriaenssen 1610 als Meister in die

Lukasgilde von Antwerpen aufgenommen. Nach Anfängen

in der Aquarellmalerei spezialisierte er sich

schnell auf Ölgemälde mit Stilllebenmotiven, die von

Peter Paul Rubens (1577– 1640) und Anthonius van

Dyck (1599– 1641) große Bewunderung erfuhren.

BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Kupfer.

23 x 18 cm.

In Wellenleistenrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,

12. September 2025, in Kopie.

Auf einer angedeuteten Steinplatte eine gefußte Balustervase

mit darin befindlichem Rosenbouquet und auf

der Platte liegenden Blütenblättern. Ein gut vergleichbares

Gemälde, das die gleiche Glasvase zeigt und im

RKD in Den Haag als von der Hand des Künstlers anerkannt

ist, wurde einst bei Sotheby’s London am

30. Oktober 1996 unter Lot 27 versteigert.

(1460204) (1) (13)

ALEXANDER ADRIAENSSEN,

1587 ANTWERP – 1661 IBID.

FLORAL STILL LIFE

Oil on copper.

23 x 18 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 12 September 2025, in copy.

A similar painting, depicting the same glass vase, is

listed at the RKD in The Hague as by the hand of the

artist and was sold at Sotheby’s, London on 30 October

1996, lot 27.

€ 12.000 – € 18.000

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302

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1636 LILLE – 1699 LONDON

Über die Ausbildung des Malers ist nur wenig bekannt.

Vermutet wird eine Lehre in Antwerpen und der Kontakt

mit Jan Davidsz de Heem (1606– 1683/84) oder

Hieronymus Galle d. Ä. (1625-um 1679). Mitte des

Jahrhunderts war er in Paris tätig, und beauftragt für

die malerische Ausstattung von Palästen des Hochadels,

wie das Hotel de Lauzun oder das Hotel Lambert.

Für den Finanzminister Nicolas Fouquet und dessen

Chateau Vaux-le-Vicomte wirkte er unter der

Leitung des berühmten Charles Le Brun. Damit zählte

er zu den bedeutendsten Blumenmalern im Frankreich

des Sonnenkönigs, was zu Aufträgen in Versailles, Vincannes,

Marly oder in Saint Cloud führte. 1663 stieg er

zum „agrée“ der Académie Royale auf, zwei Jahre später

zum ständigen Mitglied. Als Monnoyer sich 1690

nach England begab, stand er bereits auf dem Höhepunkt

seines Wirkens. Trotz der der kriegerischen

Feind seligkeiten der beiden Länder Frankreich und

England erhielt er auch dort höchstrangige Aufträge;

sowohl von den Königinnen Mary II und Anne für den

Kensington Palace, aber auch für Hampton Court oder

Widsor Castel. Es erübrigt sich hier noch zu sagen,

dass sich Werke seiner Hand in zahlreichen bedeutenden

öffentlichen wir privaten Sammlungen befinden.

BLUMENSTILLLEBEN IN EINEM KORB

Öl auf Leinwand. Doubliert.

63 x 96 cm.

Verso mit alten Etiketten, Rahmen mit Kartusche,

Monnoyer als Künstler nennend.

In à jour gearbeitetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachen von Claudia Salvi, Crépy-en-

Valois, 15. Juli 2025, in welchem Salvi das vorliegende

Gemälde Monnoyer zuschreibt, in Kopie.

Auf einer mit einer Brokatdecke dekorierten Tischplatte

steht ein weiter Flechtkorb mit zahlreichen, polychrom

leuchtenden Blumen, die teilweise wegen der großen

Menge auch auf der Tischplatte Platz finden.

Provenienz:

Leggatt Brothers, London, 1929.

Richard Green, London.

Dort von Vorbesitzer erworben.

Literatur:

Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer et Antoine

Monnoyer. Problèmes d’attributions, in: La Revue du

Louvre et des musées de France, Nr. 2, Réunion des

musées nationaux, Noisiel 2002.

Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer

(1636 – 1699). Peindre des fleurs et des fruits à l’âge

classique, thèse de doctorat d’histoire de l’art sous la

direction d’Olivier Bonfait, Université d’Aix-Marseille

2016.

Vgl. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (Lille,

1636-Londres, 1699) et le motif de la guirlande, in:

Bulletin du Centre de recherche du château de Versailles,

2018. (1471657) (13)

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1636 LILLE – 1699 LONDON

FLOWER STILL LIFE IN A BASKET

Oil on canvas. Relined.

63 x 96 cm.

Old labels on the reverse, frame with name

cartouche of Monnoyer.

Accompanied by an expert’s report by Claudia Salvi,

Crépy-en-Valois, 15 July 2025, in which Salvi attributes

the present painting to Monnoyer, in copy.

Provenance:

Leggatt Brothers, London, 1929.

Richard Green, London.

Acquired there by the previous owner.

Literature:

cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer et Antoine

Monnoyer. Problèmes d’attributions, in: La Revue du

Louvre et des musées de France, no. 2, Réunion des

musées nationaux, Noisiel 2002.

cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (1636 – 1699).

Peindre des fleurs et des fruits à l’âge classique, thèse

de doctorat d’histoire de l’art sous la direction d’Olivier

Bonfait, Université d’Aix-Marseille 2016.

cf. Claudia Salvi, Jean-Baptiste Monnoyer (Lille,

1636 – Londres, 1699) et le motif de la guirlande, in:

Bulletin du Centre de recherche du château de

Versailles, 2018.

€ 15.000 – € 20.000

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93


303

GERRIT VAN DEYNUM,

1575 ANTWERPEN – 1624 BRÜSSEL

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, ZUCKERSTREUER

UND NÜSSEN

Öl auf Holz.

25,5 x 34 cm.

Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñiscola,

20. Juni 2025, in Kopie.

Auf einer von links in den Bildraum weit hineinragenden

Tischplatte ein schräg aufsteigender Zinnteller neben

einem barocken Zuckerstreuer, dessen Deckel ein

Atelierfenster widerspiegelt. Auf und neben der Platte

Trauben, Kirschen, ein Pfirsich und eine Feige, sowie

Haselnüsse, auf einem blauen Tischtuch liegend.

(1450353) (1) (13)

GERRIT VAN DEYNUM,

1575 ANTWERP – 1624 BRUSSELS

STILL LIFE WITH FRUIT, SUGAR SHAKER,

AND NUTS

Oil on panel.

25.5 x 34 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 20 June 2025, in copy.

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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304

PIERRE DUPUIS,

1610 MONTFORT-L’AMAURY – 1682 PARIS,

KREIS DES

FRÜCHTESTILLLEBEN

Öl auf Leinwand.

31 x 39 cm.

Rotfarbige Pflaumen mit Blättern auf einer Marmorkonsolplatte.

Der Malstil und die Pinseltechnik zeigen

durchaus die Qualität des genannten Malers, der sich

einige Jahre in Italien aufhielt und für Kardinal Pamphilj

um 1730 fünf Werke fertigte. Möglicherweise traf er

dort auch auf seinen Landsmann, den Portraitisten

Pierre Mignard d. Ä. (1612–1695). Durch Königin Anna

von Österreich wurde er zum Hofmaler ernannt. Von

italienischen Vorbildern beeinflusst, beförderte er die

Entwicklung des Silllebens in eine Richtung die mit

Jean-Baptiste Monnoyer (1636–1699) eine neue Ausdrucksweise

annahm.

PIERRE DUPUIS,

1610 MONTFORT-L’AMAURY – 1682 PARIS,

CIRCLE OF

FRUIT STILL LIFE

Oil on canvas.

31 x 39 cm.

Literature:

cf. Michel Faré, Pierre Dupuis, in: Le grand siècle de

la nature morte en France. Le XVIIe siècle. Office du

Livre, Freiburg 1974.

cf. Claudia Salvi, Pierre Dupuis, in: D’après nature. La

nature morte en France au XVIIe siècle. Renaissance

du Livre, Tournai 2000.

€ 18.000 – € 20.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Michel Faré, Pierre Dupuis, in: Le grand siècle de la

nature morte en France. Le XVIIe siècle, Freiburg 1974.

Vgl. Claudia Salvi, Pierre Dupuis, in: D’après nature. La

nature morte en France au XVIIe siècle, Tournai 2000.

A.R. (1471652) (11)

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95


305

JAN VAN KESSEL D. Ä.,

1626 ANTWERPEN – 1679 EBENDA, ZUG.

BLUMENVASE MIT INSEKTEN

Öl auf Holz.

20 x 16,5 cm.

In Wellenleistenrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,

3. Oktober 2025, in Kopie.

In einer angedeuteten Nische steht auf einer Steinplatte

eine stark gebauchte entfärbte Glasvase mit seitlich

ansetzenden Bogenhenkeln und Perlstabkniffen. Darin

eine mächtige Pfingstrose, nebst Vergissmeinnicht

und Schwertlilien, sowie einige Insekten.

Literatur:

Vgl. Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan

van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen

2012. (1460203) (1) (13)

JAN VAN KESSEL THE ELDER,

1626 ANTWERP – 1679 IBID., ATTRIBUTED

FLOWER VASE WITH INSECTS

Oil on panel.

20 x 16.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 3 October 2025, in copy.

Literature:

cf. Klaus Ertz and Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan

van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen

2012.

€ 10.000 – € 15.000

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306

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ZUG.

PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN UND

ANDEREM FEDERVIEH

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ATTRIBUTED

PARK LANDSCAPE WITH TURKEY AND

OTHER POULTRY

Öl auf Leinwand. Doubliert.

187 x 297 cm.

Ungerahmt.

Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage

hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund

eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,

hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen

Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.

(14504513) (13)

Oil on canvas. Relined.

187 x 297 cm.

€ 30.000 – € 50.000 (†)

Sistrix

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97


307

SEBASTIAEN BONNECROY,

UM 1618 – 1676

MARIA MIT DEM KIND UND DER HEILIGEN ANNA

IN EINEM BLUMENKRANZ

Öl auf Leinwand.

107 x 81 cm.

Rechts unten signiert und datiert „Sebiaen Bonne

Croy Fecit / 1655“.

In kanneliertem und vergoldetem Rahmen.

Vor dunklem Fond eine Grisaille-Kartusche mit fein aufgefassten

Blüten als Kranz mit Tulpen, gefüllten Rosen,

Narzissen und einer Vielzahl zart wiedergegebener

Insekten.

(14717522) (1) (13)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

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308

LUIS MELÉNDEZ,

1716 NEAPEL – 1780 MADRID, KREIS DES

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT BIRNEN,

QUITTEN UND TRAUBEN

Öl auf Leinwand.

42 x 61 cm.

Sowohl die Wahl der Früchte, als auch Komposition

und der dunkle Hintergrund entsprechen den Werken

des genannten Malers, der seine Ausbildung bei dem

Portraitisten Louis-Michel van Loo (1707–1771) erhielt,

dessen französischen Stil er jedoch nicht übernommen

hat. Vielmehr zeigt die Mehrzahl seiner

Bilder die für die spanische Schule so typisch gewordene

Helldunkel-Akzentuierung mit Reduktion auf

kräftige Farben.

(1470971) (11)

€ 4.000 – € 8.000 (†)

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309

PSEUDO SIMONS,

TÄTIG 1650 – 1680, ZUG.

STILLLEBEN MIT AKELEIPOKAL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

67 x 97 cm.

In ebonisiertem Holzrahmen.

Auf einer zur Hälfte bedeckten Tischplatte ein weit

ausgebreitetes Früchtestillleben mit Tazza, Zinnschale

und die Szene dominierendem Akeleipokal, sowie einem

auf der Schale sitzendem Buchfink.

Anmerkung:

Gut vergleichbar ist ein mit „M. Simons f. 1649“

datiertes Stillleben, ebenfalls mit einem Akeleipokal,

das am 22. Juni 2005 bei Christie’s, Paris, unter Lot

50 versteigert wurde. (14714527) (13)

PSEUDO SIMONS,

ACTIVE 1650 – 1680, ATTRIBUTED

STILL LIFE WITH COLUMBINE CUP

Oil on canvas. Relined.

67 x 97 cm.

Notes:

A still life dated “M. Simons f. 1649”, also featuring

a columbine cup, is a good comparison and was

auctioned at Christie’s, Paris, on 22 June 2005,

under lot 50.

€ 10.000 – € 12.000

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99


310

ADRIAEN VAN UTRECHT,

1599 ANTWERPEN – 1652, ZUG.

GROSSES STILLLEBEN MIT WANLI-SCHALE

UND KÜRBIS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

108 x 150,5 cm.

In ornamental punziertem und vergoldetem Rahmen.

Auf einer profilierten Deckplatte ein reich gestaltetes

Stillleben mit gefälteltem, naturalistisch wiedergegebenem

Teppich mit darauf liegender, angeschrägter

Wanli-Schale, gefüllt mit Weintrauben und Granatapfel.

Dahinter ein à jour gearbeiteter Korb mit Pfirsichen,

eine Silberplatte mit Zitrusfrüchten und ein Kürbis mit

danebenliegendem Spargelbund.

ADRIAEN VAN UTRECHT,

1599 ANTWERP – 1652, ATTRIBUTED

LARGE STILL LIFE WITH WANLI BOWL

AND PUMPKIN

Oil on canvas. Relined.

108 x 150.5 cm.

Provenance:

Possibly collection of George Baime-Hamilton, 9th

Earl of Haddington, Tyninghame House, Scotland.

Christie’s London, 30 November 1979, lot 47, as

Adriaen van Utrecht, attributed.

€ 17.000 – € 20.000

Sistrix

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Provenienz:

Möglicherweise Sammlung des George Baime-Hamilton,

9. Earl von Haddington, Tyninghame House,

Schottland.

Christie’s London, 30. November 1979, Lot 47, als Adriaen

van Utrecht, zug. (1472022) (2) (13)

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311

CHRISTIAAN LUYCKX,

AUCH GENANNT „CHRISTIAN LUYKS“,

1623 ANTWERPEN – 1657/77 EBENDA

Luyckx war ein flämischer Maler, der sich auf Stillleben

in verschiedenen Subgenres spezialisiert hatte, darunter

Blumen-, Fisch- und Prunkstillleben. Er studierte

Malerei bei Philips de Marlier (um 1600 – um 1668),

einem Stilllebenspezialisten.

PRUNKSTILLLEBEN MIT PAPAGEI, ÄFFCHEN

UND EINEM HARLEKIN HINTER DEM FENSTER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

121 x 91 cm.

In dekorativem Rahmen.

Blick in einen Innenraum mit einem Tisch, über dem

ein schmales weißes und ein großes rotes Tischtuch

liegen. Darauf werden sorgsam präsentiert: Eine

schräg stehende Schale mit einem rot leuchtenden

Hummer, eine weitere silberne flache Schale mit Weintraubenrispen,

Zitronen und Äpfeln. Des Weiteren sind

auf dem Tisch zu sehen: Verschiedene Früchte, eine

Schnecke, eine hohe asiatische Schale mit weiteren

südlichen Früchten, daneben eine Tazza mit roten Blüten,

ein goldener Prunkpokal mit Deckel, ein Glas, aus

dem die Schale einer angeschnittenen Zitrone ragt sowie

ein paar an der Tischkante befindliche erlegte Vögel,

die von einem Hund, der am linken unteren Bildrand

zu erkennen ist, eifrig beschnuppert werden. Ein

kleines Äffchen sitzt am linken Bildrand und hält eine

Frucht. Im oberen linken Teil des Bildes ein auf einem

Reifen hängender Papagei vor einem Sprossenfenster,

hinter dem von außen das große lachende Gesicht eines

Harlekins mit zweifarbiger Kapuze hineinschaut.

Qualitätvolle malerische Darstellung dieses ausladenden

Prunkstilllebens in teils kräftigen Farben.

(1471203) (3) (18)

CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).

€ 6.000 – € 8.000

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101


312

VENEZIANISCHER MALER UM 1800

Gemäldepaar

CAPRICCIOS AUF GEBÄUDE VON PALLADIO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

55 x 76 cm.

In punziertem bronziertem Rahmen.

Die eine Komposition zeigt gleich mehrere Besonderheiten:

dem Canal Grande mit seinen Gondeln und der

Figurenstaffage, die einen Rückgriff in das 18. Jahrhundert

verrät, wird eine Brücke zugedacht, die so nie ausgeführt

wurde. Es handelt sich um die Rialtobrücke,

für deren Ausführung Andrea Palladio (1508 – 1580)

nicht den Zuschlag erhielt. Neben Antonio da Ponte

(um 1586 – 1630) – nach dessen Plänen die heute uns

gut bekannte Brücke 1588 gebaut wurde – reichten

nämlich auch Michelangelo (1475 – 1564) und Andrea

Palladio Entwürfe ein. In seinem Buch Quattro libri dell

’architettura befindet sich auf einer Doppelseite die

hier dargestellte Brücke; Palladio beschreibt auf S.

239: „Sie hätte ausgezeichnet an den Ort gepasst, an

dem sie hätte errichtet werden sollen, nämlich die

Mitte einer Stadt, die zu den größten und edelsten in

Italien zählt und die das Zentrum vieler anderer Städte

ist. Aus allen Teilen der Welt kommen die Menschen

dorthin, um Handel zu treiben. [...] Um der Größe und

Würde jener Stadt zu dienen, entwarf ich auf der Brücke

drei Straßen, jene in der Mitte breit und schön, jene an

den Seiten etwas schmaler. Auf der einen wie der anderen

Seite der besagten Straßen ordnete ich Läden

an, sodass sechs Reihen entstanden wären. Darüber

hinaus errichtete ich an den Brückenenden und in der

Mitte – also über dem Hauptbogen – Loggien, die den

Händlern dazu gedient hätten, einander zu treffen und

Geschäfte zu machen, und die dem Ganzen größere

Zweckmäßigkeit und Schönheit verliehen hätten. [...]

Es sollte nicht als Neuerung angesehen werden, auf

Brücken Loggien zu errichten, denn auch die Aelius-

Brücke in Rom [...] war in der Antike mit Loggien bestückt,

die mit bronzenen Säulen und anderem wunderbaren

Schmuck verziert waren.“ Neben der nicht

ausgeführten Rialtobrücke sind zwei existierende Palladiobauten

aus Vicenza dargestellt, sodass Palladios

architektonisches ausgeführtes und nicht ausgeführtes

Erbe in einem Gemälde kulminiert: Es handelt sich

um den Palazzo Chiericati links und die sogenannte

Basilica Palladiana rechts. Da auch das hier angebotene

Gegenstück palladinische Bauten erkennen lässt

und die gleichen Maße aufweist, darf angenommen

werden, dass die hier angebotenen Gemälde bereits

als Gemäldepaar entstanden sein mögen.

(1471033) (13)

102 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


VENETIAN SCHOOL, CA. 1800

A pair of paintings

CAPRICCI ON BUILDINGS BY PALLADIO

Oil on canvas. Relined.

55 x 76 cm.

One composition exhibits several unique features: the

Grand Canal, with its gondolas and figures reminiscent

of the 18th century, is depicted alongside a bridge that

was never built. This is the Rialto Bridge, for which

Andrea Palladio (1508 – 1580) was not awarded the

commission. The bridge appears on a double-page

spread in his book Quattro libri dell’architettura. Since

the counterpart offered here also shows Palladian

architectural features with the same dimensions, it

can be assumed that the paintings were originally

conceived as a pair.

Sistrix

€ 22.000 – € 25.000 INFO | BID

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103


313

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,

er studierte in Brescia und befasste sich mit dem

Werk von Girolamo Romanino (1484/87 – 1562). Später

zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter

Giovanni Antonio Canal (1697– 1768) fort. Von 1834

bis 1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn

u. a. nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten.

Mit seinen Venedig-Veduten begründete Bison ein

kommerzielles Genre, um der Nachfrage von Touristen

und Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen

Venedig-Ansichten schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.

Dabei ist die Vielfalt seiner Themen, sowie

die hohe Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben.

Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts

arbeitete er mit dem Architekten Gian Antonio Selva

(1751 – 1819) zusammen, so etwa für die Dekorationen

des inzwischen nicht mehr existierenden Palazzo Bottoni

di Ferrara und dem Casino Soderini in Treviso. Er

studierte Werke von Francesco Guardi (1712 – 1793)

und Gian Domenico Tiepolo (1727– 1804), wirkte auch

als Freskant in Venedig, begab sich nach Treviso, Padua

und Triest, 1833 schließlich nach Mailand, wo er bis zu

seinem Lebensende blieb.

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED

VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW

OF THE DOGANA TO THE WEST

Oil on canvas.

56 x 77 cm.

The Venice veduta is rendered in a muted colour

scheme characteristic of the painter’s works, which

lends the composition a markedly different overall impression

from the generally brighter scenes favoured

by Canaletto and other vedutisti.

Literature:

cf. Dizionario biografico degli italiani, vol. 10, Rome

1968, pp. 684-685.

cf. Filippo Pedrocco, Visions of Venice paintings of

the 18th Century, London 2002.

€ 45.000 – € 60.000

Sistrix

INFO | BID

VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK

VON DER DOGANA NACH WESTEN

Öl auf Leinwand.

56 x 77 cm.

Die Venedig-Ansicht zeigt sich bereits in der tonigen

Farbigkeit der Werke des Malers, was den Bildeindruck

wesentlich von den meist heller gehaltenen Vorbildmotiven

wie etwa von Canaletto und anderen Vedutisten

unterscheidet. In den Bauten sind etliche Unterschiede

auszumachen, was das Gemälde zu einem Dokument

für die Stadtgeschichte Venedigs macht.

Literatur:

Vgl. Dizionario biografico degli italiani, Bd. 10,

Rom 1968, S. 684-685.

Vgl. Filippo Pedrocco, Visions of Venice paintings

of the 18th Century, London 2002.

A.R. (1462304) (11)

104 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


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105


314

CARLO GRUBACS,

1812/40 VENEDIG – 1870

Der Maler hat sich in Venedig, wie dessen beiden Söhne

Giovanni (1829– 1919) und Marco (1839 – 1910), als

Vedutist bekannt gemacht. Ab 1818 studierte er bei

Teodoro Matteini (1754 – 1831) an der Accademia di

Belle Arti in Venedig, spezialisierte sich auf Veduten in

der Tradition des 18. Jahrhunderts und wurde aufgrund

seiner beliebten und qualitätvollen Bilder als der „Canaletto

des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet. Er hat es

verstanden, die Tradition der Venezianischen Vedutenmalerei

nach den Vorbildern der hervorragendsten Vertreter

dieser Gattung, wie Canaletto (1697 – 1768) und

Francesco Guardi (1712 – 1793), weiterzuführen, und

neue Aufmerk samkeit für dieses Genre zu schaffen.

Seine oft großformatigen Bilder widmen sich thematisch

den bekanntesten Ansichten der Lagunenstadt

und fassen die Leistungen der Vorbilder in durchdachten

Neudarstellungen in feindetaillierter Malweise zusammen.

In gewisser Weise ist hier von einem Historismus

der Vedutenmalerei zu sprechen. Entsprechend

sind die architektonischen Details berücksichtigt.

VENEDIG-VEDUTE – CAMPO SANTI GIOVANNI

E PAOLO UND DER SCUOLA DI SAN MARCO

Öl auf Leinwand.

38,5 x 55,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

in Kopie.

Grubacs hat sich diesem Bildthema mehrfach gewidmet.

Hier ist der Blick vom Kanal gegen den Platz gegeben,

mit Betonung der beiden Kirchenbauten in der

linken Bildhälfte mit ihren markanten Fassaden. Das

Reiterdenkmal des Colleone – wenngleich etwas nach

hinten gesetzt – bestimmt das Bildzentrum. Die Figurenstaffage

zeitgemäß in den Kostümen des 19. Jahrhunderts.

Diese späteren Venedig-Veduten resultieren

nicht zuletzt aus der Kenntnis des Stichwerkes von

Antonio Visentini (1688 – 1782): „Prospectus Magni

Canalis Venetiorum“ von 1735 ff. Entgegen der Stichvorlage

hat Grubacs jedoch die Ansicht durch die

Brücke links im Bild bereichert.

Literatur:

Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi,

Soncino 2019.

Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano,

Sommacampagna 2021.

A.R. (1471192) (11)

CARLO GRUBACS,

1812/40 VENICE – 1870

VENICE VEDUTA OF CAMPO SANTI GIOVANNI E

PAOLO AND THE SCUOLA DI SAN MARCO

Oil on canvas.

38.5 x 55.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, in copy.

Literature:

cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi,

Soncino 2019.

cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,

Sommacampagna 2021.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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315

ALESSANDRO PIAZZA,

1652/65 VENEDIG – 1727 ROM, ZUG.

STIERKAMPF IN VENEDIG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

115 x 148 cm.

In ebonisiertem Profilrahmen.

Nach der Piazza di San Marco ist der Campo San Polo

der zweitgrößte Platz der Lagunenstadt, und wurde

daher seit jeher für große Volksversammlungen genutzt.

Gerade zur Zeit des Karnevals fanden hier Feste statt,

wie sie auf dem großformatigen Gemälde dargestellt

sind.

Dicht gedrängt, in Reihen sowie auf erhöhten Bühnen,

hat sich nahezu die gesamte Stadtbevölkerung vor der

Kulisse der den Platz begrenzenden Gebäude versammelt.

An den Seiten des Platzes stehen hohen Stangen,

an denen junge Männer hinaufgeklettert sind. Die

Zuschauer des Spektakels tragen auffallend häufig

helle Überkleider, wohl zum Schutz während der Veranstaltung,

bei der Harlekine zur Belustigung des Publikums

Streiche vorführen und Hunde gegen Stiere

aufgehetzt werden. Bei dieser Stiervorführung scheint

es – anders als etwa in Spanien – nicht um die Tötung

der Tiere zu gehen.

Zwischen 1691 und 1700 ist Alessandro Piazza in Venedig

nachgewiesen. Anschließend zog er nach Rom,

wo er sich in der Nähe der Kirche Santo Stefano del

Cacco niederließ. Die von ihm bekannten Werke sind

sämtlich großformatig angelegt, um den Themen, denen

er sich widmete – großen Menschenansammlungen,

Paraden oder Stadtfesten – ausreichend Raum zu

geben. Bekannt ist etwa die ebenso vielfigurige Darstellung

der Prozession Papst Clemens XI in Rom in

nahezu gleichem Format (Dorotheum, Wien, Oktober

2016). Auch das Gemälde „Die Entstehung Venedigs“,

dort als Ansicht aus erhöhter Perspektive dargestellt,

verweist noch auf die Zeit seines Aufenthalts in der

Lagunenstadt.

Anmerkung:

Derartige Szenen wurden auch von anderen Malern

festgehalten, etwa von Joseph Heintz (um 1600 –

um 1678). Ähnlich wie Heintz widmete sich auch

Alessandro Piazza dem Sujet des vielfigürlichen

Festereignisbildes.

Literatur:

Vgl. Terisio Pignatti, La Fraglia dei Pittori di Venezia, in:

Bollettino dei Musei Civici Veneziani, Bd. 10, Venedig

1965, S. 33.

Vgl. Giuseppe Nicoletti, Per la storia dell’arte. Lista

di nomi di artisti tolta dai libri di Tanse o Luminarie

della Fraglia dei pittori, in: Ateneo Veneto, November/

Dezember 1890, S. 28. (1431051) (13)

ALESSANDRO PIAZZA,

1652 VENICE – 1727 ROME, ATTRIBUTED

BULLFIGHT IN VENICE

Oil on canvas. Relined.

115 x 148 cm.

Note:

These scenes were also depicted by other painters,

including Joseph Heintz (ca. 1600 – ca. 1678). Like

Heintz, Alessandro Piazza explored the subject of

multi-figure festive compositions.

Literature:

cf. Terisio Pignatti, La Fraglia dei Pittori di Venezia, in:

Bollettino dei Musei Civici Veneziani, 10, 1965, pp.

16-39; p. 33.

cf. Giuseppe Nicoletti, Per la storia dell’arte. Lista di

nomi di artisti tolta dai libri di Tanse o Luminarie della

Fraglia dei pittori, in: Ateneo Veneto, November/

December 1890, p. 28.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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107


316

GIOVANNI MIGLIARA,

1785 ALESSANDRIA – 1837 MAILAND

Italienischer Architektur- und Historienmaler. Studium

an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. 1804

tätig für das Teatro Carcano und die Scala. Ab 1822 Professur

an der Brera Akademie. 1833 Hofmaler von König

Albert von Sardinien. Sein Werk dokumentiert, dass

er vor allem in Rom und Venedig gewirkt hat.

VENEDIG-VEDUTE MIT DEM PALAZZO

CAVALLI-FRANCHETTI

Öl auf Leinwand.

63 x 89,5 cm.

Rechts unten signiert „Migliara“.

In vergoldetem Kehlrahmen.

GIOVANNI MIGLIARA,

1785 ALESSANDRIA – 1837 MILAN

VENICE VEDUTA WITH PALAZZO

CAVALLI-FRANCHETTI

Oil on canvas.

63 x 89.5 cm.

Signed “Migliara” lower right.

Provenance:

Dorotheum Vienna, October 2024, lot 513.

€ 25.000 – € 30.000

Sistrix

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Am Ende des Canals mit Blick auf die von Sonne beschienener

Santa Maria della Salute mit dem Punto

della Dogana, links der Palazzo Cavalli-Franchetti

und rechts am Ufer stattfindendem Kunsttransport

zur Accademia di Belle Arti.

Provenienz:

Dorotheum Wien, Oktober 2024, Lot 513.

(1471131) (3) (13)

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317

GIACOMO GUARDI,

1764 VENEDIG – 1835 EBENDA

VENEDIG – SANTA MARIA DELLA SALUTE

AM CANAL GRANDE

Öl auf Leinwand.

50 x 68 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

in Kopie.

Die Ansicht, aus Richtung der Dogana gesehen, zeigt

die Situation im diesigen Morgenlicht. Die von Palladio

errichtete Kuppelkirche, mit ihren typischen Architravvoluten,

erhebt sich über die damals noch niedrigen

seitlichen Bauten, unter einem hellen Himmel mit gebauschten

Wolken. Es ist die freundliche Farbigkeit,

das südliche Licht, das auch hier über der Lagunenstadt

liegt. Die Ruhe der Architekturwiedergabe setzt

sich in den dahingleitenden Gondeln und Segelschiffen

fort. Diese Charakteristika erweisen sich im Vergleich

mit seinem Werk als typisch.

Als Sohn des Francesco Guardi (1712–1793) widmete

Giacomo sich im Gegensatz zu seinem Vater vermehrt

dem mittleren Format. Die Reduktion der Farbigkeit,

verminderte Buntheit und Konzentration auf helle

Lichteffekte gegenüber verschatteten Partien, sind

Charakteristika, die sich vom Werk des Vaters unterscheiden.

Dabei geht das Gemälde auf ein Vorbild des

Vaters zurück, das sich im Pariser Louvre befindet.

Eine weitere, nahezu gleiche Darstellung von anderer

Hand besitzt die Nationalgalerie in Washington. Weitere

Vergleichsbeispiele sind in der beiliegenden Expertise

aufgeführt.

Literatur:

Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Soncino

2019.

Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano,

Sommacampagna 2021.

Vgl. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario

dell’avventura artistica, Mailand 1993, S. 167–190.

Vgl. Dario Succi, Guardi, Bd. I. Itinerario artistico,

Bd. II. Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Mailand

2021. A.R.

(1471921) (11)

GIACOMO GUARDI,

1764 VENICE – 1835 IBID.

VENICE – BASILICA DELLA SALUTE

ON THE GRAND CANAL

Oil on canvas.

50 x 68 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, in copy.

The painting is based on a model by the father, which

is held at the Louvre in Paris. Another, nearly identical

depiction by a different artist is held at the National

Gallery in Washington. Further comparative examples

are listed in the accompanying expert’s report.

Literature:

cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Soncino 2019.

cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,

Sommacampagna 2021.

cf. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario

dell’avventura artistica, Milan 1993, pp. 167–190.

cf. Dario Succi, Guardi, vol. I. Itinerario artistico, vol.

II. Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Milan 2021.

€ 15.000 – € 20.000

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109


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318

VENEZIANISCHER MALER

DES 18./ 19. JAHRHUNDERTS

VENEDIG-VEDUTE MIT DEM PALAZZO DUCALE

UND DEM CAMPANILE

Öl auf Leinwand.

112 x 141 cm.

In profiliertem und gefasstem Rahmen.

Die Vedute bietet eine Idealansicht der Lagunenstadt.

Der Blick vom Canal Grande hin zu den prominentesten

Gebäuden, wie dem Palazzo Ducale, die links danebenliegende

Piazzetta mit den beiden Säulen San

Giorgio und San Luca, sowie dem Campanile, der sich

hinter der Biblioteca erhebt. Zahlreiche Gondeln auf

dem ruhigen Kanalwasser runden diese weltweit bekannte

Erinnerung an die Lagunenstadt ab. Die Ansicht

in flottem Pinselduktus gestaltet, die das große

Vorbild Francesco Guardi (1712–1793) gut erkennen

lässt. Minimal besch.

SCHOOL OF VENICE, 18TH/19TH CENTURY

VENICE VEDUTA WITH THE DOGE’S PALACE

AND THE CAMPANILE

Oil on canvas.

112 x 141 cm.

The view is rendered in lively brushstrokes, clearly

showing the influence of the great model Francesco

Guardi (1712 – 1793). With minimal damage.

Provenance:

Private collection, Saarbrücken.

From there, in each case through inheritance:

Private collection, Berlin.

Private collection, Wendlingen/Neckar.

Private collection, Munich.

€ 20.000 – € 30.000

Sistrix

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Provenienz:

Privatsammlung, Saarbrücken.

Von dort jeweils im Erbgang:

Privatsammlung, Berlin.

Privatsammlung, Wendlingen/Neckar.

Privatsammlung, München. (1470661) (13)

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111


319

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.

DIE REGATTA IN CA’ FOSCARI

Öl auf Leinwand. Doubliert.

66 x 89 cm.

Ungerahmt.

Unter hohem blauen Himmel mit teils weißen und rosafarbenen

Wolken Blick auf den Canal Grande im Sestiere

Dorsoduro in Venedig. An den beiden Seiten des

Canals, vor den teils geschmückten Gebäuden, die

prächtigen, meist reich mit Gold verzierten und mit

Mannschaften in einheitlicher Kleidung besetzten Boote

zur Teilnahme an der Regatta. Zahlreiche Besucher

wollen dieser Regatta, zum Teil aus Booten heraus,

wie das im Vordergrund des Gemäldes, beiwohnen.

auffallend linksseitig ein prächtiges Renaissance-Gebäude

mit zweifacher roter, von Balkonen herabhängender

Beflaggung zu sehen, der Palazzo Balbi. Das

Gemälde ist Canalettos (1697–1768) berühmter Ansicht

nachempfunden, die in den Jahren zwischen

1732 und 1735 entstand, in Schloss Windsor aufbewahrt

wird und von Canaletto und Francesco Guardi

(1712–1793) mehrfach kopiert wurde. Später wurde

die Szene von Antonio Visentini (1688–1782) in seinem

1735 erschienenen Kupferstichalbum erneut aufgegriffen;

vorbereitende Vorzeichnungen sind im Correr Museum

und im British Museum erhalten. Zu Canalettos

zahlreichen Repliken und Variationen dieses Gemälde

sei auf Constables Anmerkungen verwiesen. Die Versionen

in der National Gallery in London und die des

Herzogs von Bedford lassen sich aufgrund des Wappens

des Dogen Alvise Pisani, der in diesen Jahren an

der Macht war, zwischen 1735 und 1741 datieren. Eine

ähnliche Regatta lässt sich auch im Werk von Giuseppe

Bernardino Bison (1762–1844) finden.

Literatur:

Vgl. William George Constable, Canaletto. Giovanni

Antonio Canal, 1697–1768, Oxford 1962, S.339-340,

Nr.347. (14722810) (18)

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED

THE REGATTA IN CA’ FOSCARI

Oil on canvas. Relined.

66 x 89 cm.

The painting is based on Canaletto’s (1697 – 1768)

famous view, created between 1732 and 1735, held at

Windsor Castle, and copied several times by Canaletto

and Francesco Guardi (1712 – 1793). The scene was

later revisited by Antonio Visentini (1688 – 1782) in his

1735 collection of engravings; preparatory drawings

are preserved in the Museo Correr and the British

Museum. A similar regatta can also be found in the

work of Giuseppe Bernardino Bison (1762 – 1844).

Literature:

cf. William George Constable, Canaletto. Giovanni

Antonio Canal, 1697 – 1768, Oxford 1962, pp. 339-

340, no. 347

€ 50.000 – € 70.000

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320

APOLLONIO FACCHINETTI,

GENANNT „DOMENICHINI“,

TÄTIG 1740 – 1770

Der Informationsstand über den Maler waren lange

Zeit sehr dürftig. Der Name Domenichini wird fürs Jahr

1757 in der venezianischen Malergilde Fraglia erwähnt.

Aufgrund von Stilvergleichen und archivalischen Quellen

konnte jedoch ein Gesamtbild vom Wirken des Malers

entworfen werden. Das Geburtsjahr 1715 hat Lino

Moretti ermittelt. Er konnte aufgrund eines Dokuments

vom August 1702 feststellen, dass der eigentliche Familienname

Facchinetti lautet. Die Quelle nennt den

Vater, ebenfalls Maler, mit beiden Namen. Es wird angenommen,

dass Facchinetti bei Luca Carlevarij (1663–

1730) studiert hat, sich jedoch um 1740 selbständig

machte. Auch architektonische Details in den Veduten

lassen seine Werkgruppe um 1744 datieren. Das einzige

datierbare Werk Facchinettis ist eine Romansicht

von 1746. Die Veduten der Stiftung Langmatt (Schweiz)

wurden u. a. 1994 in einer Ausstellung gezeigt, mit einem

Katalog von Gertrude Borghero. Darüber hinaus

hat Dario Succi das Werk Facchinettis mit späteren Malern

in Verbindung gebracht, die von Facchinetti beeinflusst

gewesen sein dürften, wie etwa Michele Marieschi

(1710-43), Francesco Albotto (1721–1757) oder

Francesco Tironi (1745–1797).

Wir danken Dario Succi für die Zuweisung des Gemäldes

an den genannten Maler.

Dieser Stadtansicht, mit dem lang sich hinstreckenden

alten Klostergebäude, dem Dominikaner Konvent –

Ospedale Civile SS Giovanni e Paolo rechts im Bild sowie

der Bogenbrücke im Hintergrund, haben sich mehrere

Vedutisten gewidmet, neben Antonio Canal,

genannt „Canaletto“ (1697–1768) vor allem auch Francesco

Guardi (1712–1793).

Der Maler wird aufgrund von vierzehn seiner Werke in

einer Sammlung in Baden bei Zürich als „Meister der

Veduten der Langmatt-Stiftung“ bezeichnet. Zwischen

1740 und 1770 wirkte er als Schüler von Luca Carlevarijs

(1663/65–1729/31) und Johann Richter (1665–1745)

als Vedutist in Venedig. Neben seinen bekannten Venedigansichten

entstanden jedoch auch eine Reihe

höchst fantasievoller Capriccios.

Literatur:

Vgl. Gertrude Borghero (Hrsg.), Mythos Venedig. Venezianische

Veduten des 18. Jahrhunderts, Ausstellungskatalog

(Stiftung Langmatt, Baden, 8. Juni – 31.

APOLLONIO FACCHINETTI,

ALSO KNOWN AS „DOMENICHINI“,

ACTIVE 1740 – 1770

VENICE – RIO DEI MENDICANTI

VENEDIG – RIO DEI MENDICANTI

Öl auf Leinwand.

29 x 46,5 cm.

Verso auf der Leinwand originale Bezeichnung aus der

Entstehungszeit des Bildes in Schwarz „Mendicanti“.

Oktober 1994), Mailand 1994.

Vgl. Filippo Pedrocco, Visions of Venice. Paintings of

the 18th Century, London 2002.

Vgl. Lino Moretti, Di Apollonio Facchinetti detto Domenichini

(1715–1757) e altri pittori di quella famiglia,

in: Arte Veneta, Bd. 68 (2011), S. 315-323,

A.R. (1472082) (3) (11)

€ 12.000 – € 15.000

Oil on canvas.

29 x 46.5 cm.

The original inscription dating to the time of the painting’s

execution, “Mendicanti”, appears in black on the

reverse of the canvas.

We would like to thank Dario Succi for attributing the

painting to the aforementioned artist.

Literature:

cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venedig.

Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,

exhibition catalogue, (Stiftung Langmatt, Baden,

8 June – 31 October 1994), Milan 1994.

cf. Filippo Pedrocco, Visions of Venice. Paintings

of the 18th Century, London 2002.

cf. Lino Moretti, Di Apollonio Facchinetti detto

Domenichini (1715 –1757) e altri pittori di quella

famiglia, in: Arte Veneta, vol. 68, 2011, pp. 315-323.

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113


321

APOLLONIO FACCHINETTI,

AUCH GENANNT „DOMENICHINI“,

TÄTIG 1740 – 1770

Apollonio Facchinetti, nach dem Vornamen seines Vaters

Domenico (1669– 1743) auch „Domenichini“ genannt,

war ehemals als „Meister der Fondazione Langmatt“

bekannt geworden. Dreizehn Veduten der

Langmatt-Stiftung in Baden haben nach Vorschlag von

Dario Succi zu einer Benennung des Malers geführt.

Sein Name wurde entdeckt durch die Korrespondenz

zwischen dem britischen Minister Sir John Strange

und dem venezianischen Gemäldeagenten Maria Sasso.

Als Vedutist widmete sich Apollonio wohl ausschließlich

der Stadt Venedig. Vermutlich war er ein

Schüler Carlevaris (1663/65– 1729/31), Francesco Albottos

(1721/22– 1757), oder Michele Giovanni Marieschis

(1696/1710 – 1743). Der Zeitraum zwischen

1740 und 1750, in dem sich Giovanni Antonio Canal,

genannt „Canaletto“ (1697– 1768) in England aufhielt,

kam Apollonio zugute, war er nun, bei den Reisenden

der Grand Tour mit seinen Veduten äußerst beliebt. Bei

etlichen Ausstellungen wurde die Anerkennung der

im Stilvergleich stehenden Werke an Apollonio immer

präziser.

Gemäldepaar

CANAL GRANDE MIT BLICK AUF IL REDENTONE

sowie

CANAL GRANDE MIT BLICK AUF DIE KARMELITER-

KIRCHE SANTA MARIA DI NAZARETH

Jeweils Öl auf Leinwand.

Jeweils 31 x 46 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 23. Februar 2026, in Kopie.

Die beiden Gemälde wohl als Gegenstücke gearbeitet;

die Palast- und Häuserfronten jeweils im Licht, unter

blauem Himmel, mit wenigen ziehenden Wolken. In

beiden Bildern zahlreiche Gondeln auf dem ruhigen

Kanalwasser.

(1471023) (11)

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APOLLONIO FACCHINETTI,

ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,

ACTIVE 1740 – 1770

A pair of paintings

GRAND CANAL WITH VIEW OF IL REDENTORE

and

GRAND CANAL WITH VIEW OF THE CARMELITE

CHURCH OF SANTA MARIA DI NAZARETH

Oil on canvas, each.

Both 31 x 46 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, Padua, dated 23 February 2026, in copy.

Sistrix

€ 25.000 – € 35.000 INFO | BID

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115


322

GABRIELE BELLA,

1730 VENEDIG – 1799 EBENDA

Über den Künstler ist nur wenig bekannt. Er lebte und

arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor

allem Gebäude und das Stadtleben. Außerdem wurde

er für seine Dokumentation venezianischer Feste geschätzt.

Bella soll 1799 in einem der Kanäle ertrunken

sein.

Gemäldepaar

DIE PIAZZETTA MIT BLICK AUF

DIE ISOLA DI SAN GIORGIO

sowie

DER PALAZZO DUCALE MIT DEM

BACINO DI SAN MARCO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Jeweils 43 x 57 cm.

Rahmen mit gravierter Künstlerplakette,

Carlevarijs nennend.

In reich ornamental reliefiertem und

vergoldetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 30. Januar 2026, in Kopie.

Das erste Gemälde mit Darstellung der Piazzetta zwischen

dem Dogenpalast und dem Campanile, dahinter

die monolithischen Säulen und die dahinterliegende

Isola di San Giorgio. Im Vordergrund feiernde Figuren.

Das zweite Gemälde mit Blick über den mit vielen

Booten und Gondeln befahrenen Canal Grande auf die

am Ufer gelegene Piazzetta mit den beiden Monolithsäulen,

auf denen sich der Markuslöwe bzw. die San

Todaro-Statue befinden. Flankiert werden sie vom Do-

genpalast und der Biblioteca Nazionale Marciana. Zahlreiche

Figuren sind nicht nur vor dem Dogenpalast zu

sehen, sondern auch auf den Booten. Im Hintergrund

links ist die Punta della Dogana zu erkennen, während

auf der rechten Bildseite, hinter dem Dogenpalast, das

Dach des Campanile in den hohen blau-grauen, fast

wolkenlosen Himmel ragt.

Literatur:

Vgl. Manilo Torquato Dazzi, Ettore Merkel (Hrsg.),

Catalogo della Pinacoteca della fondazione scientifica

Querini Stampalia, Vicenza 1979.

Vgl. Federica Spadotto, Cicalate venete. Feste, giochi

e tradizioni della Serenissima nei dipinti degli antichi

maestri, Venedig 2011. (1472261) (13)

116 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


GABRIELE BELLA,

1730 VENICE – 1799 IBID.

A pair of paintings

THE PIAZZETTA OVERVIEWING THE ISOLA

DI SAN GIORGIO and

THE PALAZZO DUCALE WITH THE BACINO

DI SAN MARCO

Oil on canvas. Relined.

43 x 57 cm each.

Frame with engraved artist’s plaque naming Carlevarijs.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica Spadotto,

Padua, 30 January 2026, in copy.

Literature:

cf. Manilo Torquato Dazzi and Ettore Merkel (eds.),

Catalogo della Pinacoteca della fondazione scientifica

Querini Stampalia, Vicenza 1979.

cf. Federica Spadotto, Cicalate venete. Feste, giochi e

tradizioni della Serenissima nei dipinti degli antichi

maestri, Venice 2011.

Sistrix

€ 50.000 – € 70.000 INFO | BID

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117


323

GIOVANNI ANTONIO CANAL,

GENANNT „CANALETTO“,

1697 VENEDIG – 1768 EBENDA,

NACHFOLGE DES

VENEDIGVEDUTE MIT SAKRALEN GEBÄUDEN

GIOVANNI ANTONIO CANAL,

ALSO KNOWN AS “CANALETTO”,

1697 VENICE – 1768 IBID.,

FOLLOWER OF

VENICE VEDUTE WITH ECCLESIASTICAL BUILDINGS

Öl auf Leinwand.

128 x 204 cm.

In Profilrahmen.

Die breitformatige Venedigvedute bietet den Blick auf

die seitlich zur Mitte nach hinten ziehenden Häuserreihen

mit Palästen und Kirchen, von der Mitte des Kanals

aus gesehen. Auf dem ruhigen Kanalwasser befinden

sich mehrere Gondeln. Weitere liegen an den Ufertreppen

an, auf den Uferwegen Figurenstaffage. Der Blick

ist Richtung Mestre gerichtet. Links sind der hohe Säulenportikus

mit ansteigender Treppe sowie die hohen

Kuppeln der Kirche San Simeone Piccolo zu sehen, eingebunden

in die Fassadenreihe der flankierenden Paläste.

Links im Vordergrund zwei dem Betrachter näherliegende

kleine Segelschiffe mit ein gezogenen Segeln

und blauen Wimpeln sowie Figurenstaffage. Die Häuserreihe

wird links durch den Palazzo Adoldo fortgesetzt.

Rechts am Bildrand die Fassade der Kirche Santa

Maria di Nazareth, umgangssprachlich Santa Maria degli

Scalzi genannt. Weiter hinten die Kirche Santa Lucia

zu erkennen, die heute nicht mehr besteht, da sie 1861

im Zuge des Bahnhofsbaus abgerissen wurde.

Provenienz:

Französische Privatsammlung. (1451319) (13)

Oil on canvas.

128 x 204 cm.

Provenance:

Private collection, France.

€ 100.000 – € 200.000 (†)

Sistrix

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324

APOLLONIO FACCHINETTI,

GENANNT „DOMENICHINI“,

TÄTIG 1740 – 1770

Gemäldepaar

VENEDIGVEDUTE MIT DER CHIESA

DI SAN MICHELE IN ISOLA

sowie

VENEDIGVEDUTE MIT DER CHIEASA

DI SAN GIORGIO MAGGIORE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

23,3 x 30,4 cm.

In vergoldetem und reliefverziertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 25. Februar 2026, in Kopie.

Jeweils in reizvoller sonniger Stimmung mit von Figurenstaffage

gezierten Gondeln auf dem Canal Grande

nebst Segelschiffen und die Sakralbauten belebenden

Vögeln. Apollonio Facchinetti wurde auch „Domenichini“

oder „Menichino“ genannt und war der wichtigste

Künstler der in Venedig ansässigen Familie Apollonio.

Hinweise zum Leben des Künstlers sind relativ rar. Vermutlich

war er ein Schüler Luca Carlevaris (1663/65–

1729/31), Francesco Albottos (1721/22–1757), oder

Michele Giovanni Marieschis (1696/1710–1743) und

scheint ab etwa 1740 als unabhängiger Künstler tätig

gewesen zu sein. Als Vedutist widmete sich Apollonio

wohl ausschließlich der Stadt Venedig. Der Zeitraum

zwischen 1740 und 1750, in dem Canaletto (1697–

1768) sich in England aufhielt, kam Apollonio zugute,

war er nun, bei den Reisenden der Grand Tour mit seinen

Veduten äußerst beliebt. Bei etlichen Ausstellungen

wurde die Anerkennung der im Stilvergleich stehenden

Werke an Apollonio immer präziser. Die von

ihm stammende zusammengehörige Werkgruppe von

13 Veduten in der namensgebenden Stiftung Langmatt

in Baden in der Schweiz hat man aufgrund architektonischer

Details in das Jahr 1744 datiert. Die Veduten

führten nach Vorschlag von Dario Succi zu einer Benennung

des Malers. Sein Name wurde entdeckt durch

die Korrespondenz zwischen dem britischen Minister

Sir John Strange und dem venezianischen Gemäldeagenten

Maria Sasso. Sein Werk ist mit dem Schaffen

von Michele Giovanni Marieschi (1696/1710–1743)

und Francesco Albotto (1721/22–1757) in Verbindung

gebracht worden. Es ist auch mit Arbeiten von Francesco

Tironi (um 1745–1797), in der Manier Giovanni

Antonio Canal (1697–1768), vergleichbar.

Literatur:

Vgl. Gertrude Borghero (Hrsg.), Mythos Venedig.

Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts,

Mailand 1994.

Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di

Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,

Sommacampagna 2018. (1471042) (13)

APOLLONIO FACCHINETTI,

ALSO KNOWN AS “DOMENICHINI”,

ACTIVE 1740 – 1770

A pair of paintings

VENICE VEDUTA WITH CHIESA DI

SAN MICHELE IN ISOLA

and

VENICE VEDUTA WITH THE CHIEASA

DI SAN GIORGIO MAGGIORE

Oil on canvas. Relined.

23.3 x 30.4 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, Padua, 25 February 2026, in copy.

Literature:

cf. Gertrude Borghero (ed.), Mythos Venedig.

Venezianische Veduten des 18. Jahrhunderts, Milan

1994.

cf. Federica Spadotto, Io sono ‘700. L’anima di Venezia

tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,

Sommacampagna 2018.

€ 30.000 – € 40.000

Sistrix

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119


325

MICHELE GIOVANNI MARIESCHI,

1696/1710 – 1743 VENEDIG

Von Michele Marieschi ist nicht viel Genaueres überliefert.

Wir wissen, dass er Schüler seines Vaters war

und sich danach in der Zeit um 1720 bzw. auch nach

1731 in Deutschland aufhielt, um als Bühnenmaler zu

arbeiten sowie, dass er sich 1735 nach Venedig zurückging,

und dort Mitglied der venezianischen Malergilde

Fraglia de’ Pittori wurde. Der Kupferstecher und Maler

Gaspare Diziani (1689–1767) sowie der Sammler Mathias

von der Schulenburg, damals Generalfeldmarschall

im Dienste Venedigs, unterstützten den Maler.

Letzterer erwarb 1738 zwei Veduten. Auch die Verehelichung

mit Angela Fontana, der Tochter eines bekannten

Kunsthändlers der Stadt, dürfte zum Erfolg Marieschis

beigetragen haben. Ab 1743 hat Marieschi die

Aufträge mehr und mehr seinem Schüler Francesco

Albotto (1721/22–1757) überlassen. Etliche Gemälde

seiner Hand befinden sich in öffentlichen Museen in

Stockholm, Prag oder Warschau, sowie im Niedersächsischen

Landesmuseum Hannover.

VENEDIG – BLICK AUF DIE RIALTOBRÜCKE

Öl auf Leinwand.

34,4 x 55,3 cm.

Die Vedute zeigt die hohe Qualität der Werke des Malers,

trotz der bislang nicht völlig gesicherten Zuweisung.

Dies vor allem wegen der malerischen Lichtführung,

der detailgenauen Wiedergabe der Gebäude,

sowie der lebendigen Figurenstaffage mit Gondeln

und Segelschiffen. Der Blick ist in den Lauf des Kanals

gerichtet und bietet einen Blick unter den Brückenbogen.

Typisch für die Arbeitsweise des Malers ist die

Exaktheit der Wiedergabe der Architektur, aber auch

der malerischen Effekte, wie hier der sonnenbelichteten

Bogen-Unterseite der ansonsten verschatteten

Brücke.

Literatur:

Vgl. Dario Succi, Marieschi tra Canaletto e Guardi,

Gorizia 1989.

Vgl. Dario Succi, Marieschi. Opera Completa,

Treviso 2016, S. 405, Abb. 214.

Vgl. Ralph Toledano, Michele Marieschi.

L’opera completa, Mailand 1998.

A.R. (1471854) (11)

MICHELE GIOVANNI MARIESCHI,

1696/1710 – 1743 VENICE

VENICE – VIEW OF THE RIALTO BRIDGE

Oil on canvas.

34.4 x 55.3 cm.

The veduta attests to the high quality of the painter’s

work, notwithstanding the continued uncertainty surrounding

its attribution. Characteristic of his style is

the meticulous rendering of architectural detail, combined

with refined painterly effects, such as by the

sunlit underside of the arch set against the otherwise

shadowed bridge.

Literature:

cf. Dario Succi, Marieschi tra Canaletto e Guardi,

Gorizia 1989.

cf. Dario Succi, Marieschi. Opera Completa, Treviso

2016, p. 405, ill. 214.

cf. Ralph Toledano, Michele Marieschi. L’opera

completa, Milan 1998.

€ 45.000 – € 60.000 (†)

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326

ALBERTO PULICINO,

UM 1719 VALLETTA – UM 1765

Der auf Malta geborene Maler war der Neffe des Giorgio

Pullicino (1779–1851), der als Maler und Architekt

wirkte. Er widmete sich zeitlebens der malerischen

Dokumentation seiner Heimatinsel. Naturgemäß gehören

Hafenansichten zu seinen Hauptthemen. Daneben

entstanden nur vergleichsweise wenige Veduten

vom Inneren des Landes. Bekannt geworden ist Pulicino

für seine Panoramabilder, in denen er die Häfen wie

Marsamxett oder den „Großen Hafen“ Maltas ins Bild

gesetzt hatte. Sein Malstil verrät die venezianische

Bild- und Figurenauffassung.

Gemäldepaar

PANORAMA-ANSICHTEN VON MALTA

Jeweils Öl auf Leinwand.

57 x 126 cm.

Um 1753.

Ungerahmt.

Die Insel wurde in der Geschichte von den verschiedensten

Nationen beherrscht, so auch von der Ritterschaft

des französischen Johannesordens, weswegen

sich etliche Werke Pulicinos in Frankreich befinden. Die

beiden Panoramaansichten bieten den Blick jeweils

vom Ufer auf die im späten Sonnenlicht stehende

Stadt Valletta mit ihrer maritimen Bedeutung – einmal

mit dem Castel St. Angelo und Galeeren, beflaggt mit

den Fahnen des Malteserordens – im Gegenstück der

Blick auf die Hafenbarriere. Die Gemälde sind Teil einer

bekannten Serie von sieben Veduten Valettas, entstanden

um 1753.

A.R. (14722812) (11)

ALBERTO PULICINO,

CA. 1719 VALLETTA – CA. 1765

A pair of paintings

PANORAMIC VIEWS OF MALTA

Oil on canvas each.

57 x 126 cm.

ca. 1753.

The paintings are part of a well-known series of seven

views of Valletta, created in ca. 1753.

€ 60.000 – € 90.000

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121


327

FRANCESCO TIRONI,

UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA, ZUG.

Gemäldepaar

SAN PIETRO DI CASTELLO

sowie

CANAL GRANDE MIT BLICK VON SANTA MARIA

DELLA CARITA ZUM BACINO DI SAN MARCO

Öl auf Leinwand.

53 x 70 cm.

Jeweils mit einer Ansicht der Architekturen über ruhiges

Gewässer hinweg, das von Gondeln mit Figurenstaffage

sowie den Spiegelungen der Gebäude belebt

wird. Eines der Gemälde zeigt die Insel Castello. Sie

gilt die als die erste befestigte Siedlung Venedigs. Hier

stand bereits im 7. Jahrhundert eine Kirche, und im 15.

Jahrhundert wurde die erste Kathedrale der Lagunenstadt

errichtet. Der etwas schiefe Campanile wurde ab

1482 von Mauro Codussi aus istrischem Kalkstein errichtet.

Er dominiert im Bild, ist jedoch nach rechts gerückt,

und bildet zusammen mit der Fassade den eigentlichen

Bildinhalt. Andrea Palladio lieferte erste

Umbauentwürfe für die Fassade, doch nach dem Tod

des Auftraggebers führte Francesco Smeraldi die Arbeiten

aus. Die Staffage mit Schiffen und Lastkähnen

belebt die Darstellung.

Das zweite Gemälde zeigt die Westfassade von Santa

Maria della Caritá. Sämtlichen dieser Ansichten liegt

ein Kupferstich von Luca Carlevarijs zugrunde, nach

dem in den Malerateliers die Fassungen in Öl gefertigt

wurden. Wie im Stich, ist die Fassade auch hier noch

mit spitzbogigen gotischen Giebeln und mit einem großen

Rundfenster gezeigt. Die bauliche Änderung erfolgte

erst gegen 1807 im Zuge der Auflösung des Klosters

und der Verwendung der Gebäude als Akademie

der Schönen Künste (Gallerie dell’ Accademia). Der

einst links danebenstehende Campanile, ist in einem

Gemälde von Calaletto von 1726 noch zu sehen, er war

vor Entstehung der Darstellung bereits eingestürzt. So

dokumentiert das Bild den baulichen Zustand nach

1730/40.

Der Malstil beider Gemälde zeigt die Einflüsse von Canaletto

(1697–1768) und den beiden Francesco und

Antonio Guardi. Jedoch sind sie nichtsdestoweniger

als zusätzliche historische Dokumente der Geschichte

Venedigs von Bedeutung.

A.R. (1472282) (11)

FRANCESCO TIRONI,

CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA, ATTRIBUTED

A pair of paintings

SAN PIETRO DI CASTELLO

and

GRAND CANAL WITH VIEW FROM SANTA MARIA

DELLA CARITÀ TO THE BACINO DI SAN MARCO

Oil on canvas.

53 x 70 cm.

The second painting depicts the west façade of Santa

Maria della Carità. All these views are based on a copper

engraving by Luca Carlevarijs, after which the oil

versions were created in the painters’ studios. As in the

engraving, the façade is also shown here with pointed

Gothic gables and a large round window. The structural

changes only took place around 1807 during the dissolution

of the monastery and the use of the buildings as

the Academy of Fine Arts (Gallerie dell’Accademia di

Venezia). The campanile, which once stood to the left,

can still be seen in a painting by Canaletto from 1726;

it had already collapsed before the painting was created.

Thus, the works document the building’s condition

after 1730/40.

€ 60.000 – € 80.000

Sistrix

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328

BERNARDO CANAL,

1674 VENEDIG – 1744 EBENDA

Bernardo Canal stand unter dem Einfluss des Luca

Carlevaris (1663/65–1729/31) und wurde 1739 Prior der

Venezianischen Malergilde. Bekannt wurde er zu seiner

Zeit zunächst vor allem für seine Bühnendekorationen

zu Aufführungen von Werken von Vivaldi, Pollarolo

oder Orlandini an den Theatern San Angelo und San

Cassiano. Erst danach widmete er sich, wie alsbald

sein Sohn Giovannni Antonio (1697–1768) der Vedutenmalerei,

die mit ihm eigentlich begründet wurde.

VENEDIG-VEDUTE – BLICK AUF

DIE INSEL SAN MICHELE

Öl auf Leinwand.

63 x 95 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, in Kopie.

Die großformatige Ansicht, die die Gebäude der Insel

in hellem Licht zeigt, scheint wie von einem Fährschiff

aufgefasst zu sein; der Vordergrund lässt die Wasseroberfläche

bis zum unteren Bildrand reichen. Der

Maler hat den Charakter der Abgeschlossenheit der

Klosterinsel, die seit jeher Ruhestätte bedeutender Venezianer

war, zur Wirkung gebracht. Immerhin ruhen

hier auch viele Persönlichkeiten der Neuzeit, wie die

Komponisten Igor Strawinsky, Ermano Wolf-Ferrari

oder Dichter wie Ezra Pound. Der Kahn- und Gondelverkehr

erscheint hier noch sehr ruhig, entgegen dem

regen Treiben auf späteren Veduten, etwa des Sohnes

Giovanni Antonio, der als Canaletto bekannt wurde.

Dem früheren Zeitstil entsprechend erscheinen venezianische

Veduten des Bernardo etwas stärker farbig

und strenger als die seines Sohnes. Belebend und aufhellend

wirken hier die gebauschten sonnenbelichteten

Wolken. So ist hier noch ein Nachklang des Hochbarock

zu spüren. Dies zeigt sich in vorliegendem Bild

auch in der Darstellung der Figurenstaffage, die in

strengerer Ordnung gruppiert erscheint.

Literatur:

Isabella Reale und Dario Succi (Hrsg.), Luca Carlevarijs

e la veduta veneziana del Settecento. Ausstellungskatalog

(Padova, Palazzo della Ragione, 25. September

– 26. Dezember 1994), Mailand 1994, S. 259.

Annalia Delneri und Dario Succi (Hrsg.), Da Canaletto

a Zuccarelli: il paesaggio veneto del Settecento. Ausstellungskatalog

(Passariano, Villa Manin, 8. August

– 16. November 2003), Tavagnacco 2003.

A.R. (1472283) (11)

BERNARDO CANAL,

1674 VENICE – 1744 IBID.

VENICE VEDUTA – VIEW OF THE ISLAND OF SAN

MICHELE

Oil on canvas.

63 x 95 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi, in

copy.

Literature:

Isabella Reale and Dario Succi (eds.), Luca Carlevarijs

e la veduta veneziana del Settecento, exhibitions

catalogue (Padova, Palazzo della Ragione, 25

September – 26 December 1994), Milan 1994, p.

259.

Annalia Delneri and Dario Succi (eds.), Da Canaletto a

Zuccarelli: il paesaggio veneto del Settecento,

exhibition catalogue (Passariano, Villa Manin, 8

August – 16 November 2003), Tavagnacco 2003.

€ 60.000 – € 90.000

Sistrix

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123


329

GABRIELE BELLA,

1730 VENEDIG – 1799 EBENDA

Über den Künstler ist nur wenig bekannt. Er lebte und

arbeitete in der Umgebung von Venedig und malte vor

allem Gebäude und das Stadtleben. Außerdem wurde

er für seine Dokumentation venezianischer Feste geschätzt.

Bella soll 1799 in einem der Kanäle ertrunken

sein.

Gemäldepaar

VENEDIGVEDUTEN

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

Je 50 x 70 cm.

In vergoldetem Régence-Stilrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Dario Succi, Gorizia, in

Kopie.

Die hier gezeigte Ansicht von sehr hoher Qualität verleiht

dem Markusdom und seinem Campanile, die von

den architektonischen Flügeln der Procuratie Nuove

gerahmt werden, durch die perspektivische Anordnung

besondere Größe. Eine erste Version dieser Ansicht

könnte ein Werk Canalettos aus der Zeit um 1723 sein

(William George Constable, Canaletto. Giovanni Antonio

Canal. 1697 – 1768, Oxford 1976, Bd. 1, hg. von

J.G. Links, Tafeln 11 – 14), von dem der Forschung

mehrere Versionen mit unterschiedlicher Beleuchtung

bekannt sind. Auf der Piazza ist das neue Pflaster aus

dem Jahr 1723 zu erkennen, das bereits von Canaletto

selbst dargestellt wurde. Die Architektur ist mit großer

Sorgfalt wiedergegeben, ebenso das differenzierte

Farbenspiel.

Die zweite Vedute zeigt einen Blick vom Canal Grande

auf einige der prominentesten Bauwerke der Stadt,

darunter der Palazzo Ducale, die links anschließende

Piazzetta mit den Säulen San Giorgio und San Luca sowie

dem Campanile, der sich hinter der Biblioteca erhebt.

Zahlreiche Gondeln auf dem ruhigen Kanalwasser

runden diese weltweit bekannte Erinnerung an die

Lagunenstadt ab.

Literatur:

Vgl. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di

rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento.

L’opera completa dei grandi maestri veneti,

Castelfranco Veneto 2013, S. 198, Nr. 16.

(1470321) (13)

124 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


GABRIELE BELLA,

1730 VENICE – 1799 IBID.

A Pair of paintings

VENICE VEDUTE

Oil on canvas. Old Relining.

50 x 70 cm each.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,

Gorizia, in copy.

The first version of this view could be a work by Canaletto

from around 1723 (Willian George Constable,

Canaletto. Giovanni Antonio Canal. 1697–1768, Oxford

1976, vol. 1, ed. by J.G. Links, plates 11–14), of which

several versions with different lighting are known to

researchers.

Literature:

cf. Dario Succi, La Serenissima nello specchio di

rame. Splendore di una civiltà figurativa del Settecento.

L’opera completa dei grandi maestri veneti,

Castelfranco Veneto 2013, p. 198, no. 16.

Sistrix

€ 35.000 – € 50.000 INFO | BID

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125


330

VENEZIANISCHER VEDUTIST

DES 19./ 20. JAHRHUNDERTS

PIAZZA SAN MARCO – BLICK NACH WESTEN

MIT DER PROCURATIE VECCHIE

Öl auf Leinwand.

44 x 67 cm.

Das Gemälde orientiert sich an bekannten Vorbildern

des 18. Jahrhunderts von Malern wie Canaletto (1697–

1768) oder späteren Vedutisten wie Francesco Zanin

(um 1824–1884). Aus der Tradition der venezianischen

Vedutenmalerei wurde hier die Staffage mit Figuren in

Kostümen des Settecento eingebracht, wie ebenso

das lebendige Treiben mit von Sonnenschirmen überdachten

Marktständen. Die die fein gemalten architektonischen

Details mit Markisen an dem rechts in der

Sonne stehenden Gebäudetrakt zeigen das Interesse

für realistische Genauigkeit – ein Stilelement, das für

Veduten des 19. Jahrhunderts typisch ist. Neben dem

links stehenden, vom Bildrand abgeschnittenen Campanile

gliedern drei hohe Fahnenmasten die Bildfläche,

bei Betonung der Perspektive mit den nach hinten sich

verjüngenden Bauten.

(1472083) (3) (11)

VENETIAN VEDUTISTI, 19TH/20TH CENTURY

PIAZZA SAN MARCO – VIEW TO THE WEST

WITH PROCURATIE VECCHIE

Oil on canvas.

44 x 67 cm.

The painting draws upon well-known 18th-century

models by artists such as Canaletto (1697 – 1768), as

well as later veduta painters including Francesco Zanin

(ca. 1824 – 1884). From the Venetian veduta tradition,

it adopts the inclusion of staffage with figures dressed

in Settecento costumes.

€ 25.000 – € 30.000

Sistrix

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331

VINCENZO CHILONE,

1758 VENEDIG – 1839

Chilone zählt in der venezianischen Vedutenmalerei

zu den Nachfolgern Canalettos (1697–1768). Aus ärmlichen

Verhältnissen hat er sich zwölfjährig mit der

Herstellung von Seidenstrümpfen seinen Unterhalt

verdient, bevor er in die Werkstatt des Francesco Battaglioli

(1725–1796) kam, bei dem er sich die Kenntnisse

der Vedutenmalerei aneignen konnte. 1824 wurde

er in die Accademia di Belle Arti di Venezia aufgenommen.

Obwohl vom Adel gefördert, verstarb Chilone

verarmt.

BLICK VOM MARKUSPLATZ RICHTUNG

MARKUSBECKEN

Tempera auf Karton.

53 x 76 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi,

Gorizia, in Kopie.

Blick von erhöhtem Standpunkt, vom sonnenbeschienenen

Markusplatz über die Piazzetta, vorbei an den

beiden monolithischen Säulen, auf das Markusbecken

mit mehreren Schiffen, Booten und Gondeln, auf dem

ruhig fließenden hellblauen Wasser. Linksseitig der

Markusdom sowie dahinterliegend der teils rosafarbene

Dogenpalast. Auf der gegenüberliegenden Seite die

prachtvolle Bibliothek des San Sovino, gänzlich im

Schatten liegend. Auf dem Platz selbst zahlreiche Figuren

in Rückenansicht sowie ein kleiner Hund. Das hier

gezeigte schöne Temperabild, das sich durch eine genaue

Wiedergabe der architektonischen Struktur, eine

lebendige Farbgestaltung und diffuse Leuchtkraft auszeichnet,

basiert laut Succi auf der Radierung von Luca

Carlevaris (1663/65–1729/31), die 1703 veröffentlicht

wurde. Succi ordnet das vorliegende Werk in die mittlere

Schaffensphase des Künstlers ein, als er noch unter

dem Einfluss von Canaletto stand.

(1472081) (3) (18)

VINCENZO CHILONE,

1758 VENICE – 1839

VIEW FROM SAINT MARK’S SQUARE TOWARDS

SAINT MARK’S BASIN

Tempera on card.

53 x 76 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,

Gorizia, in copy.

According to Succi, the beautiful tempera painting presented

here, which is characterized by an accurate reproduction

of the architectural structure, a vibrant colour

scheme and diffuse luminosity, is based on an

etching by Luca Carlevaris (1663/65 – 1729/31), which

was published in 1703. He places the present work in

the middle creative period of the artist, when he was

still under the influence of Canaletto.

€ 12.000 – € 15.000

Sistrix

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127


332

FRANCESCO GUARDI,

1712 VENEDIG – 1793 EBENDA, ZUG.

Gemäldepaar

VENEZIANISCHE ANSICHTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

23,5 x 16,8 cm.

Verso mit altem Etikett und Lacksiegel.

In Louis XV-Stilrahmen.

Blick aus Bogenarchitekturen hinaus auf sonnenbeschienene

Freiflächen mit dahinterliegenden sakralen

Architekturen Venedigs. Sowohl der Pinselduktus als

auch die Komposition lassen Anklänge an den großen

venezianischen Meister Francesco Guardi erkennen.

(1472171) (13)

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FRANCESCO GUARDI,

1712 VENICE – 1793 IBID., ATTRIBUTED

A pair of paintings

VENICE VEDUTAS

Oil on canvas. Relined.

23.5 x 16.8 cm.

Old labels and a lacquer seal on the reverse.

Sistrix

€ 8.000 – € 10.000 INFO | BID

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129


333

JOHAN RICHTER,

AUCH „GIOVANNI RICHTER“,

1665 STOCKHOLM – 1745 VENEDIG, ZUG.

Johann Richter war ein einflussreicher Maler venezianischer

Ansichten, der für seine Zusammenstellungen

berühmter architektonischer Elemente der Stadt bekannt

war. Seine Werke fanden eine große Anhängerschaft

und er kann als Vorläufer der späteren Vedutenmaler,

wie Canaletto (1797–1768) und Bernardo

Bellotto (1720–1780) angesehen werden.

BLICK AUF DIE PIAZZETTA SAN MARCO IN VENEDIG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

40 x 53 cm.

In Prunkrahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt auf den reich bevölkerten,

teils im Schatten liegenden Platz mit einem Teil

des linksseitig im Schatten liegenden Dogenpalastes

und auf der rechten Seite, im strahlenden Sonnenlicht,

die Biblioteca Nazionale Marciana, die den hellsten

Punkt des Gemäldes ausmacht. Links vor dem Dogenpalast

ein höheres Podest mit mehreren Schauspielern,

deren Aufführung von einem umherstehenden

Publikum, teils in prachtvollen Gewändern, aufmerksam

verfolgt werden. In der Bildmitte die beiden Säulen

des Heiligen Theodor und mit dem Markuslöwen

vor dem Canal Grande und den Gebäuden des gegenüberliegenden

Ufers. Stimmungsvolle Darstellung eines

beliebten Motivs, das sich mehrfach im Werk des

Künstlers finden lässt.

Anmerkung:

Ein vergleichbares Werk von Johan Richter wurde bei

Christie’s London am 02. Juli 2024 unter Lot 26 versteigert,

sowie ein weiteres mit der Ansicht der Piazzetta

bei Sotheby’s im November 2023 unter Lot 36.

(1471137) (3) (18)

JOHAN RICHTER,

ALSO KNOWN AS “GIOVANNI RICHTER”,

1665 STOCKHOLM – 1745 VENICE, ATTRIBUTED

VIEW OF THE PIAZZETTA SAN MARCO IN VENICE

Oil on canvas. Relined.

40 x 53 cm.

Notes:

A comparable painting by Johan Richter was auctioned

at Christie’s, London on 2 July 2024, under lot 26.

Another with a view of the Piazzetta was auctioned at

Sotheby’s in November 2023, under lot 36.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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334

PIETRO BELLOTTI,

TÄTIG UM 1749 – UM 1818, ZUG.

VENEDIG – CANAL GRANDE MIT BLICK AUF

SANTA MARIA DELLA SALUTE UND DIE PUNTA

DELLA DOGANA

PIETRO BELLOTTI,

ACTIVE CA. 1749 – CA. 1818, ATTRIBUTED

VENICE – GRAND CANAL WITH VIEW OF

SANTA MARIA DELLA SALUTE AND THE PUNTA

DELLA DOGANA

Öl auf Leinwand.

55 x 100 cm.

Die Ansicht ist großformatig angelegt. In betontem

Breitformat ist ein weiter Blickwinkel vom Sestiere-

Ufer über die fern liegenden Gebäude am Kanalauslauf

– bis hin zur rechtsstehenden Kuppelkirche geboten.

Dieser grandiose Prospekt ist vom hellen blauen Himmel

überwölbt, aufgelichtet durch fiedrige Wolken. Vereinzelt

ziehen Gondeln ihre Bahnen, am Ufer und in der

Ferne leuchten Segelschiffe auf. Das Museum

Ca’Rezzonico, Venedig, veranstaltete erstmals eine

Ausstellung, die dem Maler mit 45 seiner Werke gewidmet

ist. Pietro war Neffe von Canaletto (1697–1768)

und der jüngere Bruder des Bernardo Bellotto (1721–

1780). Seine Stellung im Verhältnis zu den bedeutenden

Vedutisten wurde damit erstmals beleuchtet.

A.R. (1472281) (11)

Oil on canvas.

55 x 100 cm.

€ 60.000 – € 90.000

Sistrix

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131


335

JACOB GERRITSZ CUYP,

1594 DORDRECHT – 1651/52 EBENDA

MANN BEI DER BROTZEIT WÄHREND EINES

HAUSBAUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

76 x 56 cm.

Rechts oben signiert in Ligatur „JG Cuyp fecit“.

In ebonisiertem Rahmen.

Leicht nach rechts gewandtes, halbfiguriges Portrait

eines Mannes mit blauer Kappe, in seinem Arm einen

Tonkrug mit Zinnmontierung haltend, in seinen Händen

ein Brotmesser. Im Hintergrund Männer beschäftigt

mit dem Gerüstbau und Holzzuschnitt.

Provenienz:

Sammlung Ribera.

Auktion Nackers, Brüssel, 16. Oktober 1963, Lot 115.

Belgische Privatsammlung. (1421831) (13)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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337

JAN MIENSE MOLENAER,

1609/10 HAARLEM – 1668 HAARLEM, ZUG.

(ABB. RECHTS)

DAS BAUERNFEST

Öl auf Holz. Parkettiert.

74 x 109 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Ein Bauernhaus dient als Schauplatz eines ruralen Festes,

welches der Künstler in Braun-Camaieu darstellt.

Zahlreiche Figuren unterschiedlichen Alters sind in fröhlichem

Miteinander begriffen. Rahmen minimal besch.

Vergleiche:

Ein ähnliches Bauernfest wird im Nationalmuseum

Stockholm unter Inv.Nr. 1184 verwahrt.

(1471586) (1) (13)

€ 5.000 – € 7.000

Sistrix

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336

VINCENT MALO,

UM 1600 CAMBRAI – UM 1656 ROM, ZUG.

FRÖHLICHE BAUERN IN EINER TAVERNE

Öl auf Holz.

20 x 25,3 cm.

In einem Innenraum, um einen kleineren runden Tisch

versammelt, mehrere Bauern und eine Frau, die von

rechts durch die eintretende Wirtin mit Krug bedient

werden. Um den Tisch herumlaufend ein kleiner Hund,

während am linken unteren Bildrand verschiedene Gemüsesorten

stilllebenhaft gezeigt werden. Malerische

Darstellung in überwiegend rot-brauner Farbgebung.

(14714519) (18)

€ 5.000 – € 7.000

Sistrix

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133


338

ANTHONIE PALAMEDESZ,

1601 DELFT – 1673 AMSTERDAM, ZUG.

GROSSE INNENRAUMSZENE

MIT ZAHLREICHEN FIGUREN

Öl auf Holz.

75 x 120 cm.

Links unten mit einem Monogramm „I.W.“ und

Datierung „1639“, ehemals identifiziert als der Künstler

Jan Jansz Westerbaen d. Ä. (um 1600 – 1686).

In profiliertem Holzrahmen.

Die Figuren in zeitgenössischer Kleidung auf Schachbrettmuster-Fliesengrund.

Links als Repoussoir ein

Architekturelement, verschattet in den Raum geschoben.

Die eleganten Figuren, die einen eindeutigen

Anklang an Anthonie Palamedesz erlauben, mögen in

der konkreten Nachfolge entstanden sein. Verso mit

altem Etikett, auf eine Kunstsammlung in Lüttich

hinweisend und Anthonie Palamedesz als Urheber

nennend. Leichte Oberflächenschäden.

(1471206) (3) (13)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

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339

HIERONYMUS FRANCKEN III,

1611 – UM 1661. ZUG

HÖFISCHE GESELLSCHAFT BEIM TANZ

Öl auf Kupfertafel.

32,5 x 43,5 cm.

In einem großen Innenraum eine elegante Gesellschaft

in zeitgenössischer Kleidung, in deren Mittelpunkt

ein junges Paar tanzt: sie in einem langen

schwarzen Kleid mit geschlitzten Ärmeln, großem

hochgestelltem Spitzenkragen und wertvollem

Schmuck; er in roten Pluderhosen, passender

Strumpf hose und Schuhen mit goldenen Schleifen.

Im Hintergrund rechts dazu einige aufspielende Musikanten.

Auf der linken Seite ein gedeckter Tisch

mit köstlichen Speisen.

(14714530) (13)

€ 9.000 – € 12.000

Sistrix

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135


340

CHRISTOPH JACOBSZ. VAN DER LAMEN,

UM 1606 BRÜSSEL – UM 1651 ANTWERPEN

DAS BLINDE KUH-SPIEL

Öl auf Holz. Parkettiert.

74 x 105,5 cm.

Rechts oberhalb der Karte an der Wand signiert „van

der Lamen“.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Innerhalb eines Portikus befindliche Szene, deren architektonische

Öffnung einen Ausblick auf einen frühlingshaften

Park zulässt. Darin zahlreiche elegante, für

van der Lamen typische Figuren beim Blinde Kuh-Spiel.

Das gleiche Interieur bietet einer weiteren eleganten

Szene einen Ort; diese wurde bei Christie’s, London

am 18. April 1997 unter Lot 82 versteigert.

(14717517) (1) (13)

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CHRISTOPH JACOBSZ. VAN DER LAMEN,

CA. 1606 BRUSSELS – CA. 1651 ANTWERP

THE BLIND MAN’S BUFF GAME

Oil on panel. Parquetted.

74 x 105.5 cm.

Signed “van der Lamen” on the wall to the upper

right of the map.

The same interior provides a setting for another elegant

scene; this was auctioned at Christie’s, London

on 18 April 1997, under lot 82.

Sistrix

€ 14.000 – € 16.000 INFO | BID

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137


341

LORENZO A. CASTRO,

AUCH GENANNT „LAUREYS A. CASTRO“,

TÄTIG 1644 ANTWERPEN – 1700

PRACHTVOLLE SCHIFFE BEIM

VERLASSEN EINES HAFENS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

117 x 139,5 cm.

Rechts unten unterhalb der ausgefahrenen

Kanonen signiert „L. CASTRO.“

Das Gemälde wird unter dem Künstlernamen

Laureys A Castro im RKD unter Nr. 2929292 geführt.

Das vorliegende Gemälde zeigt das Capriccio eines

Hafens mit zahlreichen Figuren am Ufer und einem

einfachen ankernden Segelboot. Im Zentrum die

prachtvollen Segelschiffe mit geblähten Segeln und

Beflaggung. Rechts ein hohes Segelschiff mit drei ausgefahrenen

Kanonen, die sich zum Hafen richten. Dahinter

ein weiteres Boot mit prachtvoll vergoldetem

Bug. Linksseitig am Bildrand ein hohes altes Hafengebäude

mit hohem Rundbogeneingang, teils mit Sträuchern

verwachsen, neben dem rechtsseitig der Blick

in den Hintergrund fällt, mit weiteren Schiffen und der

Silhouette eines Turmes. Qualitätvolle Malerei mit vielen

Details und zahlreichen Figuren in überwiegend

grau-blauer Farbgebung, aufgelockert durch das Rot-

Blau der Flaggen sowie durch die teils roten Kleidungsstücke

der Figuren.

(14716512) (18)

LORENZO A. CASTRO,

ALSO KNOWN AS “LAUREYS A. CASTRO”,

ACTIVE 1644 ANTWERP – 1700

MAGNIFICENT SHIPS LEAVING A PORT

Oil on canvas. Relined.

117 x 139.5 cm.

Signed “L. CASTRO” lower right below the cannons.

The present painting is listed in the RKD under the

artist’s name “Laureys A Castro”, no. 2929292.

€ 20.000 – € 30.000

Sistrix

INFO | BID

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139


342

GÉRARD THOMAS,

1663 ANTWERPEN – 1720/21 EBENDA

Der Maler Gérard Thomas war überlieferungsgemäß ein

Schüler von Godfried Maes (1649– 1700). 1688 wurde

er Meister der St. Lukas-Gilde in Antwerpen. Sein Interesse

für das Interieur dürfte von der Malweise David

Ryckaerts III (1612 – 1661) angeregt worden sein. Aus

seiner Hand sind mehrere Werke bekannt, die Alchemisten-

oder Wissenschaftler-Interieurs wiedergeben.

DER BESUCH BEIM ARZT

Öl auf Leinwand.

68 x 84,5 cm.

Links unten signiert „G. Thomas fecit“.

Verso zwei rote Lacksiegel.

In einem großen, mit zahlreichen Objekten eingerichteten

Raum, ein sitzender Arzt, vor dem sich ein Tisch

mit einem wertvollen rötlichen Teppich und einem aufgeschlagenen

großen Buch befinden, auf dem zu lesen

ist „LIBER... DE MEDICINA“. Des Weiteren auf

dem Tisch ein großer Globus. Der Arzt hat sich zurückgewandt,

in Richtung einer stehenden jungen Frau,

betrachtet jedoch ein in seiner rechten Hand erhobenes

gefülltes Glas, um zu prüfen, ob eine Schwangerschaft

vorliegt, und wird sie dann entsprechend informieren.

Rechts neben ihm sitzend ein Mann mit

Spitzenkragen und Hut, gespannt auf das Ergebnis

wartend. Ein kleines Kind schaut den Arzt voller Interesse

an. Am rechten Bildrand versuchen zwei Knaben,

ein Feuer im Ofen zu entfachen. Im Hintergrund ein

weiterer Raum mit einem großen Kamin, mehreren

Gefäßen in Regalen an der Rückwand, sowie mehreren

Figuren, darunter ein Arzt, der gerade versucht

einer jungen sitzenden Frau einen Zahn zu ziehen. Malerei

in überwiegend beige-braunen und rötlichen Farbtönen,

einzelne Objekte, wie eine Schale, das Buch

oder der Globus, als auch das Inkarnat der wartenden

jungen Frau, durch besonders helle Beleuchtung und

weiße Farbgebung hervorgehoben.

Provenienz:

Chateau d’Arnas, Villefranche-sur-Saône.

Madame Brun Antiquaire, Rue Vendôme, 1934

(Bezug nehmend auf den Aufkleber der Rückseite).

Anonymer Verkauf, Ader-Picard-Tajan, Paris, 29. Juni

1989, Lot 73.

Privatsammlung, Metz.

Auktion Bonhams, Paris, 19. April 2023, Lot 35.

Anmerkung:

Thematik des Gemäldes ist der Arztbesuch. Ärzte

untersuchten den Urin, um seine verschiedenen Aspekte

zu beurteilen und sie mussten ihn sogar probieren.

Dies ist ein bedeutender Punkt auf dem vorliegenden

Gemälde bei der Untersuchung der jungen,

wohl schwangeren Frau. Auf dem Markt, sowie in

manchen Museen, existieren fast identische Gemälde

des bekannten Künstlers, so im Musée des Beaux-

Arts Dijon, Frankreich. (14716514) (18)

GÉRARD THOMAS,

1663 ANTWERP – 1720/21 IBID.

THE DOCTOR’S VISIT

Oil on canvas.

68 x 84.5 cm.

Signed “G. Thomas fecit” lower left.

Two red lacquer seals on the back.

Provenance:

Château d’Arnas, Villefranche-sur-Saône.

Mme Brun Antiquaire, Rue Vendôme, 1934 (referring

to a label on the back).

Anonymous sale, Ader-Picard-Tajan, Paris, 29 June

1989, lot 73.

Private collection, Metz.

Auction Bonhams, Paris, 19 April 2023, lot 35.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

INFO | BID

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343

PIETRO FACCHETTI,

1535 – 1613

PORTRAIT EINES MANNES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 87 cm.

In vergoldetem profiliertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro,

Bologna, in Kopie.

Dreiviertelfigur eines vor einem Vorhang stehenden

Mannes mit silbrigem Haar und Bart, sowie einer Halskrause.

Rechts neben ihm ein Kind stehend.

(1470272) (3) (13)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

344

NORDITALIENISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

INFO | BID

TOCHTER DER MUTTER KIRSCHEN DARBRINGEND

345

HANS MIELICH,

1516 MÜNCHEN – 1573 EBENDA, ZUG.

PORTRAIT EINER WOHLHABENDEN DAME

Öl auf Holz. Parkettiert.

53 x 42 cm.

Ungerahmt.

Vor braunem Hintergrund das Halbbildnis einer Dame

des gehobenen Bürgertums nach links in einem

schwarzen Kleid mit Mantelüberwurf, weißer Haube,

weißem Spitzenkragen und Spitzenmanschetten. Dazu

trägt sie zwei lange goldene Halsketten und wertvolle

Ringe. Sie hat ein zartes Gesicht und mit ihren dunklen

Augen blickt sie würdevoll aus dem Bild heraus. Rest.,

kl. Farbabspl..

Anmerkung:

Der Künstler war ein deutscher Maler und Zeichner

der späten Renaissance, schuf eine Fülle an Portraits

und Historienbildern. Er wirkte als Maler des wohlhabenden

Bürgertums in München. (1470911) (18)

€ 6.000 – € 8.000 (†)

Sistrix

INFO | BID

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80 x 73 cm.

Verso mit altem rotem Wachssiegel

und alten Etiketten.

In bronziertem Kehlrahmen.

Darstellung einer Frau fortgeschrittenen Alters mit

weißer Haube vor angedeutetem architektonischem

Hintergrund. Links von ihr ein Mädchen mit Halskrause,

die ihr Kirschen darbringt. Die Hand der Frau wird

von einem Siegelring geziert, der möglicherweise einst

Hinweise auf die Identität der Dargestellten geben

konnte. Rechts oben ein Schriftzug, der das Alter der

Dargestellten zum Zeitpunkt der Entstehung des Gemäldes

angibt.

(1451205) (13)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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141


346

UTRECHTER SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE WECHSLERIN

Öl auf Holz.

63 x 80 cm.

In Louis XV-Rahmen.

An einem horizontal im Bild liegenden Tisch sitzt eine

ältere Dame ihre Sehhilfe auf der Nase haltend. Auf

dem Tisch einige Münzen und eine Rechentafel, auf

der bereits Notizen angelegt wurden. An der linken

unteren Bildecke auch eine Schale mit Münzen und

zwei Geldkatzen. Die Darstellung erinnert etwa an zeitgleiche

Darstellungen von Gerrit van Honthorst (1590 –

1656) oder Hendrick Bloemaert (1601/02– 1672).

(1460935) (13)

€ 6.000 – € 12.000

Sistrix

INFO | BID

347

GERRIT VAN HONTHORST,

1590 UTRECHT – 1656, ZUG.

(ABB. RECHTS)

DER STANDHAFTE PHILOSOPH

Öl auf Leinwand. Doubliert.

131 x 116 cm.

In vergoldetem Rahmen.

In einem dunklen Innenraum auf einem Stuhl mit hoher

Rückenlehne sitzend, ein Philosoph in edlem Gewand

mit turbanartiger Kopfbedeckung. Vor ihm sein

Arbeitstisch mit einem wertvollen Teppich, auf dem ein

aufgeschlagenes Buch liegt, in das er gerade mit einer

Feder in seiner rechten Hand schreibt. Seine linke

Hand hat er erhoben und seinen Kopf wendet er mit

faltenreicher Stirn, geröteten Wangen und großen

dunklen, skeptisch blickenden Augen zur Seite. Auf

seiner rechten Tischseite liegt zudem ein Stapel Bücher,

auf denen eine laufende Sanduhr steht. Qualitätvolle

Malerei mit gekonnter Lichtführung.

Anmerkung:

Der Titel wird verständlich aus der Tatsache heraus,

dass es sich bei dem vorliegenden Gemälde um eine

ähnliche Wiederholung der linken Hälfte des gleichnamigen

Gemäldes handelt aus der Hohenbuchau

Collection. Die zweifigurige Komposition zeigt dort auf

der rechten Bildhälfte eine junge halbnackte Frau, die

den Philosophen offensichtlich verführen will, ihn bedrängt

und er zur Abwehr seine linke Hand erhoben hat.

Literatur:

Vgl. Richard J. Judson, Gerrit van Honthorst. With

catalogue raisonné, Doornspijk 1999, Kat.Nr. 157,

S.137 – 138. (1471003) (18)

GERRIT VAN HONTHORST,

1590 UTRECHT – 1656, ATTRIBUTED

(ILL. ON THE RIGHT)

THE STEADFAST PHILOSOPHER

Oil on canvas. Relined.

131 x 116 cm.

Notes:

The title is clarified by the fact that the present painting

repeats the left half of the eponymous painting from

the Hohenbuchau Collection. In that painting, the twofigure

scene depicts a young, semi-nude woman on

the right half of the picture. She is clearly attempting

to seduce the philosopher, pressuring him, and he

has raised his left hand in defence.

Literature:

cf. Richard J. Judson, Gerrit van Honthorst. With

catalogue raisonné, Doornspijk 1999, cat. no. 157,

pp. 137 – 138.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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143


348

JOSEPH NIGG,

1782 WIEN – 1863 EBENDA

PRUNKSTILLLEBEBEN MIT BLUMEN,

FRÜCHTEN UND INSEKTEN

JOSEPH NIGG,

1782 VIENNA – 1863 IBID.

MAGNIFICENT STILL LIFE WITH FLOWERS,

FRUIT AND INSECTS

Öl auf Leinwand.

65 x 50 cm.

Rechts unten signiert.

In Louis XV-Stilrahmen.

Auf einer getreppten hölzernen Tischplatte eine Vase

mit prall gefülltem Blumenstrauß flankiert von Pfirsichen

und Beerenfrüchten. Nelken, geflammte Tulpen und

Mohnblüten werden ergänzt durch weitere Blumen

und Insekten.

Oil on canvas.

65 x 50 cm.

Signed lower right.

Provenance:

Milanese nobility.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Provenienz:

Mailänder Adelsfamilie.

(1470522) (13)

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145


349

PIETER BOEL,

1622 ANTWERPEN – 1674 PARIS, ZUG.

DIE RÄUBERISCHE KATZE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59 x 74 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Auf einer von rechts in den Bildraum hineinragenden

Tischplatte liegen allerlei erlegte Vögel neben einem

Früchtekorb. Links des Zentrums eine den Betrachter

anfauchende Katze.

(14717521) (1) (13)

€ 7.000 – € 9.000

Sistrix

INFO | BID

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350

ROELOF KOETS D. Ä.,

UM 1592 HAARLEM – 1655

Der Maler wurde 1654 Mitglied der Haarlemer Lukasgilde,

wirkte zusammen mit Pieter Claesz (1596/98– 1660)

und Jan Jansz. III van de Velde (um 1620 – 1662), beeinflusst

von Floris Claesz van Dyck (um 1575 – 1651),

Nicolaes Gillis (1580– 1632) und teilweise auch von

Floris Gerritsz. van Schooten (1585– 1665).

STILLLEBEN MIT GROSSER ZINNKANNE

Öl auf Holz.

51 x 71 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h.c. Jan de

Maere, Rambrouch, 03. Dezember 2025, in Kopie, der

das Gemälde in die Mitte der 1630er-Jahre datiert.

Außerdem mit dem Verweis auf vergleichbare Werke.

ROELOF KOETS THE ELDER,

CA. 1592 HAARLEM – 1655

STILL LIFE WITH LARGE PEWTER JUG

Oil on panel.

51 x 71 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Dr Dr

h.c. Jan de Maere, Rambrouch, 3 December 2025, in

copy, who dates the painting to the mid -1630s. He also

refers to comparable works.

€ 25.000 – € 35.000

Sistrix

INFO | BID

Die im Bild dominierende Kanne steht zwischen Zinntellern,

Käse, Brot und einer Chinaschale mit geschabter

Butter. In meisterhafter Feinmalerei sind die Gegenstände

auf weißem Tischtuch vorgestellt. Darüber

hinaus werden die naturalistischen Spiegelungen der

Gefäße ins Bild geführt, sowie der Unterschied zwischen

dunkel gebackenen Flachbroten und einer aufgerissenen

Hefesemmel. Farblich sind die Kastanien links

im Bild mit dem braun-gelben Most im Glas und der

braunen Kruste des Käselaibes aufeinander bezogen.

A.R. (1471621) (11)

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147


351

BAREND VAN DER MEER,

1659 HAARLEM – 1690/1702 EBENDA

PRUNKSTILLLEBEN MIT WANLI-SCHALE

UND HUMMER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

96,5 x 112 cm.

In reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Wir danken Dr. Fred G. Meijer für seine Bestätigung

der Autorschaft des genannten Künstlers.

Auf einer Tischplatte, von textilen Draperien überhöht,

ein prachtvoll inszeniertes Arrangement mit einer gekippten

blau-weiß dekorierten Wanli-Schale mit Früchten

und einem rot akzentuierten Hummer. Auch ein

Gemälde van der Meers, das bei Sotheby’s, London

am 11. Dezember 1996 unter Lot 176 versteigert

wurde, zeigt einen solchen Hummer.

(1471455) (13)

BAREND VAN DER MEER,

1659 HAARLEM – 1690/1702 IBID.

MAGNIFICENT STILL LIFE WITH WANLI

BOWL AND LOBSTER

Oil on canvas. Relined.

96.5 x 112 cm.

We would like to thank Dr Fred G Meijer for confirming

the painting was created by the aforementioned artist.

A painting by van der Meer, which was auctioned at

Sotheby’s, London on 11 December 1996 under lot

176, also shows such a lobster.

€ 20.000 – € 30.000

Sistrix

INFO | BID

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352

JAN VAN NOORDT,

1623/24 – NACH 1676/86

EINE AMOURÖSE SZENE – DIE BEGEGNUNG

VON PREZIOSA UND DON JUAN

Öl auf Leinwand.

131 x 174 cm.

In geschnitztem blattvergoldetem Prunkrahmen

des 17. Jahrhunderts.

Rechts steht ein junger Mann, der an einen großen

Felsen lehnt. Er dreht sich nach links und blickt zu einer

jungen Frau in einem Satinkleid, die auf einem Felsenstück

sitzt und seinen Blick erwidert. Hinter ihr eine

alte Frau, gehüllt in einen groben Umhang mit Kapuze.

Im Hintergrund der Mitte weitere Figuren, darunter ein

Mann, der einen Falken in seiner Hand hält.

Zuvor wurde das Werk als genreähnliches Gemälde

gesehen, das die klassische Geschichte von „Vertumnus

und Pomona“ wiedergibt. Sturla Jonasson Gudlaugsson

wies auf die Verbindung zu „Das Spanische

Zigeunermädchen“ von Jacob Cats (1741 – 1799) aus

dem Jahr 1637 hin, einer niederländischen Versadaption

von Cervantes „La Gitanilla di Madril“, die veröffentlicht

wurde. In jüngerer Zeit wurde deutlich, dass das

Gemälde einer Adaption einer Geschichte für die Bühne

folgt, die 1643 von Mattheus Gansneb Tengnagel

(1613 – 1652) veröffentlicht wurde. Besonders die Rosen

in Preziosas Haaren und Händen sowie ihr luxuriöses

weißes Kleid werden von Tengnagel in seinem

Monolog über Don Juan ausdrücklich erwähnt, als er

mit Preziosain ihrer Mitte die Zigeunerkapelle ausspioniert.

So wird auf dem Gemälde der Augenblick in Tengnagels

Werk wiedergegeben, in dem Don Juan auf der

Jagd ist und die prachtvoll gekleidete Preziosa für die

hilflose Göttin Diana hält, die tief im Wald von Teufeln

gefangen genommen wurde und in die er sich verliebt,

aufgrund ihrer vermeintlichen Hilflosigkeit.

Laut Dr. David de Witt, Senior Curator, Museum Rembrandthuis

in Amsterdam, malte Van Noordt das Gemälde

um 1660. Seine Komposition bezieht sich nicht

auf frühere Darstellungen anderer Künstler, sondern

auf sein eigenes Gemälde „Der Triumph Davids“, das

wahrscheinlich einige Jahre zuvor entstanden ist. Es

zeigt den gleichen Ansatz, wichtige Figuren in einiger

Entfernung voneinander im Vordergrund zu platzieren.

Von dem vorliegenden Gemälde existieren zudem

zwei weitere Exemplare.

Provenienz:

Sammlung von T. Ockley.

Auktion von C. Fairfax Murray u. a., Christie’s London,

20. Januar 1920, Lot 353 (als Gerbrand van den Eeckhout,

„Vertumnus und Pomona“).

A. Tooth & Sons, Kunsthandel, London.

Christie’s London, 15. Februar 1929, Lot 81 (als J. van

Noordt, „Cavalier and a Young Lady, mit sportlichen

Figuren und Zigeunern“).

Privatsammlung J. Leger & Son, London, 1930/31.

Sotheby’s London, 15. Dezember 1976, Lot 17.

Auktion Boetto, Genua, 23.-24. Februar 1998 (als französische

Schule, 17. Jahrhundert, „Scène allégorique“).

Adam Williams Fine Art, New York, 1999.

Privatsammlung, Europa.

Literatur:

Adolph Staring, Weinig bekende portettisten. III.

Joannes van Noordt, in: Oud Holland, Bd. 61,

1946, S. 74.

Emmanuel Bénézit, Dictionnaire critique et documentaire

des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs et Graveurs

de tous les temps et de tous les pays par un

groupe d’ècrivains spécialistes français et étrangers,

Bd. 6, Paris 1956, S. 381.

Sturla Jonasson, Gudlaugsson, Die Komödianten im

Werk von Jan Steen und seinen Zeitgenossen, Soest

1975, S. 29-33, Abb. 25.

Peter Schatborn, Tekeningen van Jan van Noordt in:

Bulletin van het Rijksmuseum, Jahrgang 27, Nr. 3,

1979, S. 119 – 120, Abb. 3.

Ivan Gaskell, Transformationen von Cervantes „La

Gitanilla“, in: Niederländische Kunst, Zeitschrift der

Institute Warburg und Courtauld, 45, 1982, S. 263,

267, Abb. 46A.

Werner Sumowski, Gemälde der Rembrandt-Schüler,

1983 – 1996, Bd. VI, S. 3534-3535, Anm. 88.

Ausstellungskatalog, Katze. Het Gedroomde Land.

Pastorale schilderkunst in de Gouden Eeuw, hrsg.

von Peter van den Brink (et al), Utrecht 1993, S. 22,

235–238.

Werner Sumowski, Bemerkungen zu Jacob Adriaensz.

Backer und Jan van Noordt, in: Master Drawings 36,

1998, S. 79, Anmerkung 15.

David de Witt, Jan van Noordt. Painter of History and

Portraits, London u. a. 2007, Kat.Nr. 31, S. 146 – 149,

Abb. 147. (1381872) (18)

150 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


JAN VAN NOORDT,

1623/24 – AFTER 1676/86

AN AMOROUS SCENE – THE MEETING OF

PREZIOSA AND DON JUAN

Oil on canvas.

131 x 174 cm.

In a carved, gilded 17th-century magnificent frame.

Provenance:

Collection of T. Ockley.

Auction by C. Fairfax Murray et al, Christie’s London,

20 January 1920, lot 353 (as Gerbrand van den

Eeckhout, Vertumnus and Pomona).

A. Tooth & Sons, art dealers, London.

Christie’s London, 15 Feb. 1929, lot 81 (as J. van

Noordt, (Cavalier and a Young Lady, with sporting

figures and gypsies).

Private collection J. Leger & Son, London, 1930/31.

Sotheby’s London, 15.12.1976, lot 17.

Auction Boetto, Genoa, 23 – 24 February 1998 (as

French School, 17th century, Scène allégorique).

Adam Williams Fine Art, New York, 1999.

European private collection.

Literature:

Adolph Staring, Weinig bekende portettisten. III

Joannes van Noordt, Oud Holland, vol. 61, 1946, p. 74.

Emmanuel Bénézit, Dictionnaire critique et

documentaire des Peintres, Sculpteurs, Dessinateurs

et Graveurs de tous les temps et de tous les pays par

un groupe d’ècrivains spécialistes français et

étrangers,1956 Paris, vol. 6, p. 381.

Sturla Jonasson Gudlaugsson, Die Komödianten im

Werk von Jan Steen und seinen Zeitgenossen, Soest

1975, pp. 29-33, fig. 25.

Peter Schatborn, Tekeningen van Jan van Noordt, in:

Bulletin van het Rijksmuseum, vol. 27, no. 3, 1979,

pp. 119 – 120, fig. 3.

Ivan Gaskell, Transformations of Cervantes “La

Gitanilla”, in: Dutch Art, Journal of the Warburg and

Courtauld Institutes, 45, 1982, pp. 263, 267, fig. 46A.

Werner Sumowski, Gemälde der Rembrandt-Schüler

1983 – 1996, vol. VI, pp. 3534-3535, note 88.

Exhibition catalogue, Het Gedroomde Land. Pastorale

schilderkunst in de Gouden Eeuw, ed. by Peter van

den Brink (et al), Utrecht 1993, pp. 22, 235–238.

Werner Sumowski, Remarks on Jacob Adriaensz.

Backer and Jan van Noordt, in: Master Drawings 36,

1998, p. 79, note 15.

David de Witt, Jan van Noordt. Painter of History

and Portraits, London et al. 2007, cat. no. 31, pp.

146 – 149, ill. 147.

€ 30.000 – € 50.000 (†)

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151


353

JAN HARMENSZ. VAN BIJLERT,

UM 1597 UTRECHT – 1671 EBENDA

Holländischer Caravaggist der Utrechter Malschule.

FRÖHLICHE MUSIZIERENDE GESELLSCHAFT

IN EINEM INTERIEUR

Öl auf Holz. Parkettiert.

51 x 70 cm.

An einem Tisch mit lang herabhängender, honiggelber

Decke, linksseitig vor verdunkeltem Hintergrund ein

musizierendes Trio, darunter eine Bass spielende Dame

in elegantem türkisfarbenem Kleid. Die Noten dazu

liest sie von einem auf der Tischseite liegenden Notenheft

ab, ebenso wie der neben ihr stehende Geigenspieler.

Auf der rechten Tischseite, auf der zudem ein

kleines weißes Tuch liegt, stehen ein Weinkrug und

eine Platte mit Austern, die als Aphrodisiakum gelten.

Am Tischende sitzt eine Frau mit entblößter Brust, auf

ihrem Schoß ein leicht angetrunkener Kavalier, der ein

gefülltes Weinglas hält. Sie blickt ihn intensiv an und

knöpft dabei mit ihrer linken Hand seine Jacke auf.

Malerei in harmonischen Farbtönen mit erotischen

Anspielungen.

Literatur:

Paul Huys Janssen, Jan van Bijlert. Catalogue Raisonné,

Amsterdam 1998, S. 67, 158, 309 und 376, Nr. 153.

(1431881) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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354

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz, verso zwei Parkettierleisten.

47 x 77 cm.

Rahmen mit Glasabdeckung.

Die Darstellung entspricht den Bildvorstellungen Brueghels.

Wie auch die Brueghel-Schule hat der Maler

die biblische Szene in eine nordische Landschaft versetzt,

mit begrünten Tälern, bewaldeten Hängen und

einem mächtigen Baum rechts, mit auffallend großer

Wurzel. Die Heilige Familie links im Bild gruppiert, daneben

der Johannesknabe mit dem Lamm, während

rechts und in der oberen Zone Putten das Bild beleben.

Etliche Details sind als symbolische Anspielungen zu

verstehen. So verweisen die Trauben mit Weinlaub am

Baumstamm rechts auf den Wein des Abendmals, die

mächtige Wurzel auf den Bund des Alten Testaments

und die Ruine links oben auf den Untergang des antiken

Heidentums. Daneben betont die hell leuchtende

Gruppe der schwebenden Engel die darunter, ebenfalls

ins Licht gesetzten Hauptfiguren der Szene.

(1461004) (11)

€ 7.000 – € 9.000

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153


355

JAN VAN DER HOECKE,

1611 ANTWERPEN – 1651

PIETÀ

Öl auf Leinwand. Doubliert.

121 x 190 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua,

Oktober 2025, in Kopie, das vorliegende Gemälde dem

genannten Künstler zuweisend.

Vor abendlichem Himmel mit den letzten Strahlen der

untergehenden Sonne im rechten Hintergrund, der

vom Kreuz abgenommene Jesus. Sein freier Oberkörper

in einem weißen Tuch, welches von dem hinter

ihm stehenden Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu in

rotem Gewand, gehalten wird. Auf der linken Seite

Jesu die mit tränenreichem Gesicht und gefalteten

Händen auf ihn herabschauende Magd in einem türkisfarbenen

Umhang. Links daneben ein fackelhaltender

Mann mit Turban sowie im Vordergrund ein vor Jesus

kniender bärtiger Mann mit wertvollem Gewand und

Pelzkragen. Die beiden Männer dürften Josef von Arimathäa

und Nikodemus sein. Jan van der Hoecke war

Schüler und Mitarbeiter von Peter Paul Rubens (1577–

1640). Das vorliegende Gemälde der Pietà hat mehrere

figurative Vorbilder in den verschiedenen Versionen,

die Rubens von diesem Thema malte, unter anderem

die Tafel im Kunsthistorischen Museum Wien, die van

der Hoecke, laut Anna Orlando, in einer anderen Version

als der hier vorliegenden genauer reproduziert hat.

Im Vergleich zu der Wiener Version nimmt das vorliegende

Werk einen engeren Raum ein und weist damit

eine stärkere narrative Entwicklung auf sowie eine Erweiterung

des Bühnenraums, der zusätzliche Figuren

aufnehmen kann. Nach Anna Orlando ist das Gemälde

aus dem Museum der Schönen Künste in Budapest,

auf dem David vor Saul Harfe spielt, besonders interessant,

wegen der Figur des alten Mannes mit Turban,

die sehr ähnlich aussieht wie auf dem hier vorliegenden

Gemälde. Qualitätvolle Malerei mit starker Hell-

Dunkel-Inszenierung, bei der besonders der Leichnam

Jesu mit dem Wundmal auf seiner rechten Hand und

die Gesichter von Johannes, Maria und dem Mann mit

Turban hervorgehoben werden.

(1470261) (18)

JAN VAN DER HOECKE,

1611 ANTWERP – 1651

PIETÀ

Oil on canvas. Relined.

121 x 190 cm.

Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,

Genoa, October 2025, in copy, attributing the present

painting to the aforementioned artist.

The present Pietà has several figurative models in the

various versions of the subject created by Peter Paul

Rubens, including the panel in the Kunsthistorisches

Museum, Vienna, according to Anna Orlando, van der

Hoecke reproduced more accurately in another version

than in the present work. In comparison to the Viennese

version, the present work occupies a more compressed

pictorial space, thereby generating a stronger

narrative emphasis, as well as an expansion of the

stage-like setting, which accommodates additional figures.

According to Orlando, the painting from the Museum

of Fine Arts, Budapest, depicting David playing

the harp in front of Saul, is particularly interesting because

on account of the figure of the old man wearing

a turban, which closely resembles the corresponding

figure in the present composition.

€ 10.000 – € 12.000

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356

JACQUES STELLA,

1596 LYON – 1657 PARIS, ZUG.

(ABB. RECHTS)

DIE ANBETUNG DER ENGEL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

26,5 x 31,8 cm.

In vergoldetem, teils mit rotem Samt bezogenem

Rahmen.

Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken

liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,

lediglich mit einem Tuch im Schambereich bedeckt.

Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel, von denen

einer das Kind mit vor der Brust gefalteten Händen

betrachtet, der andere hat die Arme vor der Brust überkreuzt

und richtet seinen Blick ehrfurchtsvoll auf Jesus.

Im Hintergrund links zwei Putti, von denen einer mit einem

goldbestickten Vorhang beschäftigt ist. Qualitätvolle

einfühlsame Darstellung in weichen zarten Farbtönen

mit meisterhafter Lichtführung, die den Schlafenden und

die Gesichter der großen Engel hervorhebt.

Anmerkung:

Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung

der Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende

Jesuskind anders liegt, wurde am 27. Januar 2011

bei Sotheby’s New York versteigert, Lot 313.

(1451202) (18)

JACQUES STELLA,

1596 LYON – 1657 PARIS, ATTRIBUTED

(ILL. ON THE RIGHT)

THE ADORATION OF THE ANGELS

Oil on canvas. Relined.

26.5 x 31.8 cm.

Notes:

Another comparable version of the artist’s Adoration

of the Angels, in which the sleeping Christ Child is

positioned differently, was sold at Sotheby’s New York

on 27 January 2011, lot 313.

€ 18.000 – € 22.000

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357

JANUARIUS JOHANN RASSO ZICK,

1730 MÜNCHEN – 1797 EHRENBREITSTEIN,

ZUG.

JESUS VERTREIBT DIE HÄNDLER AUS DEM TEMPEL

Öl auf Leinwand.

60 x 85,5 cm.

Die Darstellung zeigt die biblische Erzählung, in der

Jesus Christus im Jerusalemer Tempel Tische von

Geldwechslern und Taubenverkäufern umstößt und die

Händler sowie Käufer hinausjagt. Er begründet dies

damit, dass das Haus des Gebets nicht für gewinnorientierte

Geschäfte missbraucht werden darf. Im Zentrum

der in rotem Gewand mit blauem Umhang leicht

nach vorne gebeugt stehende Jesus, der in seiner

rechten erhobenen Hand ein Seil herumschleudert.

Die flüchtenden Händler, teils zu Boden gegangen,

stürmen aus dem Tempel. Hinter Jesus bereits zwei zu

Boden gegangene Geldwechsler zu erkennen und ein

liegender Beutel mit herausgefallenen Münzen. Drastisch

bewegte Darstellung mit gekonnter Hell-Dunkel-

Lichtführung.

(1471491) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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155


358

ARTUS WOLFAERTS,

1581 ANTWERPEN – 1641 EBENDA, ZUG.

ESTHERS BAD IM HAREM VON AHASUERUS

ARTUS WOLFAERTS,

1581 ANTWERPEN – 1641 IBID., ATTRIBUTED

ESTHER’S TOILET IN THE HAREM OF AHASUERUS

Öl auf Leinwand.

104 x 134 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Esther, in der Mitte, trocknet sich nach ihrem Bad in

prunkvoller Umgebung ab; um sie herum baden und

pflegen sich sieben weitere Frauen, bedient von nackten

männlichen und weiblichen Dienern. Besch.

(1470151) (13)

Oil on canvas.

104 x 134 cm.

€ 15.000 – € 25.000 (†)

Sistrix

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359

SIMONE BRENTANA,

1656 VENEDIG – 1742 VERONA

Geboren in Venedig, erhielt Brentana seine künstlerische

Ausbildung vermutlich bei Malern der venezianischen

Schule, deren Einflüsse – etwa in der Farbigkeit

und im Spiel mit Licht – in seinen Werken deutlich

spürbar sind. 1694 ließ er sich in Verona nieder, wo er

schnell als geschätzter Meister für religiöse Themen

und großformatige Altarbilder bekannt wurde.

DER BARMHERZIGE SAMARITER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

114 x 154 cm.

Verso mit Ausstellungsetikett.

In aufwendig, plastisch vegetabil geschnitztem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in

Kopie.

Nach der Bibelstelle Lk 10, 25–37 gestaltetes Gemälde.

Ein Samariter leistet, durch Mitleid angeregt, einem

Mann Hilfe, der soeben überfallen und geplündert

worden ist. Brentana spezialisierte sich auf Szenen aus

dem Alten und Neuen Testament, Heiligenlegenden

und Darstellungen der Jungfrau Maria. Seine Malerei

zeichnet sich durch eine feierlich-dramatische Komposition,

eine warme Farbpalette und eine starke emotionale

Ausdruckskraft aus – Merkmale, die ihn dem

Hochbarock zuordnen. Zu seinen bedeutendsten Werken

zählen Altarbilder in der Kirche San Luca in Verona,

Gemälde für die Jesuitenkirche, sowie mehrere Arbeiten

in venezianischen Sammlungen.

Provenienz:

Gemäß Ausstellungsetikett Sammlung Dr. Barilio.

Ausstellungen:

Gemäß rückseitigem Ausstellungsetikett gezeigt in:

Esposizione d’Arte Antica, Circolo ArtisticoTrieste,

Nr. 98 als Guercino mit Provenienzangabe.

(1471061) (13)

SIMONE BRENTANA,

1656 VENICE – 1742 VERONA

THE GOOD SAMARITAN

Oil on canvas. Relined.

114 x 154 cm.

Exhibition label on the reverse.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,

Gorizia, in copy.

Provenance:

According to the exhibition label, collection

of Dr Barilio.

Exhibitions:

Esposizione d’Arte Antica, Circolo Artistico Trieste,

no. 98 as “Guercino” with provenance information

(according to the exhibition label on the reverse).

€ 22.000 – € 25.000

Sistrix

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157


360

GIULIA LAMA,

1681 VENEDIG – 1747 EBENDA, ZUG.

Gemäldepaar

PORTRAITS ZWEIER MÄNNER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Je 43 x 35,5 cm.

In dekorativen Rahmen.

Das eine Gemälde zeigt vor braunem Hintergrund einen

älteren weißhaarigen Mann mit Kopfbedeckung,

leicht nach vorne gebeugt, um mit einer Lupe aus einem

Buch zu lesen. Das andere Gemälde zeigt das

Bildnis des venezianischen Verlegers Giambattista

Albrizzi (1698–1777), nach einem Kupferstich von Marco

Alvise Pitteri (1702–1786), nach Giovanni Battista

Piazzetta (1682–1754).

(1472287) (13)

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GIULIA LAMA,

1681 VENICE – 1747 IBID., ATTRIBUTED

A pair of paintings

PORTRAITS OF TWO MEN

Oil on canvas. Relined.

43 x 35.5 cm each.

One painting depicts an elderly white-haired man

wearing a headdress against a brown background. The

other painting shows the portrait of the Venetian publisher

Giambattista Albrizzi (1698 – 1777), after an engraving

by Marco Alvise Pitteri (1702 – 1786), based on

a work by Giovanni Battista Piazzetta (1682 – 1754).

Sistrix

€ 20.000 – € 30.000 INFO | BID

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159


361

MARINUS VAN REYMERSWAEL (1493–1567)

ODER JAN VAN SCOREL (1495–1562), ZUG.

RÜCKENANSICHT EINES STEHENDEN MANNES

Öl auf Holz. Parkettiert.

64 x 40,5 cm.

Das Gemälde zeigt in Dreiviertelansicht einen stehenden

Mann, gekleidet in ein türkisfarbenes Wams mit

geschlitzten Ärmeln und einen Hut in der linken Hand

haltend, der auf seiner Hüfte ruht. Vor ihm auf einem

Tisch liegend wohl mehrere Dokumente. Umgeben ist

er in diesem Innenraum von mehreren Figuren. Die

Darstellung dieses Mannes findet sich in einer Komposition

des Künstlers Marinus von Reymerswael wieder,

die die Berufung des Heiligen Matthäus darstellt,

1536 entstanden ist und sich im Genter Museum in

Belgien befindet. Das Museumsgemälde gibt den

Blick auf das Treiben eines Zöllnerbüros mit Rechnungen

wieder, und zeigt die Geschichte des Matthäus,

der vom Zöllner schließlich zum Apostel wird.

Anmerkung:

Verso Aufkleber mit Künstlerhinweis und Vermerk

zum Genter Museum.

MARINUS VAN REYMERSWAEL (1493 – 1567),

OR JAN VAN SCOREL (1495 – 1562), ATTRIBUTED

REAR VIEW OF A STANDING MAN

Oil on panel. Parquetted.

64 x 40.5 cm.

A depiction of this man can be found in a composition

by the artist Marinus van Reymerswael which depicts

The Calling of Saint Matthew, created in 1536 and held

at the Ghent Museum, Belgium.

Notes:

Label on the reverse side with artist information and

a note referring to the Ghent Museum.

Provenance (according to label on the reverse):

Baron and Baroness Raoul Kuffner de Dioszegh.

Mrs Daniel Goldstein.

Walter P. Chrysler, Jr.

€ 8.000 – € 10.000

Sistrix

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Des Weiteren Provenienzangaben:

Baron und Baronin Raoul Kuffner de Dioszegh.

Frau Daniel Goldstein.

Walter P. Chrysler, Jr.

(1460983) (18)

160 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 7.000 additional images.


362

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

(ABB. LINKS)

DIE MADONNA MIT DEM KIND

UND DEM JOHANNESKNABEN

Öl auf Holz, teils verstärkt.

52 x 70 cm.

In teilbemaltem Rahmen.

In Landschaft vor großen Bäumen die sitzende Maria

in rötlichem Gewand mit Umhang, auf ihrem Schoß

den nackten stehenden Jesusknaben haltend. Er ist in

enger Umarmung mit dem stehenden Johannesknaben

in hellbraunen Fellumhang, dabei blickt er nachdenklich

aus dem Bild heraus. Qualitätvolle feine Darstellung,

teils an Correggio erinnernd, mit besonderer

Betonung des beigen, teils rötlichen Inkarnats.

(1470341) (18)

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH THE INFANT

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on panel, partially parquetted.

52 x 70 cm.

High-quality, finely executed composition, recalling

Correggio, distinguished particular by its beige, partly

reddish flesh tones.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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363

PELLEGRINO PIOLA,

1617 – 1640, ZUG.

Italienischer Maler des Barock aus Genua. Er war

Schüler von Domenico Fiasella und bekannt für seine

religiösen und mythologischen Gemälde. Trotz seines

jungen Alters zeigte er großes Talent, starb jedoch tragisch

mit nur 23 Jahren.

ALLEGORISCHE ENGELSGESTALT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

136 x 99 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro, Spilamberto,

1. November 1998, mit einer Zuschreibung an

Antonio Mercurio Amorosi (1660 –1738), in Kopie.

PELLEGRINO PIOLA,

1617 – 1640, ATTRIBUTED

ALLEGORICAL ANGEL

Oil on canvas. Relined.

136 x 99 cm.

Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,

Spilamberto, 1 November 1998, attributing the work to

Antonio Mercurio Amorosi (1660–1738), in copy.

€ 20.000 – € 30.000

Sistrix

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Fast raumfüllend tritt uns die eine aufstrebende Diagonale

beschreibende Figur eines Engels gegenüber

mit Palmzweig und Blattwerk. Hinterfangen von rotem

Velum.

(1460153) (13)

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161


364

NORDITALIENISCHER MALER

DES BEGINNENDEN 17. JAHRHUNDERTS

LOTH UND SEINE TÖCHTER AUF

DER FLUCHT AUS SODOM

Öl auf Leinwand. Doubliert.

95 x 123 cm.

Verso alter Aufkleber mit Betitelung

und Bezeichnung „A. Elsheimer“.

In Prunkrahmen.

Das Gemälde zeigt eine Szene, die im Alten Testament

in Genesis 19 beschrieben wird. Im Vordergrund der

auf einen Stock gestützte Loth, hinter ihm seine beiden

Töchter, zwischen denen ein Engel steht, ein weiterer

geflügelter Engel vor Loth, der ihnen den Weg

aus der Stadt weist. Die nächtliche Darstellung zeigt

im Hintergrund die brennende Stadt Sodom, aus der

sie fliehen, bevor diese zerstört wird. Am linken Bildrand

ist Loths Frau zu erkennen, die entgegen dem

Verbot der beiden Engel zur Stadt zurückblickt und so

zu einer Salzsäule erstarrt. Beliebtes Motiv in der Malerei,

das an Darstellungen von Adam Elsheimer

(1574–1610) erinnert.

(1470622) (2) (18)

NORTH ITALIAN SCHOOL, EARLY 17TH CENTURY

LOT AND HIS DAUGHTERS LEAVING SODOM

Oil on canvas. Relined.

95 x 123 cm.

Old label titled and inscribed “A. Elsheimer”.

Popular subject in painting, reminiscent of depictions

of Adam Elsheimer (1574 – 1610).

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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365

JUSEPE DE RIBERA,

GENANNT „LO SPAGNOLETTO“,

1588/91 XÀTIVA/ VALENCIA – 1652 NEAPEL,

KREIS DES

(ABB. LINKS)

Bevor Ribera nach Neapel ging, studierte er bei Francisco

Ribalta (1565–1628) in Valencia. In Rom setzte er

sich mit den Werken von Raphael (1483–1520) und

Agostino (1557–1602) und Annibale Carracci (1560–

1609) auseinander, in Parma und Modena mit denen

von Antonio Allegri Correggio (um 1489–1534). Später

stand er stark unter dem Einfluss von Michelangelo

Merisi il Caravaggio (1570/71–1610). Die Qualität seiner

Bilder erhob ihn zum Hofmaler des Herzogs von

Osuna sowie des Königs von Neapel. Im Jahr 1644

wurde er durch den Papst zum Ritter des Christusordens

geschlagen. 1630 war er bereits Mitglied der Accademia

di San Luca in Rom. Neben Caravaggio ist er

der bedeutendste Naturalist der neapolitanischen Malerei

mit Betonung des Chiaroscuro. Ein Hauptmerkmal

seines Wirkens ist die bewusste Wahl der Darstellung

von meist alten, asketisch knochig-schlanken

Gestalten wie Einsiedlern oder Philosophen.

ISAAK SEGNET JAKOB, DEN ER FÜR ESAU HÄLT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

151 x 201 cm.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Darstellung der altbiblischen Geschichte aus dem

Buch Genesis (Gen 27), wonach Jakob, der Stammvater

der Israeliten, im hohen Alter und nahezu blind geworden,

seinen zweitgeborenen Sohn Isaak segnet.

Dies bedeutet eine Bevorzugung gegenüber dem Erstgeborenen

Esau. Vorbereitet wurde dieser Betrug

durch die Mutter Rebecca, die hier an einem Lehnstuhl

stehend wiedergegeben ist, während Esau noch

auf dem Felde weilt. Der Legende gemäß hat Esau im

Gegensatz zu seinem Bruder eine stärkere Arm- und

Händebehaarung, weswegen sich Isaak eines härenen

Handschuhs bedient, um den Vater zu täuschen.

(1470621) (2) (13)

JUSEPE DE RIBERA,

1588/91 XÀTIVA/ VALENCIA – 1652 NAPLES,

CIRCLE OF

ISAAC BLESSES JACOB, WHOM

HE MISTAKES FOR ESAU

Oil on canvas. Relined.

151 x 201 cm.

€ 25.000 – € 35.000

Sistrix

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366

SISTO BADALOCCHIO,

1581/85 PARMA – 1647 ROM, KREIS DES

LANDSCHAFT MIT JOHANNES DEM TÄUFER

SISTO BADALOCCHIO,

1581/85 PARMA – 1647 ROME, CIRCLE OF

LANDSCAPE WITH SAINT JOHN THE BAPTIST

Öl auf Leinwand, auf Holzplatte,

verso zweimal verstärkt.

72 x 60,5 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Am Ufer eines Flusses, auf Steinen sitzend, Johannes

der Täufer in dem ihm attributiv zugeordneten Fellgewand

mit rotem Mantelüberwurf. Vor ihm ein kleines,

zwischen den Steinen festgestecktes Holzkreuz mit

Rotulus, auf dem die Worte „ECCE AGNUS DEI“ zu

lesen sind, daneben ein Wasser schlürfendes Schaf. Johannes

hat einen schmalen Nimbus um sein Haupt,

weist mit großem Gestus mit ausgestrecktem rechtem

Arm und Fingerzeig in die Ferne, wohl auf die Ankunft

Jesu hin, blickt dabei aus dem Bild heraus und scheint

mit geöffnetem Mund den Betrachter direkt anzusprechen.

Holz vertikal mit Riss, vereinzelt Retuschen.

(1470624) (2) (18)

Oil on canvas, laid on panel and two parquetting slats.

72 x 60.5 cm.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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163


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367

GIACOMO FARELLI,

1624 ROM – 1706 NEAPEL

(ABB. LINKS)

Farelli war Schüler von Andrea Vaccaro (1598/1604–

1670), folgte jedoch schon bald dem Stil von Guido

Reni (1575–1642) und Luca Giordano (1643–1705). Viele

seiner Gemälde sind als Fresko oder auf Leinwand

von sakralen Themen durchzogen und befinden sich in

den Kirchen Neapels. Seine erste bekannte Altararbeit

in der Chiesa dell’Arciconfraternita della Trinità dei Pellegrini

ist von ihm signiert und 1652 datiert.

368

KÜNSTLER DES 16. JAHRHUNDERTS

AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz.

55 x 86 cm.

In profiliertem bronziertem Rahmen.

Inmitten einer leicht hügeligen Landschaft mit repoussoirhafter

Baumstaffage und einer den Horizont abschließenden

Festungsanlage sind Maria und das

Jesus kind auf einem Esel dargestellt, der von Josef geführt

wird. Die Entstehung dieser Tafel mag nach Nord­

DAVID UND GOLIATH

italien verortet werden.

Öl auf Leinwand. (14705911) (13)

221,6 x 173,8 cm.

Wir danken Herrn Prof. Riccardo Lattuada für die Bestätigung

der Zuschreibung an Farelli anhand von Fotografien

und die Datierung in die 1660er-Jahre.

In einer hügeligen Landschaft liegt in starker optischer

Verkürzung dem Betrachter zugewandt der geharnischte,

von David niedergestreckte Körper des Goliath,

während sein Bezwinger ein Knie auf seinen Rücken

stützt und mit dem Schwert ausholt.

Provenienz:

Dorotheum, Wien, 23. Oktober 2018, Lot 232,

als Neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts.

Christie’s London, 7. Juli 2023, Lot 166, als

Caravaggio Nachfolge (unverkauft).

Christie’s London, 8. Dezember 2023, Lot 166,

als Giacomo Farelli (unverkauft).

ARTIST OF THE 16TH CENTURY

THE FLIGHT INTO EGYPT

Oil on panel.

55 x 86 cm.

The panel may originate from northern Italy.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Achille della Ragione, Giacomo Farelli. Opera

completa, Neapel 2011. (1472311) (10)

€ 5.000 – € 15.000 (OHNE LIMIT)

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165


369

DEUTSCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

CHRISTI GEBURT MIT ANBETUNG DER HIRTEN

sowie

ANBETUNG DER HEILIGEN DREI KÖNIGE

Öl auf Kupferplatte.

Je ca. 33,5 x 28,5 cm.

Jeweils in hochrechteckigem Format mit Ruinenarchitektur

und dicht besetzter wie frisch komponierter

Figurenstaffage, die in ihren Blickrichtungen und Gestiken

bei der Anbetung der Hirten zentral auf das

Jesus kind gerichtet sind, während das andere Gemälde

auch ein Miteinander der Gratulanten und Staunenden

zulässt, wobei dem Jesuskind als Bedeutungsfänger

eine Rundsäule zukommt, die das Auge des

Betrachters leitet.

Anmerkung:

Die beiden dicht gesetzten Kompositionen gehen auf

ältere flämische und niederländische Vorbilder zurück,

die versatzstückhaft Verwendung gefunden haben,

wobei der Kulturtransfer mittels Kupferdrucktechnik

stattgefunden haben mag. Zu nennen wäre hier etwa

ein Gemälde von Cornelis van Poelenburgh

(1594/95 – 1667) (RKD Nr. 115739), vor allem eine beliebte

Komposition von Arthus Wolfaerts

(1581 – 1641), das etwa in dem Gemälde im „Koninklijk

Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, Antwerp,

inv./cat.nr 439“ überliefert ist und manches

Mal auch eine Säule zeigt, die in unserem Gemälde

verändert übernommen wurde. Diese ist auf den Sti-

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GERMAN SCHOOL, 17TH CENTURY

chen oft Bestandteil des Stalles, in dem Jesus geboren

wird und kann als Hinweis auf die Erneuerung

des Alten Bundes durch den Neuen Bund gesehen

werden. Bei einem Kupferstich von Johann Peter Goffart

etwa, der ebenfalls die Anbetung der Könige darstellt,

ist die Verbindung der Säule mit dem Stall,

oder anders herum die Verstallung einer Ruinenarchitektur,

noch augenfälliger. In dem vorliegenden Gemälde

umspielen zwei Kinder die Rundsäule, wobei das

untere Kind etwas älter zu sein scheint und das obere

etwas jünger. Es könnte sich um einen Vorgriff auf

Jesus und Johannes handeln, wobei bei dem Unterarm

des mutmaßlichen Johannes ein spiegelnder

Schein auf der Säule an einen auf ihn hinweisenden

Kreuzstab zu deuten wäre. (1171614) (13)

A pair of paintings

NATIVITY WITH ADORATION OF THE ANGELS

and

ADORATION OF THE THREE MAGI

Oil on copper plate.

Ca. 33.5 x 28.5 cm each.

€ 18.000 – € 22.000

Sistrix

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167


370

ANTOON VAN DEN HEUVEL,

1600 GENT – 1677 EBENDA, ZUG.

MARIA MAGDALENA

Öl auf Leinwand.

150 x 192 cm

In teilebonisiertem Rahmen.

Gleichartiges Gemälde mit anderen Maßen beim RKD

in Den Haag unter Nr. 106295 verzeichnet, als Antoon

van den Heuvel.

Vor der Silhouette eines Höhleneingangs, an einem

einfachen Holztisch, Maria Magdalena in rotem Umhang

sitzend. Ihr Kopf auf eine ihrer Hände aufgestützt,

während ihr Blick über ein geöffnetes Buch gleitet;

dahinter ein außerhalb des Bildfeldes weisender

Engel mit gespreizten Flügeln. Als Urheber des Gemäldes

wurde in der Vergangenheit auch Matthias Stomer

d. Ä. (um 1600-um 1650) gehandelt.

Anmerkung:

Vgl. Sotheby Parke Bernet, London, 12. Oktober

1983, Lot 94 mit Schwarz-Weiß-Abbildung.

Sotheby’s London, 24. Oktober 1984, Lot 83.

ANTOON VAN DEN HEUVEL,

1600 GENT – 1677 IBID., ATTRIBUTED

MARY MAGDALENE

Oil on canvas.

150 x 192 cm.

A similar painting is listed with the RKD in the Hague

under no. 106295 as Antoon van den Heuvel. In the

past it has been argued that the painting was created

by Matthias Stom.

Notes:

cf. Sotheby Parke Bernet, London, 12 October 1983,

lot 94 with black and white ill.

Sotheby’s London, 24 October 1984, lot 83.

Literature:

cf. Richard J. Judson and Rudolf E. O. Ekkart, Gerrit

van Honthorst 1592 – 1656, Doornspijk 1999, p. 330,

no. D 14.

€ 12.000 – € 15.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Richard J. Judson und Rudolf E. O. Ekkart, Gerrit

van Honthorst, 1592 – 1656, Doornspijk 1999, S. 330,

Nr. D 14. (1461373) (13)

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371

ITALIENISCHE SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS

PORTRAIT EINES MANNES MIT MESSER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80 x 64 cm.

In dekorativem Rahmen.

Vor dunklem Hintergrund das Halbportrait eines älteren

Mannes in blauem Gewand mit beigem Umhang,

sowie mit grauen Haaren und Bart. Er hat den Kopf

erhoben und schaut mit seinen braunen glänzenden

Augen erwartungsvoll seitlich nach oben gen Himmel.

In seiner rechten kräftigen Hand hält er ein Messer,

nach vorn ausgestreckt zum Betrachter, und scheint

auf eine Entscheidung zu warten.

(1471082) (18)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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372

EMILIANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

LUCRETIA

Öl auf Leinwand.

96 x 72 cm.

In ornamental reliefiertem und bronziertem Rahmen.

Vor dunklem Hintergrund die halbfigurige Darstellung

der biblischen Figur, einen Dolch in ihrer Hand haltend

und den Blick nach oben gerichtet, die Komposition

nach Guido Reni (1575 – 1642). Lucretia, nach römischer

Sage die treue Gattin des Collatinus aus der königlichen

Familie, bekannt durch ihre Schönheit, mehr

noch für ihre Tugend, wurde von Tarquinius, einem Verwandten

ihres Gatten begehrt. Bei passender Gelegenheit

suchte er sie zu vergewaltigen. Als sie sich

weigerte, drohte er ihren Leichnam neben den eines

Sklaven zu legen und sie wegen Unzucht anzuklagen,

nachdem er beide auf frischer Tat ertappt und getötet

hätte. So gab sie sich hin, erzählte ihren Eltern das

Geschehene und wurde freigesprochen. Sie aber zog

es vor sich selbst zu entleiben, um ihr Vergehen nicht

als Vorbild dienen zu lassen. Der Legende gemäß führte

das Ereignis zu einem Volksaufstand gegen die

Monarchie. Die seit der Antike und nachfolgende literarische

Diskussion über Schuld und Unschuld der Lucretia

hat selbst die Kirchenlehre erfasst. Auch Dante

interpretierte die Legende in seiner Göttlichen Komödie.

Sämtliche Maler, von Botticelli über Rembrandt,

bis in die Neuzeit widmeten sich dem Thema, auch

Shakespeare und Puschkin, in der Musik waren es

Händel, Scalatti, Respighi und andere, die Vertonungen

lieferten. Selbst Lessing hat in seinem Theaterstück

Emilia Galotti das Thema aufgegriffen und in die Neuzeit

versetzt. Guido Reni, der dem hier vorliegenden

Maler als Vorbild diente, hat das Thema mehrfach aufgegriffen.

Verso auf der Leinwand die nicht vollendete

Darstellung eines Herrenportraits, vermutlich des

gleichen Malers.

Literatur:

Vgl. Stephen D. Pepper, Guido Reni. A complete

catalogue of his works with an introductory text,

New York 1984. (1471001) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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169


373

RÖMISCHER MEISTER

DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS

GROSSES STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, BLUMEN,

FEDERVIEH UND EINEM MEERSCHWEINCHEN

Öl auf Leinwand.

106 x 188 cm.

In dekorativem Rahmen.

In bergiger Landschaft unter blauem Himmel, vor einem

Felsplateau eine kleine weiße Decke mit Spitze

auf einem Stein liegend, darauf teils geöffnete Feigen.

Darüber auf einem weiteren höheren Stück des Felsens

ein flacher geflochtener Korb, darin zahlreiche

farbenfrohe Blumen, teils über den Rand hinabhängend.

Auffallend im Zentrum jedoch ein stehender

farbenfroher Hahn, dahinter eine weiße Henne, die an

einer Feige pickt. Rechts des Hahns, neben Blumen,

ein geöffneter großer Kürbis und dahinter ein übergroß

dargestelltes Meerschweinchen, das unterhalb der

weißen Decke hervorschaut. Am linken Rand weitere

Kürbisse, während am rechten Bildrand ein glänzendes

Schalengefäß zu erkennen ist, um das sich eine

Ackerwinde rankt und auf der am oberen Rand ein

roter Ara pickt. Qualitätvolle Malerei, bei der insbesondere

die farbenfrohen Blumen, Früchte und auch die

Tiere, gegenüber dem dunkleren Hintergrund hervorgehoben

werden.

(1461357) (18)

ROMAN SCHOOL,

LATE 17TH CENTURY

LARGE STILL LIFE WITH FRUIT, FLOWERS, FOWL

AND HAMSTER

Oil on canvas.

106 x 188 cm.

€ 18.000 – € 22.000

Sistrix

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374

PIERRE GOBERT,

1662 FONTAINEBLEAU – 1744 PARIS, KREIS DES

PORTRAIT WOHL DER FRANÇOISE MARIE

DE BOURBON

Öl auf Leinwand.

99 x 99 cm.

In mit Blattwerk reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Inmitten einer eleganten Parkanlage mit Zypressen

und einer hinter der Gartenmauer befindlichen Palastarchitektur

(vielleicht das Château Bagnolet) sitzt

neben einem großen Pflanzgefäß eine elegante Dame

mit den Zügen der Françoise Marie de Bourbon

(1677 – 1749). Neben dem Cachepot eine Amorfigur, der

Cache pot gefüllt mit zahlreichen Blüten in zarten Rosatönen,

die sich im Inkarnat der Portraitierten widerspiegeln.

Francoise Marie war die jüngste illegitime Tochter

Ludwigs XIV und wurde bereits im Alter von 14 Jahren

mit Philippe d’Orléans verheiratet.

(14705920) (13)

PIERRE GOBERT,

1662 FONTAINEBLEAU – 1744 PARIS, CIRCLE OF

PORTRAIT, PROBABLY OF FRANÇOISE MARIE

DE BOURBON

Oil on canvas.

99 x 99 cm.

An elegant lady with the features of Françoise Marie

de Bourbon (1677 – 1749) sits beside a large planter at

the centre of an elegant park with cypress trees and a

palatial structure (perhaps Château Bagnolet) nestled

behind the garden wall. Françoise Marie was the

youngest illegitimate daughter of Louis XIV and married

Philippe d’Orléans at the age of 14.

€ 3.000 – € 4.000

Sistrix

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171


375

ANIELLO ASCIONE,

1680 – 1708, ZUG.

Gemäldepaar

STILLLEBEN MIT BLUMEN UND FRÜCHTEN

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

111 x 157 cm.

In breitem mit Goldornamenten verziertem Rahmen.

Überaus reizvolle, auf Fernansicht ausgeführte Stillleben,

inmitten einer Parklandschaft, die durch einen

Hahn bzw. ein Vogelpaar verlebendigt wird. Blumenarrangements

sind in das architektonische Gefüge

ebenso geschickt eingebunden wie landestypische,

teils geöffnete Früchte und Glas- oder Keramikgefäße.

(14609614) (13)

ANIELLO ASCIONE,

1680 – 1708, ATTRIBUTED

Pair of paintings

STILL LIFE WITH FLOWERS AND FRUIT

Oil on canvas. Old relining.

111 x 157 cm.

€ 14.000 – € 18.000

Sistrix

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376

FRANS YKENS,

AUCH GENANNT „FRANCHOIS EYCKENS“,

UM 1601 ANTWERPEN – UM 1693 BRÜSSEL

(ABB. RECHTS)

Der Maler war um 1615 Schüler seines Onkels Osias

Beert d. Ä. (um 1580 – 1623/24), von dem er auch die

spezielle Stilllebenauffassung mit vereinzelt nebeneinander

ins Bild gestellten Objekten übernommen hat.

Kein geringerer als Peter Paul Rubens (1577– 1640),

ein Freund des Malers, erwarb mehrere seiner Stillleben,

die heute im Rubenshaus in Antwerpen gezeigt

werden. Frans Ykens hielt sich in den Jahren 1630/31

in Frankreich auf und wurde anschließend Mitglied der

Malergilde Sankt Lukas in Antwerpen.

STILLLEBEN MIT BLUMENVASE UND BEEREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

46 x 39 cm.

Links unten auf kleinem Schriftband signiert

„Franchois Ykens fecit“.

Vor dunklem Hintergrund auf einem Marmorgesims

stehend eine bauchige Vase, darin ein farbenfrohes

Blumenarrangement mit Rosen, Tulpen, Anemonen,

sowie kleinen Zweigen mit Kirschblüten und leuchtend

roten Erdbeeren.

(1471241) (18)

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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377

NICOLAES VAN GELDER,

UM 1636 LEIDEN – UM 1676 AMSTERDAM

Der Maler war Schüler des Pieter de Ring (1615–1660),

wirkte 1661 in Stockholm, dann 1673 in Kopenhagen.

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT GLASPOKAL

UND STANGENGLAS IN EINER NISCHE

Öl auf Leinwand.

56,5 x 44,5 cm.

Das Gemälde ist im RKD-Archiv verzeichnet.

Wie nahezu sämtliche der Werke dieses Stilllebenmalers,

werden auch hier die Früchte vor dunklem Hintergrund

präsentiert, hier zudem in eine Mauernische

eingestellt, ein Motiv, das sich auch bei einigen weiteren

seiner Bilder findet. Umso leuchtender treten hier

die Früchte hervor, während die dunklen Trauben oder

die graue Steinplatte in den nahezu schwarzen Hintergrund

überzugehen scheinen. Der Stil des Gemäldes

lässt sich in Van Gelderns Wirken zwischen 1660 und

1670 einordnen.

Provenienz:

Winkel & Magnussen, Sjaelland (Insel)/ Kopenhagen

1937, Lot 197.

Privatsammlung, Dänemark, 1937–1960.

Bukowski, Stockholm, 04. März 1971, Lot 203,

m. S/W Abb.

Paul Brandt, Amsterdam, 23. November 1971,

Lot 61, m. Abb.

Christie’s, 6. Januar 1973, Lot 119.

Literatur:

Poul Gammelbo, Dutch Still-Life Painting From The

16th to the 18th Centuries in Danish Collections,

Kopenhagen 1960, S. 82, Nr. 102 (dort datiert ca.

1676/77). A.R. (1471587) (1) (11)

NICOLAES VAN GELDER,

CA. 1636 LEIDEN – CA. 1676 AMSTERDAM

FRUIT STILL LIFE WITH GLASS GOBLET AND

STEMMED GLASS IN A NICHE

Oil on canvas.

56.5 x 44.5 cm.

The painting is listed in the RKD archive.

The style of the painting can be placed within Van Geldern’s

creative period between 1660 and 1670.

Provenance:

Winkel & Magnussen, Sjaelland (island)/ Copenhagen

1937, lot 197.

Private collection Denmark, 1937–1960.

Bukowski, Stockholm 4 March 1971, lot 203, with

black-and-white ill.

Paul Brandt, Amsterdam, 23 November 1971, lot 61,

with ill.

Christie’s, 6 January 1973, lot 119.

Literature:

Poul Gammelbo, Dutch Still-Life Painting from the

16th to the 18th Centuries in Danish Collections,

Copenhagen 1960, p. 82, no. 102 (dated there ca.

1676/77).

CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).

€ 25.000 – € 40.000

Sistrix

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175


378

ITALIENISCHER MALER

DER ZWEITEN HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

ALLEGORISCHE DARSTELLUNGEN MIT TIEREN,

INSBESONDERE MIT AFFEN

Öl auf Leinwand. Randdoubliert.

Jeweils 86 x 117 cm.

In vergoldeten Rahmen.

Die beiden Gemälde sind Allegorien oder Satiren,

die menschliche Aktivitäten oder Torheiten durch die

Darstellung von Tieren, hier insbesondere Affen, in

menschlicher Kleidung und Verhaltensweisen verspotten.

Das eine Gemälde zeigt in Landschaft mehrere

zusammenhockende bekleidete Affen in fröhlicher

Runde beim Wein trinken. Hinter ihnen, oberhalb eines

Steinabsatzes sitzend, ein weiterer Affe mit weißem

Umhang, Kopfbedeckung und Armreifen, in einen von

einem Ara gehaltenen Spiegel schauend, an Darstellungen

einer Dame bei der Morgentoilette erinnernd.

Dazu rechts ein Käfig, in dem wohl eine Katze als

Haustier gehalten wird. Das andere Gemälde zeigt ein

Vogel- und Katzenkonzert. Linksseitig üben mehrere

Vogelarten vor einem aufgeschlagenen Notenheft und

werden dabei von einem Affen dirigiert, rechts daneben

drei Affen beim Üben mit einem Instrument und

im rechten Hintergrund ein Katzenkonzert. Detailreiche

humorige Darstellungen in vielen differenzierten Farbtönen.

Rest.

(1470251) (18)

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ITALIAN SCHOOL,

SECOND HALF OF THE 18TH CENTURY

A pair of paintings

ALLEGORICAL DEPICTION WITH ANIMALS,

ESPECIALLY MONKEYS

Oil on canvas. Edge relined.

86 x 117 cm each.

Sistrix

€ 12.000 – € 15.000 INFO | BID

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177


379

PETER PAUL RUBENS (1577–1640),

KOPIE DES 20. JAHRHUNDERTS

DIE GEFANGENNAHME SIMSONS

Öl auf Leinwand.

118 x 132 cm.

In Prunkrahmen.

Die Darstellung geht auf die alttestamentarische Geschichte

Simsons und Delilas zurück, welche die Gefangennahme

Simsons durch die Philister zeigt. Die

Kraft des von Gott auserwählten Israeliten Simson, mit

welcher er zuvor den Philistern hatte trotzen können,

hatte in seinen Haaren gelegen. Seine Ehefrau Delila

verriet Simson aber an die Philister und schnitt ihrem

Manne, während dieser schlief, das Haupthaar, wodurch

dieser seine Kraft verlor. Auf dem Gemälde ist

links Delila zu sehen, die in ihrer Hand die Schere mit

den abgeschnittenen Haaren hält. Völlig überrascht

blickt Simson auf die Philister. Malerei die sich genau

an das Original hält.

Anmerkung:

Das Originalgemälde von Rubens befindet sich im

Neuen Schloss, Schleißheim (1470801) (18)

€ 5.000 – € 8.000

Sistrix

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380

VENEZIANISCHER MALER DES AUSGEHENDEN

17./ BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS

ALLEGORIE DES KRIEGES

Öl auf Leinwand.

104 x 83 cm.

In breitem Prunkrahmen.

Im Zentrum wohl die Göttin des Krieges mit Brustpanzer

und einer Fackel in ihrer linken erhobenen Hand,

mit der sie wohl das im Hintergrund tobende Feuer mit

brennendem Gebäude entzündet hat. Voller Wut, Zorn

und Kampfeslust blickt sie mit ihren fast schwarzen

Augen zur linken Seite. Ein Junge scheint ihr einen

Dolch reichen zu wollen. Vor ihr auf dem Boden ein

Wolf, der ein Schaf gerissen hat und rechts daneben

wohl zwei zerbrochene steinerne Gesetzestafeln und

eine zerstörte Waage. Im Hintergrund rechts Landschaft

mit blauem Himmel, davor der Adler des Zeus,

eine Schlange mit seinen Krallen haltend. Vereinzelt

rest.

(1471002) (18)

€ 6.000 – € 8.000

Sistrix

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381

FELICE RIZZO BRUSASORZI,

1540 VERONA – 1605 EBENDA, ZUG.

TARQUINIUS UND LUKREZIA

Öl auf Schieferplatte.

40 x 46 cm.

Die dramatische Szene geht auf ein Vorbild von Tizian

zurück (189 x 195 cm), das vermutlich in den Jahren

zwischen 1568 und 1571 entstand (189 x 145 cm.) und

sich heute im Fitzwilliam Museum Cambridge befindet.

Es zeigt die Legende vom gewaltsamen Übergriff des

römischen Königssohnes Tarquinius auf Lukrezia, die er

vergewaltigte, worauf sie sich tags darauf selbst tötete.

Die Erzählung steht am Wendepunkt des Königtums zur

danach ausgerufenen Römischen Republik. Das

Schwarz der Schieferplatte liefert den auch im hochformatigen

Tizianbild gezeigten Hintergrund der Szene,

hier jedoch im kleinen Querformat, seitlich rechts erweitert

und seitenverkehrt, was auf eine Stichvorlage hinweist.

(1472291) (11)

FELICE RIZZO BRUSASORZI,

1540 VERONA – 1605 IBID., ATTRIBUTED

TARQUIN AND LUCRETIA

Oil on slate.

40 x 46 cm.

The dramatic scene is based on a model by Titian (189

x 145 cm), probably created between 1568 and 1571,

now held at the Fitzwilliam Museum, Cambridge. The

black of the slate provides the background of the

scene, which is also shown in the vertical-format Titian

painting, but here in a small horizontal format, extended

to the right and reversed, which suggests an engraving

was used as a template.

€ 10.000 – € 12.000

Sistrix

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179


382

PETER VAN DEN VELDE,

1634 – 1723/24

SCHIFFE UND BOOTE AUF BEWEGTER SEE

Öl auf Holz.

24 x 35 cm.

Links unten auf Boot monogrammiert „P.V.V.“

Auf stark bewegter See vor der Küste einer Stadt mit

Kirche, deren Turm in den Himmel ragt, zahlreiche Segelboote,

darunter links im Vordergrund ein mit Fischern

besetztes Boot, die gerade Netze einholen.

Rechts ein großes Segelboot mit Beflaggung, gegen

die Wellen ankämpfend. Der Himmel mit großen Wolkenformationen,

teils dramatisch stark bewölkt, jedoch

mit einigen, teils von der Sonne beschienenen Wolken.

Malerei in der typischen Manier des Künstlers, der oft

Küstenansichten vor verschiedenen Städten gemalt

hat, mit starker Licht- und Schatteninszenierung.

(14714518) (18)

€ 6.000 – € 8.000

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383

ITALIENISCHE SCHULE DES 19. JAHRHUNDERTS

(ABB. LINKS)

ANSICHT VON LONDON VON DER THEMSE AUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

53 x 79 cm.

Links unten auf Boot datiert „1841“.

In vergoldetem Rahmen.

Blick über das bewegte Wasser der Themse auf die

prachtvollen, teils von der Sonne beschienenen Bauten

Londons, darunter linksseitig die hohe runde Kuppel

der Saint Paul’s Cathedral. Auf dem Fluss selbst zahlreiche,

teils nebeneinander ankernde Schiffe mit eingezogenen

Segeln und einige Dampfschiffe, alle mit

Figuren besetzt. Stimmungsvolle Stadtansicht unter

hohem Himmel. Teils Retuschen.

(1471205) (3) (18)

€ 5.000 – € 7.000

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384

NEAPOLITANISCHER MALER DER ZWEITEN

HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS

SCHLACHTENGETÜMMEL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

93 x 130 cm.

In Prunkrahmen.

In weiter Landschaft die tobende Reiterschlacht, bei

der bereits einige Soldaten und ihre Pferde zu Boden

gegangen sind. In der Mitte der rechten Bildhälfte eine

rechteckige steinige Erhöhung, auf der mehrere Soldaten

auf die Schlacht herabsehen, darunter zwei Fahnenträger.

Um diese Erhebung unmittelbar herum eine

Vielzahl von Schimmeln und grauen Pferden mit ihren

Reitern, unter hohem grau-blauem Himmel mit aufsteigenden

Rauchwolken. Vereinzelt rest.

(14705923) (18)

SCHOOL OF NAPLES,

SECOND HALF OF THE 17TH CENTURY

BATTLE SCENE

Oil on canvas. Relined.

93 x 130 cm.

€ 20.000 – € 40.000

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181


385

JOHANN HEINRICH ROOS,

1631 OTTERBERG/ PFALZ – 1685 FRANKFURT A. M.

Hofmaler des Kurfürsten der Pfalz.

ARKADISCHE LANDSCHAFT MIT SCHLOSSRUINE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

93 x 108 cm.

Rechts unten signiert und datiert „J. ROOS fecit 1678“.

In Rahmung mit Wellenleistenprofil.

Inmitten einer hügeligen, italienisch anmutenden Landschaft

eine Schlossruine mit offenen Rundbögen, durch

die sich die weite, sanft hügelige Landschaft erahnen

lässt. Im Vordergrund zwei Pferde und ein Edelfräulein,

die ländliche Bevölkerung wohlwollend grüßend.

(1471661) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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386

HENDRIK VAN MINDERHOUT,

1632 ROTTERDAM – 1696 ANTWERPEN

(ABB. RECHTS)

DER FLORIERENDE SEEHANDEL

Öl auf Leinwand.

127 x 109 cm.

Links auf dem Architekturelement signiert und datiert

„H. van Minderhout 1675“.

In Louis XV-Stilrahmen.

Nah an den Betrachterstandpunkt gerückte Küstenszene

mit in Nahsicht gezeigtem orientalischem

Prunkschiff und staffierten Kamelen. Daneben Handel

treibende Figuren verschiedener Nationen, links eine

geschmückte Brunnenanlage sowie eine den Küstenstreifen

säumende Stadt. Rahmen und Leinwand

partiell besch.

(1470034) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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183


387

ROSALBA CARRIERA,

1675 VENEDIG – 1757 EBENDA, ZUG.

Die Künstlerin war bekannt für ihre Pastellmalerei. Gefeiert

und bewundert bereiste sie Europa und war Gast

an vielen Höfen, wie 1720/21 in Paris, 1723 in Modena

und 1730 in Wien.

EKSTASE DER HEILIGEN THERESA VON ÁVILA

Pastell auf Papier, auf Leinwand doubliert.

45 x 38 cm.

Hinter Glas, in reich ornamentiertem Rahmen.

Rückseitig eine Expertise von Giuseppe Fiocco vom

04. Februar 1938.

Qualitätsvolle Darstellung der Ekstase der Heiligen

Theresa. In harmonisch zurückhaltender Farbgebung

blickt die Heilige vor neutralem Hintergrund verzückt

zu Boden. Das helle Inkarnat lenkt den Blick des Betrachters

auf das Gesicht, das fein ausgearbeitet ist.

Das Haupt der Heiligen ist von hellem Licht umgeben.

Gekleidet in faltenreicher Ordenskleidung hält sie einen

Rosenkranz in ihrer linken Hand. Seitlich am Bildrand

ein kleiner Puttenkopf.

(1461851) (10)

€ 6.000 – € 8.000

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388

GIOVANNI FRANCESCO GESSI,

1588 BOLOGNA – 1649 EBENDA, ZUG.

Der Maler stand in familiärer Verbindung zu Francesco

Albani (1578– 1660), studierte jedoch zunächst in den

Ateliers von Giovanni Battista Cremoni (um 1550 – 1610)

und Denys Fiammingo Calvaert (1540– 1619) und dann

um 1607 in der Werkstatt von Guido Reni (1575– 1642).

Zu diesem stand er später in spannungsvoller Auseinandersetzung

wegen eines Auftrags. Zu den Schülern

in Gessis Werkstatt zählen Ercolino und Giovanni Battista

Ruggieri (1606– 1640), Gabriele Ferrantini und Andrea

Seghezzi.

DER HEILIGE FRANZISKUS

Öl auf Kupfer.

45 x 33 cm.

Verso mit Restbeschriftung.

In vergoldetem Profilrahmen.

Darstellung des vor einem Felsen sitzenden Heiligen

Franziskus, über ihm ein musizierender Engel schwebend.

Rahmen besch.

Literatur:

Vgl. Emilio Negro, Massimo Pirondini (Hrsg.), La

Scuola di Guido Reni, Modena 1992, S. 237–270.

(1471181) (13)

€ 6.000 – € 10.000

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389

VENEZIANISCHER MALER

DES 16. JAHRHUNDERTS

(ABB. LINKS)

BEWEINUNG CHRISTI

Öl auf Holz. Parkettiert.

55,5 x 72 cm.

Schmale Einfassungsleiste.

Das im Querformat geschaffene Tafelbild lässt sich

trotz seiner hohen malerischen Qualität lokalstilistisch

nur schwer einzuordnen. Dargestellt ist der in Dreiviertelfigur

gegebene Corpus Christi, beweint von den

seitlich positionierten Figuren von Maria und Johannes.

Maria blickt auf das Gesicht des Sohnes, der Blick

des Johannes ist auf den Betrachter gerichtet. Die

Figuren vor Goldgrund, die Nimben grob punziert. Der

Stil zeigt – insbesondere in der Behandlung des Corpus

Christi – starke jedoch meisterhafte Abstrahierungen,

Rippen und Armmuskeln betont kontrastiert. Die

Finger kantig gewinkelt. Die markante kontrastierende

Malweise ist wohl auch für Ansicht aus Entfernung berechnet.

(1471952) (1) (11)

€ 6.000 – € 8.000

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185


390

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO – 1767 VENEDIG, ZUG.

Diziani wird als wichtigster Nachfolger seines Lehrers

Sebastiano Ricci (1659 – 1734) angesehen. Ab 1717

hielt er sich, von August III berufen, in Dresden auf.

Zwischen zeitlich entstanden 1718 vier Supraporten für

die Münch ner Residenz; später wirkte er in Rom und

Venedig. Seine beiden Söhne, Antonio (1737– 1797)

und Giuseppe (1744– 1821), unterstützten ihn bei zahlreichen

seiner Aufträge.

JESUS GEHT AUF DEM WASSER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

55 x 63 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Die Darstellung im Queroval geht auf Markus 6,45-52

sowie auf Johannes 6,15-21 zurück. Sie zeigt die Jünger

in einem Segelboot auf hoher See bei Sturm und hohen

Wellen. Die Jünger reagieren erschrocken, als Jesus

ihnen über den See entgegenkommt und zu ihnen

spricht: „Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet

euch nicht!“. Petrus glaubt ihm jedoch nicht. Auf Jesu

Anweisung soll Petrus ihm auf dem Wasser entgegengehen.

Kaum hat er dies getan, erschrickt er vor dem

heftigen Sturm, beginnt zu sinken und bittet Jesus um

Hilfe.

Das Gemälde zeigt rechtsseitig den auf dem Wasser

stehenden Jesus im roten Gewand mit weitem wehendem

blauem Mantel und nach oben gerichtetem

Zeigefinger. Vor ihm befindet sich der im Wasser versinkende

Petrus mit ausgebreiteten, um Hilfe bittenden

Armen und zu Jesus gerichtetem Blick. Im linken

Hintergrund kämpft das Segelschiff mit den übrigen

Jüngern gegen den Sturm an. Im hinter dichten grauen

Wolken aufklarenden Himmel blicken vier geflügelte

Puttenköpfe auf das Geschehen herab. Erzählerische,

teils heftig bewegte Darstellung.

(1320015) (18)

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO – 1767 VENICE, ATTRIBUTED

JESUS WALKING ON WATER

Oil on canvas. Relined.

55 x 63 cm.

€ 12.000 – € 15.000

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391

FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

LAGERNDE VENUS MIT SCHNÄBELNDEN TAUBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59,5 x 78 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Inmitten einer Palastanlage mit herrschaftlichem, von

einer Fontäne akzentuiertem Garten, lagert die eine

absteigende Diagonale beschreibende Figur der Venus.

Auf ihrer Hand zwei schnäbelnde Tauben, als Symbol

der Liebe, balancierend. Feine Komposition, bei besonderem

Augenmerk auf die Umsetzung textiler Staffagestrukturen.

(1460453) (13)

€ 5.000 – € 7.000

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187


392

JEAN-BAPTIST MARIE PIERRE,

1713 PARIS – 1789 EBENDA, ZUG.

ALLEGORIE DES SOMMERS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

108 x 135 cm.

Mittig unten monogrammiert und datiert.

In Prunkrahmen mit bekrönendem Schleifendekor.

In weiter Landschaft, vor einem Waldstück sitzend,

eine junge Frau in einem weißen Gewand, das den

Brustbereich unbedeckt lässt. Auf ihrem Haar einen

Kranz aus Ähren, in der rechten Hand eine Sichel zur

Ernte, während der linke Arm einen Bündel Korn umfasst

– sie ist dargestellt als Allegorie des Sommers.

Rechts von ihr ein großes Kornfeld mit zwei Putti bei

der Ernte, zu ihrer linken Seite zwei weitere geflügelte

Putti mit mehreren Kornbündeln, von denen einer den

schlafenden anderen neckt. Liebevolle Darstellung in

harmonischer Farbgebung.

(1451052) (18)

JEAN-BAPTIST MARIE PIERRE,

1713 PARIS – 1789 IBID., ATTRIBUTED

ALLEGORY OF SUMMER

Oil on canvas. Relined.

108 x 135 cm.

Monogrammed and dated lower centre.

€ 20.000 – € 30.000

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393

PAOLO MONALDI,

GENANNT „MONALDINI“,

UM 1710 ROM – 1779

Der Maler wirkte zunächst in der Werkstatt des Städtemalers

Paolo Anesi (1697– 1773) und arbeitete mit ihm

zusammen an den Dekormalereien der Villa Chigi. Sein

Werk ist insgesamt den Bamboccianti zuzurechnen, in

der Nähe des Andrea Locatelli (1695 – 1741). Werke seiner

Hand im Palazzo Braschi sowie in der Galleria

dell’Accademia di San Luca in Rom.

BERGIGE LANDSCHAFT MIT FRÖHLICH

FEIERNDEN, TEILS TANZENDEN BAUERN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

64 x 98,8 cm.

Links unten auf runder Platte monogrammiert „PM“.

In dekorativem Rahmen.

Das Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter der Nummer

77532 verzeichnet.

Im Zentrum des Gemäldes ein auf der Mandoline spielender

Mann, der auf einem Esel sitzt. Hinter ihm eine

Frau, die auf ihn hinweist, sowie ein trinkender Mann.

Linksseitig ein tanzendes Paar und ein weiteres, das

gemütlich unter einem Baum sitzt. Linksseitig der Anfang

eines kleinen Wäldchens, in dem mehrere Figuren

zu erkennen sind, während rechtsseitig im Hintergrund,

auf einer Anhöhe, eine musizierende Frau und

eine weitere Figur auf einem Esel zu erkennen sind.

Als Repoussoir am rechten Bildrand ein nach oben

ragender Baum. In der Mitte des Hintergrunds, in der

Ferne, eine Anhöhe mit Gebäude in weichen bläulichgrünen

Farbtönen. Figurenreiche erzählerische Darstellung

in insgesamt zurückhaltender Farbgebung, in

der Manier des Künstlers.

Provenienz:

Pietro Accorsi, Turin.

Dort 1962 vom Vater des derzeitigen Besitzers erworben.

Literatur:

Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700

Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,

Rom 1976, S. 276, Nr. PM22. (14623317) (18)

PAOLO MONALDI,

KNOWN AS “MONALDINI”,

CA. 1710 ROME – 1779

MOUNTAINOUS LANDSCAPE WITH FARMERS

HAPPILY CELEBRATING AND SOME DANCING

Oil on canvas. Relined.

64 x 98.8 cm.

Monogrammed “PM”, on round panel lower left.

The painting is listed in the Fototeca Zeri under the

number 77532.

Provenance:

Pietro Accorsi, Turin.

Acquired there in 1962 from the father of the current

owner.

Literature:

Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700

Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,

Rome 1976, p. 276, no. PM22.

€ 12.000 – € 18.000 (†)

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189


394

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE BRÜDER VERKAUFEN JOSEPH

AN DIE ISMAELITEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

167 x 240 cm.

In profiliertem und gefasstem Rahmen.

Die Geschichte von Josef und seinen Brüdern zählt zu

den bekanntesten Erzählungen des Alten Testaments.

Josef, der Lieblingssohn Jakobs, wird von seinen eifersüchtigen

Brüdern zunächst in eine Grube geworfen

und schließlich an eine Karawane von ismaelitischen

Händlern verkauft. Die Brüder, getrieben von Neid auf

Josefs prächtiges buntes Gewand und die besondere

Zuneigung des Vaters, entscheiden sich, ihn loszuwerden.

Statt ihn zu töten, wie ursprünglich geplant, verkaufen

sie ihn für zwanzig Silberstücke an die Händler,

die ihn nach Ägypten bringen. Diese liegen im Zentrum

der hier angebotenen Komposition mit halb davorstehendem

kindlich dargestellten Joseph, während

die linke Bildhälfte von seinen Brüdern dominiert wird.

(1470981) (13)

395

VENEZIANISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

(ABB. RECHTS)

VENUS UND ADONIS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

108 x 96 cm.

In ornamental verziertem, ebonisiertem Rahmen.

Die Jagdgöttin Diana mit zweier ihrer Jagdhunde, die

hier links am Rand zu sehen sind, eine leichte Diagonale

nach rechts beschreibend und von reichem

Brokat belegt. Ihre freie Brust bildet das gedankliche

Zentrum des Bildes und ihre Hand sowie ihr Blick

konzentrieren sich auf den neben ihr knieenden, mit

einem Speer ausgerüsteten Adonis, der von Cupido

überfangen wird.

(1471693) (13)

SCHOOL OF VENICE, 17TH CENTURY

(ILL. ON THE RIGHT)

VENUS AND ADONIS

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY

JOSEPH’S BRETHREN SELLING HIM

TO THE ISHMAELITES

Oil on canvas. Relined.

167 x 240 cm.

€ 11.000 – € 13.000

Sistrix

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Oil on canvas. Relined.

108 x 96 cm.

€ 18.000 – € 20.000

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191


396

NIEDERLÄNDISCHER MONOGRAMMIST

DES 17. JAHRHUNDERTS

SEXTUS TARQUINIUS ÜBERRASCHT LUCRETIA

BEI DER ARBEIT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

66 x 100 cm.

Links auf der Bank monogrammiert „I.H. f / 1641“.

In hölzernem Kehlrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Marina Aarts, welche

die Vermutung darlegt, dass der Künstler als Jan van

der Hecke (1620 – 1684) identifiziert werden könnte, in

Kopie.

Publius Ovidius Naso berichtet in seinen „Fasti“, dass

der römische Prinz Tarquinius (Sohn des Tarquinius

Superbus) ins Haus kommt, freundlichst begrüßt wird

und mit den Hausherren zu Abend isst. Anschließend

gehen alle zu Bett, doch Tarquinius steht noch einmal

auf. Er geht zu Lucretia (Ehefrau des Lucius Tarquinius

Collatinus). Er nimmt seinen Dolch und sprach zu ihr:

„Ich habe einen Dolch bei mir, Lucretia. Ich bin es,

Tarquinius, der Sohn des Königs, welcher zu dir spricht.“

Sie konnte weder sprechen noch denken und war starr

vor Angst. Was sollte sie tun? Kämpfen? Er berührt

ihre Brüste und nimmt ihr so ihr Leben durch Schmach.

Doch das Mädchen überwindet seine Angst und

spricht: „Dieser Sieg wird dich zerstören. Was dich und

dein Königreich diese eine Nacht kostet.“ Nach der

Vergewaltigung erzählte sie alles ihrem Mann und

ihrem Vater und beging Suizid, weil sie die Schmach

nicht ertrug. Die beiden Männer schworen, Tarquinius

zu suchen und zu töten. Die römischen Bürger töteten

Tarquinius und stürzten den König. Anschließend

riefen sie die Republik aus.

(1471201) (3) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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397

FRANZÖSISCHER PORTRAITIST

DES 18. JAHRHUNDERTS

PORTRAIT EINER HÖFISCHEN DAME

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80 x 64,5 cm.

In mit Blattwerk reliefiertem und bronziertem Rahmen.

Vor unbestimmtem Grund das dem Betrachter zugewandte,

halbfigurige Portrait einer Dame mit von

Perlband gegliederter Frisur und reich gefältetem Kleid

mit goldgesäumtem Umhang, der von einer Agraffe

gehalten wird. Das Portrait erinnert an Bildnisse der

Prinzessin Sophie Charlotte von Hannover (1668– 1705).

(1470593) (13)

€ 4.000 – € 6.000

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398

GIUSEPPE MARIA CRESPI,

GENANNT „LO SPAGNOLO“,

1665 BOLOGNA – 1747 EBENDA

BEWALDETE LANDSCHAFT MIT HIRTINNEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94,5 x 114 cm.

In vergoldetem Rahmen.

In weiter hügeliger Landschaft, unter blauem Himmel

mit dicken weiß-grauen Wolken, zwei Schäferinnen.

Eine in gelb-rötlichem Gewand sitzend, dabei ein kleines,

neben ihr liegendes Lämmchen streichelnd. Die

andere Schäferin danebenstehend, in türkisfarbenem

Gewand und mit Hirtenstab, links von ihr ein weiteres

Schaf und ein neugierig blickender Ziegenbock. Jeweils

am rechten und linken Bildrand höhere Bäume,

die in den Himmel ragen. Stimmungsvolle harmonische

Darstellung in zurückhaltender Farbgebung. Vereinzelt

rest.

GIUSEPPE MARIA CRESPI,

ALSO KNOWN AS “LO SPAGNOLO”,

1665 BOLOGNA – 1747 IBID.

FOREST LANDSCAPE WITH SHEPHERDESSES

Oil on canvas. Relined.

94.5 x 114 cm.

Literature:

Egidio Martini, Pittura veneta e altra italiana dal XV

al XIX secolo, Rimini 1992, p. 556, ill. 405.

€ 30.000 – € 50.000

Sistrix

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Literatur:

Egidio Martini, Pittura veneta e altra italiana dal XV

al XIX secolo, Rimini 1992, S. 556, Abb. 405.

(1471171) (3) (18)

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193


399

JEAN-JACQUES LAGRENÉE,

1739 – 1821, WERKSTATT/ KREIS DES

ALLEGORIE DER PRUDENTIA

Öl auf Leinwand.

91 x 73 cm.

Links unten signiert und datiert „Lagrenée 1776“.

In vergoldetem und ornamental verziertem Rahmen.

Vor lichtblauem Grund auf einer Wolkenbank sitzend

eine Frau mittleren Alters auf einen von einem Putto

gehaltenen Rundspiegel weisend und mit der anderen

Hand eine jüngere Frau an der Schulter umfassend, die

wiederum einen Lilienstrauß hält.

Lagrenée lernte bei seinem älteren Bruder, wirkte

zwei Jahre in Russland und hielt sich danach als Preisträger

des Prix de Rome in der ewigen Stadt auf. Neben

seinen allegorischen Bildwerken ist von ihm vor

allem auch ein Deckengemälde im Louvre bekannt.

Provenienz:

Doyle Auctions, New York, 2018.

Privatsammlung, Monaco. (14700311) (13)

JEAN-JACQUES LAGRENÉE

1739 – 1821, WORKSHOP/ CIRCLE OF

ALLEGORY OF PRUDENTIA

Oil on canvas.

91 x 73 cm.

Signed and dated “Lagrenée 1776” lower left.

Provenance:

Doyle Auctions, New York, 2018.

Private collection, Monaco.

€ 12.000 – € 16.000

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400

FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

VENUS AMOR UNTERWEISEND

sowie

FRAU DAS BACCHUSKIND NÄHREND

Pastell auf Papier, auf Leinwand.

Sichtmaß: je 62 x 46,5 cm.

Verso mit alten Etiketten.

Hinter Glas in plastisch verziertem Rahmen.

Jeweils vor unbestimmtem pudrig blauem Grund

die weiblichen Halbfiguren mit hellem Inkarnat und

attributivem Beiwerk sowie Bacchus und Amor.

Provenienz:

Elizabeth Parke Firestone (1897 – 1990), Akron, Ohio

und Newport, Rhode Island.

Christie’s, New York, 22. März 1991, Lot 640.

(1461721) (13)

€ 8.000 – € 14.000

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195


CATALOGUE IV

IMPRESSIONISTS & MODERN ART

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